Brennen beim Wasserlassen

Kommt es zum Brennen beim Harnlassen, kann dies eine Vielzahl von Ursachen haben – von einer Reizblase bis zu unspezifischen Infektionen im Genitalbereich. In jedem Fall soll der Arzt konsultiert werden, wenn es beim Wasserlassen zum Brennen kommt.

Brennen beim WasserlassenTritt ein brennendes Gefühl beim Urinieren auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. (Foto by: gpointstudio / Depositphotos)

Zu dem Gefühl, dass beim Wasserlassen ein mehr oder weniger starkes Brennen wahrgenommen wird, können sowohl weibliche als auch männliche Betroffene ähnliche Erfahrungen berichten. Üblicherweise zeigen sich die Beschwerden in der Form, dass sie sich beim Beginn des Urinierens sozusagen langsam einschleichen, zum Ende hin verstärken und nach dem Abschluss mehr oder minder kurzzeitig deutlich zunehmen, um daraufhin wieder abzuklingen.

Das brennende Gefühl scheint sich dabei vom Ausgang der Blase bis hin zur Öffnung der Harnröhre zu entwickeln. Aufgrund der naturgemäß längeren Harnröhre betrifft dieses Schmerzempfinden beim Mann einen deutlich größeren Bereich als bei der Frau.

Darüber hinaus werden auch punktuelle Schmerzen beschrieben, die sich lediglich auf die Öffnung der Harnröhre oder die Eichel beschränken. Aus diesen Einzelheiten können behandelnde Ärzte genauer differenzieren, um welche Erkrankung es sich vermutlich handelt. Deshalb sollte bei auftretenden Beschwerden möglichst genau beobachtet werden, inwiefern sich diese entwickeln und individuell darstellen.

Ursachen für Brennen beim Wasserlassen

Wenngleich eine eindeutige Diagnose unbedingt und ausschließlich von medizinisch geschulten Fachleuten gestellt werden sollte, deuten Schmerzen beim Wasserlassen zumeist auf eine bestimmte Gruppe von Erkrankungen hin.

Häufig handelt es sich um ein Zeichen für eine Harnwegsinfektion, aber eine Pilzinfektion ist ebenso möglich wie eine krankhafte Veränderung der Blase selbst.

Weniger krankhaft, aber genauso unangenehm kann auch eine allergische Reaktion auf Pflegeprodukte wie Seifen und Crèmes sein, oder eine übermäßige Austrocknung der Schleimhäute.

Bei männlichen Patienten kann neben der Blase auch die Prostata betroffen sein, wenn diese beispielsweise eine Entzündung aufweist oder vergrößert ist.

Darüber hinaus können brennende Schmerzen während des Wasserlassens bei beiden Geschlechtern ein Hinweis auf sexuell übertragbare Krankheiten sein. Deshalb sind diese Symptome eventuell auch ein Hinweis auf eine Gonorrhö oder Chlamydien, wenngleich diese Krankheiten in der Regel symptomfrei verlaufen. Außerdem können Schmerzen beim Wasserlassen auch auf eine Erkrankung anderer innerer Organe hinweisen. In Frage kommen dabei insbesondere die Nieren, aber auch die Galle.

Untersuchungen und Diagnose

Frau mit Urin-TeststreifenTreten Schmerzen und ein Brennen beim Wasserlassen auf, wird zuerst der Harn untersucht. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Neben der exakten Beschreibung der Symptome ist die labortechnische Untersuchung des Urins eine wichtige Grundlage, um eine eindeutige medizinische Diagnose zu stellen. Die Flüssigkeit wird dabei auf mögliche Krankheitserreger wie Bakterien und Viren, aber auch auf Pilzbefall hin untersucht.

Außerdem wird hierbei geklärt, ob sich eventuell Blutspuren im Urin befinden oder Hinweise auf Blutprobe und eines Abstriches des Unterleibes.

Anhand der gewonnen Proben werden Bakterienkulturen angelegt, um den exakten Grund der Symptome zu ermitteln. Weiterhin kann zur genauen Diagnose auch eine Restharnbestimmung vorgenommen werden oder eine Ultraschalluntersuchung der Blase und der Harnwege, um Veränderungen sichtbar zu machen.

Unter Umständen kann auch eine Blasenspiegelung oder eine Röntgenaufnahme der betroffenen Region notwendig sein. Ist eine Prostataerkrankung möglich, wird diese über den Enddarm abgetastet, um außerdem separates Prostatsekret zu erhalten, dass im Anschluss im Labor untersucht werden kann.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Je nachdem, welche Diagnose gestellt wird, entscheidet sich auch die Behandlungsweise. Während Blaseninfekte bei Frauen und Männern sehr ähnlich behandelt werden, nämlich durch die Vergabe von Medikamenten, unterscheiden sich andere Behandlungsmethoden deutlich. Bei Blaseninfektionen werden Antibiotika verschrieben mit der Anweisung, reichlich ungesüßte Flüssigkeiten zu konsumieren. Gewebeveränderungen, die zu Schmerzen beim Wasserlassen führen, werden je nach Ausprägung und Erscheinung individuell behandelt.

Falls notwendig werden Zysten, Tumore und andere krankhafte Veränderungen operativ entfernt. Sollten Nierenprobleme zu den beschriebenen Symptomen führen, sind häufig Nierensteine der Auslöser. Aber auch Harnsteine und andere Fremdkörper in der Harnröhre können schmerzhaft sein und werden durch eine Endoskopie oder durch Ultraschall zerstört und entfernt.

In einigen Fällen kommt es vor, dass sich durch kurzfristige, einmalige Behandlungen entweder keine Besserung der Beschwerden einstellt, oder diese zeitnah erneut auftreten. Chronische Blasentzündungen, vorzeitig beendete Medikamenteneinnahmen, im Harntrakt verbliebene Fremdkörper und andere Ursachen erzwingen deshalb eine erneute Behandlung, womöglich auch über einen längeren Zeitraum.

Prävention und was ich selbst tun kann

Das Risiko von Blasenerkrankungen, die zu Schmerzen beim Wasserlassen führen, kann durch vorbeugende Maßnahmen deutlich reduziert werden:

  • Vor allem sollten während der Wintermonate warme Kleidungsstücke zum Schutz der Harnwege bevorzugt werden.
  • Bei der Körperhygiene sollten Frauen darauf achten, dass nach dem Toilettengang der After und der Genitalbereich „von vorn nach hinten“ mit trockenem, sauberen Toilettenpapier gereinigt werden. Damit wird verhindert, dass Krankheitserreger vom After zum Ausgang der Harnröhre gelangen.
  • Zudem sollte gerade zur Vorbeugung von Blasen- und Nierenerkrankungen auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden.
  • Gerade während der kalten Jahreszeit ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass die Füße nicht nur stets gut gewärmt, sondern auch möglichst trocken sind.
  • Eine lückenlose Sexualhygiene sollte verfolgt werden. Die Nutzung von Kondomen verhindert dabei die Übertragung von Bakterien und Viren, die dem Harntrakt gefährlich werden können. Zudem sollten entsprechende Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden, um rechtzeitig Erkrankungen der Urinal-, Anal- und Genitalorgane zu erkennen und behandeln zu können.


Bewertung: Ø 3,2 (39 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Gehirnerschütterung

Gehirnerschütterung

Eine Gehirnerschütterung kann durch mehrere Faktoren ausgelöst werden. Besonders häufig tritt sie in Verbindung mit Unfällen auf, bei denen man mit dem Kopf aufschlägt oder von einem harten Gegenstand getroffen wird.

weiterlesen
Übelkeit

Übelkeit

Übelkeit ist eine Befindlichkeitsstörung, die sich im Magenbereich äußert. Mögliche Ursachen von Übelkeit sind sehr vielfältig.

weiterlesen
Verkühlung der Hoden

Verkühlung der Hoden

Auch Männer können bei Unterkühlung Probleme mit ihren Geschlechtsorganen bekommen. Eine Verkühlung der Hoden ist schnell eingefangen und durchaus schmerzhaft. Es kann nur ein, aber auch beide Hoden gleichzeitig betroffen sein.

weiterlesen

User Kommentare