Endoskopie

Mittels einer Endoskopie kann der Arzt/die Ärztin ohne chirurgischen Eingriff ins Innere des Körpers blicken und eventuelle Erkrankungen ausfindig machen oder direkt behandeln. Bekannt ist die Endoskopie unter dem Begriff Spiegelung, beispielsweise Darm- oder Magenspiegelung.

Arzt macht EndoskopieMittels einer Endoskopie kann ohne chirurgischen Eingriff ins Innere des Körpers geblickt werden. (Foto by: kot36 / Depositphotos)

Einen Schlauch in eine der Körperöffnungen schieben lässt sich vermutlich niemand gerne. Dennoch ist die moderne Endoskopie ein Segen für die Medizin und die Patienten. Dank modernster Technik kann man mittlerweile ein gutes Stück Weg innerhalb des Körpers zurücklegen und dabei Licht dorthin bringen, wo die Sonne sonst eher selten scheint.

Eine Darmspiegelung wird in Österreich sogar als Mittel der Krebs-Prävention für jeden Bürger ab dem 50. Lebensjahr empfohlen und bezahlt.

Ein Endoskop besteht aus einem langen, möglichst dünnen Schlauch, welcher mehrere Kanäle enthält (mindestens einen optischen Kanal, einen Arbeitskanal und oft einen Saug-Spülkanal), einer Lichtquelle und einem Steuerungsinstrument.

Durchführung und Ablauf einer Endoskopie

Eine Endoskopie ist eine medizinische Untersuchung, bei welcher mittels eines Schlauches und eines optischen Systems das Innere von Hohlorganen eingesehen und auch therapiert werden kann.

Die gängigsten Verfahren der modernen Medizin sind:

Darüber hinaus nutzt man endoskopische Methoden auch für moderne OP-Techniken wie die minimal-invasiven Operationen, bei welchen der Operateur nur mittels Endoskop auf einem Bildschirm Einblick in das Operationsgebiet erhält, ohne einen großen Schnitt zu benötigen. Ein Bauchoperation mittels Endoskop heißt dann Laparoskopie.

Die ersten Endoskope waren starre Geräte, welche maximal bis zur nächsten Biegung blicken konnten. Heutzutage verwendet man meist flexible Schläuche, welche dank Glasfaserkabel das Licht auch "um die Kurve" leiten können. Zudem wird das Bild mittlerweile meist aufgezeichnet und auf einem Bildschirm abgebildet, sodass mehrere Personen gleichzeitig Einblick haben und eine Fotodokumentation erfolgen kann.

Anwendungsgebiete

Angewendet wird die Endoskopie heute in vielen Gebieten der Medizin.

Koloskopie

Bei der Koloskopie kann der Gastroenterologe (Internist) mittels Endoskop über den Anus und das Rektum Einblick in den gesamten Dickdarm bis hin zum Übergang in den Dünndarm erhalten.

Polypen, gutartige meist stielartig aus der Darmwand herausragende Tumoren, können so entdeckt und mithilfe des Arbeitskanals des Endoskops sofort mit einer Drahtschlinge abgetragen werden.

Bösartige Tumoren können ab einer bestimmten Größe gesehen und dann mittels Probeentnahme diagnostiziert werden. Da dies oft lange vor einer eventuell auftretenden Symptomatik (Stuhlverhalt, Blut im Stuhl) möglich ist und es sich gleichzeitig beim Dickdarmkrebs um eine der häufigsten Tumorentitäten in der Bevölkerung überhaupt handelt, wird heute die Darmkrebsvorsorge mittels Darmspiegelung für alle Bürger ab 50 (und dann alle 5 Jahre) empfohlen und bezahlt.

Gastroskopie

Die Gastroskopie, also die Magenspiegelung, ist keine allgemeine Präventionsmaßnahme sondern für den Fall von Magenbeschwerden vorbehalten. Zur Diagnose einer Magenschleimhautentzündung, eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs, eines Magenkrebs oder anderer oberer gastrointestinaler Erkankungen ist die Gastroskopie allerdings Gold wert, da sogar kleine Tumoren im Frühstadium nur mittels Gastroskop entfernt werden können, ohne dass eine Operation nötig wäre.

Auch Blutungen in diesem Gebiet können mittels Gastroskop vollständig gestillt werden.

Bronchoskopie

Die Bronchoskopie ist eine Untersuchung, bei welcher das Endoskop über Nase oder Mund in die Luftröhre vorgeschoben wird. Man kann maximal bis in die nächsten Verzweigungen des Bronchialbaumes schauen (die Lungenalveolen selber sieht man also nicht), da dort aber die meisten Lungenkrebstumore sitzen, ist dies ein wertvoller diagnostischer Zugewinn. Ebenso können hier Proben des Tumors entnommen werden.

Zystoskopie

Die Zystoskopie ist eine Untersuchung, die vor allem Urologen vornehmen. Suche nach Blasentumoren oder Quellen für Blut im Urin können eine Indikation sein. Auch viele urologische Operationen finden mittels Endoskop statt.

Hysteroskopie

Bei der Hysteroskopie kann der Frauenarzt über einen vaginalen Zugang Einblick in die Gebärmutter nehmen, was ebenfalls unter anderem bei der Tumorsuche hilfreich ist.

EndoskopEin Endoskop besteht aus einem langen, dünnen Schlauch, Lichtquelle und Steuerungsinstrument. (Foto by: e_mike / Depositphotos)

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

Eine Endoskopie kann, wie jeder ärztliche Eingriff in den Körper, Verletzungen und Blutungen nach sich ziehen. Da in diesem Fall aber natürliche, bereits bestehende Körperöffnungen verwendet werden, ist das Risiko sehr viel kleiner als bei großen Operationen mittels Hautschnitt. Auch das Infektionsrisiko ist deutlich niedriger, da die untersuchten menschlichen Schleimhäute allesamt über eine gewisse Immunkapazität verfügen.

Bei Magenspiegelungen und Bronchoskopien kann es beim Einführen des Gerätes zu leichten Verletzungen des Kehlkopfes kommen. Heiserkeit ist eine recht häufige Folge einer solchen Untersuchung, sollte aber normalerweise nach ein bis zwei Tagen abgeklungen sein. Auch Verletzungen der Zähne sind möglich, sollten aber normalerweise nicht geschehen.

Bei den oralen Untersuchungen ist jeweils ein Würge- oder Hustenreiz zu bedenken, welcher sehr unangenehm sein kann, meist aber keine weiteren Folgen hat. Zu bedenken ist jedoch, dass der Magen vor einer Gastroskopie absolut leer sein sollte - andernfalls kann Erbrochenes in die Lunge geraten und zu einer schweren Lungenentzündung führen.

Da die meisten Untersuchungen als unangenehm empfunden werden, wird oft eine leichte Propofol-Narkose durchgeführt. Dies zieht natürlich die üblichen Narkose- und Medikamenten-Nebenwirkungen mit sich, unter anderem darf am selben Tag nicht mehr Auto gefahren werden. Möchte man dies vermeiden, kann eine Magen- oder Lungenspiegelung beispielsweise auch ohne Schlafmittel durchgeführt werden. Das hat zudem den Vorteil, dass man als Patient selber auf dem Bildschirm sehen kann, was passiert.

Fazit

Endoskopien sind also eigentlich gar nicht so schlimm. Die meisten Menschen bringen zumindest einmal in ihrem Leben eine hinter sich. Und wenn man danach erst einmal wieder sicher sein kann, das im Inneren des Körpers soweit alles in Ordnung ist, dann ist es den Aufwand auch durchaus wert...


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