Gastroskopie

Eine Gastroskopie oder Magenspiegelung wird mit einem sogenannten Gastroskop (Endoskop) ausgeführt. Dabei handelt es sich um ein biegsames, schlauchartiges und flexibles Instrument, welches durch den Mund in die Speiseröhre eingeführt wird.

Beschwerden im BauchEine Magenspiegelung wird bei Verdacht auf eine Erkrankung im oberen Verdauungstrakt angewendet. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Die Gastroskopie oder – umgangssprachlich – Magenspiegelung ist eine Methode, die bei Verdacht auf eine Erkrankung im oberen Verdauungstrakt (Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm) angewendet wird. Die Magenspiegelung wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts unter Leitung des Mediziners J. Freiherr von Mikulicz-Radecki vorgenommen.

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung des oberen Verdauungstraktes, so kann der Mediziner eine Magenspiegelung durchführen, um so Aufschluss über die Beschwerden zu bekommen. Im Rahmen einer Magenspiegelung können auch Gewebeproben entnommen werden (Biopsie), Polypen entfernt oder sonstige Fremdkörper eliminiert werden.

Wenn erforderlich, können Blutungen mittels einer Unterspritzung gestillt werden bzw. die entsprechenden Bereiche abgeklemmt werden. Eine Magenspiegelung ist ein Routineeingriff und kann in nahezu jeder österreichischen Klinik durchgeführt werden.

Durchführung und Ablauf einer Gastroskopie

Zur Vorbereitung auf eine Magenspiegelung darf der Patient etwa ab 6 Stunden vor dem Eingriff keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Obwohl eine Magenspiegelung schmerzfrei ist, empfinden viele Patienten sie als unangenehm. Um den Eingriff nicht zu gefährden, kann dem Patienten eine leichte Narkose verabreicht werden. Um den Würgereiz zu verhindern, wird der Rachen des Patienten standardmäßig örtlich betäubt.

Sobald die Narkose wirkt, führt der Chirurg das Gastroskop durch Mund oder Nase in den Rachen des Patienten ein und führt es über die Speiseröhre bis in den Magen. Der Magen wird zu dem Zweck mit Luft aufgebläht, damit der Arzt/die Ärztin das Gesehene besser beurteilen kann.

Früher war am Ende des Gastroskops eine Optik angebracht, durch die der Arzt hindurchgeschaut und so eine Diagnose gestellt hat. Mittlerweile sind am Ende des Gastroskops kleine Kameras installiert, die Bilder vom Inneren des Patienten auf einen Monitor übertragen. Der Arzt diagnostiziert anhand der Bilder auf dem Monitor und speichert besondere Befunde gesondert ab.

Eine Magenspiegelung dauert in etwa 15 Minuten; werden gleichzeitig Polypen entfernt oder Blutungen gestoppt, so dauert sie geringfügig länger. Hat der Patient eine Narkose erhalten, so muss er im Anschluss an die Gastroskopie noch etwa 2 Stunden beobachtet werden.

Ärzteteam GastroskopieEine Magenspiegelung ist eine wichtige Untersuchung bei anhaltenden Beschwerden im Oberbauch. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Anwendungsgebiete

Vornehmlich wird eine Magenspiegelung zur Diagnostik eingesetzt. Klagen Patienten über anhaltende Schmerzen im Oberbauch, die keine andere Ursache haben (etwa ein Magen-Darm Infekt), und verschwinden sie nach einer gewissen Zeit nicht, so wird der Mediziner eine Gastroskopie initiieren. Auch, wenn der Patient über ständiges Sodbrennen oder über Schluckbeschwerden klagt, wird zunächst eine Magenspiegelung vorgenommen.

Werden im Rahmen der Operation die Ursachen der Beschwerden gefunden, so kann der Chirurg sofort Gegenmaßnahmen einleiten. Dazu gehört etwa das Entfernen von Polypen mittels einer Schlinge, das Stillen von Blutungen durch Unterspritzung des Gewebes bzw. durch Abklemmen des Bereichs mit einem Clip.

Erkennt der Mediziner eine Verengung des Mageneingangs als Ursache für die Schmerzen, so kann mit einem Laser eine Erweiterung vorgenommen werden. Außerdem kann der Arzt Gewebeproben entnehmen, etwa, wenn ein Magengeschwür oder eine Veränderung des Magengewebes erkannt wird. Zur weiteren Diagnostik werden die Gewebeproben labormedizinisch untersucht.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

Eine Gastroskopie ist ein relativ kleiner Eingriff, der in jeder Klinik zum Standard gehört. Entsprechend ausgereift ist die Operationstechnik. Zu Komplikationen führt eine Magenspiegelung daher nur sehr selten. Es kann nach der Untersuchung zu Blähungen oder aufstoßen kommen und durch die Reizung des Kehlkopfs beim Schlucken des Schlauchs zu Heiserkeit.

Sehr selten verursacht das Entfernen von Polypen bzw. das Vornehmen einer Biopsie eine Lungenentzündung. Noch seltener kommt es vor, dass der Einsatz des Gastroskops einen Durchbruch der Magenwand verursacht.

Folgende Erkrankungen sind mit einer Gastroskopie unter anderen diagnostizierbar:

Fazit

Eine Magenspiegelung ist ein wichtiger Eingriff im Rahmen der Diagnostik bei anhaltenden Beschwerden im Oberbauch. Eine Magenspiegelung ist harmlos und führt nur sehr selten zu Komplikationen. Notgastroskopien haben nicht selten Leben gerettet, etwa, wenn ein Patient droht, aufgrund eines geplatzten Magengeschwürs zu verbluten. Eine Gastroskopie ist in solchen Fällen die einzige Möglichkeit, eine Blutung schnell und effektiv zu stoppen.


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