Magengeschwür (Ulcus ventriculi)

Ein Magengeschwür oder das Ulcus Ventriculi ist ein Defekt der Magenschleimhaut. Ein Ulcus kann auch als begrenzte Wunde bezeichnet werden, die je nach Tiefe, mehr oder weniger gefährlich sein kann. Ein Magengeschwür ist eine relativ häufig vorkommende Erkrankung des Magens und betrifft etwa gleichermaßen Männer wie Frauen. Ab dem vierzigsten Lebensjahr tritt die Erkrankung häufiger auf.

MagengeschwürEin Magengeschwür ist eine entzündliche, gutartige Schädigung der Magenschleimhaut. (Foto by: aliced / Depositphotos)

Entsteht im Magen eine Übersäuerung und ist der Schutzmechanismus des Magens gestört, entsteht ein Defekt der Magenschleimhaut. Ist dieser sehr oberflächlich, spricht der Mediziner von einer Erosion. Erst wenn sich die Läsion in die Tiefe der Schleimhaut erstreckt und auch tiefe Gewebeschichten erreicht wird von einem Magengeschwür gesprochen.

An dieser Schwachstelle der Schleimhaut beginnt der Magen sich quasi selbst zu verdauen. Das Magengeschwür gehört mit dem Zwölffingerdarmgeschwür zu den häufigsten Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes.

Das Ulcus Ventriculi lässt sich medizinisch sehr gut behandeln und eine bösartige Entartung des Geschwürs kommt so gut wie nie vor. Interessant ist auch, dass Menschen mit einer Blutgruppe 0 ein erhöhtes Risiko haben, an einem Magengeschwür zu erkranken.

Ursachen des Magengeschwürs

Bakterium Helicobacter Pylori

Für die Entstehung eines Magengeschwürs ist primär ein Ungleichgewicht zwischen dem sauren Magensaft und den Schutzmechanismen der Magenschleimhaut verantwortlich. Die Ursachen für dieses Missverhältnis können sehr vielfältig sein. Als größten Risikofaktor hat die Forschung das Bakterium Helicobacter Pylori ausgemacht. Bei drei Vierteln der Patienten lässt sich das Helicobacter Pylori nachweisen. Dieser Keim überlebt im sauren Milieu des Magens und kann sich dort sogar vermehren. Er verursacht chronische Schleimhautentzündungen, die sich über kurz oder lang in ein Magengeschwür entwickeln.

Medikamente

Aber auch Medikamente können zum Verursacher werden. Aspirin oder auch Diclofenac gehören zu jenen Medikamenten, die nur mit einem zusätzlichen Magenschutzpräparat genommen werden sollten.

Alkohol und Rauchen

Alkohol dagegen konnte bis heute noch keine schädliche Wirkung auf die Magenschleimhaut nachgewiesen werden. Starke Raucher dagegen leiden sehr oft unter einer Entzündung der Schleimhaut.

Stress

Psychischer Stress steht mittlerweile als Auslöser für die Entwicklung eines Magengeschwürs so gut wie fest.

Symptome eines Magengeschwürs

Symptome MagengeschwürFolgende Symptome treten bei einem Magengeschwür häufig auf: Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. (Foto by: 9nong / Depositphotos)

  • Das Magengeschwür macht sich als Erstes mit stechenden Bauchschmerzen im mittleren Oberbauch bemerkbar.
  • Sehr oft kommt es auch zu anhaltenden, andauernden Schmerzen oder auch zu verstärkt auftretenden Schmerzen nach einer Mahlzeit.
  • Manche Patienten wiederum klagen über Schmerzen bei leerem Magen.
  • Dazu kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Wurde das Magengeschwür durch Schmerzmittel ausgelöst, kann das Ulcus auch symptomlos bleiben und erst durch Komplikationen auffallen. Manche Patienten klagen nach dem Verzehr von scharfen Gewürzen oder auch Kaffee über Schmerzen.

Symptome bei Durchbruch des Magengeschwürs!

Besteht ein ausgedehntes Magengeschwür, kann es auch zur Schwarzfärbung des Stuhls kommen. Erbricht der Kranke schwarz gefärbten Mageninhalt und klagt gleichzeitig über in den Rücken ausstrahlende Schmerzen ist höchste Eile geboten. Diese beiden Symptome deuten auf einen Durchbruch des Magengeschwürs in den Bauchraum hin.

Untersuchungen & Diagnose

Voruntersuchung

Bei der ärztlichen Visite möchte der Mediziner kurz einen Überblick über die Vorgeschichte des Patienten erhalten. Im Anschluss wird er den Oberbauch des Patienten abtasten. Meist ist diese Untersuchung für den Betroffenen schmerzhaft.

Eine anschließende Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen und eine Sonografie des Oberbauchs komplettieren die Voruntersuchung.

Magenspiegelung

Zu 100 Prozent lässt sich ein Magengeschwür nur über eine Magenspiegelung bestätigen oder ausschließen. Hier wird dem nüchternen Patienten eine flexible Optik über den Mund in den Magen eingeführt.

Dann kann der Arzt über einen Monitor die Schleimhaut und eventuelle Schädigungen genau beurteilen. Meist findet sich ein Ulcus in der kleinen Kurvatur (kleine Innenkrümmung) des Magens. Im Idealfall kann der Arzt über einen Arbeitskanal auch zeitgleich Schleimhautproben entnehmen. Dann kann auch in einem Zug in der feingeweblichen Untersuchung der Proben die genaue Ursache des Ulcus bestimmt werden.

Zugleich kann auch ein eventuell mögliches Magenkarzinom ausgeschlossen werden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Komplikationen

Gerade lange symptomlose Magengeschwüre werden meist erst beim Auftreten von Komplikationen bemerkt. Die häufigste und zugleich auch die gefährlichste Komplikation ist eine Blutung. Zeitgleich kommt es dabei oft auch zum Durchbruch des Geschwürs in die freie Bauchhöhle. Das führt zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung.

Besonders oft treten diese Komplikationen bei Geschwüren auf, die einen größeren Durchmesser als zwei Zentimeter aufweisen. Auch bei älteren Personen über sechzig und bei bereits vorher bestehenden Magengeschwüren mit Komplikationen ist die Gefahr einer weiteren Komplikation stark erhöht.

Besteht eine Blutung ohne Durchbruch, kann auch eine Blutarmut (Anämie) entstehen. Bei narbiger Ausheilung des Geschwürs können Einziehungen der Magenwand entstehen, die zu einer Magenverengung beziehungsweise zur Ausbildung eines sogenannten Sanduhrmagens führen.

Behandlungsmöglichkeiten

Behandlung MagengeschwürDie Therapie des Magengeschwürs richtet sich nach seiner Ursache. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Oft heilen symptomlose Magengeschwüre auch ohne Behandlung wieder ab. Sind Medikamente die auslösende Ursache, wird als Erstes das betreffende Medikament abgesetzt und ein verwandtes mit weniger aggressiven Inhaltsstoffen rezeptiert. Begleitend dazu wird meist ein Magenschutz verschrieben.

Ist das Magengeschwür sehr ausgedehnt oder droht es Komplikationen zu machen, kann auf eine operative Behandlung zurückgegriffen werden. Meist wird dabei entweder das Geschwür übernäht oder ausgeschnitten und im Anschluss wieder vernäht.

Prävention & was kann ich selbst tun

Um die Entwicklung des Magengeschwürs zu verhindern, sind folgende Präventionsmaßnahmen empfohlen:

  • Bei Medikamentengabe immer zeitgleich einen Magenschutz (Säureblocker) einzunehmen.
  • Auch Intensivpatienten erhalten in der Regel ein Medikament, das die Schleimhaut des Magens schützt. Dagegen spricht sich die Forschung gegen eine prophylaktische Behandlung bei nachgewiesenem Helicobacter Pylori Befall aus, da nicht alle Menschen automatisch ein Magengeschwür entwickeln.
  • Vorteilhaft ist eine leichte Vollkost mit mehreren über den Tag verteilten Mahlzeiten.
  • Auf scharfes Würzen und ein Zuviel an Kochsalz sollte verzichtet werden.
  • Ein geregelter Tagesablauf mit ausreichend Schlaf ist der Gesundheit sehr zuträglich.
  • Der Verzicht auf Nikotin und Alkohol unterstützt nicht nur die Prophylaxe eines Magengeschwürs.
  • Auf Kaffee sollte verzichtet werden.

Meist entwickeln die Patienten selbst ein Gefühl dafür, was genau und wie viel davon ihrem Magen zuträglich ist.


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