Blähungen

Blähungen sind vor allem durch übermäßige Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt gekennzeichnet. Obwohl Beschwerden durch konsequente Verhaltensmaßnahmen häufig erfolgreich bekämpft oder verhindert werden können, sind sie in selteneren Fällen Anzeichen vorliegender Grunderkrankungen.

Frau leidet an BlähungenBlähungenkönnen durch zu hastiges Essen, falsche Ernährung oder durch eine Darmerkrankung entstehen. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Die Bezeichnung der Flatulenz leitet sich vom lateinischen Begriff 'flatus' ab, der ins Deutsche übersetzt so viel bedeutet wie 'Blähung' oder 'Wind'. Ist in der Medizin von Flatulenz die Rede, so ist damit eine überdurschnittlich hohe Entwicklung von Gasen im Magen-Darm-Trakt gemeint, die schließlich dazu führen kann, dass entsprechende Gase über den Schließmuskel des Afters entweichen.

Möglich ist es allerdings auch, dass sich Magen- und/oder Darmgase im Verdauungstrakt ansammeln und nicht ausgestoßen werden - letzteres Krankheitsbild wird in der Medizin als sogenannter Flatus incarceratus bezeichnet. Zu den Gasen, die sich im Rahmen von Blähungen im Magen-Darm-Trakt bilden können, zählen etwa Kohlenstoffdioxid, Methan und weitere Faul- und Gärgase.

Leidet ein Betroffener unter sogenanntem Meteorismus (auch als Blähsucht bezeichnet), so liegt bei ihm ebenfalls eine verstärkte Bildung von Verdauungsgasen vor - im Gegensatz zu Blähungen führt Meteorismus aber in der Regel nicht zum erhöhten rektalen Austritt gebildeter Gase. In den meisten Fällen ist der Dickdarm vom Meteorismus betroffen; seltener kann die übermäßige Gasansammlung sich aber auch in der Bauchhöhle zeigen. Während Meteorismus, der den Dickdarm betrifft, auch als Meteorismus intestinalis bezeichnet wird, tritt in der Bauchhöhle der seltenere Meteorismus peritonealis auf.

Ursachen von Blähungen

Flatulenz wird durch einen Gasüberschuss verursacht - Anteile der im Rahmen des Verdauungsvorgangs gebildeten Darmgase werden hierbei nicht über den Blutkreislauf in die Lungen transportiert, um von dort ausgeschieden zu werden. Ein entsprechender Gasüberschuss mit folgenden Blähungen kann verschiedene Ursachen haben.

Blähende Lebensmittel

So können beispielsweise diverse Lebensmittel bzw. Nährstoffe das Auftreten einer Flatulenz fördern.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise:

  • Hülsenfrüchte
  • Zwiebeln
  • Kohl
  • Sauerkraut
  • Knäckebrot

Grundsätzlich kann der Verzehr hoher Mengen an Ballaststoffen ein Auftreten von Blähungen begünstigen.

Hülsenfrüchte können Blähungen etwa fördern, weil sie verschiedene Zuckermoleküle enthalten, die der Dünndarm nicht verwerten kann. Daher findet die Nährstoffzersetzung im Dickdarm statt und zieht hier die Bildung von Darmgasen nach sich.

Nahrungsmittelallergie

Starke Flatulenz kann darüber hinaus auch durch Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten hervorgerufen werden. Neben der Milcheiweißallergie kommen hier beispielsweise Unverträglichkeiten wie Histamin- oder Laktoseintoleranz infrage.

Erschlaffte Bauchmuskulatur

Hinter Meteorismus verbirgt sich sehr häufig eine erschlaffte Bauchmuskulatur. In der Folge nimmt der Bauchumfang Betroffener bei der Ansammlung von Verdauungsgasen rasch zu. Zu den möglichen Ursachen des Meteorismus zählt eine starke Reaktion des Dickdarms auf ballaststoffreiche Lebensmittel.

In selteneren Fällen kann der Meteorismus außerdem eine Folge des Luftschluckens sein. Nicht zuletzt kann der Meteorismus schließlich als Symptom verschiedener Erkrankungen wie etwa Darmverschluss, Leberzirrhose oder Typhus auftreten.

Symptome von Blähungen

Liegt kein Flatus incarceratus vor, bei dem sich die gebildeten Darmgase im Magen-Darm-Trakt ansammeln und nicht nach außen weichen können, so werden Blähungen meist vom zentralen Symptom austretender Verdauungsgase aus dem Schließmuskel des Afters begleitet.

Entsprechend entweichende Gase können sich dabei in Form von Geräuschen äußern, die auf die Vibration des Schließmuskels zurückzuführen sind. Die Art der Geräusche, die durch Magen- und/oder Darmgase verursacht werden, ist dabei unter anderem von Faktoren wie der Menge gesammelter Gase und der Geschwindigkeit, mit der diese Gase den Anus verlassen, abhängig.

Dieses Symptom von Blähungen, das kulturübergreifend oft mit Bezeichnungen tituliert wird, die als vulgär gelten, kann auch mit einer Geruchsentwicklung einhergehen - Letztere ist unter anderem auf im Magen-Darm-Trakt gebildete Schwefelverbindungen zurückzuführen. Einige Formen der Flatulenz gehen darüber hinaus mit einem unbeabsichtigten Stuhlabgang bei Entweichen der Verdauungsgase einher.

Können Gase bei Blähungsformen nicht entweichen, so treten beim Betroffenen sehr häufig starke Bauchkrämpfe auf.

Obgleich Meteorismus im Gegensatz zu Blähungen meist nicht mit erhöhtem Abgang von Darmgasen einhergeht, so können Letztere bei verschiedenen Erkrankungsformen durchaus auftreten; ist Meteorismus etwa ein Symptom von Leberzirrhose, so werden entweichende Gase darüber hinaus häufig von einer sogenannten Aszites bzw. Bauchwassersucht (einer Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle) begleitet.

Ein durch die erschlaffte Bauchmuskulatur erhöhter Bauchumfang bei vorliegendem Meteorismus wird durch Patienten häufig als Verstopfung fehlinterpretiert.

Untersuchungen und Diagnose

Behandlung BlähungenMeist können Blähungen durch meiden von blähenden Lebensmitteln vermindert werden. (Foto by: piotr_marcinski / Depositphotos)

Um zu diagnostizieren, ob es sich bei vermehrtem Abgang von Magen- bzw. Darmgasen um ein Symptom mit Krankheitswert handelt, wird der behandelnde Arzt im Rahmen eines Patientengesprächs in der Regel zunächst verschiedene Fragen zur individuellen Beschwerdelage stellen.

So kann sich der Mediziner etwa danach erkundigen, wie häufig es am Tag zum rektalen Entweichen von Gasen kommt (eine durchschnittliche Anzahl von 15 gilt hier noch als Wert innerhalb der Norm).

Außerdem können beispielsweise Häufigkeit und Beschaffenheit des Stuhls sowie ein eventuelles Auftreten verstärkter Darmgeräusche erfragt werden.

Darüber hinaus holt ein behandelnder Mediziner häufig Erkundigungen nach Ernährungsgewohnheiten und bevorzugt konsumierten Lebensmitteln ein. Besteht beispielsweise der Verdacht, dass Blähungen im individuellen Fall mit Ernährung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten in Verbindung zu bringen sind, so können sich hier beispielsweise regelmäßige Aufzeichnungen des Patienten über aufgenommene Nahrung als hilfreich erweisen. Darüber hinaus kann durch den Betroffenen auf diätetischem Weg ausgetestet werden, ob sich beispielsweise potenziell blähungsfördernde Nahrungsbestandteile wie Frucht- oder Milchzucker auf seine Beschwerden auswirken. Verbirgt sich etwa eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hinter Blähungen, so können verschiedene Unverträglichkeiten außerdem mithilfe eines sogenannten H2-Atemtests geprüft werden.

Im Anschluss an eine körperliche Untersuchung kann der behandelnde Arzt beispielsweise abschätzen, ob etwa weiterführende diagnostische Maßnahmen wie Blutabnahme (Bluttest), Endoskopie oder Röntgenuntersuchungen des Bauchraums notwendig erscheinen. Entsprechende Untersuchungsmethoden können bei vorliegendem Verdacht dazu beitragen, ernsthafte Krankheiten als Ursache von Blähungen oder Meteorismus auszuschließen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Eine wirksame Behandlung von Blähungen oder Meteorismus erfolgt vor allem auf der Grundlage individueller Erkrankungsursachen. Hat sich im Rahmen einer Diagnostik erwiesen, dass etwa Meteorismus im Einzelfall als Symptom einer ernsthaften Grunderkrankung auftritt, so stellt eine entsprechende Ursachenbekämpfung einen wichtigen Therapiebaustein dar.

Drückt sich in Flatulenz bzw. Meteorismus eine Nahrungsmittelunverträglichkeit aus, so besteht ein Behandlungsschritt in der Regel im Vermeiden entsprechender Nahrungsmittel.

Geht eine Stuhlverstopfung mit Blähungen oder Meteorismus einher, so empfehlen Ärzte häufig Maßnahmen zur Stuhlregulierung. Auch auf medikamentöse Weise kann Meteorismus oder Flatulenz begegnet werden - hierzu finden je nach Beschwerdebild beispielsweise sogenannte Entschäumer oder Karminativa (entspannende Wirkstoffe) Anwendung. Entsprechende Karminativa sind häufig auf Pflanzenbasis hergestellt. Nicht zuletzt kann bei bestehender Medikamenteneinnahme in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eine Medikamentenumstellung sinnvoll sein, um Flatulenz oder Meteorismus zu lindern - dies ist etwa dann der Fall, wenn eine ursprüngliche Medikation die Darmtätigkeit hemmt.

Komplikationen

Zu den Komplikationen, die im Zusammenhang mit Blähungen auftreten können, zählen beispielsweise kolikartige Schmerzen aufgrund nicht abgehender Magen- bzw. Darmgase. Selten können Flatulenz oder Meteorismus darüber hinaus Herz- und Atembeklemmungen hervorrufen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention BlähungenEine bewusste Ernährung kann dabei helfen, um Blähungen zu vermeiden. (Foto by: monkeybusiness / Depositphotos)

Grundsätzlich können regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den behandelnden Arzt dazu beitragen, Grunderkrankungen frühzeitig zu erkennen, die Flatulenz oder Meteorismus mit sich bringen können. Die fachgerechte Behandlung solcher Erkrankungen kann dem Auftreten von Blähungen entgegenwirken.

Wurden ernsthafte Erkrankungen, Lebensmittelunverträglichkeiten oder die Einnahme potenziell blähungsfördernder Medikamente diagnostisch ausgeschlossen, so kann beispielsweise eine bewusste Ernährung dazu beitragen, Blähungen zu vermeiden; so können etwa blähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte eingeschränkt verzehrt werden.

Auch das tägliche Konsumieren mehrerer kleinerer Mahlzeiten anstelle weniger großer Mahlzeiten kann Blähungen vorbeugen. Mediziner empfehlen darüber hinaus, die Nahrungsaufnahme mit ausreichend Zeit und ohne Hektik durchzuführen - so kann verhindert werden, dass mit dem Essen zu viel Atemluft in den Magen gelangt, die sich nun in Bauch bzw. Darm ansammelt.

In Bezug auf Getränke kann schließlich das Meiden kohlensäurehaltiger Flüssigkeiten Flatulenz vorbeugen.


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