Tripper (Gonorrhö)

Tripper (Gonorrhoe) ist weltweit die häufigste sexuell übertragene Krankheit. Während der HIV-Epidemie in den 1980er Jahren und in Folge einer Zeitspanne von "Safer Sex" ging Tripper bis 1988 zwar zunächst zurück, ist aber seit den 1990 Jahren wieder im Ansteigen begriffen. Diese Erkrankung tritt ausschließlich beim Menschen und vor allem bei sexuell aktiven Personen auf, die öfter ihre Partner wechseln.

TripperTripper zählt zu den weltweit am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. (Foto by: Professor25 / Depositphotos)

Die umgangssprachliche Bezeichnung Tripper stammt aus dem Niederländischen bzw. Niederdeutschen von dem Wort drippen, das "In Tropfen herabfallen" bedeutet. Tripper, eine sexuell übertragbare Erkrankung, ist weltweit ein großes Gesundheitsproblem. Etwa 1% der Weltbevölkerung erkrankt jährlich neu an Tripper, was ungefähr 60 Millionen Menschen entspricht. Davon betroffen sind vor allem jüngere Menschen mit häufig wechselnden sexuellen Partnern. Doch nicht nur Erwachsene sind von einer Tripper-Infektion betroffen, auch Säuglinge können durch eine infizierte Mutter bei der Geburt angesteckt werden. In der Vergangenheit, bevor Antibiotika zur Therapie verfügbar waren, war Tripper der häufigste Grund für die weibliche Unfruchtbarkeit.

Ursachen für Tripper (Gonorrhö)

Eine Tripper-Infektion wird vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr durch Bakterien (Gonokokken oder Neisseria gonorrhoeae) verursacht. Dabei werden die Erreger durch direkten Schleimhautkontakt übertragen und verursachen eine eitrige Entzündung der Schleimhaut.

Zu den Risikogruppen zählen neben jüngeren Menschen mit häufig wechselnden oder neuen Sexualpartnern auch Prostituierte und Drogenabhängige.

Es kann zu einer Tripper-Infektion am After kommen, entweder durch infizierte abfließende Genital-Flüssigkeiten (Frauen) oder durch sexuellen Analverkehr (meist Männer). Zu einer Tripper-Infektion der Augen kann es durch Reiben der Augen kommen, nach dem Berühren von infizierten Geschlechtsteilen.

Eine Schwangere kann die Erkrankung auf das Neugeborene übertragen, was die Gefahr einer Erblindung des Babies mit sich bringt.

Sollten Tripper-Infektionen bei Kindern nach dem ersten Lebensjahr auftreten, sind sie meist auf sexuellen Missbrauch zurückzuführen.

Symptome von Tripper (Gonorrhö)

Häufig zeigt eine Tripper-Infektion keinerlei Symptome, weshalb das Risiko besteht, dass die Krankheit chronisch wird und dabei unwissentlich übertragen wird. Die unangenehmen Symptome einer akuten Infektion zeigen sich zwischen einem und zehn Tagen.

Symptome einer Tripper-Infektion der Augen sind stark geschwollene Augenlider. Es kann auch zu Eiterbildung in den Augen kommen.

Symptome bei Männern

Beim Mann entzündet sich zuerst der vordere Teil der Harnröhre. Dadurch kommt es zu einem gelblich-eitrigen Ausfluss (dem sogenannten Bonjour-Tropfen) aus der Harnröhre und zu einer Rötung um die Öffnung der Harnröhre an der Spitze des Penis.

Mit dieser Infektion gehen brennende, schneidende Schmerzen beim Urinieren einher. Kommt es beim Mann zu einem chronischen Verlauf der Erkrankung mit einer aufsteigenden Infektion, kann sich der Urogenitaltrakt entzünden, verbunden mit einer Nebenhodenentzündung (Epididymitis) oder einer Entzündung der Prostata (Prostatitis). Beide Infektionen können Unfruchtbarkeit verursachen.

Symptome bei Frauen

Bei Frauen treten in der Frühphase wenn überhaupt meist nur leichte Beschwerden auf, wenn sie sich mit Tripper infiziert haben. Mögliche Symptome sind zunächst

Wesentlich schmerzhaftere Beschwerden entstehen aber, wenn die Schleimdrüsen der äußeren weiblichen Geschlechtsteile in Mitleidenschaft gezogen werden und eine der beiden Bartholinischen Drüsen anschwellen lassen.

In diesem Fall kann eine bis zu hühnereigroße Eiteransammlung im Drüseneingang entstehen, die starke Schmerzen beim Laufen und Sitzen verursacht. Als weitere Komplikationen kann bei Frauen ebenfalls eine aufsteigende Infektion entstehen, mit dem Risiko einer Entzündung der Gebärmutterscheimhaut (Endometritis) oder einer Eileiterentzündung (Salpingitis). Beide Infektionen können Unfruchtbarkeit zur Folge haben.

Untersuchungen und Diagnose

Untersuchung TripperZur Untersuchung und Diagnose von Tripper macht der Arzt einen Abstrich. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Bei einer Untersuchung wird zunächst bestimmt, ob es sich bei dem Tripper um eine akute oder chronische Form handelt. Der Arzt macht einen Abstrich aus der Harnröhre des Mannes bzw. aus der Gebärmutter der Frau.

Je nach angewandter sexueller Praxis können auch nach dem Oralverkehr Abstriche aus dem Rachen oder nach dem Analverkehr Abstriche aus dem After aufschlussreich sein.

Von den Abstrichen werden Kulturen angelegt, die dann im Labor mikroskopisch auf Gonokokken hin untersucht werden. Auf der Basis der Aggressivität der Keime kann auch bestimmt werden, ob es sich um eine akute oder chronische Form von Tripper handelt.

Auf Grund der immer weiter verbreiteten Resistenz von Erregern gegenüber Antibiotika wird die Resistenz der im Abstrich vorhandenen Erreger meist auch überprüft, um ein wirksames Antibiotikum einsetzen zu können.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Antibiotika

Tripper kann einen akuten oder chronischen Verlauf nehmen. Mit einer schnell erfolgenden Behandlung durch Antibiotika, heutzutage meist Ceftriaxon, lässt sich die akut verlaufende Infektion nahezu immer vollständig heilen. Allerdings ist dabei eine gleichzeitige Behandlung der Partner entscheidend, da sonst eine erneute Infizierung in Form eines "Ping-Pong-Effekts" erfolgen kann.

In den letzten Jahren aus Asien und Afrika eingewanderte Gonokokken-Stämme erweisen sich als zunehmend penicillin-resistent, was das Spektrum der zur Behandlung von Tripper in Frage kommenden Medikamente einschränkt. Mittlerweile warnt die WHO, dass in einigen Jahren, wenn diese Resistenzentwicklung sich weiter verstärkt, keine Antibiotika mehr zur Verfügung stehen könnten, um beispielsweise Tripper behandeln und heilen zu können.

Wenn Tripper einen schwereren Verlauf nimmt

Im Falle eines durch Tripper entstandenen abgekapselten Bartholinischen Abszesses bei der Frau muss dieser unter lokaler Betäubung aufgeschnitten und die Eiteransammlung entleert werden.

Eine Tripper-Infektion der Augen wiederum kann gefährliche Geschwüre an der Hornhaut verursachen und muss daher so schnell wie möglich behandelt werden.

Wenn Tripper, wie es häufig geschieht, wegen fehlender Beschwerden nicht bemerkt und deshalb nicht behandelt wird, kommt es möglicherweise zu einem chronischen Verlauf mit der Gefahr, unwissentlich die sexuellen Partner ebenfalls zu infizieren.

Tripper-Infektionen werden oft von einer weiteren Entzündung, der Chlamydieninfektion, begleitet, die ebenfalls behandlungsbedürftig ist. Zur Bekämpfung dieser Infektion werden andere Antibiotika eingesetzt.

Von einer Gonokokkensepsis wird gesprochen, wenn der Tripper sich über den Blutkreislauf im ganzen Körper ausgebreitet hat. Diese gestreute Infektion (Bakteriämie) verursacht zahlreiche ernsthafte Beschwerden wie Fieber und Schüttelfrost, Gelenkschmerzen oder in heutzutage seltenen Fällen sogar eine Gehirnhaut- oder Herzmuskelentzündung.

Prävention und was ich selbst tun kann

Sexuell aktive Menschen, die häufig ihre Partner wechseln, sollten beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden, einerseits, um sich vor Infektionen wie Tripper oder HIV zu schützen, aber auch, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Menschen, bei denen Tripper diagnostiziert worden ist, sollten alle sexuellen Partner der letzten drei Monate vor Auftreten der Symptome davon in Kenntnis setzen. Nach Möglichkeit sollten sich die Partner ebenfalls auf Tripper hin untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Während der Therapie mit Antibiotika sollte jeder Geschlechtsverkehr des Erkrankten wegen Infektionsrisiken vermieden werden.

Falls ein Baby von einer mit Tripper infizierten Mutter geboren wird, wird das Neugeborene nach der Geburt vorbeugend mit Antibiotika behandelt, da Gonokokken sonst die Bindehaut der Augen des Babies entzünden und schlimmstenfalls eine Erblindung verursachen können.


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