Tripper (Gonorrhö): Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention

Bei Tripper handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die in der medizinischen Fachsprache auch als Gonorrhoe bezeichnet wird. Ihre umgangssprachliche Titulierung als Tripper ist angelehnt an den niederländischen Begriff „duiper“ für „tropfen“. Tripper wird durch Bakterien übertragen und gilt als extrem ansteckend.

TripperTripper zählt zu den weltweit am häufigsten sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. (Foto by: Professor25 / Depositphotos)

Häufigkeit

Laut Statistiken über sexuell übertragbare Infektionen gehört Tripper somit zu einer der am häufigsten sexuell ansteckenden Erkrankungen weltweit.

Da die Geschlechtskrankheit seit 2001 nicht mehr meldepflichtig ist, bestehen jedoch keine exakten Werte zum Vorkommen von Gonorrhoe in Österreich. Schätzungen zufolge ist aber davon auszugehen, dass sich jährlich auf der Welt bis zu 60 Millionen Menschen infizieren.

Generell infizieren sich sowohl Frauen als auch Männer gleich häufig mit Tripper. Dabei sind besonders junge Erwachsene in den frühen Dreißigern von der Geschlechtskrankheit betroffen.

Ist Tripper heilbar?

Grundsätzlich stellt Tripper keine gefährliche Erkrankung dar, sondern lässt sich bei einer frühzeitigen Diagnose meist erfolgreich mit Antibiotika heilen.

Dauer der Behandlung

Während die Behandlung dabei in der Regel einen Zeitraum von zwei Wochen einnimmt, sind die Symptome meist erst nach sechs Monaten vollständig verschwunden.

Lediglich bei sehr späten oder unbehandelten Tripperleiden muss mit Folgeerkrankungen gerechnet werden.

Die Entstehung von Tripper

Tripper wird über spezielle Erreger übertragen. Dabei handelt es sich um Bakterien namens Gonokokken, die in der Medizin auch unter der Bezeichnung Neisseria gonorrhoeae bekannt sind und sich überwiegend in den Schleimhäuten der Harn- und Geschlechtsorgane ansiedeln.

Ursachen für Tripper

Ungeschützter Geschlechtsverkehr

Insbesondere bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr sowie Analverkehr oder Oralverkehr besteht eine erhöhte Gefahr, sich mit den Gonokokken zu infizieren, da hier ein direkter Kontakt zu den bereits von den Erregern befallenen Schleimhäuten hergestellt wird.

Petting

Ebenfalls ist eine indirekte Ansteckung über Sexspielzeuge oder die Hände denkbar, wenn es beispielsweise zur Durchführung von Petting kommt.

Küssen

Bei einem Befall der Rachenschleimhaut kann Tripper bereits beim Küssen übertragen werden.

Ansteckung über eine Toilettengang eher unwahrscheinlich

Da die Bakterien allerdings außerhalb des Körpers nicht lange existieren können, sind Infizierungen über einen Toilettengang oder die gemeinsame Nutzung von Handtüchern nur selten.

Unterscheidung von Tripper zu anderen Geschlechtskrankheiten

Auch wenn das Erscheinungsbild anderer Geschlechtskrankheiten dem des Tripper häufig ähnelt, lässt sich Gonorrhoe dennoch von anderen sexuell übertragbaren Krankheiten abgrenzen.

Unterschied Tripper und Chlamydien

Bei einer Chlamydieninfektion treten vergleichbare Merkmale wie bei Tripper auf, beispielsweise mit Juckreiz oder Schmerzen beim Wasserlassen.

Allerdings treten Chlamydien viel häufiger als Tripper zunächst vollständig ohne Symptome auf. Zudem entstehen Chlamydien durch die Erreger Chlamydia trachomatis und nicht durch Gonokokken.

Unterschied Tripper und Syphilis

Syphilis wird mit dem Bakterium Treponema pallidum ebenfalls durch einen anderen Erreger bedingt als Tripper.

Darüber hinaus zeichnet sich Syphilis im Gegensatz zu Gonorrhoe durch einen typischen Krankheitsverlauf über vier Stadien aus, welche teilweise erst Jahre nach der Infizierung auftreten und teilweise andere Symptome als Tripper mit sich bringen. Zu diesen zählen:

Unterschied Tripper und Pilzerkrankungen

Auch Pilzerkrankungen werden nicht durch Gonokokken, sondern durch den Hefepilz Candida albicans verursacht.

Zusätzlich unterscheiden sie sich trotz ähnlicher Kennzeichen durch die Art ihrer Ansteckung grundsätzlich von Tripper. So können Pilzinfektionen im Intimbereich nicht wie Tripper beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Vielmehr tragen sowohl Frauen als auch Männer den auslösenden Hefepilz grundsätzlich in ihrem Körper.

Durch begünstigende Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem, spezielle Medikamente oder übertriebene Körperhygiene kann es zu einer Vermehrung der Pilze und schließlich zur Ausbildung einer Infektion kommen.

Unterschied Tripper und HIV

Im Gegensatz zu Tripper und anderen Geschlechtskrankheiten verbreitet sich die wohl bekannteste Geschlechtserkrankung HIV über einen Virus, der nach einem gewissen Zeitraum in Form von Aids lebensbedrohliche Erkrankungen herbeiführt.

Wie Tripper wird HIV hauptsächlich beim Sex übertragen, stellt jedoch eine viel größere Gefahr für den Betroffenen dar als Gonorrhoe.

Symptome

Symptome TripperUnangenehm riechender Scheidenausfluss kann bei Frauen eines der ersten Anzeichen auf Tripper sein. (Foto by: iofoto / Depositphotos)

Erste Symptome

Beim Vorliegen von Tripper zeigen sich nach einer Inkubationszeit von etwa zwei bis drei Tagen erste Symptome, welche sich in Form von Beschwerden beim Wasserlassen oder einem eitrigen Ausfluss äußern können.

Symptome im Mund- und Rachenraum

Sollte ein Tripper im Mund- und Rachenraum vorliegen, zeigen sich beim Betroffenen meist Symptome wie Halsschmerzen, Fieber oder angeschwollene Lymphknoten.

Symptome bei einer Tripper-Infektion der Augen

Symptome einer Tripper-Infektion der Augen sind stark geschwollene Augenlider. Es kann auch zu Eiterbildung in den Augen kommen.

Weitere Symptome

Breiten sich die Erreger zusätzlich über die Blutbahnen im gesamten Körper aus, ist zudem die Ausbildung von Gelenk- und Sehnenscheidenentzündungen möglich. Überdies können Fieberschübe, Hautveränderungen in Form von Pickeln und Ausschlag sowie Schüttelfrost beim Betroffenen vorkommen.

Auch das Auftreten von Durchfall oder die Existenz eines beständigen Völlegefühls ist möglich. In seltenen Situationen kann der Betroffene unter Zahnfleischbluten leiden.

In anderen Fällen ist jedoch auch ein vollkommenes Ausbleiben an Symptomen möglich, wodurch die Gefahr einer unwissentlichen Weitergabe der Erreger ansteigt.

Des Weiteren bleibt in dieser Situation eine frühzeitige Behandlung des Tripper aus, wodurch langfristig gesehen irreparable Schädigungen beim Patienten auftreten können. Hierzu zählen Unfruchtbarkeit und starke Entzündungen der Geschlechtsorgane.

Unterscheidung der Symptome bei Frau und Mann

Je nach Geschlecht des Betroffenen können sich die Symptome von Tripper stark voneinander unterscheiden.

Symptome bei Frauen

Bei Frauen treten in der Frühphase wenn überhaupt meist nur leichte Beschwerden auf, wenn sie sich mit Tripper infiziert haben. Mögliche Symptome sind zunächst:

  • ein leichtes Ziehen vergleichbar mit den Empfindungen bei einer Blasenentzündung
  • tröpfelnder Urin
  • unangenehm riechender Scheidenausfluss
  • ein Brennen beim Urinieren

Bei Frauen werden die typischen Symptome zudem häufig von der Ausbildung einer Gebärmutterhalsentzündung begleitet, welche sich oftmals durch starke Unterleibschmerzen und Fieber äußert.

Außerdem können sich die Eileiter und Eierstöcke im Zuge einer Gebärmutterhalsentzündung entzünden, wodurch ein Verkleben der Eileiter möglich wird. Sollte dies der Fall sein, ist sogar die Entwicklung einer Unfruchtbarkeit denkbar.

Neben Gebärmutterhalsentzündungen kann Tripper auch eine Entzündung des Bauchfells nach sich ziehen.

Symptome beim Mann

Beim Mann bedingt Tripper wiederum oftmals das Auftreten einer Harnröhrenentzündung, welche sich durch einen eitrigen Ausfluss kennzeichnet, der mit Schmerzen beim Wasserlassen einhergeht.

Unbehandelt kann Tripper beim Mann Entzündungen von Blase, Hoden oder Prostata begünstigen. Langfristig können diese Beschwerden die Nebenhodenkanälchen verschließen und dadurch eine Unfruchtbarkeit des Mannes herbeiführen.

Tripper bei Kindern

Auch wenn Tripper eine typische Geschlechtskrankheit darstellt, können die Erreger ebenfalls bei Kindern auftreten.

Eine Möglichkeit hierzu ist gegeben, wenn eine schwangere Frau mit einem Tripper infiziert ist und diesen bei der Geburt auf den Säugling überträgt. Dies geschieht, sobald das Neugeborene mit der befallenen Schleimhaut des Gebärmutterhalses in Berührung kommt.

Meist infizieren die Gonokokken daraufhin die Bindehaut am Auge des Kindes, wodurch schwere Bindehautentzündungen und in extremen Fällen Erblindungen entstehen können.

Untersuchung und Diagnose

Untersuchung TripperZur Untersuchung und Diagnose von Tripper macht der Arzt einen Abstrich. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Der richtige Arzt

Bei ersten Anzeichen auf Tripper sollten Betroffene ohne zu Zögern einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten oder einen Urologen beziehungsweise Gynäkologen aufsuchen.

Anamnese

Im Rahmen der medizinischen Untersuchung wird dieser zunächst auf Basis einer Anamnese eine erste Diagnose stellen.

Abstrich

Verhärtet sich dabei der Verdacht auf Tripper, wird ein Test zum Nachweis der Bakterien durchgeführt.

Hierzu wird in der Regel ein Abstrich der betroffenen Körperregionen entnommen, bei welchen es sich beim Mann meist um die Harnröhre und bei der Frau um den Gebärmutterhals handelt. In selteneren Fällen kann es aber auch zu einem Abstrich von After, Augenbindehaut oder Rachen kommen.

Im Anschluss werden die entnommenen Proben im Labor mikroskopisch auf das Aufweisen von Gonokokken untersucht.

Nachweis von Antikörpern

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Tripper über einen Nachweis von Antikörpern gegen die Gonokokken festzustellen, die im Blut oder im Urin vorliegen können.

Schnell- oder Selbsttest

Neben der ärztlichen Untersuchung ist eine Diagnose von Gonorrhoe auch mit Hilfe eines Selbst- oder Schnelltestes von zu Hause aus möglich. Die notwendigen Testmaterialien können in Apotheken käuflich erworben werden und liefern bereits nach 15 Minuten ein vorläufiges Ergebnis.

Behandlungsmöglichkeiten von Tripper

Antibiotika

Grundsätzlich wird Tripper mit Hilfe von Antibiotika behandelt. Diese töten die Gonokokken ab und verhindern somit ein Fortschreiten der Erkrankung.

Meist werden sie in Form von Tabletten oder als Injektion in den Muskel eingenommen.

Während früher fast ausschließlich das Antibiotikum Penicillin eingesetzt wurde, therapieren Ärzte heutzutage Gonorrhoe durch Antibiotika wie Cephalosporine, Ofloxacin, Gyrasehemmer, Spectinomycin, Ciprofloxacin oder Levofloacacin.

Ursache hierfür ist die Tatsache, dass mittlerweile zahlreiche Gonokokken-Stämme eine Resistenz gegen die Substanz des Penicillin ausgebildet haben.

Auch eine kombinierte Einnahme der Medikamente Cefixim und Azithromyzin ist möglich.

Im Allgemeinen sollte die Therapie nicht frühzeitig enden, um die Entwicklung von Resistenzen zu verhindern.

Nach Ablauf von circa sieben Tagen nach der ersten Antibiotika-Einnahme sollte unbedingt eine ärztliche Nachkontrolle erfolgen. Im Rahmen dieser Untersuchung ist es möglich, das Verschwinden der Trippererkrankung sicherzustellen.

Zudem ist der vorrübergehende Verzicht auf Geschlechtsverkehr während der Behandlungszeit sowie eine Untersuchung der letzten Sexualpartner auf Tripper empfehlenswert.

Alternative Behandlunsmethoden

Aufgrund einer zunehmenden Resistenz der Erreger gegen Antibiotika sollten auch alternative Behandlungsmethoden nicht vernachlässigt werden.

Unter anderem können eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr oder Früchte wie die Ananas Abhilfe bei Tripper verschaffen, indem letztere beispielsweise den Säure-Basen-Haushalt reguliert.

Langzeitfolgen und Komplikationen eines Tripperleidens

Komplikationen TripperIm schlimmsten Fall kann Tripper zu Unfruchtbarkeit führen. (Foto by: deposit123 / Depositphotos)

Bei einer frühzeitigen Behandlung von Tripper ist in der Regel von einer vollständigen Heilung des Patienten ohne nachfolgende Schädigungen auszugehen.

Sollte Tripper jedoch erst relativ spät entdeckt werden oder komplett unbehandelt bleiben, ist ein Auftreten von Komplikationen und Folgeerkrankungen durchaus möglich. Hierzu zählen schmerzhafte Entzündungen der Gelenke oder chronische Entzündungen innerer Geschlechtsorgane.

In extremen Fällen können Verschlüsse der Samen- oder Eileiter auftreten, welche wiederum eine irreparable Unfruchtbarkeit bedingen können. Daher empfiehlt es sich, bei ersten Anzeichen umgehend einen behandelnden Facharzt aufzusuchen.

Wie kann der Entstehung eines Tripper vorgebeugt werden?

Auch wenn bis heute kein wirksamer Impfstoff gegen Gonorrhoe existiert, lässt sich der Entstehung von Tripper durch das Befolgen bestimmter Maßnahmen gezielt vorbeugen:

  • Da die Übertragung der Gonokokken hauptsächlich durch ungeschützten Sex erfolgt, kann beim Geschlechtsverkehr lediglich die dauerhafte Nutzung eines Kondoms vor einer Infizierung schützen. Dies gilt auch bei der Durchführung von Oral- oder Analverkehr. Besonders Menschen mit mehreren oder häufig wechselnden Sexualpartnern sollten auf die Nutzung eines Kondoms zurückgreifen, da sie ein generell höheres Ansteckungsrisiko besitzen.
  • Zudem existieren spezielle Latextücher, die bei der oralen Stimulation der Frau eingesetzt werden können. Diese unterbinden einen direkten Kontakt zwischen den Mundschleimhäuten und der Vaginalregion. Die feinen Tücher lassen sich in jedem herkömmlichen Drogeriemarkt käuflich erwerben.
  • Gegen eine Tripperinfektion der Augen von Neugeborenen bei der Geburt kann die Credé-Prophylaxe durchgeführt werden, bei der das Baby mit antibiotikahaltigen Augentropfen versorgt wird. Heutzutage wird infolge der steigenden Zahl an Voruntersuchungen jedoch meist auf diese Präventionsmaßnahme verzichtet. Bei einem bestehenden Verdacht kann sie auf Wunsch aber durchaus noch durchgeführt werden.

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