Bluten beim Zähneputzen - Zahnfleischbluten

Wenn nach jedem Zähneputzen rötlicher Schaum im Waschbecken sichtbar ist und jede Benutzung von Zahnseide blutige Resultate bringt, ist davon auszugehen, dass akutes Zahnfleischbluten die Ursache ist. Doch was ist der Grund dafür und wie kann man es behandeln?

Frau mit Zahnfleischbluten beim ZahnarztUrsache für Zahnfleischbluten kann eine Entzündung oder eine falsche Putztechnik sein. (Foto by: bertys30 / Depositphotos)

Von Zahnfleischbluten spricht man im Allgemeinen, wenn bei mechanischer Reizung des Zahnfleisches (beispielsweise durch Putzen, Reinigung mit Zahnseide oder aber beim Biss in einen Apfel) Blutungen auftreten. Ursachen hierfür können folgende sein:

  • Die häufigste Ursache sind Bakterien, welche das Zahnfleisch entzündet haben.
  • Eine virale Infektion
  • Ein Befall mit Pilzen
  • Eine Krankheit ganz anderer Art
  • Gewohnheiten wie Rauchen, die Ernährung und die jeweiligen Lebensumstände
  • Medikamentenkonsum

Ursache von Bluten beim Zähneputzen - Zahnfleischbluten

Gingivitis als Ursache

Die häufigste Ursache von Zahnfleischbluten ist die Gingivitis, eine von Bakterien ausgelöste Zahnfleischentzündung. Sie entsteht vor allem bei schlechter Mundhygiene, in deren Zuge sich Zahnbelag (Plaque) bildet, unter welchem sich Bakterien ansiedeln können. Diese Bakterien entzünden schließlich das Zahnfleisch, dessen Gefäße anschwellen es entsteht eine sogenannten Schmutzgingivitis.

Allerdings tritt diese nicht nur bei Putzmuffeln auf - sie kann auch durch die schlechte Handhabung verwinkelt stehender Zähne, mangelnde Pflege der Zahnzwischenräume, schwer zu reinigende Ränder von Kronen oder aber durch Rauchen begünstigt werden.

Hormonelle Umstellungen

Auch hormonelle Umstellungen, wie die Pubertät oder aber eine Schwangerschaft, können das Entstehen einer Gingivitis fördern. Hierbei spricht man sogar jeweils von der Schwangerschafts- oder Pubertätsgingivitis. Allen Formen der Gingivitis gleich ist, dass sie unbehandelt zum Entstehen von Parodontose führen können.

Weitere Ursachen

Allerdings kommt auch eine allgemeine Verdünnung des Blutes (durch Medikamente oder eine blutverdünnende Krankheit) als Ursache für Zahnfleischbluten in Frage. Antiepileptika können in hoher Dosis Blutungen und Wucherungen des Zahnfleisches hervorrufen, eine Diabetes mellitus führt ebenfalls zu empfindlichem Zahnfleisch.

Zahnfleischbluten tritt zusätzlich als Frühzeichen von Leukämie und einer HIV-Infektion auf. Auch akuter Vitamin-C-Mangel kann sich in Zahnfleischbluten äußern.

Untersuchungen und Diagnose

Sollte man bei sich Zahnfleischbluten feststellen, bringt ein Termin beim Zahnarzt Klärung. Hier wird in einem Anamnese-Gespräch geklärt, seit wann die Beschwerden bestehen, wie häufig sie auftreten und welche Faktoren dazu beitragen könnten. Aus diesem Grund fragt der Arzt nach bestehenden Erkrankungen, die das Symptom auslösen könnten, so wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Blutungsstörungen.

Auch ob und welche Medikamente genommen werden, ist relevanter Bestandteil des Gespräches, genauso wie Lebensgewohnheiten. Bei Frauen wird ebenfalls der Zeitpunkt der letzten Periode abgefragt, sowie, ob die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht.

Nach diesem Gespräch beginnt der Arzt mit der Untersuchung des Mundraums, bei der nicht nur nach Schwellung und Blutung des Zahnfleisches gesehen wird, sondern auch einzelne Zähne auf Belag, Karies und eventuelle Lockerungen geprüft werden. Ob der Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch vergrößert ist oder ob das Zahnfleisch zurückgegangen ist, prüft der Zahnarzt mit Hilfe einer Sonde.

Scheint die Gingivitis in weit fortgeschrittenem Zustand oder kommen begünstigende Umstände hinzu, liegt es im Ermessen des Zahnarztes, eventuell ein Röntgenbild anzufertigen, welches Aufschluss über eine potentielle Schädigung des Halteapparates oder Kiefers gibt. Sollte das Zahnfleischbluten durch eine anderweitige Erkrankung ausgelöst sein, wird an einen Arzt des entsprechenden Fachgebietes überwiesen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Eine Gingivitis wird vor allem durch eine professionelle Zahnreinigung bekämpft. Bei dieser werden die Beläge und eventuell entstandener Zahnstein fachmännisch entfernt. Ist schon eine Parodontitis entstanden, wird diese behandelt, indem auch Füllungen erneuert und nicht mehr zu haltende Zähne entfernt werden, um weitere Quellen für Infektionen zu beseitigen.

Zum Teil werden auch Antibiotika gegeben oder durch spezielle Mundspülungen eine Entfernung der Bakterien sichergestellt. Auch Beläge unterhalb des Zahnfleischrandes werden entfernt.

Spülen Sie den Mund- und Rachenraum mit lauwarmen Kamillen- und Salbeitee, das hemmt die Entzündung.

Prävention und was ich selbst tun kann

richtige Zahnpflege für gesunde ZähneDie richtige Mund- und Zahnhygiene kann Zahnfleischbluten vorbeugen. (Foto by: angellodeco / Depositphotos)

Zur Vorbeugung von Zahnfleischbluten trägt vor allem die Mundhygiene bei. Hierbei kommt es darauf an, so zu putzen, dass Plaque keine Chance hat, sich an den Zahnfleischrändern oder in Zahnzwischenräumen anzusiedeln. Zahnseide ist also unerlässlich, auch wenn der Umgang mit ihr anfangs etwas mühselig ist. Zusätzlich sollte man auch regelmäßig den Zahnarzt aufsuchen und sich einer professionellen Zahnreinigung unterziehen.

Mundspülungen helfen zusätzlich, Keime im Mundraum abzutöten - hierbei kann auch zu Hausmitteln wie beispielsweise Salbei gegriffen werden. Auch empfiehlt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören und stark zuckerhaltige Speisen und Getränke zu vermeiden. Auch ein Kaugummi nach dem Essen kann zur Mundhygiene beitragen.


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