Fieberblasen - Lippenherpes, Herpes simplex Typ 1

Lippenherpes - das ist vielen Menschen ein Begriff. Die unangenehmen Bläschen treten meist ganz genau dann auf, wenn man sie am allerwenigsten gebrauchen kann. Zudem schmerzen sie oft unangenehm. Im Volksmund wird die Infektion oft als Fieberblasen bezeichnet.

FieberblaseLippenherpes gilt als sehr ansteckend. (Foto by: valentinar / Depositphotos)

Die im Allgemeinen als Lippenherpes bekannte Infektion, die sich durch unschöne Bläschen bemerkbar macht, wird vom Herpes-simplex-Virus Typ 1 ausgelöst. Als Folge des Virus zeigen sich ganz klassisch juckende und schmerzende Bläschen, die teilweise auch nässen können. Unter den österreichischen Erwachsenen tragen etwa 90 Prozent einen Antikörper gegen das auslösende Herpes-simplex-Virus Typ 1 im Blut - was nichts anderes bedeutet, als dass diese große Mehrheit der Erwachsenen bereits damit in Kontakt gekommen sind und der Körper bereits reagiert hat.

Bei den Fieberblasen ist bemerkenswert, dass sich die Betroffenen im Laufe ihres Lebens in zwei Gruppen spalten:

  • Meist findet eine erste Infektion mit dem HSV Typ 1 bereits im jungen Kindesalter vor Erreichen des 6. Lebensjahres statt. Allerdings muss nicht jeder, der das Virus in sich trägt, Zeit seines Lebens an Fieberblasen leiden.
  • Nur etwa 20 bis 30 Prozent kämpfen mit immer wiederkehrenden juckenden Bläschen im Bereich von Lippen und Nase. Der Rest der Virusträger bemerkt meist keine Symptome von Lippenherpes.

Ursachen von Fieberblasen, Lippenherpes

Enger Hautkontakt

Wenn Lippenherpes auftritt, dann liegt die Ursache zumeist in einem vorhergehenden engen Hautkontakt. Dieser kann auf verschiedenste Weise erfolgt sein: So kommen bei einer Tröpfcheninfektion kommunikative Aktivitäten wie ein Gespräch, Husten oder Niesen infrage.

Ist jedoch eine Schmierinfektion die Ursache, so wurde zuvor oft gleiches Geschirr oder Besteck benutzt. Auch sind direkte Hautkontakte wie beispielsweise Küsse als Auslöser von Fieberblasen häufig. Durch das Berühren von bereits vorherrschenden Bläschen besteht außerdem die Möglichkeit, dass die auslösenden Viren auch andere Körperteile des Betroffenen erreichen.

Geschwächtes Immunsystem

Der Lippenbereich ist ganz besonders oft von Herpes betroffen, was an seiner hohen Empfindlichkeit liegt. Der erregenden Virus hat meist ganz besonders leichtes Spiel, wenn der Körper an sich schon durch ein geschwächtes Immunsystem angreifbar ist. Daher treten Fieberblasen oft bei Patienten auf, die bereits an Fieber oder anderen Infektionskrankheiten leiden.

Sonneneinstrahlung oder psychische Probleme

Auch zählen besonders starke Sonneneinstrahlung oder psychische Probleme, wie in etwa Stress, Trauer oder auch Übermüdung, zu häufig auftretenden Risikofaktoren.

Schwangerschaft

Zudem lässt sich beobachten, dass schwangere Frauen oft über immer wiederkehrende Herpesbläschen klagen. Dies liegt an der hormonellen Umstellung, der der weibliche Körper während einer Schwangerschaft unterzogen ist. Unter den genannten Umständen wandern die Herpesviren entlang der empfindlichen Nervenbahnen an die Hautoberfläche, wo schließlich die juckenden Bläschen entstehen.

Symptome von Fieberblasen - Lippenherpes

So entstehen Fieberblasen

Patienten, die in regelmäßigen Abständen von Fieberblasen betroffen sind, können meist schon vor dem optischen Auftreten von Lippenherpes erspüren, dass ihnen schmerzende Bläschen bevorstehen. Betroffene berichten meist von einem kribbelnden Gefühl, das mit erhöhter Empfindlichkeit, einem Spannungsgefühl oder gar einem Brennen verbunden sein kann. Auf diese Vorboten folgt dann meist innerhalb weniger Stunden, manchmal auch erst nach Tagen, der Lippenherpes selbst. Die betroffene Stelle beginnt sich rasch mit einer Flüssigkeit zu füllen. Oft jucken die daraus resultierenden Bläschen immens, ein Kratzen sollte jedoch unterlassen werden.

Äußerst ansteckend!

Nach einigen Tagen platzen die Herpesbläschen von allein auf und hinterlassen kleine Wunden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist Lippenherpes äußerst ansteckend: Die Flüssigkeit der Bläschen kann beim Umfeld rasend schnell und ohne Vorwarnung weitere Fieberblasen auslösen. Die entstandenen Wunden wandeln sich anschließend innerhalb kürzester Zeit in einen Schorf um, der stellenweise gelblich auftreten kann. Auf diese Weise trocknet die Infektion ab, was meist bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen kann.

Patienten klagen im Zusammenhang mit Lippenherpes zudem oft über ein Gefühl der allgemeinen Abgeschlagenheit und leiden unter einem geschwächten Immunsystem. Da Herpes meist empfindliche Hautpartien befällt, tritt er nicht nur im Lippenbereich, sondern auch auf Wangen, Ohren, Augen oder dem Nasenbereich auf.

Untersuchungen und Diagnose

Um Fieberblasen zu erkennen, bedarf es dem geschulten Auge eines Arztes meist nur eines ersten Blickes. Herpes verläuft nahezu immer identisch und macht kaum Unterschiede zwischen den betroffenen Patienten.

Genauer hinsehen müssen Ärzte, wenn bereits Vorerkrankungen der Haut vorliegen, wie es beispielsweise bei Neurodermitis-Patienten der Fall ist. Hier ist das Hautbild durch das Ekzem bereits vorgeschädigt und bietet daher umso mehr Angriffsfläche für die verursachenden Viren. Aufgrund der meist sehr dünnen Haut der Patienten kann Herpes hier sogar am gesamten Körper auftreten und sich rasch ausbreiten, was vom Arzt schnell erkannt werden muss, um Abhilfe schaffen zu können.

Auch muss schnell gehandelt werden, wenn die Hornhaut des Auges mit dem Virus in Berührung gekommen ist, da hier letztlich sogar die Sehkraft eingeschränkt werden kann.

Genauso gefährlich ist die Ausbreitung im Bereich des Gehirns, welche zu den lebensgefährlichen Komplikationen zählt, sollte ein Facharzt sie nicht rechtzeitig erkennen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Diagnose besteht für den Arzt die Möglichkeit eines Abstrichs von Haut oder Schleimhaut. Auf diese Weise können zweifelsfrei die Viren nachgewiesen werden. Auch ist es möglich, in einem sehr frühen Stadium von Fieberblasen die Flüssigkeit der Bläschen zu entnehmen und zu untersuchen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Verspüren die Patienten bereits die kommenden Symptome, können die Fieberblasen kaum mehr aufgehalten werden. Möglich ist allerdings durch eine gezielte Behandlung eine Beschleunigung des immer gleich verlaufenden Heilungsverlaufes wie auch eine Linderung der unangenehmen Symptome. Eine Nichtbehandlung ist im Fall von Lippenherpes keine Tragik, da die Bläschen innerhalb von zwei Wochen meist selbstständig verschwinden.

Behandlung LippenherpesBewährt haben sich in der Therapie von Herpes Cremes, die den Wirkstoff Zinksulfat enthalten. (Foto by: monkeybusiness / Depositphotos)

Herpes Cremes

Bewährt haben sich in der Therapie von Herpes Cremes, die den Wirkstoff Zinksulfat enthalten. Auch lindern Zusätze, die desinfizierend wirken, den Krankheitsverlauf merklich. Ziel ist dabei immer, die betroffene Stelle auszutrocknen und sie möglichst rasch von der auftretenden Flüssigkeit zu befreien, da nur auf diese Art und Weise die Abheilung in Gang kommen kann.

Hausmittel

  • Bewährt haben sich in der Therapie auch Hausmittel wie Zahnpasta, die eine austrocknende Wirkung hat.
  • Zudem können Heilerde oder Melisse gute Ergebnisse erzielen.
  • Auf dem Markt gibt es außerdem Salben, die eine antivirale Wirkung haben, jedoch nur dann wirken, wenn sie sehr schnell nach Auftreten der ersten Symptome auf die von Herpes betroffenen Stelle aufgetragen werden.

Behandlung mit Medikamenten

Neben der äußerlichen Behandlung besteht außerdem die Möglichkeit, medikamentös gegen Fieberbalsen vorzugehen. Hierbei bieten sich Produkte an, die die Vermehrung der Viren im Körper stoppen, sodass der Heilungsprozess rasch voranschreiten kann.

Prävention und was ich selbst tun kann

Vollständig verhindern lässt sich Lippenherpes bei sehr vielen Menschen kaum. Jedoch bestehen sicherlich diverse Möglichkeiten, die Gefahr einer erneuten Infektion zu minimieren. Dazu ist selbstverständlich Wissen über den Weg einer Ansteckung hilfreich. So sollten Patienten, die akut erkrankt sind, immer darauf verzichten, Besteck oder Geschirr mit ihrem Umfeld zu teilen.

  • Auch sollten Küsse oder gar oraler Sex vollständig unterlassen werden.
  • Genauso wie diverse Sportarten, die Körperkontakt erfordern, wozu beispielsweise Judo oder Ringen zählen.
  • Da insbesondere die erste Lebenshälfte von Fieberblasen mit einem hohen Ansteckungsrisiko behaftet ist, sollte hier auf erhöhte Hygiene geachtet werden. Kommt man als Patient in Kontakt mit der Herpesflüssigkeit, müssen die Hände umgehend gereinigt werden. Das Berühren anderer Körperteile oder gar der Genitalien kann unangenehme Folgen haben.
  • Auch sollten Kontaktlinsen niemals mit virenbelegten Fingern eingesetzt werden.

Stärkung des Immunsystems

Eine gute Vorbeugung ist zudem die andauernde Stärkung des Immunsystems. Dazu zählt eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Mineralstoffen genauso wie regelmäßiger und moderater Sport an der frischen Luft.

Außerdem sollte neben dem Verzicht auf Zigaretten und Alkohol auch die Minimierung von Stress ein oberstes Gebot sein.

Wer sich selbst zu den Risikopatienten zählt, die regelmäßig von Fieberblasen heimgesucht werden, sollte außerdem darauf achten, jederzeit entsprechende Salben in der Hausapotheke auf Vorrat zu haben, um im Notfall schnell auf die Herpesviren reagieren zu können.


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