Heilerde: natürliches Wundermittel

Heilerde ist der pulverförmige Extrakt aus eiszeitlichen Lößablagerungen. Sie wird als freiverkäufliches Arzneimittel angeboten, kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Bei ihrer Herstellung wird Heilerde gesäubert und stark getrocknet, damit das fertige Produkt keine Keime mehr enthält. Das geschieht bei Temperaturen um 130 Grad Celsius.

Heilerde kann bei zahlreichen Beschwerden angewendet werden.Heilerde kann bei zahlreichen Beschwerden angewendet werden. (Foto by: MonaMakela / Depositphotos)

Inhaltsstoffe und Bestandteile von Heilerde

Heilerde besteht zu einem Großteil aus Aluminium-Silikaten. Sie kommt auch in Lehm- und Moorerden vor.

Die Zusammensetzung der Mineralien variiert je nach dem Abbaugebiet. So können in Heilerde auch Kalk- und Feldspat sowie Dolomit enthalten sein.

Nennenswerte Bestandteile von Heilerde können darüber hinaus Eisenoxid, Kalzium-, Magnesium- und Natriumsalze, Kieselsäure, Manganverbindungen sowie Phosphate sein.

Einen genauen Aufschluss über die Zusammensetzung gibt zumeist eine detaillierte Packungsbeilage. Dort sind auch Hinweise über die Wirkung einzelner Mineralien zu finden.

Wirkung und Anwendung von Heilerde

Positive Wirkungen können mit Heilerde gegen folgende Beschwerden erzielt werden:

Angewendet wird sie ebenso erfolgreich bei unreiner und trockener Haut, Akne sowie zur Wundheilung.

Äußerliche Anwendung von Heilerde

Äußerlich wird Heilerde hauptsächlich auf der Haut eingesetzt.

Dazu wird eine Maske aus Pulver und Wasser gemischt, die verhältnismäßig schnell austrocknet. Eine Maske mit Heilerde reinigt und pflegt die Haut. Zudem beseitigt diese Pickel. Weiters sind gute Erfolge mit Heilerde gegen fettige Haut zu erreichen.

Neben einer Maske kann sie ebenso als Auflage, Packung oder Wickel zur Anwendung kommen.

Vor allem gegen großflächige Schädigungen der Haut helfen Bäder mit mineralhaltiger Erde (Balneotherapie).

Kalte Wickel mit Heilerde können beispielsweise Beschwerden bei Rheuma, Arthrose, Quetschungen und Prellungen lindern.

Ein warmer Wickel mit Heilerde kann bei Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen oder einem Hexenschuss angewendet werden.

Aufgrund ihrer Körnigkeit hat Heilerde eine vergleichsweise sehr große innere Oberfläche, die ihr ein hohes Absorptionsvermögen verleiht. Damit vermag sie gut diverse Substanzen aufzunehmen und kann diese binden. Genannt sei hier überschüssiger Talg auf der Hautoberfläche. Bestimmte Mineralien in der Heilerde haben außerdem eine antibakterielle Wirkung und tragen so zu gesünderer, reiner Haut bei.

Zur äußeren Anwendung rühren Sie die Heilerde je nach Bedarf mit warmem oder kaltem Wasser an. Die Masse können Sie entweder direkt auf die Haut auftragen oder mit einem feuchten Tuch anbringen.

Bei Verbrennungen und Insektenstichen soll ein kalt angerührter Brei kühlend wirken, die Gefäße ziehen sich zusammen. Kalte Wickel sollen auch bei rheumatischen Beschwerden, Arthrose, Quetschungen und Prellungen die Beschwerden lindern.

Ein warmer Umschlag regt wiederum die Durchblutung an und fördert die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Hexenschuss oder Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule zum Beispiel sollen warme Wickel Schwellungen mindern und Entzündungen entgegenwirken.

Zur äußeren Anwendung rühren Sie die Heilerde je nach Bedarf mit warmem oder kaltem Wasser an. Die Masse können Sie entweder direkt auf die Haut auftragen oder mit einem feuchten Tuch anbringen.

Innerliche Anwendung von Heilerde

Unter anderem wirkt Heilerde gegen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.Unter anderem wirkt Heilerde gegen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Die innere Anwendung von Heilerde zielt vor allem auf Magen-Darm-Beschwerden, wie akute infektiöse oder chronische Entzündungen, Blähungen, Verstopfung und Durchfall ab. Dabei werden meistens Kapseln verabreicht.

Weiters kann Heilerde zur Senkung des Cholesterinspiegels angewendet werden.

Im Verlauf einer gezielten Kur kann die Heilerde darüber hinaus mit Erfolg zum Abnehmen beitragen.

Carbonatsalze in Heilerde eignen sich gut zur Vorbeugung von Sodbrennen beziehungsweise Aufstoßen.

Außerdem kommen in Heilerde oft besonders quellfähige Substanzen vor, die wirksam gegen Durchfall sein können.

Wird Heilerde innerlich angewendet so sollte das verwendete Produkt für den medizinischen Gebrauch zulässig sein.

Bei der Einnahme von Heilerde werden folgende Stoffe ausgeschieden:

  • Stoffwechsel- und Darmgifte, die Krankheiten auslösen können
  • überschüssige Magensäure und Gallensäure
  • Bakterien
  • Pilze

Grüne Heilerde

Speziell sogenannte grüne Heilerde trägt zur Entgiftung des Körpers bei. In gewissem Maß kann grüne Heilerde sogar Strahlung (Röntgen, Funkwellen) absorbieren.

Sie entsteht durch Verwitterung vulkanischen, sehr tonhaltigen Gesteins. Ein natürliches Tonmineral ist dabei ausschlaggebend für einen grünen Schimmer, der dieser Heilerde ihren Namen gibt.

Anwendung Grüne Heilerde und Flohsamen

Grüne Heilerde kann in Kombination mit sogenannten Flohsamen zum Einsatz kommen. Flohsamen quellen in Wasser stark auf und beruhigen den Magen-Darm-Trakt bei Durchfall und Verstopfung.

Aus grüner Heilerde und Flohsamen kann mit Fruchtsaft oder Wasser ein Mixgetränk hergestellt werden. Dafür werden ein Esslöffel grüne Erde sowie zwei bis drei Teelöffel Flohsamenpulver verwendet. Es wirkt stark reinigend, trägt zur Entgiftung bei und schont die Verdauungsorgane.

Heilerde trinken

Ein bis zwei Teelöffel des trockenen Pulvers sollten in etwa einen Viertelliter Wasser eingerührt werden. Am besten wird die Mischung in kleinen Schlucken getrunken.

Bei der Einnahme ist stets darauf zu achten, dass genügend Flüssigkeit getrunken wird. Die Mischung selbst sollte auch nicht zu trocken sein, weil sonst Verstopfungsgefahr besteht.

Bei schwerem Durchfall können ausnahmsweise drei bis vier Teelöffel mit der entsprechenden Menge Wasser an einem Tag eingenommen werden.

Von Jojobaöl bis Apfelessig: Viele Zusätze sind möglich

Gern wird die Heilerde um weitere Zutaten wie Jojobaöl, Apfelessig, Honig oder Quark (für die Maske) ergänzt.

Interessante Wirkungen ergeben sich ebenso beim Zusatz von ätherischen Ölen.

Auch spezielle Packungen für die Kopfhaut, gegen fettige Haare sowie als Mund- und Rachenspülung werden angeboten. Darüber hinaus sind spezielle Puder aus Heilerde gegen größere Wunden und Geschwüre entwickelt worden. Nicht zu vergessen sind hier auch Shampoo und Peeling auf der Basis mineralischer Erde.

Rezept Gesichtsmaske mit Heilerde und Salbei

Eine Gesichtsmaske mit Heilerde reinigt und pflegt.Eine Gesichtsmaske mit Heilerde reinigt und pflegt. (Foto by: Subbotina / Depositphotos)

Eine mögliche Rezeptur bei fettiger Haut sieht zwei gehäufte Teelöffel grobkörnige Heilerde vor, die mit etwas abgekühltem Salbeitee und destilliertem Wasser verrührt wird.

Die aufgetragene Masse wirkt am besten 15 bis 20 Minuten ein und wird dann mit lauwarmem Wasser wieder abgenommen.

Talg, Schmutzpartikel und Bakterien werden somit wirksam von der Hautoberfläche entfernt. Empfohlen wird die Anwendung zwei Mal pro Woche, um eine Austrocknung der Haut zu vermeiden.

Rezept Gesichtsmaske mit Heilerde und Apfelessig

Hierfür 2 Esslöffel Heilerde mit 4 Esslöffel Apfelessig vermengen und die Masse dick auf das vorher gereinigte Gesicht auftragen.

Nun die Maske trocknen lassen und anschließend mit lauwarmen Wasser abwaschen.

Die Haut wird nach der Anwendung gerötet sein, was jedoch normal und kein Grund zur Sorge ist.

Mögliche Neben- und Wechselwirkungen bei der Anwendung von Heilerde

Da Heilerde ein vollkommen natürliches Mittel ist, können verschiedene Unverträglichkeiten bei der Anwendung nicht ausgeschlossen werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme ärztlich verschriebener Medikamente wird deren Wirkung durch mineralische Erde möglicherweise abgeschwächt. Die Heilerde bindet unter Umständen Wirkstoffe dieser Medikamente und neutralisiert sie damit mehr oder weniger. Im Zweifel sollte in solchen Fällen stets um ärztlichen Rat gebeten werden.

In vielen Fällen wird durch die Einnahme von Heilerde der Silizium-Spiegel im Körper deutlich erhöht. Eine mögliche Folge davon ist verstärkte Harnsteinbildung. Dauert dieser Prozess mehrere Wochen oder Monate an, führt das möglicherwiese zu Störungen der Harnwege.

Problematisch sind möglicherweise auch die in Heilerde enthaltenen Aluminiumverbindungen. Sie kommen zum Beispiel im Bentonit vor, das häufig in Heilerden anzutreffen ist. Eine übermäßige Zufuhr von Aluminium kann auf längere Sicht das Nervensystem und die Knochenstabilität beeinträchtigen. Bei einem gesunden Menschen wird aufgenommenes Aluminium problemlos durch die Nieren ausgeschieden. Eine Nierenerkrankung (beispielsweise Insuffizienz) erschwert die Abführung von Aluminiumverbindungen aber, so dass sie sich unter Umständen im Körper anreichern. Über welche Grenzen hinaus hier gesundheitliche Probleme entstehen können, ist im Rahmen detaillierter Untersuchungen zu klären.


Bewertung: Ø 3,9 (24 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Gesundheitsausgaben der Österreicher

Gesundheitsausgaben der Österreicher

Wie hoch sind die Gesamtkosten für das österreichische Gesundheitswesen? Wie viel geben ÖsterreicherInnen für die Gesundheits aus? Die Antworten gibt es hier.

weiterlesen

User Kommentare