Rheuma

Rheuma gehört zu den Krankheiten, die nicht zuletzt aufgrund der alternden Bevölkerung immer mehr an Bedeutung gewinnt, obwohl sie grundsätzlich in allen Altersgruppen zu finden ist. Die schmerzhaften Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates werden häufig von Schwellungen begleitet.

RheumaBei rheumatischen Erkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Gelenke an. (Foto by: TatyanaGl / Depositphotos)

Bei Rheuma handelt es sich um eine chronische entzündliche Krankheit.

Am bekanntesten ist Rheuma als Erkrankung an Knochen und Gelenken; doch auch bestimmte Störungen der Muskeln, der Organe und des Bindegewebes gehören zu den rheumatischen Erkrankungen.

Die einzelnen Krankheitsbilder werden zu vier systematischen Hauptgruppen zusammengefasst:

  1. Entzündliche rheumatische Erkrankungen, zu denen auch die verschiedenen Formen der Arthritis gehören;
  2. degenerative Rheumatische Erkrankungen wie Arthrose;
  3. Stoffwechselstörungen und ihre rheumatischen Folgen, zum Beispiel Gicht oder Osteoporose;
  4. rheumatische Erkrankungen der Weichteile, die entzündlicher Natur sind

Ursachen von Rheuma

Da eine Vielzahl von rheumatischen Erkrankungen existiert, sind auch ihre Ursachen im Einzelnen stark verschiedenen. Rheuma kann grundsätzlichen in allen Altersgruppen auftreten, obwohl die abnutzungsbedingten rheumatischen Erkrankungen naturgemäß vorwiegend ältere Menschen betreffen.

Fehlfunktion des Immunsystems

Vor allem bei der umfangreichen Hauptgruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen liegt den verschiedenen Krankheitsbildern jedoch eine gemeinsame Ursache zugrunde: Eine Fehlfunktion des eigenen Immunsystems.

Die Abwehrreaktionen des Körpers richten sich dabei fälschlicherweise gegen eigenes Gewebe und greift Strukturen der Gelenke, Muskeln oder Organe an. In diesem Zusammenhang werden genetische Dispositionen vermutet, die bislang jedoch nicht einwandfrei nachgewiesen werden konnten.

Infektionen durch Bakterien

Vorangehende bakterielle Infektionen werden ebenfalls als Ursache für Rheuma diskutiert: Die Bakterien könnten sich, nachdem die ursprüngliche Infektion scheinbar abgeschlossen ist, durch den Körper bewegen und an kritischen Stellen, zum Beispiel in Gelenken, festsetzen.

Symptome von Rheuma

Das namensgebende Symptom aller rheumatischer Erkrankungen sind die Schmerzen, die durch die krankhaften Veränderungen der betroffenen Strukturen ausgelöst werden. Die Schmerzen können sowohl fließend als auch reißend oder ziehend auftreten.

Infolge Erkrankung kommt es weiterhin zu lokalen Schwellungen, insbesondere der Gelenke oder Muskeln. Diese Schwellungen beeinträchtigen zusätzlich die Bewegungsfähigkeit und können durch Fehlhaltungen und damit verbundene Belastungen des Bewegungsapparates weitere Schmerzen verursachen.

Neben den Schwellungen der betroffenen Körperteile sind nach außen hin Ergüsse ein leicht erkennbares Anzeichen für Rheuma. Bei besonders schweren Formen in fortgeschrittenem Stadium kann die Verfärbung der Haut ein dunkles Violett annehmen, das fast ins Schwarze übergeht. Bei milderen Verläufen können die Ergüsse deutlich unauffälliger ausfallen oder auch gar nicht auftreten.

Langfristig können von Rheuma betroffene Gelenke zerstört werden und Muskeln ihre volle Funktionsfähigkeit einbüßen.

Untersuchungen und Diagnose

Anamnese

Zu Beginn jeder Untersuchung steht die Anamnese, d.h. die Befragung des Patienten hinsichtlich seiner bisherigen Krankheitsgeschichte. Hierin können unter Umständen bereits erste Anzeichen auftreten, dass eine rheumatische Erkrankung vorliegt bzw. alternative Erklärungen können ausgeschlossen werden.

Körperliche Untersuchung

Zur körperlichen Untersuchung kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, die sich je nach betroffenem Körpergewebe unterscheiden:

  • In der Regel wird jedoch mindestens eine Röntgenuntersuchung, um den Zustand des Gelenks und der einzelnen Knochen in der schmerzenden Körperregion festzustellen.
  • Ergänzend wird häufig eine Computertomografie (CT) durchgeführt, gegebenenfalls auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder Szintigrafie. Diese bildgebenden Verfahren weisen eine höhere räumliche Auflösung als das herkömmliche Röntgen auf und können deshalb Details über das Stadium des Rheumas ans Tageslicht bringen.

Blutuntersuchung

Erhärtet sich der Verdacht auf Rheuma, werden auch Blutuntersuchungen durchgeführt: Im Blut befinden sich in den meisten Fällen typische Marker, die Aufschluss über die genaue Form der rheumatischen Erkrankung geben und damit wegweisend für die Entscheidung für die richtige Therapie sind.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Physiotherapie bei RheumaUnterstützend zur medikamentösen Therapie wird bei Rheuma eine Physiotherapie empfohlen. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Die Therapie einer rheumatischen Erkrankung muss individuell auf das jeweilige Krankheitsbild abgestimmt werden – häufig ist hierzu eine Behandlung von Faktoren notwendig, die mit der vom Rheuma betroffenen Körperregion nur indirekt in Verbindung stehen.

Therapie mit Medikamenten

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wird in der Regel schon nach kurzer Zeit eine medikamentöse Therapie durch Gabe von entzündungshemmenden Wirkstoffen eingeleitet, deren Wirkung unterschiedlich schnell eintreten kann. Auch bei anderen Formen des Rheumas steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund; aufgrund der Vielzahl von Krankheitsvariationen und der individuellen Reaktionsweise jedes Menschen, werden häufig verschiedenen Medikamente miteinander kombiniert, um die rheumatische Erkrankung effektiv bekämpfen zu können.

Rekonstruktive Chirurgie

Sind bereits irreversible Schäden an den Gelenken vorhanden, besteht dank rekonstruktiver Chirurgie die Möglichkeit, bereits mit kleinen operativen Eingriffen Gelenkteile oder vollständige Gelenke gegen ein künstliches Implantat auszutauschen. Derartige Eingriffe sind heutzutage meist unkompliziert und können in beinahe jedem regulären Krankenhaus vorgenommen werden.

Unterstützende Therapien

Unterstützend zur medikamentösen Therapie wird in beinahe allen Fällen eine Physiotherapie empfohlen. Bei rheumatischen Gelenkbeschwerden kann der Aufbau und Erhalt der umliegenden Muskulatur maßgeblich dazu beitragen, das betroffene Gelenk zu entlasten und Schmerzen zu lindern. Zudem kann durch physiotherapeutische Maßnahmen einem rascheren Voranschreiten der Krankheit vorgebeugt werden.

Zum Erhalt oder Wiederaufbau der manuellen Fertigkeiten des Erkrankten kann zudem eine Ergotherapie unterstützend verordnet werden.

Behandlung mit Kälte oder Wärme

Rheuma gehört zu den Krankheiten, bei denen Betroffene stark auf Temperaturschwankungen reagieren. Die Reaktionen auf bestimmte Temperaturbereiche lassen sich effektiv nutzen, indem zum Beispiel betroffene Gelenke gekühlt oder gewärmt werden: Während manche Studien für eine gute Wirkung von Kälte sprechen, plädieren andere ausdrücklich für Wärmebehandlungen. Auch hier ist dementsprechend eine individuelle Betrachtung sinnvoll.

Hausmittel

Altbekannte Hausmittel sind Wickel, vor allem mit Lavendelblütenextrakt oder Apfelessig.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention RheumaRauchen stellt vor allem bei Frauen einen Risikofaktor für Rheuma dar. (Foto by: stockasso / Depositphotos)

Grundlage für das Gelingen jeder Behandlung ist die aktive Unterstützung der Therapien. Dies beginnt bereits bei der zuverlässigen und regelmäßigen Einnahme der verordneten Medikamente: Die Präparate sollten in genau der Dosierung eingenommen werden, wie verschrieben. Immer wieder zeigen Studien, dass Behandlungen an der fehlerhaften Einnahme der (eigentlich wirksamen) Medikamente scheitern.

Der Konsum von Zigaretten stellt insbesondere bei Frauen einen Risikofaktor für Rheuma dar. Bereits geringere Mengen können, wenn sie regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg konsumiert werden, rheumatische Erkrankungen begünstigen.

Immer wieder wird auch der allgemeine Lebensstil als Faktor diskutiert, der womöglich Einfluss auf die Entstehung von rheumatischen Erkrankungen einwirkt. Dem österreichischen Heilpraktiker Breuss zufolge ist die Ernährung der Schlüssel zur Entstehung und Behandlung von Rheuma. Er entwickelte deshalb ein Fastenkonzept, nach dem in verschiedenen Kureinrichtungen und spezialisierten Fastenhotels gearbeitet wird. Auch unter Wissenschaftlern gilt vor allem eine fettarme Ernährung als essentiell, da sie die Produktion von entzündungsfördernden Stoffen im menschlichen Körper einschränkt und dadurch eine der potentiellen Ursachen für rheumatische Erkrankungen von vornherein ausschließt.

10 Tipps bei Rheuma:


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