Ergotherapie

Das grundsätzliche Ziel einer Ergotherapie ist es, dem betroffenen Patienten ein Leben in Selbstbestimmung zu ermöglichen, so weit dies von den Gegebenheiten her möglich ist. Sehr viele Patienten der Ergotherapeuten sind Kinder, bei denen eine Entwicklungsverzögerung vorliegt sowie auch Kinder mit auffälligen Verhaltensmustern.

Mann bei ErgotherapieEin Ziel der Ergotherapie ist unter anderem die Verbesserung der Bewegungsfähigkeit. (Foto by: gstockstudio / Depositphotos)

Der Ausdruck Ergotherapie steht für umfassende, heilende Maßnahmen zur Erlangung oder Wiederherstellung von körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

Ergotherapeuten behandeln sowohl von der Geburt an behinderte oder in der Entwicklung gehemmte Menschen wie auch im Zuge einer Rehabilitation nach schweren Erkrankungen und Unfällen. Es gibt viele, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten im weiten Feld der Ergotherapie, die je nach Diagnose zum Einsatz kommen.

Zu den Formen der Ergotherapie zählt man die Logopädie, die Motopädie, die Osteopathie und die Podologie. Die ergotherapeutischen Maßnahmen dienen der Fähigkeit der Selbstversorgung, der Freizeitgestaltung und der Produktivität.

Durchführung und Ablauf

Ergotherapie wird in der Regel vom Arzt verordnet und vom Ergotherapeuten durchgeführt.

Dem Ergotherapeuten steht dabei ein breites Spektrum von Therapieformen zur Verfügung, die je nach Art der vorliegenden Störung oder Erkrankung angewandt werden. Ergotherapie ist keine einmalige Behandlung, sondern sie findet in mehreren Sitzungen statt. Denn erst die Kontinuität der Behandlung durch den Ergotherapeuten kann Erfolge zum Beispiel in der Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, der Verbesserung der Bewegungsfähigkeit und Änderungen im Verhalten bewirken.

Klassische Behandlungsmöglichkeiten der Ergotherapie sind beispielsweise Entspannungsübungen nach Moshe Feldenkrais sowie die Behandlung von Wahrnehmungsstörungen nach Felicie Affolter und nach Professor Carlo Perfetti.

Anwendungsgebiete, Behandlung, Nebenwirkungen

Ergotherapeuten behandeln Patienten mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen, Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten.

Viele Patienten der Ergotherapeuten sind Kinder, bei denen sowohl Verhaltensauffälligkeiten wie ADS und ADHS, aber auch Entwicklungsverzögerungen vom Kinderarzt festgestellt wurden.

Dazu kommen Menschen mit angeborenen oder erworbenen Behinderungen, bei denen die Ergotherapie körperliche und geistige Defizite ausgleichen soll. Aber auch Patienten, die Unfälle oder schwere Erkrankungen hinter sich haben, kann die Ergotherapie zu einer Verbesserung von Funktionen des Körpers führen.

Ausstattung für ErgotherapieBei der Ergotherapie werden verschiedene Aktivitäten und Übungen ausgeführt. (Foto by: g215 / Depositphotos)

Die Behandlung ist ganz individuell abgestimmt und sie wird dem Krankheitsbild oder der Behinderung angepasst. Durch die Kontinuität der Behandlung lassen sich kleinere oder größere Erfolge erzielen. Ergotherapeuten setzen, nachdem sie sich in den ersten Sitzungen ein umfassendes Bild ihres Patienten gemacht haben, genau an dessen Schwachpunkten an. Die Maßnahmen der Ergotherapie reichen von Bewegungsübungen über Sprechübungen bis hin zur Förderung der seelischen und psychischen Gesundheit.

Fazit

Die Ergotherapie ist ein wichtiger Teil der modernen Medizin. Sie unterstützt auf sinnvolle Art und Weise andere, medizinische Maßnahmen wie zum Beispiel eine medikamentöse Behandlung.

Ergotherapie findet altersunabhängig statt und für jeden Patienten wird ein spezieller Behandlungsplan erstellt. Die Behandlung hat unter anderem zum Ziel, Verhaltensauffälligkeiten, körperliche Schmerzzustände, motorische Defizite und Bewegungsbehinderungen zu beseitigen oder deren Zustand zu verbessern.

Das Arbeiten mit verschiedenen Materialien wie Ton oder Speckstein gehört genauso zur Ergotherapie wie tiefe Entspannungsübungen und die Förderung der Wahrnehmung und der Konzentrationsfähigkeit.

Die Kontinuität der Behandlung ist von äußerster Wichtigkeit, damit dauerhafte Erfolge erzielt werden können. Ergotherapie gibt es in Österreich grundsätzlich auf Rezept, wobei die Bestimmungen der einzelnen Krankenkassen zu beachten sind.


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