Osteopathie

In der Osteopathie wird davon ausgegangen, dass alle körperlichen Strukturen unter gegenseitiger Beeinflussung stehen. Das bedeutet: Bestehen Probleme in einem bestimmten Organ, kann das auch Beschwerden in anderen Regionen des Körpers hervorrufen. Die Behandlung erfolgt manuell mit den bloßen Händen des Therapeuten.

Osteopathie BehandlungZiel in der Osteopathie ist es Verspannungen in Muskeln und Gelenken zu lösen. (Foto by: lunamarina / Depositphotos)

Die Grundsatztheorie der Osteopathie ist, dass sich ein Mensch nur dann wohlfühlt, wenn seine Muskeln, Knochen und Gelenke perfekt wie von der Natur vorgesehen arbeiten.

Vorhandene Verspannungen schmerzen, diese führen wiederum zu weiteren Schmerzen, wenn man immer weiter verkrampft oder falsche Behandlungsmaßnahmen anwendet.

In der Osteopathie-These geht man weiter davon aus, dass der Körper und die Gefühlswelt in einer harmonischen Einheit stehen - kommt es zu einer Fehlhaltung, können Organe geschädigt werden.

Ziel der Osteopathie

Das Ziel in der Osteopathie ist es darum, Verspannungen in Muskeln und Gelenken zu lösen und den Körper dadurch zur Selbstheilung zu motivieren. Die osteopathischen Behandlungen überschneiden sich zum Teil mit Massagen und der Chiropraktik. Allerdings arbeiten Osteopathen wesentlich sanfter als die Chiropraktiker, sie manipulieren in erster Linie das Gewebe und überdehnen selten die Wirbelgelenke.

In der Osteopathie sind drei Therapie-Bereiche bekannt:

  • Das parietale System: der Halte- und Stützapparat
  • Das viszerale System: Die Organe
  • Das cranio-sacrale System: Die Schädelknochen, das Kreuzbein und der Wirbelsäulenbereich

Da diese Bereiche funktionell und anatomisch über Gemeinsamkeiten verfügen, betrachtet der Osteopath diese auch als Einheit.

Anwendungsgebiete, Behandlung und Nebenwirkungen

Wohlbefinden durch OsteopathieDie osteopathischen Behandlungen überschneiden sich zum Teil mit Massagen und Chiropraktik. (Foto by: Photoline / Depositphotos)

Angewendet wird die Osteopathie unter anderem bei:

  • Verspannungen oder Erkrankungen und Fehlhaltungen des Nackenbereichs sowie der Wirbelsäule
  • Chronischen und allergischen Erkrankungen
  • Beschwerden nach Verletzungen, Operationen oder Unfällen
  • Akuten und chronischen Schmerzen
  • Tinnitus und neuralgischen Beschwerden wie Migräne
  • Verdauungsstörungen wie Sodbrennen oder Gastritis
  • Lungenproblemen wie Kurzatmigkeit oder Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Urogenitalbereichsproblemen wie Gebärmuttersenkung oder Reizblase
  • Stimmungsschwankungen oder Depressionen
  • Regulatorische und hormonelle Störungen
  • Störungen in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  • Problemen im Bereich des Kiefers wie Schmerzen beim Kauen oder begleitend zu kieferorthopädischen Behandlungen

Vor der Behandlung wird eine genaue Anamnese mit dem Patienten erstellt, es geht hier auch um die seelische Verfassung, wie den Lebensstil und die Krankengeschichte in der Vergangenheit. Verschiedene Tests werden durchgeführt, danach kann die Behandlung beginnen. Manchmal reicht bereits eine Sitzung aus, um das Problem des Patienten effizient zu behandeln, manchmal dauert es aber auch schon bis zu sechs Sitzungen und mehr.

Die Behandlung kann aus verschiedenen Massagetechniken bestehen, häufig kommt es zu Verbesserungen des Ist-Zustands durch spezielle Dehnungsübungen und manchmal ist es erforderlich, Gelenke und Gewebe manipulativ zu behandeln. Unerwünschte Nebenwirkungen sind selten, da die Osteopathie sanfte Methoden anwendet.

Fazit

Die Wirksamkeit bei osteopathischen Behandlungen ist im Bereich Rückenbeschwerden relativ gut belegt, für die anderen Indikationen gibt es wenig schlüssige Daten. Menschen mit Erkrankungen wie Krebs, Osteoporose, Blutungen oder Knocheninfektionen sollten auf eine äußerst sanfte manuelle Behandlung bestehen. Solange eine osteopathische Behandlung dem Patienten gut tut, spricht nichts dagegen.


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