Gelenkentzündung (Arthritis)

Eine der am häufigsten auftretenden Erkrankungen der Gelenke ist die Gelenksentzündung, auch unter dem Namen Arthritis bekannt. Diese verursacht nicht nur starke Schmerzen, sondern kann schlimmstenfalls sogar zu einer Versteifung der Gelenke führen.

ArthritisDie Ursachen für eine Gelenkentzündung (Arthritis) sind zahlreich. (Foto by: tashatuvango / Depositphotos)

Bei einer Arthritis sind die Gelenke entzündet, wobei nahezu jedes Körpergelenk betroffen sein kann. Insbesondere Schulter-, Hüft-, Knie- und Handgelenk sind anfällig für Gelenksentzündungen. Die am häufigsten vorkommende Form der Gelenksentzündung ist die rheumatoide Arthritis, die allgemein unter dem Namen Rheuma bekannt ist. Frauen sind von dieser deutlich häufiger betroffen als Männer. Die rheumatoide Arthritis kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, besonders häufig sind jedoch Personen zwischen dem 55. und dem 75. Lebensjahr betroffen.

Die Arthritis kann sowohl akut als auch chronisch sein - in letztgenanntem Fall sind die Gelenke dauerhaft betroffen. Weiterhin unterscheiden Mediziner die Mono- und die Polyarthritis: Bei einer Monoarthritis ist nur ein Gelenk betroffen, bei der Polyarthritis sind mehrere Gelenke entzündet.

Unterscheiden sollte man die Arthritis von der Arthrose, welche eine degenerative Erkrankung der Gelenke darstellt. Bei der Arthrose handelt es sich also um einen Verschleiß der Gelenke, der in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Den meisten Patienten, die unter Arthrose leiden, hilft häufig nur noch ein künstliches Gelenk.

Ursachen der Arthritis

Die Ursachen der Gelenksentzündung sind vielfältig: Ausgelöst werden kann diese Erkrankung beispielsweise durch eine Infektion mit Bakterien ebenso wie durch eine Gicht etwa ist bekannt dafür, eine Arthritis auszulösen.

In den meisten Fällen sind ältere Menschen von der Arthritis betroffen; in diesem Fall ist ein Verschleiß der Gelenke der Auslöser für die Schmerzen.

Zu guter Letzt sollten auch die Autoimmunerkrankungen Morbus Bechterew, Morbus Crohn oder Schuppenflechte in Betracht gezogen werden, dabei werden Gelenke und Gewebe durch die körpereigene Immunabwehr zerstört.

Symptome von Arthritis

Bei einer Arthritis sind die Gelenke meist geschwollen und verursachen mäßige bis starke Schmerzen. Auch eine Rötung beziehungsweise Überwärmung der Gelenke ist charakteristisch für diese Krankheit. Zudem ist die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks stark eingeschränkt und selbst alltägliche Bewegungen können starke Schmerzen auslösen.

Auch kann sich Flüssigkeit im Gelenk bilden; in diesem Fall spricht man von einem Gelenkerguss. Weiterhin können die akuten Schübe einer Arthritis begleitet sein von Fieber, Appetitlosigkeit und Müdigkeit.

Bei einigen Patienten kommt es zudem zum Auftreten von sogenannten Rheumaknoten: Hierbei handelt es sich um eher unauffällige Verdickungen, die sich an der Streckseite des Gelenks befinden. Die Symptome der Arthritis sind also deutlich vielfältiger als jene der Arthrose.

Vor allem bei der rheumatoiden Arthritis sind nächtliche und morgendliche Gelenkschmerzen typisch. Zudem kommt es meist zu einer Steifigkeit der Gelenke und auch Schwellungen in den Fingern sind charakteristisch für diese Form der Arthritis.

Wie die Arthritis verläuft, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Während die akute Arthritis mit der richtigen Behandlung meist vollständig ausheilt, kann eine chronische Gelenksentzündung zu irreparablen Schäden am Gelenk führen.

Untersuchungen und Diagnose

Untersuchung ArthritisBei chronischen Gelenkentzündungen kann Krankengymnastik oder eine physikalische Therapie helfen. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Nach einer ausführlichen Befragung durch den behandelnden Arzt sowie einer Anamnese erfolgt die körperliche Untersuchung des Patienten. Fragen wird der Arzt hauptsächlich zum Schmerzcharakter und zur Steifigkeit des Gelenks stellen - anhand dieser Antworten kann man eine Arthritis meist bereits sehr gut von der Arthrose abgrenzen. Ist das Gelenk geschwollen und gerötet, deutet auch dies recht eindeutig auf eine Arthritis hin.

Auch eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über diese Erkrankung. Bei einer Gelenksentzündung sind die Entzündungswerte im Blut meist deutlich erhöht. Eine Röntgenuntersuchung wiederum zeigt, ob das betroffene Gelenk bereits zerstört wurde - bei der rheumatoiden Arthritis ist dies nicht selten der Fall.

Wenn alle diese vorgenannten Untersuchungen keinen genauen Aufschluss über Ursache und Ausmaß der Arthritis geben, sind unter Umständen weitere Untersuchungen nötig. Die Gelenkspiegelung und die Gelenkpunktion sind hier zwei beliebte Verfahren. Bei der Gelenkspiegelung, der Arthroskopie, führt der Arzt eine Sonde in das Gelenk ein und kann dieses so am Monitor genau betrachten. Auch Schäden am Gelenk können während der Gelenkspiegelung meist bereits behoben werden.

Bei der Gelenkpunktion wiederum wird Flüssigkeit aus dem Gelenk entfernt - sinnvoll ist diese Methode also vorrangig bei einem Gelenkerguss.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Wie die Arthritis behandelt wird, hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Eine Gicht als Ursache beispielsweise sollte immer ärztlich behandelt werden. Bei einer akuten Gelenksentzündung wiederum sollte man das betroffene Gelenk zunächst kühlen und hochlagern. Auch entzündungshemmende Medikamente helfen bei akuten Schmerzen sehr gut. Antibiotika wiederum werden dann verschrieben, wenn die Arthritis durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurde.

Bei chronischen Gelenkentzündungen mit teilweise bereits versteiften Gelenken helfen Krankengymnastik und eine physikalische Therapie sehr gut. In einigen Fällen der besonders schweren Arthritis aber ist eine Operation unausweichlich. Eine recht neue Form der Behandlung ist die Radiosynoviorthese, eine Art Strahlentherapie. Bei dieser wird eine radioaktive Flüssigkeit in die Gelenkhöhle gespritzt; diese tötet die entzündeten Zellen ab.

Hausmittel

Hausmittel bei ArthritisDie Heilpflanze Brennnessel soll bei einer rheumatoiden Arthritis gut helfen. (Foto by: nanka-photo / Depositphotos)

Bekannt sind zudem einige Hausmittel, welche gut gegen die Arthritis helfen sollen. Bei der rheumatoiden Arthritis beispielsweise soll die Brennessel ebenso gut helfen wie die südafrikanische Teufelskralle. Von der Brennessel kann man einfach einen Aufguss herstellen und diesen als Tee genießen.

Bei zahlreichen entzündlichen Erkrankungen haben sich auch Topfenumschläge sehr gut bewährt. Kalter Topfen wird mit Essig zu einer zähen Masse angerührt und etwa eine halbe Stunde auf der schmerzenden Stelle belassen.

Wickel aus Weisskohl werden ebenso wegen der kühlenden Wirkung geschätzt; gleichzeitig entziehen sie dem Körper schädliche Giftstoffe. In der nicht akuten Phase der Erkrankung wiederum helfen warme Bäder sehr gut. Diese sollten mindestens 15 Minuten andauern; als Badezusatz eignen sich Rosmarin- und Eukalyptusöl sehr gut.

Prävention und was ich selbst tun kann

Um einer Gelenksentzündung vorzubeugen, ist regelmäßige Bewegung unerlässlich. Allerdings ist es dabei wichtig, alle Gelenke möglichst gleichmäßig zu belasten. Schwimmen und Radfahren eignen sich daher als Sportarten ebenso wie Nordic Walking.

Für Patienten mit Grunderkrankungen wie der Gicht ist es wichtig, diese möglichst zeitig behandeln zu lassen, um Arthritis als Folgeerkrankung auszuschließen.

Experten raten weiterhin dazu, seine Essgewohnheiten zu ändern und auf eine basische Ernährung umzustellen. Dass Genussmittel wie Alkohol und Nikotin nur in Maßen zu sich genommen werden sollten, versteht sich natürlich von selbst.

Ebenso kann eine Entsäuerung des Körpers ebenso vorbeugend gegen Arthritis sein wie eine professionelle Darmreinigung. Stress sollte so gut es geht vermieden werden.


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