Hilfe bei Übersäuerung: Tipps für eine basische Ernährung

Die basische Ernährung hilft dabei, einen Säureüberschuss im Körper auszugleichen. Dies ist wichtig, weil Letzterer den Organismus stresst und schwere Krankheiten hervorrufen kann. Wie sich der Plan einer ausgewogenen Ernährung zusammensetzt beziehungsweise welche basischen Lebensmittel bevorzugt werden sollten, erklärt der nachfolgende Artikel.

ApfelDer Apfel steckt voller gesunder Inhaltsstoffe und wirkt basisch. (Foto by: kbuntu / Depositphotos)

1. Bewusst essen statt verzichten

Grundsätzlich geht es bei der basischen Ernährung nicht um den kompletten Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, sondern darum, den Ernährungsplan bewusst aufzubauen. Dann nämlich kommt die Ernährungsumstellung keiner Diät gleich, die häufig Frust hervorruft und mit einem JoJo-Effekt einhergeht.

Vielmehr gewöhnt sich der Körper an die neuen Gegebenheiten und die Lust auf Süßes oder bestimmte Genussmittel lässt nach. Außerdem werden Magen und Darm mit einer allmählichen Umstellung der Essgewohnheiten weniger belastet. Wer sich abrupt auf die basische Ernährung umstellt, kann in den ersten Tagen von Durchfall betroffen sein.

2. Die richtigen Getränke für die basische Ernährung

Um Säuren aus dem Körper herauszuschwemmen, wird regelmäßig viel Flüssigkeit benötigt. Etwa zwei Liter sollte der gesunde Erwachsene täglich trinken, damit die Organe gut durchspült werden und in den Geweben ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist.

Jedoch eignet sich nicht jedes Getränk zum Entsäuern.

  • Stilles Wasser sollte die Grundlage bilden. Wem es pur zu langweilig erscheint, der kann es mit einem Spritzer Zitronensaft oder einem Stück Ingwer verfeinern. Aber bitte nicht süßen!
  • Auch ungesüßte Kräutertees sind für die basische Ernährung erlaubt. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie den Körper zusätzlich mit Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen bereichern. Beispielsweise zählen die Brennessel und der Ackerschachtelhalm zu den heimischen Heilpflanzen, die einen Mix an wertvollen Inhaltsstoffen aufweisen und die den Organismus gleichzeitig entwässern.
  • Wenngleich grüner Tee den Wirkstoff Tein enthält, der mit dem Koffein gleichzusetzen ist, stehen seine gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe im Vordergrund. Daher darf grüner Tee bei der basischen Ernährung verwendet werden. Schwarzer Tee, Kaffee sowie Milchgetränke sind in Maßen zu genießen. Gesüßte Getränke sollten nach Möglichkeit gemieden werden.
  • Naturreine Obstsäfte werden mit viel Mineralwasser gemischt und können so den Ernährungsplan bereichern.

3. Viel Gemüse, Kräuter und Obst essen

Obst und GemüseGemüse sollte die Grundlage für jede Mahlzeit sein. (Foto by: livfriis / Depositphotos)

Stellt man sich den Ernährungsplan als Pyramide vor, stehen Gemüse, Kräuter und Sprossen sowie Salate auf der unteren Stufe. Sie sollten die Grundlage jeder Mahlzeit bilden und dürfen auch zwischendurch uneingeschränkt verzehrt werden. Insbesondere Pilze werden als neutralisierend empfohlen, doch auch jedes andere Gemüse ist erlaubt.

Je frischer die Lebensmittel sind, desto mehr lebenswichtige Inhaltsstoffe enthalten sie. Zudem tragen sie durch ihren hohen Gehalt an Ballaststoffen zu einer Verbesserung der Verdauung bei. Diese wiederum regt den Körper dazu an, Säuren und Abfallprodukte möglichst schnell auszuscheiden.

Auch Hülsenfrüchte sind in der basischen Ernährung gern gesehen. Aufgrund ihres hohen Proteinanteils sind sie wahre Energiespender und gute Alternativen zu Fleisch, das in der Küche möglichst wenig oder gar nicht verwendet werden sollte.

Sämtliche Küchenkräuter werden als basisch eingestuft. Sie verleihen so mancher Mahlzeit den letzten Pfiff, gesund sind sie außerdem, da sie gesundheitsfördernde Wirkstoffe und Vitamine enthalten.

Auch Obst und Trockenfrüchte zählen zur basischen Ernährung. Beachten sollte man allerdings, dass es Fruchtzucker enthält und in großen Mengen genossen zur Gewichtszunahme führen kann.

4. Die richtigen Kohlenhydrate auswählen

VollkornbrotVollkornbrotprodukte sollten bevorzugt werden, sie enthalten reichlich Ballaststoffe und sättigen. (Foto by: matka_Wariatka / Depositphotos)

Ganz ohne Kohlenhydrate kommt der Körper nicht aus. Wichtig ist, diese in Maßen zu verwenden und sie aus den geeigneten Quellen zu beziehen. Vollkornprodukte stehen bei der basischen Ernährung im Vordergrund, da diese dem Körper Ballaststoffe liefern und über einen langen Zeitraum satt machen.

Während Kohlenhydrate früher die Grundlage der Mahlzeit bildeten und Gemüse als Beilage serviert wurde, hat sich diese Ansicht inzwischen gewandelt. Als Faustregel gilt nämlich, dass die Säuren von 100 Gramm Vollkornbrot durch 400 Gramm Gemüse neutralisiert werden sollten. Daher werden Kohlenhydrate bei der basischen Ernährung bewusst eingesetzt.

5. Hochwertige Öle aus Nüssen und Samen nutzen

Anstelle von tierischen Fetten spielen pflanzliche Öle bei der basischen Ernährung eine besondere Rolle. Diese lassen sich unter anderem aus Nüsse und Samen gewinnen. Als Beispiele sind Edelkastanien, Kokosnüsse und Haselnüsse zu nennen. Kürbiskerne, Leinsamen und Mandeln hingegen werden als sauer eingestuft. Verzichtet werden braucht auf sie bei der basischen Ernährung dennoch nicht. Wichtig ist, Letztere sparsam zu verwenden und sie naturbelassen zu verzehren. Geröstete oder gesalzene Nüsse und Samen sind eher ungeeignet.

6. Mit Frühstückscerealien vorsichtig umgehen

Fertigmüslis, Cornflakes und Getreideflocken werden in vielerlei Variationen als gesundheitsfördernd angeboten. Allerdings sollte man darauf achten, wie sie zusammengesetzt sind. Zum einen sind sie häufig mit Zusatzstoffen, unter anderem Aromen, angereichert. Zum anderen lauert in ihnen nicht selten sehr viel Zucker. Es empfiehlt sich daher, das Frühstück selbst zusammenzustellen. Buchweizengrütze zählt zu den neutralen Lebensmitteln. Aufgepuffter Reis, Weizen oder Mais sind saure Lebensmittel. Zum Süßen können anstelle von Zucker Stevia oder Honig verwendet werden. Zwar wird auch Letzterer als sauer eingestuft, doch seine gesundheitsfördernden Wirkstoffe überwiegen.

7. Kuchen und Torten in Maßen erlaubt

Wer könnte bei der Kaffeerunde auf Kuchen und Torten schon ganz verzichten? Das ist selbst bei der basischen Ernährung nicht notwendig. Wichtig ist, die richtigen Sorten auszuwählen. Ein Stück Apfelstrudel beispielsweise kann unbedenklich verzehrt werden. Das Croissant, die Biskuitrolle und die Sachertorte haben in der basischen Ernährung allerdings nichts zu suchen. Vollkornkekse sind als kleine Beigaben zum Tee oder Kaffee gelegentlich geeignet.

8. Milchprodukte als Kalziumlieferanten mit Bedacht einsetzen

JoghurtMilch und Milchprodukte sollten bei einer basischen Ernährung in Maßen genossen werden. (Foto by: fortyforks / Depositphotos)

Tierische Produkte spielen bei der basischen Ernährung kaum eine Rolle, weil sie Arachidonsäuren produzieren. Wer auf tierische Produkte dennoch nicht verzichten möchte, kann Milch und Milchprodukte in der basischen Ernährung als Kalziumlieferanten nutzen. Früher empfahl man Kindern und Erwachsenen, so viel Milch wie möglich zu trinken. Heute weiß man, dass ein Glas Milch den Kalziumbedarf des gesunden Erwachsenen deckt.

Alternativ können Joghurt und Käse zum Einsatz kommen. Mehr Milch oder Milchprodukte sollten auch nicht verzehrt werden, da sich im Körper ansonsten zu viele Säuren bilden. Bei der Auswahl lohnt es, auf einen niedrigen Fettgehalt zu achten und Produkte aus ökologischer Herkunft zu wählen.

9. Am besten alkoholfrei leben

Wer auf Alkohol verzichtet, schont seine Gesundheit. Wer nicht abstinent leben will, sollte zumindest die extrem säurebildenden Getränke meiden. Hierzu zählen beispielsweise der Eier- und Sahnelikör, die neben dem Alkohol auch tierische Fette enthalten. Bier gilt als neutral, wobei es auf die Sorte eher nicht ankommt.

10. Marinaden und Soßen am besten selbst herstellen

SaucenFertige Saucen und Marinanden sind meist mit schädlichen Zusatzstoffen angereichert. (Foto by: ajafoto / Depositphotos)

Zum Verfeinern von Speisen kommen häufig Marinaden und Soßen zum Einsatz. Fertigprodukte sollten nicht verwendet werden. Besser ist es, Marinaden und Soßen selbst herzustellen und die Zutaten mit Bedacht auszuwählen. Die Holländische Soße, die Kräuter-Sahne-Soße und die Käse-Sahne-Soße bilden sehr viele Säuren. Für sie gibt es unbedenkliche Alternativen. Mit Ausnahme von grünem und weißem Pfeffer werden nämlich sämtliche Gewürze als basisch eingestuft. Auch Senf, Obstessig und Tomatenmark sind in der basischen Ernährung erlaubt und gute Geschmacksträger. Weiterhin empfiehlt sich zum Andicken der Marinaden und Soßen fettarmer Naturjoghurt.


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