Richtige Ernährung bei Gastritis

Bei einer Gastritis ist die Magenschleimhaut entzündet und heilt oft von alleine ab. Dennoch ist in dieser Zeit die richtige Ernährung wichtig, um die Heilung zu beschleunigen und dafür zu sorgen, dass es dem Patienten währenddessen gut geht.

Gastirits BauchschmerzenBei Gastritis ist die Magenschleimhaut entzündet. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Eine Gastritis ist eine große Belastung für den Körper, denn der Magen kann nicht in seiner Funktion pausieren, bis er wieder gesund ist. Er muss auch im erkrankten Zustand weiterarbeiten, Nahrung verdauen und parallel dazu seine Entzündung bekämpfen.

Deshalb ist es wichtig in dieser Zeit auf leicht verdauliche Nahrung zu setzen und den Magen nicht durch unnötig schwer verdauliche oder reizende Nahrung zu überlasten.

Sofern es sich nicht um eine schwere Form handelt, heilt die Gastritis oft schnell wieder ab, allerdings erhöht sie das Risiko von Geschwüren und sogar von Krebs und sollte deswegen ernst genommen werden.

Auch führt sie zu unangenehmen Symptomen, die im Interesse des Patienten so schnell wie möglich wieder verschwinden sollten.

Was darf bei einer Gastritis gegessen werden?

Das Ernährungsprogramm für einen Gastritis-Patienten unterscheidet sich nur geringfügig von dem für Durchfall und andere Erkrankungen des Verdauungstraktes.

Wichtig ist in dieser Zeit auf nährstoffhaltige, leicht verdauliche Nahrung zu setzen, die die angegriffene Magenschleimhaut nicht unnötig reizt.

Zunächst kann der Körper ohnehin weniger Nährstoffe aufnehmen, wenn der Magen seine normale Funktion nicht erfüllen kann. Zudem reagiert er auf viele Lebensmittel mit Schmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen, die er normalerweise problemlos verdauen könnte.

Besonders geeignet sind unter anderem:

  • Reis
  • Kartoffeln oder Kartoffelpüree
  • Fenchel
  • Karotten
  • junger Kohlrabi
  • grüne Erbsen
  • Zucchini
  • Tomaten
  • grüner Salat
  • Lebensmittel, die leicht verdauliche Nährstoffe enthalten und die Magenschleimhaut nicht mit Gewürzen überlasten.

Als Würze eignen sich frische oder getrocknete Kräuter. Milder Essig und der Saft der Zitrone sind für das Salatdressing ideal. Kochsalz sollte nur bedingt verwendet werden.

Süßes wie Honig oder Marmelade sind in Maßen erlaubt und können auch zum Süßen der Speisen verwendet werden.

Unsere Rezept Vorschläge bei Gastritis:

Welche Lebensmittel schaden bei Gastritis?

Da bei der Gastritis die Magenschleimhaut nicht mehr wie gewohnt funktionieren kann, sind schwer verdauliche und reizende Lebensmittel problematisch.

Scharfe Gewürze

Bis zur Besserung der Beschwerden sollte bei der Ernährung darauf geachtet werden, vor allem scharfen Gewürzen aus dem Weg zu gehen.

Fleisch und Wurst

Fette Wurst, Gepökeltes und Geräuchertes sollte vermieden werden, ebenso scharf angebratenes, mit Speck gespicktes oder fettes Fleisch. Auch Geflügelhaut sollte nicht auf dem Speiseplan eines an Gastritis Erkrankten stehen und auch nach der Erkrankung vermieden werden.

Milch und Milchprodukte

Auf Vollmilch, Schlagobers, Sauerrahm (über 20% Fett) sowie gesäuerte Milchprodukte sollte verzichtet werden. Käsesorten, die über 45% Fett enthalten, würzige Käse, Schimmelkäse (Bsp. Gorgonzola), reifer Camembert oder Bergkäse sollten ebenfalls nicht verzehrt werden.

Backwaren und Brot

Bei einer Gastritis sollte Folgendes vom Speiseplan gestrichen werden: Frisches Brot (auch Vollkornbrot), frische Backwaren (auch Vollkorn), frisches Hefegebäck, fette Backwaren wie Blätterteig, in Fett Gebackenes oder Cremetorten.

Fisch

Fette Fischsorten wie Hering, Lachs oder Aal sowie geräucherter Fisch sind aus dem Speiseplan zu verbannen. Ebenso konservierte oder eingelegte Fischwaren.

Gemüse und Kartoffeln

Auf schwer verdauliche und blähende Gemüsesorten wie Kohl, Zwiebel, Lauch, Paprika, Pilze oder Kren ist zu verzichten.

Auch Hülsenfrüchte gilt es zu meiden, ebenfalls Salate, die mit fetten Saucen oder Mayonnaise zubereitet werden.

Kartoffeln, die in Fett gebraten werden, wie Pommes, Kroketten oder Bratkartoffeln, sollten ebenso gemieden werden. Der Kartoffelsalat sollte nicht mit Speck, Mayonnaise oder viel Öl angemacht werden.

Nüsse und Obst

Unreifes Obst, rohes Steinobst, Nüsse, Mandeln, Avocados und Pistazien sollten nicht verzehrt werden.

Richtiges Essverhalten bei Gastritis

Ernährung GastritisLeichte Vollkost ist bei Gastritis empfehlenswert. (Foto by: denio109 / Depositphotos)

Häufig leidet unter einer Gastritis auch der Appetit. Ganz einstellen sollte man das Essen jedoch nicht, denn der Körper braucht die Nährstoffe und die Gastritis kann sich dadurch auch kurzzeitig bessern. Wenn sie Schmerzen verursacht, dann liegt das daran, dass die Magensäure direkt auf die entzündete Magenschleimhaut einwirkt und dafür sorgt, dass sie schmerzt.

Durch die Verdauung bessern sich die Beschwerden, weshalb Essen trotz Appetitverlusts kein Problem darstellen sollte.

Langsames Essen und nicht schlingen ist die gesündeste Entscheidung bei Gastritis. Auch sollte man immer genug trinken.

Gegebenenfalls ist die Einnahme von Medikamenten ans Essen gekoppelt und man sollte kurz vor ihrer Einnahme etwas zu sich nehmen.

Tipps zur richtigen Ernährung bei Gastritis

  • Auf Süßigkeiten sollte weitestgehend verzichtet, Zucker nur in Maßen verwendet werden.
  • Scharfe Gewürze sowie Gewürze in Pulverform besser weglassen.
  • Grundsätzlich sollte bei einer Gastritis auf alle Fette verzichtet werden. Dazu zählen fette Saucen oder fette Suppen.
  • Hart gekochte Eier sind zu meiden, auch daraus zubereitete Speisen und Mayonnaise.
  • Starkes Anbraten der Speisen ist nicht empfehlenswert, auch rösten und frittieren verschiedener Gerichte sollte vermieden werden.
  • Speisen, die mit Speck und Zwiebeln zubereitet werden, gehören nicht auf den Speiseplan eines Gastritispatienten.

Kleine Portionen steigern den Appetit

Essen in kleinen Portionen macht Lust auf mehr. Wenn die Nahrungsaufnahme schwerfällt, dann hilft es, lieber etwas weniger zu essen und dafür öfter. Oder man nimmt sich einfach mehr Zeit für die Nahrungsaufnahme.

Gewürze tun nicht gut

Selbst leicht gewürzte Nahrung kann während einer Gastritis zu viel sein. Das gilt auch für Salz und Pfeffer, wobei Nahrung zumindest noch leicht gesalzen sein dürfte, um die Flüssigkeitsverluste und damit auch ausgespülte Mineralstoffe wieder auszugleichen.

Trinken, aber richtig

Gastritis sorgt durch Erbrechen für Flüssigkeitsverlust. Dieser soll wieder ausgeglichen werden; das funktioniert aber nur, wenn es sich um die richtige Art von Getränken handelt. Leitungswasser, Mineralwasser ohne Kohlensäure, Früchte- und Kräutertees sind die beste Wahl - je nachdem, was man selber am besten verträgt.

Wie kann ich einer Gastritis vorbeugen?

Die Magenschleimhaut ist einer der ersten Abschnitte des Verdauungstraktes, der mit der Nahrung in Berührung kommt. Dadurch muss er auch viel Arbeit leisten - dafür ist die Magensäure gedacht, die sehr sauer ist und natürlich auch die Magenschleimhaut belastet.

Bei einer Gastritis handelt es sich oft um eine Entwicklung aufgrund von starker Belastung über einen längeren Zeitraum hinweg; Alkohol, Tabak und andere Genussmittel dieser Art sind es, die am gefährlichsten für die Magenschleimhaut sind. Auch ungesunde, fettige Ernährung, an die man vielleicht nicht gewöhnt ist, kann eine Gastritis begünstigen.

Ebenfalls gilt Stress als häufiger Auslöser. Gerade über einen längeren Zeitraum hinweg kann starker Stress, körperlich und geistig, immer wieder zu einer Gastritis führen. Bei einem bestehenden Magengeschwür kann die Anfälligkeit für Gastritis ebenfalls höher sein, sodass man auch dann auf gesunde Ernährung achten sollte.

Bei Unsicherheiten oder Fragen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.


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