Kartoffel als Heilpflanze: Gesund, kalorienarm und heilsam

Die Kartoffel ist vor allem aus der Küche bekannt und ist in zahlreichen, verschiedenen Gerichten zu finden. Doch auch dank ihrer Heilwirkung kann sich die köstliche Knolle sehen lassen.

gesunde KartoffelKartoffeln schmecken nicht nur lecker, sie sind auch sehr gesund. (Foto by: tycoon / Depositphotos)

Herkunft, Steckbrief, Merkmale

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und kommt ursprünglich aus den südamerikanischen Anden.

Im 16. Jahrhundert brachten die Spanier diese Pflanze von Südamerika nach Europa.

Früher wurde die Kartoffel als Arme-Leute-Essen oder Dickmacher bezeichnet, mittlerweile ist sie jedoch als Grundnahrungsmittel anerkannt und sehr beliebt.

Diese Pflanze zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • sie wird bis zu einem Meter hoch
  • die Blüten sind weiß bis violett
  • die Blätter sind unpaarig gefiedert
  • Stängel und Blätter der Pflanze sind hochgiftig!

Von Juni bis Oktober wird die Knolle geerntet und verarbeitet.

Verschiedene Sorten

Zu unterscheiden gibt es festkochende, vorwiegend festkochende und mehlig kochende Sorten:

  • Fest kochende Sorten eignen sich gut für Salate, Salz- und Bratkartoffeln.
  • Vorwiegend fest kochende Kartoffeln können beinahe für alle Kartoffelgerichte verwendet werden.
  • Mehlig kochende Kartoffeln sind besonders für Kartoffelpürees oder Suppen geeignet.

Inhaltsstoffe

Nährwerte pro 100 Gramm rohe Kartoffeln
Kalorien 76 kcal
Eiweiß 1,9 Gramm
Kohlenhydrate 15,6 Gramm
davon Zucker 0,8 Gramm
Fett 0 Gramm
Ballaststoffe 2,1 Gramm

Das Eiweiß kann vom Körper besonders gut verwertet werden.

Der hohe Ballaststoffgehalt sorgt für eine lange Sättigung und regt die Verdauung an.

Vitamine

Diese Pflanze enthält Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin K.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Zudem sind in der Kartoffel reichlich Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten, wie Fluorid, Kupfer, Zink, Kalium und Kobalt.

FächerkartoffelnAus der Kartoffel können zahlreiche kalorienarme Gerichte gezaubert werden. (Foto by: vankad / Depositphotos)

Wirkung

Diese Stoffe wirken krampflösend, magenschonend, lindernd und entwässernd auf den Körper.

Die Anwendung

Bei folgenden Beschwerden bzw. Krankheitsbildern kann die Kartoffel eingesetzt werden: bei Kreislaufbeschwerden, Stoffwechselproblemen, Wasseransammlungen, Darmentzündungen, bei Beschwerden im Bereich der Bauchspeicheldrüse, Magenentzündungen, Halsschmerzen, Rheuma, Sehnenscheidenentzündungen, Hautproblemen, Durchblutungsstörungen, Bauchschmerzen, Krämpfen, Blasenentzündung, Augenschwellungen, Kopfschmerzen, bei Magen- und Darmkatarrhen, Geschwüren, Skorbut, Sodbrennen und bei Verstopfung.

Aus der Knolle werden Bäder, Tees, Tinkturen und Umschläge hergestellt.

Kartoffelsaft

KartoffelsaftKartoffelsaft kann unter anderem bei Magenschwerden angewendet werden. (Foto by: semenovp / Depositphotos)

Durch enthaltene Schleimstoffe schützt der basisch wirkende Kartoffelsaft kranke Magen- und Darmschleimhaut.

Äußerlich kann Kartoffelsaft bei Verletzungen und Geschwüren angewendet werden.

Kartoffelwickel

Für dieses beliebte Hausmittel fünf große Kartoffeln mitsamt der Schale weichkochen, mit einer Gabel grob zerdrücken, auf einem Leinentuch bzw. Geschirrtuch verteilen, die Ränder des Tuches einschlagen und etwas auskühlen lassen. Anschließend den Wickel auf den Brustkorb auflegen und mit einem Wollschal fixieren. Der Wickel kann dort einige Stunden bleiben.

Dieser Wickel kann bei Husten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen oder Nasennebenhöhlenentzündung angewendet werden.

Kartoffel kochen

Die Kartoffeln gründlich waschen, in einen Topf geben, diesen mit Wasser auffüllen, sodass die Kartoffeln bedeckt sind. Salz hinzufügen, zum Kochen bringen, Hitze reduzieren und die Kartoffeln ca. 15 Minuten zugedeckt kochen lassen. Um festzustellen, ob die Kartoffeln schon gar sind können diese mit einer Gabel oder einem Messer angestochen werden. Sobald diese Aktion leicht ausgeführt werden kann, ist die Kartoffel weich gekocht. Diese anschließend vom Herd nehmen, abseihen und je nach Rezept weiterverarbeiten.

Vorsicht Solanin

Wird das Nervengift Solanin in großen Mengen verzehrt, kann dies zu Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen führen.

Solanin ist in den ausgetriebenen Keimen und grünen Stellen der Kartoffel enthalten, weshalb diese bei der Zubereitung entfernt werden müssen. Gekocht werden sollten die Kartoffeln zwar mit der Schale, jedoch sollten diese vor dem Verzehr geschält werden, da Solanin auch in der Schale enthalten ist.

Kartoffeln richtig aufbewahren

Kartoffeln sollten dunkel sowie bei 5 bis 10 Grad Celsius in Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit gelagert werden.


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