Vitamin B1 - Thiamin

Das Thiamin spielt eine besondere Rolle im Bezug auf den Kohlenhydratstoffwechsel und ist daher für den Körper sehr von Bedeutung, da die meisten Menschen kohlenhydratreiche Kost bevorzugen. Es wird zudem auch Nervenvitamin genannt, da es einen engen Bezug zu dem zentralen Nervensystem eines Organismus bildet. Ein Mangel an Vitamin B1 kann zu groben körperlichen Schäden führen und sollte daher unter allen Umständen vermieden werden.

Vitamin B1Vollkornprdukte und Hülsenfrüchte versorgen unseren Körper mit Vitamin B1. (Foto by: egal / Depositphotos)

Wissenswertes über dieses Vitamin

Dieses Vitamin (chemische Bezeichnung ist Thiamin) ist wasserlöslich und oxidationsempfindlich. Es übernimmt im Körper wichtige Steuerfunktionen, da durch das Vitamin B1, die Kohlenhydrate, Fette und der Alkohol, in Energie umgewandelt werden können.

Zudem spielt es auch bei dem Funktion von Nervengewebe und den Herzmuskel eine durchaus wichtige Rolle.

Die Grundregel lautet: Je mehr Energie man benötigt, wenn man z.B. viel Sport treibt, desto mehr Thiamin braucht der Organismus. Deshalb muss man dem Körper mit der Nahrung sehr viel von diesem Vitamin zuführen, denn dann kann verhindert werden dass z.B. beim Stoffwechsel, giftige Nebenprodukte entstehen, die das Herz und das Nervensystem belasten könnten.

Das Thiamin gehört zu den hitzeempfindlichen Vitaminen und kann durch UV-Strahlung und Sauerstoffoxidation (zu hohe Sauerstoffzufuhr) deaktiviert werden. Man muss es (wie bei jedem Vitamin) richtig lagern und zwar kühl und dunkel (Kühlschrank), um den Zerfall bzw. Verlust so gering wie nur möglich zu halten. Die ausgeprägte Hitzeempfindlichkeit führt bei den Lebensmitteln, die einen hohen Thiamingehalt vorweisen können, zu erheblichen Verlusten, das bedeutet, dass beim Kochen ca. 30 % des ursprünglichen Gehaltes verloren gehen.

Der Hintergrund

Das Vitamin B1 wurde im Jahr 1897 entdeckt.

In welchen Nahrungsmitteln kommt dieses Vitamin vor?

Gute Lieferanten für Vitamin B1 stellen folgende Lebensmittel dar:

  • Fleisch (besonders Muskelfleisch, Schweinfleisch und Leber)
  • Scholle
  • Thunfisch
  • Getreide und Getreideprodukte
  • Hülsenfrüchte (unter anderem weiße Bohnen, Erbsen)
  • Kartoffeln
  • Haferflocken
  • Weizenkeime
  • Zucchini
  • Zuckermais
  • Sojaprodukten
  • Entenfleisch
  • Aal
  • Sonnenblumenkernen
  • Paranüssen
  • Erdnüssen

Definition und Wirkung

Das Vitamin B1 ist für die Umwandlung von Kohlenhydraten, Fetten und alkoholischen „Genussmitteln“ in erster Linie zuständig und es ist am Abbau bestimmter Aminosäuren beteiligt (es wirkt regulierend). Zudem ist es für weitere Vorgänge im Organismus sehr förderlich.

Das zentrale Nervensystem

Das Thiamin ist an der Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln beteiligt und wird daher des Öfteren als Nervenvitamin bezeichnet. Zudem wird das Vitamin bei der Erzeugung von Nerven regulierenden Substanzen gebraucht und bildet die Nervenstrukturen unterstützen und schützen.

Der Stoffwechsel

Das Vitamin dient als wichtiges Steuerungsinstrument des Energiehaushaltes des Körpers, weil es eine tragende Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel spielt. Es ist ein sehr wertvoller und unverzichtbarer Baustein für viele Enzyme, die der Körper braucht, wenn er die Kohlenhydrate spalten will. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Körper das Vitamin B1 für einen geordneten Kohlehydrat- und Zellstoffwechsel unbedingt braucht.

Die Diabetiker

Diabetiker sollten dieses Vitamin in hoher Dosis einnehmen denn es bewirkt bei ihnen eine Schutzfunktion gegen Neuropathie, dass ist eine Degeneration der peripheren Nerven.

Die Leistungsfähigkeit

Das Vitamin B1 ist für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit unerlässlich und ist für die optimale Funktion des motorischen Reizleitungssystems (Geruchs-, Tast-, Sehsinn) hilfreich.

Das Herz

Es ist für den optimalen Zellenergiehaushalt des Herz-Kreislaufsystems, ganz besonders für den Herzmuskel von Bedeutung, da dieser einen sehr hohen Verbrauch an Bioenergie hat, aufgrund der enorm großen Leistung die er Tag für Tag erbringen muss.

Der tägliche Bedarf eines Menschen

Der Mensch kann ca. 9 bis 16 mg Vitamin B1 täglich aufnehmen. Nach der Aufnahme kommt dieses Vitamin meistens in die Leber wo es in Thiamindiphosphat (TDP) umgewandelt wird. Es ist möglich, dass der Mensch ca. 25 bis 30 mg Vitamin B1 im Körper „speichern“ kann und das Vitamin kann bis zu 40 Tage im Körper bleiben.

Die regelmäßige Zufuhr von Vitamin B1 ist nötig damit die Stoffwechselvorgängen, die von dem Vitamin beeinträchtigt werden, problemlos und ungestört ablaufen können. Die Thiamine können nur in Form von Vitameren (eine Vorstufe des Vitamin B1) im Körper gespeichert werden, aber eine richtige Speicherfunktion, wie sie bei anderen Vitaminen auftritt, gibt es nicht.

Die meisten Menschen leiden unter einem sehr geringen Vitamin B1 Mangel, der aber keine großen Schäden mit sich bringt. Zusammenfassend kann man sagen, dass man ca. 0,5 mg Vitamin B1 pro 1000 kcal aufnehmen sollte.

Der Mangel an Vitamin B1

Vitamin B1 MangelEin Mangel an Vitamin B1 kann sich unter anderem durch Konzentrationsschwierigkeiten äußern. (Foto by: depositedhar / Depositphotos)

Bei einem Vitamin B1 Mangel kann der Stoffwechsel (Kohlenhydratstoffwechsel) erheblich gestört werden und es können Beklemmungen und Herz-Kreislaufversagen auftreten.

Ein Thiamin Mangel kann zu folgenden Symptomen führen: 

  • Krämpfe
  • Lähmungen
  • Muskelschwäche
  • Nervenentzündungen
  • Appetitlosigkeit
  • Depressionen
  • Konzentrationsschwäche
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Funktionsstörungen des Magen-Darm-Trakts
  • Verringerung des pH-Wertes des Blutes
  • Übersäuerung des Blutes

Die Ursachen für einen Mangel könnten chronischer Alkoholkonsum, Gerbsäure im Schwarztee und Kaffee, Schwefel als Konservierungsmittel und nicht ausgewogene Diäten sein. Eine der bekanntesten Mangelerkrankungen ist die Beriberi Krankheit. Bei dieser Krankheit kommt es zu einer Störung der Nervenfunktion und daraus resultiert der Muskelschwund.

Die Überdosis an Vitamin B1

Dieses Vitamin hat eine geringe Speicherkapazität im Körper und deshalb ist eine „Überdosis“ kaum zu befürchten (dieser Fall wurde auch noch nicht erlebt und erforscht).


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