Gangstörungen

Wenn Probleme beim Gehen auftauchen, sogenannte Gangstörungen, können die Ursachen Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Nerven oder der inneren Organe sein. Die Symptome reichen je nach Auslöser von Gehunsicherheiten über Schwindel bis zu Bewusstlosigkeit. Eine typische Gangstörung ist das sogenannte Schaufenstersyndrom.

GangstörungUrsachen für Gangstörungen gibt es viele. (Foto by: antiksu / Depositphotos)

Was sind Gangstörungen?

Gangstörungen treten auf, wenn es zu Erkrankungen der Nerven (neurologische Ursache), der inneren Organe (internistische Ursache) oder am Bewegungsapparat (orthopädische Ursache) kommt.

Damit ein Arzt die Erkrankung diagnostizieren kann, sind oft weitere Beschwerden ausschlaggebend. So gehen mit neurologischen Gangstörungen oft Schwindel einher. Der Erkrankte ist unsicher beim Gehen und Stehen, häufig kann das Gleichgewicht derart gestört sein, dass der Erkrankte zu Boden stürzt und sogar das Bewusstsein verlieren kann.

Sehr häufig kommt es bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose zu erheblichen Gangstörungen.

Zu orthopädischen Gangstörungen kommt es durch Schäden an Knochen, Muskeln an den Beinen oder Gelenken und der Wirbelsäle. Auslöser für die sogenannte Schaufensterkrankheit sind Durchblutungsstörungen in den Beinen (pAVK, periphere, arterielle Verschlusskrankheit). Die Beine schmerzen, der Betroffene muss in bestimmten Abständen immer wieder stehen bleiben.

Die Ursachen für Gangstörungen

Ursachen für Gangstörungen gibt es viele. Hier eine Übersicht der möglichen Auslöser:

  • Verletzungen der Muskeln, Muskelbeschwerden
  • Gelenksbeschwerden, wie Arthrose
  • Beschwerden der Knochen, wie ein Oberschenkelhalsbruch
  • Erkrankungen der Wirbelsäule, Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps)
  • Tumore in den Ohren oder im Gehirn
  • Enzephalitis (Gehirnentzündung) und Meningitis (Hirnhautentzündung)
  • Erkrankungen der Augen
  • Entzündungen der Gleichgewichtsnerven und Innenohrentzündungen
  • Hitzeschlag und Sonnenstich
  • Verletzungen am Kopf, wie ein Schädel-Hirn-Trauma
  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
  • Nebenwirkungen von Medikamenten, Beispiel Antibiotika
  • Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
  • Reisekrankheit und Schwindel
  • Genussmittel und Gifte, wie Alkohol
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Niedriger Blutdruck und ein Abfall des Blutdrucks
  • Durchblutungsstörungen im Ohr, den Beinen oder im Gehirn (bis zu Thrombosen)

Die Behandlung von Gangstörungen

Untersuchung GangstörungBei Gangstörungen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Die Therapie bei Gangstörungen richtet sich nach der Ursache. Sind Durchblutungsstörungen die Ursache, können konservative Therapien, medikamentöse Behandlungen oder Operationen als Behandlungsmaßnahmen eingesetzt werden.

Handelt es sich um einen Schlaganfall, ist die Behandlung unverzüglich einzuleiten. Prophylaktisch ist anzumerken, dass ein Verzicht auf Alkohol oder Drogen sinnvoll ist. Muss man Medikamente einnehmen, ist das Absetzten unbedingt mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Viele Nervenkrankheiten, die Gangstörungen auslösen, sind nicht ursächlich zu behandlen, sondern können rein symptomatisch therapiert werden. Dazu zählen insbesondere Parkinson, Multiple Sklerose oder Polyneuropathien. Am ehesten helfen in diesen Fällen unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie, Wechselbäder, Massagen, Elektroanwendungen oder Wärmebehandlungen.

Bei orthopädischen Gangstörungen wird die Therapie nach der Ursache ausgerichtet. Die Behandlungsmethoden reichen von Ruhigstellung bis Bewegungstherapien bis zu operativen Maßnahmen.

Weitere Informationen zu Gangstörungen

Da Gangstörungen immer aufgrund einer schwerwiegenden Ursache auftreten, sind sie nie zu bagatellisieren. Ein Arzt ist unbedingt aufzusuchen. Tipps und gute Informationen bieten spezielle medizinische Portale im Internet.


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