Parkinson (Morbus Parkinson)

Bei Parkinson (Morbus Parkinson) handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns, welche sich vor allem durch Beweglichkeitsstörungen sowie Störungen des Bewegungsablaufes kennzeichnet. Parkinson zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft vor allem Menschen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren.

ParkinsonBei Parkinson treten vor allem Beweglichkeitsstörungen auf. (Foto by: Barabasa / Depositphotos)

Was ist Parkinson?

Von Parkinson oder Morbus Parkinson spricht man bei einer Erkrankung des zentralen Nervensystems mit Störungen der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungsabläufe. Charakteristisch für Morbus Parkinson ist der fortschreitende Verlust von bestimmten, dopaminenthaltenden Nervenzellen im Gehirn.

In der Hauptsache konzentriert sich dieser Verlust auf die sogenannte Schwarze Substanz (im Mittelhirn, der Botenstoff Dopamin wird hier gebildet) und die Kernkomplexe (im Hirnstamm). Dopamin ist indirekt für die Bewegungsabläufe zuständig. Bei einem Mangel an Dopamin im Streifenkörper des Gehirns (Stratum) kommt es zu Störungen in den Bewegungsabläufen der Betroffenen, wie einer Bewegungsarmut.

Gleichzeitig entsteht durch den Dopaminmangel ein Ungleichgewicht zu anderen Botenstoffen (Glutamat, Acetylcholin), wodurch sich der typische Tremor (Zittern) oder eine Muskelsteifheit zeigt.

Die Ursachen

In vier von fünf Fällen sind die Ursachen für eine Parkinson-Erkrankung unbekannt, das nennt man idiopathisch (idiopathisches Syndrom).

Warum die Nervenzellen in der Schwarzen Substanz absterben und somit den Dopaminmangel im Striatum des Gehirns auslösen, was schlussendlich für die typischen Parkinson-Symptome sorgt, ist unklar.

Bekannt ist die Ursache für eine Parkinson-Erkrankung bei folgenden Formen:

  • Dem familiären Parkinson-Syndrom: Diese Form tritt sehr selten auf, es liegen Veränderungen im Erbgut vor.
  • Dem symptomatischen oder sekundären Parkinson-Syndrom: Ursache sind Erkrankungen wie Hirntumore oder Umwelteinflüsse wie Vergiftungen (Nervengift, u.a.), aber auch Medikamente wie Neuroeleptika.

Die Symptome bei Parkinson

Die Parkinson-Symptome werden in drei Stadien unterteilt:

1. Frühstadium

Am Anfang zeigen sich unspezifische Symptome wie Muskelverspannungen oder Müdigkeit.

Schreitet die Krankheit fort, werden die feinmotorischen Tätigkeiten (Schreiben, Zähneputzen, Zuknöpfen von Kleidungsstücken, u.a.) zunehmend eingeschränkt.

Der Gang des Betroffenen ändert sich, die Schritte werden kleiner und der Erkrankte geht vornübergebeugt.

Viele Erkrankte leiden an Schlafstörungen.

2. Fortgeschrittenes Stadium

Typisch ist in diesem Stadium eine typische Bewegungsverlangsamung und oft eine intensive Steifheit der Muskeln, schnelle Bewegungsabläufe sind unmöglich.

Der Betroffene fällt aufgrund der instabilen Körperhaltung schneller hin. Befindet sich ein Arm in einer längeren Ruhephase, kommt es zum Ruhetremor.

Weitere Symptome können unter anderen sein:

Auch die Psyche leidet – Depressionen und Angststörungen treten gehäuft auf.

3. Spätstadium

In diesem Stadium kann es (eher selten) zu einer völligen Bewegungsunfähigkeit kommen, was lebensgefährlich ist, ansonsten verstärken sich oben genannte Symptome zunehmend.

Menschen im Spätstadium müssen ihre Medikamente konsequent einnehmen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um eine lebensbedrohende Verschlechterung der Erkrankung zu vermeiden.

Die Behandlung von Parkinson

Sobald die Erkrankung Parkinson diagnostiziert wird, ist es erforderlich eine frühzeitige, wirksame und altersgerechte Therapie für den Patienten festzulegen.

Dafür stehen einige Therapiemaßnahmen zur Verfügung.

Medikamentöse Therapie

Dabei wird der Mangel an Dopamin ausgeglichen. Als Medikamente kommen Levodopa (Vorstufe des Dopamins), Dopamin-Agonisten (Nachahmer des Dopamins) und MAO B-Hemmer und COMT-Hemmer (Blockade des Abbaus an Dopamin) infrage.

Parkinson BehandlungLeider gibt es keine wirksamen Vorbeugungsmaßnahmen gegen Parkinson. (Foto by: nenovbrothers / Depositphotos)

Begleitende und alternative Therapien

  • Anticholinergika, durch dieses Medikament werden das Zittern und die Bewegungsverlangsamung lassen sich damit mildern.
  • Die Chirurgie (Pallidotomie und Thalamotomie), allerdings sind bei diesen Eingriffen ins Gehirn Nebenwirkungen möglich.
  • Neue Behandlungsmöglichkeiten wie die Hochfrequenz-Tiefenhirnstimulation kann die Symptome verringern. An weiteren Therapiekonzepten für die Zukunft wie die Stammzellen-Transplantation oder computergesteuerte Pumpen wird intensiv geforscht.
  • Zu den wichtigen begleitenden Therapien zählt die Physiotherapie.
  • Der Erkrankte sollte sich des Weiteren gesund und fettarm ernähren, ausreichend trinken, sich regelmäßig bewegen und Sport wie Schwimmen, Wandern oder Gymnastik betreiben.

Parkinson-Erkrankungen sind nicht heilbar, die Krankheit schreitet jedoch bei konsequenter Therapie langsam fort. So kann es bis zu 20 Jahre dauern, bis der Patient pflegebedürftig wird.

Kann man Parkinson vorbeugen?

Es gibt keine wirksamen Vorbeugungsmaßnahmen gegen Parkinson.

Weitere Informationen

Selbsthilfe- und Beratungsstellen helfen den Betroffenen und ihren Angehörigen bei allen Fragen rund um Behandlungsmöglichkeiten, Alltag und vielem mehr. Parkinson betrifft oft auch die Psyche, Psychotherapeuten (Liste auf unserem Portal) sind Spezialisten und können weiterhelfen. Foren im Internet ermöglichen es Erkrankten und Angehörigen sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, Bücher zum Thema erklären vieles rund um die Krankheit.


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