Die größten Vitamin- und Mineralstoffräuber

Es gibt einige Nahrungsmittel, die wir tagtäglich zu uns nehmen und die dafür sorgen, dass die Vitamin- und Mineralstoffzufuhr gehemmt wird. Doch welche Nahrungsmittel sind tatsächlich Vitamin- und Mineralstoffräuber und verursachen sogar Mangelzustände?

VitamineEs gibt einige Nahrungsmittel, sogenannte "Vitaminräuber", die die Vitaminaufnahme hemmen. (Foto by: count_kert / Depositphotos)

Vitamine und Mineralstoffe sind lebensnotwendige Bestandteile unserer Nahrung.

Vitamine werden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • fettlösliche Vitamine (A, D, E, K)
  • wasserlösliche Vitamine (C, B-Gruppe, H, Folsäure)

Eine Unter- wie auch eine Überversorgung kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, wobei überschüssige wasserlösliche Vitamine über den Urin ausgeschieden werden können.

Die meisten Vitamine kann der Körper nicht selbst herstellen; dagegen sind die Mineralstoffe Eisen, Zink oder Kalium natürliche Bestandteile unseres Körpers.

Sowohl Vitamine als auch Mineralstoffe müssen aber über die Nahrung regelmäßig aufgenommen werden, manche Mineralien allerdings nur in ganz geringer Form (sogenannte Spurenelemente).

Vitamin- und Mineralstoffräuber bzw. Anti-Nährstoffe hemmen die Aufnahme bzw. die Wirkung oder sorgen für einen schnellen Abbau.

1. Lagerung, Transport und Verarbeitung

Durch Lagerung, Transport und Verarbeitung von Nahrungsmitteln können Nährstoffe verloren gehen. Das gilt vor allem für Vitamine, die auf Licht, Hitze und Sauerstoffzufuhr empfindlich reagieren.

2. Phytinsäure

Phytinsäure ist der Phosphat-Speicher in Pflanzen, der Energie für das Wachstum der Pflanze bringt. Diese Säure ist vor allem in folgenden Lebensmitteln enthalten:

  • Vollkornreis
  • Getreide
  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen, Bohnen, Sojabohnen)

Phytinsäure bindet Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen und hemmt so deren Aufnahme.

Der Verzehr ist natürlich dennoch gesund: Die Nahrungsmittel enthalten viele andere aufnehmbare Nährstoffe (vor allem Eiweiß) sowie Folsäure und B-Vitamine.

Und: Phytinsäure hat eine antioxidative Wirkung und soll daher vor Krebs schützen. Zudem kann sie einem Überschuss an Eisen vorbeugen.

3. Koffein

Koffein hemmt die Aufnahme von Eisen und erhöht die Ausscheidung von Kalzium und Magnesium. Darüber hinaus führt vermehrter Kaffee- und Teegenuss zu einem erhöhten Vitamin-B1-Verbrauch. Nach dem Essen sollte man daher auf Cola, Kaffee oder (schwarzen/grünen) Tee verzichten.

4. (Kristall-)Zucker

Durch Zuckerkonsum wird Kalzium und Chrom verstärkt über die Nieren ausgeschieden. Daneben wird Vitamin B1 abgebaut, was jedoch bei regelmäßiger Aufnahme des Vitamins nicht entscheidend ins Gewicht fallen dürfte.

5. Spinat und Rhababer

Spinat und Rhababer beeinträchtigen die Verwertung von Kalzium.

6. Getreidekleie

Getreidekleie hat zwar einige positive Wirkungen, jedoch entsteht durch dessen Konsum eine verminderte Aufnahme von Kalzium und Kupfer. Eisen wird sogar vermehrt ausgeschieden.

7. Stress, Alkoholmissbrauch und Rauchen

Stress, Alkoholmissbrauch und Rauchen sind echte Vitamin- und Mineralstoffräuber.

Durch Stress wird Adrenalin gebildet, zu dessen Produktion Vitamin C benötigt wird. Der entstehende Mangel muss ausgeglichen werden. Das gilt auch für die B-Vitamine und für Vitamin E.

Alkoholmissbrauch führt zur Hemmung der Vitamin-B1- und B6-Aufnahme. Ferner fehlen dem Körper Vitamin C, Zink, Folsäure, Kalzium, Magnesium und Niacin.

Raucher haben oftmals Mangelerscheinungen in Bezug auf Vitamin C, B2, B6 und B12 sowie Folsäure.

Zucker als VitaminräuberDurch Zuckerkonsum wird Vitamin B1 abgebaut. (Foto by: bit245 / Depositphotos)

8. Medikamente

Einige Medikamente erhöhen den Vitaminbedarf. Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, sollten auf die ausreichende Versorgung mit Vitamin B2, B6, B9 und B12 achten.

9. Gefährdete Personengruppen

  • Personen, die sich vegetarisch bzw. vegan ernähren, sollten stets darauf achten, genügend Mineralstoffe und Vitamine aufzunehmen. Mangelerscheinungen sind sonst vorprogrammiert.
  • Gleiches gilt für sich im Wachstum befindliche Jugendliche, Senioren und Leistungssportler.
  • Für Diabetiker etwa sind für die Regulierung des Blutzuckerspiegels die Mineralien Mangan und Zink wichtig, für Krebskranke die Vitamine A, C und E und für Personen mit einer bakteriellen Infektion Zink und Vitamin C.
  • stillende Mütter kann es verstärkt an den Vitaminen A, B1, B2, B6 und C sowie an Eisen, Jod, Zink und Kalzium fehlen.

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