Die Ernährung in der Stillzeit

Für Babys und Kleinkinder ist es bekanntermaßen sehr gesund, möglichst lange gestillt zu werden. Doch ist es für die Mütter auch nicht immer ganz leicht, denn diese Zeit erfordert eine ganz spezielle Ernährung von ihnen. Worauf zu achten ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Mutter stillt BabyDie Stillzeit ist eine schöne Zeit für Baby und Mutter. (Foto by: oksun70 / Depositphotos)

Während der Stillzeit ist von den Müttern Disziplin gefragt – eine gesunde Ernährung ist für eine gute Entwicklung des Kindes sehr wichtig. Jeder Vitamin- oder Nährstoffmangel, den die Mutter hat, wird sich sonst früher oder später auf das Kind übertragen oder zumindest bei der Mutter noch zusätzlich schlimmer werden. Doch worauf sollte nun wirklich konkret geachtet werden?

Die Kalorienmenge

Voll stillende Mütter haben einen erhöhten Energiebedarf, da das Baby einen nicht unwesentlichen Teil der aufgenommenen Energie benötigt. Man geht davon aus, dass täglich je nach dem vorherigen Grundumsatz bis zu 600 Kalorien mehr benötigt werden. Natürlich sollten diese zusätzlichen Kalorien nicht in Kuchen und Süßigkeiten investiert werden, sondern in eine größere Menge an vitamin- und nährstoffreichen Lebensmitteln.

Abnehmen

Wenn die Mutter während der Schwangerschaft im normalen Rahmen zugenommen hat, kann sie davon ausgehen, dass während der Stillzeit einige Kilos scheinbar wie von selbst verschwinden. Der Körper legt während der Schwangerschaft gezielt Energiedepots an, aus denen die Stillende später zehren kann. Wenn Mütter das Stillen mit einer gesunden Ernährung und gezielter Bewegung verknüpfen, steht der Gewichtsreduktion nichts mehr im Wege. Für radikale Abnehmkuren ist die Stillzeit aber definitiv nicht geeignet, da dabei meist die Nährstoffversorgung nicht mehr ausreichend aufrecht erhalten werden kann.

Was essen?

Die gesunde Ernährung während der Stillzeit orientiert sich eigentlich an den üblichen Vorschriften zur gesunden Ernährung:

  • Täglich mehrere Portionen frisches Gemüse und Obst.
  • Vollkornprodukte sind normalen Getreideprodukten vorzuziehen.
  • Fleisch gehört etwa dreimal pro Woche auf den Speiseplan, Fisch ein- bis zweimal.

Lebensmittel, die während der Stillzeit tabu sind, gibt es eigentlich nicht. Allerdings sollten Giftstoffe für den Körper gemieden werden. Hierzu zählen beispielsweise Kaffee und Nikotin, aber auch von zu viel Fett ist abzuraten. Das Koffein aus koffeinhaltigen Getränken geht in die Muttermilch über und bleibt dort bis zu zwei Tage. Wenn ihr Baby dafür anfällig ist, kann es dadurch unruhig werden und Schwierigkeiten beim Einschlafen haben.

Alkohol sollte grundsätzlich vermieden werden. Wenn es aber doch einmal sein muss, sollte er nicht direkt vor dem Stillen getrunken werden, sondern besser so früh, dass sich der Alkohol wenigstens noch teilweise abbauen kann. Wird das Baby häufiger mit Alkohol in der Muttermilch konfrontiert wird, kann die getrunkene Menge abnehmen.

Ernährung StillzeitAuch in der Stillzeit sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden. (Foto by: Ariwasabi / Depositphotos)

Für die notwendige Kalziumaufnahme kann die Stillende neben Milch und Milchprodukten auch Mandeln oder dunkelgrünes Gemüse, wie Brokkoli essen. Wenn eine Kuhmilchallergie des Babys festgestellt wurde, sollte die Mutter auf Milch und Milchprodukte der Kuh verzichten. Die Diät muss aber unbedingt mit dem Arzt besprochen und von einem Ernährungsberater begleitet werden. Andere Milchprodukte von Ziegen oder Schafen etc. können ebenso wie Kuhmilch Allergien auslösen.

Neben der Kuhmilch können Hühnereier, Nüsse oder Fisch eventuell Allergien beim Säugling auslösen. Gibt es schwere Lebensmittelallergien in der Familie der stillenden Mutter, kann sie vorsorglich auf diese Nahrungsmittel verzichten.

Wie viel sollte eine stillende Mutter trinken?

Durch das Stillen besteht auch ein Mehrbedarf an Flüssigkeit, doch sollte keinesfalls über das natürliche Durstgefühl hinaus getrunken werden. Durch ein Zuviel an Flüssigkeit nimmt die Menge der Muttermilch ab, das Baby kann schlechter gedeihen.

Zu wenig Flüssigkeit andererseits verstärkt zwar die Menge des Urins, hat aber keinen Einfluss auf die Milchmenge. Am besten trinkt eine stillende Mutter Mineral- oder Leitungswasser, eventuell mit etwas Fruchtsaft gemischt. Kräutertees sind ebenso empfehlenswert. Verzichtet werden sollte auf Limonaden und wie schon erwähnt auf Alkohol und Kaffee.

Vegetarische oder veganische Ernährung während der Stillzeit

Vegetarische Ernährung während der Stillzeit ist prinzipiell möglich, wenn die Mutter Eier und Milchprodukte zu sich nimmt. Die Eisen- und Eiweißzufuhr muss gewährleistet sein, ein Ernährungsberater kann einen adäquaten Ernährungsplan zusammenstellen. Veganische Ernährung, also der Verzicht auf jegliche tierische Lebensmittel, ist während dem Stillen nicht empfehlenswert – das Baby könnte bleibende neurologische Schäden davontragen. Möglich ist eine veganische Ernährung der Mutter nur, wenn sie durch Nahrungsergänzungsmittel Nahrungssupplemente für Vitamin B12, Kalzium, Eisen und Zink zu sich nimmt.

Blähungen beim Baby

Es wird häufiger beobachtet, dass gestillte Kinder Probleme mit Blähungen haben. Dies wird häufig durch blähende Lebensmittel verursacht, die die Mutter gegessen hat, wie zum Beispiel Zwiebeln, Kohl oder Bohnen.

Beispielsweise Kohl, Tomaten und Orangen sin die beste Quelle für Folsäure. Allein auf Verdacht sollte darum nicht auf essentiell wichtiges Obst, Gemüse oder Getreideprodukte verzichtet werden.

Hat die stillende Mutter den Verdacht, dass ein bestimmtes Lebensmittel eine Unverträglichkeit beim Baby auslöst, sollte sie das bestimmte Lebensmittel weglassen und nach 24 Stunden überprüfen, ob es zu einer Besserung der Symptome beim Kind kommt. Um ganz sicher zu gehen, dass jenes Lebensmittel schuld an den Beschwerden des Kindes hat, sollte nach einem neuerlichen Verzehr auf das eventuelle Auftreten der Symptome geachtet werden. Treten diese auf, ist das Nahrungsmittel während der Stillzeit vom Speiseplan zu entfernen.

Übrigens verweigern manche Babys auch die Muttermilch, wenn die Mutter etwas gegessen hat, das den Geschmack der Muttermilch verändert hat. Dies kann beispielsweise passieren, wenn die Mutter viel Knoblauch zu sich genommen oder Spargel gegessen hat. Dies sollte jedoch zunächst erst einmal getestet werden, dann vielen Babys macht das auch überhaupt nichts aus.

Die Stillzeit ist eine äußerst schöne Zeit für Baby und Mutter und die richtige Ernährung unterstützt das Gedeihen des Babys.


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