Vitamin B9 - Folsäure

Dieses Vitamin ist sehr wichtig für unseren Körper, denn es übernimmt zahlreiche Aufgaben und Funktionen in unserem Organismus. Unter anderem kann diversen Krankheiten entgegengewirkt bzw. diesen vorgebeugt werden.

Vitmain B9Tomaten, Blattgemüse oder Eier sind reich an Vitamin B9. (Foto by: Natalyka / Depositphotos)

Wissenswertes über Folsäure

Ursprünglich wird das Wort Folsäure vom lateinischen Wort "folium" abgeleitet, was übersetzt so viel wie "Blatt" bedeutet.

Es ist ein essentielles Vitamin und kann im Köper nicht gespeichert werden, deshalb muss es täglich über die Nahrung aufgenommen werden.

Vitamin B9, manchmal auch als Vitamin B11 oder Vitamin M bezeichnet, gehört zur Gruppe der wasserlöslichen Vitamine.

Unter anderem ist Folsäure für den Stoffwechsel und die Energieversorgung der Körperzellen sehr wichtig. Auch bei der Zellteilung und dem Zellwachstum ist dieses Vitamin nicht weg zu denken.

Ein reibungsloser Ablauf im Bezug auf den Aufbau von Erbsubstanz, roten Blutkörperchen und Muskeln kann nur mit der nötigen Zufuhr von Folsäure funktionieren.

Richtige Lagerung und Zubereitung

Folsäure ist stark licht- und hitzeempfindlich, deshalb sollten die Koch- und Garzeiten möglichst gering gehalten werden, um den Vitatimverlust auf ein Minimum zu reduzieren.

Die richtige Lagerung ist sehr wichtig, es sollte möglichst dunkel und kühl sein.

Zudem ist zu beachten, dass der Körper oftmals intensiver Sonnenstrahlung (UV-Strahlung) ausgeliefert ist, wodurch der Folsäure-Gehalt im Körper reduziert ist. Besonders hellhäutige Menschen sind davon betroffen.

Geschichtliches und Entdeckung

Dieses Vitamin wurde im Jahre 1930 entdeckt und 11 Jahre später, 1941 wurde das Vitamin B9 zum ersten Mal aus dem Blattspinat isoliert.

Lebensmittel mit einem hohen Folsäure-Gehalt

Dieses Vitamin kommt in vor allem in folgenden Lebensmitteln vor:

  • Orangen und Orangensaft
  • Mandarinen
  • Weißkohl
  • Hülsenfrüchten, wie Kichererbsen, Linsen, frische Bohnen, Erbsen und Erdnüsse
  • Vollkornprodukten
  • Milch
  • Grünes Blattgemüse
  • Kartoffel
  • Salate
  • Hefe
  • Kalbs- und Geflügelleber
  • Melanzani
  • Eier
  • Keime
  • Radieschen
  • Salatgurke
  • Spinat
  • Nüsse
  • Schweinefleisch
  • Brokkoli
  • Karfiol
  • Gartenkresse
  • Petersilie
  • Tomaten
  • Spargel

Wirkung und Aufgabenbereich

Zellteilung

Speziell im Bereich der Zellteilung wird dieses Vitamin besonders gebraucht, denn alle Gewebearten mit hoher Zellteilungsrate wie zum Beispiel das Knochenmark, die Haut und Schleimhaut, sind auf Folsäure angewiesen.

Wundheilung und Muskelwachstum

Außerdem ist es für die Wundheilung und für das Wachstum der Muskeln von Bedeutung.

Sauerstoffversorgung

Die Folsäure in Verbindung mit Vitamin B12 ermöglicht, dass sich die roten Blutkörperchen rascher entwickeln können. Die Sauerstoffversorgung des Körpers kann damit sichergestellt werden.

Positive Wirkung auf den Blutdruck

Außerdem wird der Folsäure eine positive Wirkung auf arterielle Verschlusskrankheiten und auf dem Blutdruck nachgesagt. Durch die regelmäßige Zufuhr können dieser Krankheit vorgebeugt und der Blutdruck kann gesenkt werden.

Wichtig für ungeborene Kinder

Für ungeborene Kinder ist dieses Vitamin besonders wertvoll, denn dadurch wird die Entwicklung des Rückenmarkes gefördert und das Kind kann optimal versorgt werden.

Sonsige Wirkung

  • Der Stoffwechsel benötigt Vitamin B9 für seine problemlose Ausführung.
  • Zudem ist Folsäure ein Garant für schöne Haut, Haare und Nägel.
  • Bei Erkrankungen im Bereich des Herz-Kreislaufssystems ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B9 extrem wichtig. Die Folsäure hilft bei der Umwandlung des gefäßschädigenden Homocysteins in Methionin, denn durch diese Aminosäure wird Arteriosklerose verursacht.
  • Außerdem wirkt das Vitamin regulierend auf die essentielle Aminosäure und kann das Schlaganfallrisiko senken.

Der tägliche Bedarf eines Menschen

Folsäure in der SchwangerschaftWährend der Schwangerschaft ist der Folsäurebedarf erhöht. (Foto by: michaeljung / Depositphotos)

Als allgemeine Empfehlung gilt, dass Erwachsene pro Tag ca. 0,3 mg Folsäure aufnehmen sollten.

Folsäure sollte zusammen mit Vitamin B12 aufgenommen werden, da dies eine perfekte Kombination darstellt.

Durch einen Bluttest kann die Folsäureversorgung im Körper geprüft werden. Bei einem Mangel liegt der Blutwert unter 3 ng/ml. Bei einer guten Versorgung befindet sich der Wert zwischen 3 und 15 ng/ml. Von erhöhten Werten spricht man über 15 ng/ml.

Folsäure in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Folsäure-Bedarf, denn bei einem Mangel kann es zu Störungen in der Entwicklung des Gehirns und des Rückenmarks des Kindes kommen.

Deshalb empfiehlt sich, dass Frauen in der Schwangerschaft die Folsäurezufuhr zu verdoppeln. Über die Nahrung ist dieser Bedarf jedoch nur schwer zu decken, deshalb raten viele Frauenärzte zur zusätzlichen Einnahme von Folsäure-Präparaten.

Erhöhter Bedarf

Nicht nur Schwangere, auch ältere Menschen, Stillende Frauen oder Frauen, die empfängnisverhütende Mittel einnehmen, haben einen erhöhten Bedarf.

Personen, die unter chronischen Darmerkrankungen, Diabetes mellitus oder auch an einer Tumorerkrankung leiden, sollten die tägliche Dosis dementsprechend erhöhen.

Folsäure-Mangel, Vitamin B9 Mangel

Das Entstehen eines solchen Mangels liegt zu 80% an einer schlechten, unausgewogenen Ernährung.

Aber auch durch die Einnahme von Medikamenten, wie Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Triamteren, Trimethoprim, und Primodon kann es zu einem Mangel kommen.

Folsäuremangel in der Schwangerschaft

Kommt es in der Schwangerschaft zu einem Folsäuremangel so kann dies schwere Folgen haben. Unter anderem kann es zu Schwangerschaftsabbrüchen, Frühgeburten, Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen (problematische Entwicklung des Gehirn und des Rückenmarks, offener Rücken, offene Schädeldecke, Herzfehlern) kommen.

Die Folgen einer unzureichenden Folsäure-Zufuhr

Folgende Symptome und Beschwerden können auf einen Mangel hindeuten: Blutarmut, Schleimhautveränderung, Verdauungsprobleme, Sterilität, Pigmentstörungen, Hautveränderungen und schlechte Wundheilung, Haarausfall, Depressionen, Müdigkeit, Blässe, Ohnmacht, Appetitlosigkeit, Gliederschmerzen, Magen-Darm-Störungen, Wachstumsstörungen, erhöhte Gesamtcholesterinwerte und Unterzuckerung.

Die Überdosis an Vitamin B9

Eine Überversorgung ist eher selten, kann aber bei einer Zufuhr von ca. 15mg täglich auftreten und kann zu Schlaf- und Gemütsstörung führen.


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