Die Antibabypille und die Pille danach

Die Antibabypille hat wie kein anderes Verhütungsmittel die sexuelle Revolution beeinflusst. Unverständlich ist heutigen Generationen, wie ihre Mütter und Großmütter ohne die Pille leben konnten. Eingeführt wurde die Pille Anfang der 1960er Jahre. Die Pille wirkt auf den weiblichen Hormonzyklus.

Anti Baby PilleDie Anti-Baby-Pille stellt eine risikoarme und bequeme Art der Verhütung dar. (Foto by: filmfoto / Depositphotos)

Die Wirkung der Anti-Baby-Pille

Anfangs eine kurze Erklärung zum Zyklus der Frau: Das Hormon GnRh (Gonadaptrin-Releasin-Hormon) wird im Hirn ausgeschüttet, es bewirkt in der Hirnanhangdrüse die Steigerung der Ausschüttung der Hormone FSH und LH, beide für die Heranreifung des Eis im Eierstock und dem Eisprung verantwortlich sind.

An dieser Stelle bilden sich wiederum die Hormone Östrogen und Progesteron, die auf das GnRh im Gehirn wirken – kommt es nicht zur Befruchtung des Eis, beginnt der Zyklus von vorne, jeden Monat aufs Neue.

Die Wirkung der Anti-Baby-Pille findet direkt im Gehirn statt – die Ausschüttung des GnRh wird gebremst. Gleichzeitig verringert sich die Bildung der Hormone FSH und LH, kein Einbläschen kann mehr heranreifen, es kommt ergo zu keinem Eisprung und damit zu keiner möglichen Schwangerschaft. In modernen Pillen sind in der Regel 20 Mikrogramm Östrogen Ethinylestradiol (künstlich) enthalten, Unterschiede gibt es bei den angebotenen Pillenmarken im Bereich des Gestagen-Anteils - dem Progesteron-Analogon. Durch diesen Anteil entscheidet sich auch, ob die Pille gut vertragen wird.

Daneben wird die Minipille angeboten, die nur Progesteron enthält. Hier wird der Eisprung nicht verhindert, sondern es kommt zu einer Veränderung des Schleimhautmilieus der Gebärmutter und der Scheide, welches die Fähigkeit der Spermien bis zum Ei vorzudringen erheblich bremst.

Wichtig ist es, beide Pillenarten genau nach Angaben einzunehmen, um eine möglichst hohe Verhütungssicherheit zu erreichen, welche laut Pearl Index (berechnet nach Prozenten der Frauen die nach einem Jahr Einnahme trotzdem schwanger werden) bei 0,1 bis 1 %. Die Pille ist in der Regel von der Frau selbst zu bezahlen, das Rezept stellt ein Arzt (Gynäkologe, Allgemeinmediziner, etc.) aus.

Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille

Über verschiedene Erkrankungen im Zusammenhang mit der Einnahme der Anti-Baby-Pille werden Pros und Contras diskutiert, zu nennen seien Depressionen, Herzerkrankungen und Thrombosen. Gesichert sind die Zusammenhänge zur Pille nicht, allerdings kann eine erhöhte Neigung zu Thrombosen und Herzinfarkt bei gleichzeitig rauchenden Frauen nicht bestritten werden.

Ein erhöhtes Risiko liegt vor allem im ersten Jahr der Einnahme der Pille vor. Gesichert ist lediglich, dass die Frauen am Anfang der Einnahme der Anti-Baby-Pille rund 3 Kilogramm zunehmen, das sind allerdings Wassereinlagerungen im Gewebe durch das Östrogen, kein Fett und diese Wassereinlagerungen werden nach Absetzen der Pille auch wieder ausgeschieden.

Wie Frau die Pille verträgt, ist individuell.

Die Pille danach

Passiert es einmal, dass Frau die Pille vergessen hat oder ein Kondom nicht greifbar war oder abgerutscht ist, also zu einem ungeschützten Geschlechtsverkehr, und keinesfalls dem Wunsch, schwanger zu werden, dann kann eventuell die Pille danach eine gute Alternative sein. Bis maximal 72 Stunden nach dem Sex eingenommen, kann die Pille danach verhindern, dass sich das befruchtete Ei einnistet. Dieser Effekt wird durch eine besonders hohe Dosis Progesteron in der Pille danach erreicht. Die Wirkung hängt von der schnellen Einnahme der Pille danach ab, im Zeitraum von 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr liegst diese bei rund 99%. In Österreich braucht man für die Pille danach ein ärztliches Rezept, welches Allgemeinmediziner, Gynäkologen oder Ärzte in Frauenberatungsstellen ausstellen können. In Apotheken darf die Pille danach laut Gesundheitsministerium abgegeben werden, da es sich um einen Notfall handelt - allerdings bekommt man nicht in allen Apotheken das Medikament.

Nebenwirkungen der Pille danach

Die Pille danachNach der Einnahme der Pille danach kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Nach der Einnahme der Pille danach kann es zu Erbrechen, Übelkeit und Schwindel kommen. Erbricht die betroffene Frau in einem Zeitraum von 3 Stunden nach der Einnahme, muss die Pille danach noch einmal eingenommen werden.

Fazit

Heutzutage haben die Anti-Baby-Pillen einen relativ geringen Hormonanteil und sind darum in der Regel gut verträglich, über Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten informiert der Gynäkologe/die Gynäkologin. Sie stellen eine risikoarme und bequeme Art der Verhütung dar. Die Frauen haben durch diese Verhütungsmethode klar an sexueller Freiheit gewonnen, allerdings obliegt die Verhütung zum größten Teil dadurch auch an den Frauen. Mit der Pille danach kann Frau einer möglichen ungewünschten Schwangerschaft entgehen, unbedingt zu erwähnen sei hier, dass die Pille danach keine Abtreibungspille, also keine Schwangerschaftsabbruchpille, ist.

Wenn es zu Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten kommt, ist in jedem Fall der Arzt aufzusuchen. Auch wenn Frau die Pille nimmt, sollte sie bei einem Partnerwechsel auf ein zusätzliches Kondom beim Sex bestehen, denn dieses schützt nicht nur gegen eine unerwünschte Schwangerschaft, sondern auch gegen Geschlechtskrankheiten.


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