Johanniskraut als Heilpflanze: Steckbrief, Inhaltsstoffe, Anwendung und Wirkung

Die Heilpflanze Johanniskraut gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen und kann bei vielen körperlichen Beschwerden eingesetzt werden. Besonders bei Konzentrationsstörungen, Schmerzen aller Art, Depressionen und bei Wunden. Die Wirkstoffe des Krautes sind schmerzlindernd, stimmungsaufhellend, entzündungshemmend, schleimlösend und antibakteriell.

JohanniskrautDie Heilpflanze Johanniskraut wird vor allem bei Depressionen eingesetzt. (Foto by: Kassandra2 / Depositphotos)

Steckbrief und Merkmale von Johanniskraut

Die Heilpflanze Johanniskraut (Hypericum perforatum) stammt aus der Familie der Hartheugewächse (Hypericaceae) und man findet dieses ursprünglich in Europa, Nordafrika und Nordasien. Sie besitzt folgende Merkmale:

  • die Pflanze wird bis zu 100 cm hoch
  • die Stängel sind rund, kahl und mit zwei Längskanten ausgestattet
  • die Blätter sind länglich
  • die Blüten weisen eine goldgelbe Farbe auf

Von Juni bis September werden die Pflanzenteile (Blüten, Blätter und Stängel) geerntet und verarbeitet.

Inhaltsstoffe

Dieses Kraut enthält folgende Stoffe: Hypericin, Gerbstoffe, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol, Phytosterole und ätherische Öle. Dabei enthält die Blüte die meisten Wirkstoffe.

Johanniskraut Wirkung

Die Inhalsstoffe von Johanniskraut wirken antibiotisch, antidepressiv, entzündungshemmend, anregende, krampflösend, beruhigend, blutstillend, blutbildend, harntreibend, schleimlösend, antibakteriell, schlaffördernde und schmerzstillend auf den Organismus.

Anwendung von Johanniskraut

Bei folgenden Beschwerden kann dieses Kraut zur Anwendung herangezogen werden: bei Angstzuständen, Blutergüssen, Gliederschmerzen, Ischias, Rheuma, Wunden, Konzentrationsstörungen, Depressionen, bei einem Magen-Darm-Katarrh, Magenschmerzen Muskelschmerzen, bei einer nervösen Unruhe, bei starker Vergesslichkeit, bei Bettnässen (Enuresis), Prellungen, Quetschungen, Bronchitis, Halsentzündung, Verstauchungen, Verrenkungen, Schlafstörungen, Hautproblemen (trockene, sensible oder gereizte Haut), bei infizierten Wunden, Geschwüre, Beulen, Ekzemen, Neuralgien Verbrennungen, Verdauungsstörungen, Wechseljahrsbeschwerden, Wetterfühligkeit, Gicht, Appetitlosigkeit, Hämorrhoiden, bei offenen Wunden, chronische Müdigkeit, Epilepsie, Migräne, Hypochondrie und starker Nervosität.

Zudem kann Johanniskraut die Wundeilung beschleunigen, die Konzentration verbessern, die eigene Stimmung aufhellen (Motivation wird gefördert), Bakterien und Pilze können getötet und zahlreiche andere Beschwerden können effektiv behandelt werden.

Für die Behandlung werden das blühende Kraut und die Blüten herangezogen.

Johanniskrauttee: Zubereitung und Anwendung

Für einen Johanniskrauttee zwei Teelöffel des Krautes mit 200 ml kochend heißem Wasser übergießen, ca. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, durch ein Sieb abgießen und täglich zwei bis drei Tassen täglich davon trinken.

Johanniskrauttee kann vor allem bei Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, leichten Darmentzündungen sowie bei leichten depressiven Verstimmungen angewendet werden.

Äußerlich kann Johanniskrauttee zur Unterstützung der Wundheilung sowie bei Verbrennungen ersten Grades eingesetzt werden.

Johanniskrautöl: Zubereitung und Anwendung

Für selbstgemachtes Johanniskrautöl 125 Gramm frische Blüten mit einem Mörser zerstoßen, dann mit 500 ml Olivenöl vermengen und in eine Weißglasflasche füllen. Diese auf eine Fensterbank stellen und sechs Wochen gut verschlossen dort belassen. Dabei täglich gut schütteln.

Sobald das Öl eine leuchtend rote Farbe annimmt, kann das Öl durch ein Leinentuch abgegossen und der Satz gut ausgepresst werden. Anschließend das Öl in kleine, dunkle Fläschchen füllen.

Dieses öl kann bei offenen und stumpfen Verletzungen angewendet werden. Ebenso eignet sich Johanniskrautöl als Massageöl.

Nebenwirkungen von Johanniskraut

Durch die Einnahme von Johanniskrautöl steigt die Lichtempfindlichkeit. So sollte man während der Dauer der Anwendung das Sonnenlicht meiden, da es sonst zu schweren Sonnenbränden kommen kann.


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