Honig: gesundes, flüssiges Gold

So mögen wir ihn am liebsten – zum Frühstück auf einer frischen Scheibe Brot mit Butter. Köstlich! Der Tag beginnt gut und süß. Honig ist nicht nur ein beliebter Brotaufstrich für Jung und Alt, sondern als natürliches, gesundes und ältestes Süßungsmittel eine echte Alternative zum Zucker. Der goldene Blütensaft kann aber noch viel mehr und wird seit der Antike als Naturheilmittel zur Behandlung von inneren und äußeren Erkrankungen verwendet.

gesunder HonigHonig ist aufgrund seiner antibakteriellen, entzündungshemmenden und antiseptischen Wirkung bekannt. (Foto by: Studio37 / Depositphotos)

Kurze Geschichte des Honigs

Bereits in der griechischen Mythologie galt Honig als „Trank der Götter“, der sie unsterblich machen sollte. Hippokrates als bekanntester Arzt der Antike setzte Honig erstmalig als Naturmedizin ein und betrachtete ihn dank seiner antibakteriellen, entzündungshemmenden und antiseptischen Wirkung als Allheilmittel.

Anwendungsbereiche

Als bewährtes Hausmittel ist vor allem die warme Milch mit Honig bekannt, die gegen Husten und Halsschmerzen und zudem bei Einschlafproblemen helfen soll. Experten sind jedoch der Ansicht, dass ein Tee mit Honig deutlich effektiver sein kann.

Wichtig ist vor allem aber, Wasser oder Milch bis maximal 40 Grad Celsius zu erwärmen, da durch zu große Hitze der heilende Erfolg beeinträchtigt sein kann.

Auch zur Behandlung von Wunden, Entzündungen und Verbrennungen, Verdauungs- und Magenproblemen, wie Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwür, Fieber und weiteren Erkältungserscheinungen, Leberleiden, Kopfschmerzen oder Schwellungen kann Honig als Therapie unterstützend eingenommen oder auf die betreffenden Hautstellen aufgetragen werden.

Bei schwerwiegenderen Erkrankungen, wie Diabetes, sei jedoch vor Selbstheilungsversuchen ausdrücklich gewarnt, eine heilende Wirkung ist dafür nicht wissenschaftlich belegt.

Was steckt drin im Honig?

Bewiesen ist jedoch, dass Honig Inhaltsstoffe enthält, durch die er als bewährte Allround-Naturmedizin betrachtet wird. Zum größten Teil besteht er aus Zucker, größtenteils aus Frucht- und Traubenzucker, deren Zusammensetzung je nach Sorte sehr unterschiedlich sein kann. Ein weiterer Bestandteil ist Wasser sowie etwa 200 in kleinsten Mengen enthaltene Stoffe, darunter Enzyme, Mineralstoffe und Spurenelemente und Vitamine. Bei regelmäßigem Verzehr tragen sie dazu bei, das Immunsystem zu stärken. Außerdem wirkt Honig als wahrer Radikalfänger und trägt dazu bei, dass Krankheiten gar nicht erst entstehen können.

Für die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung ist zum einen der hohe Anteil an Zucker verantwortlich, da er Keime entwässern kann, so dass sie austrocknen und absterben. Zum anderen sorgt das Enzym Glukoseoxydase dafür, dass ständig das desinfizierende Wasserstoffperoxid produziert wird. Genauso wie Gluconsäure trägt Wasserstoffperoxid dazu bei, die Vermehrung der Krankheitserreger grundlegend zu stören und verhindern.

Welcher Honig ist der richtige?

Wer zur Behandlung von äußeren und inneren Erkrankungen zu seinem eigenen Vorrat an handelsüblichem Honig aus dem Glas greift, muss jedoch vorsichtig sein. Zum Verzehr ist er allemal geeignet, als Naturmedizin sollte er aber lieber nicht verwendet werden. Für den medizinischen Gebrauch wird Honig empfohlen, der durch sogenannte Gammastrahlen sterilisiert wurde. Dieses Verfahren tötet zwar die Keine, zerstört jedoch nicht die wichtigen Enzyme, die zur antibakteriellen Wirkung beitragen.

Ein von Natur aus antiseptisch wirkender Honig kommt aus Neuseeland, der Manuka-Honig. Er enthält zusätzlich die organisch-chemische Verbindung Methylglyoxal, die als natürliches Antibiotikum wirken kann.

Beim Kauf von Honig sollte darauf geachtet werden, dass entweder direkt beim Imker gekauft wird, oder wo das nicht möglich ist im Naturkostladen oder in der Apotheke.

Darauf sollten Sie bei der Anwendung von Honig achten!

So viele gute und heilende Eigenschaften dem beinahe unbegrenzt haltbaren Honig auch zugeschrieben werden, gilt dennoch einiges zu beachten:

  • Kindern unter einem Jahr wird von dem Verzehr abgeraten. Honig enthält kleinste Spuren des Bakteriums Clostridium botulium, das bei Säuglingen den lebensbedrohlichen Säuglingsbotulismus, eine Art von Lebensmittelvergiftung, hervorrufen kann. Er äußert sich unter anderem in Verstopfung, Saug- und Schluckstörungen oder sogar Lähmungserscheinungen.
  • Oft unterschätzt wird die Tatsache, dass Honig genauso wie jede andere Zuckerart die Zähne angreifen und zu Karies führen kann. Behandeln Sie Honig deshalb wie Kristallzucker und dosieren ihn sparsam, besonders bei Ihren Kindern. Nach dem Verzehr werden im Idealfall direkt die Zähne geputzt.
  • Honig ist zudem sehr kalorienreich – seine Nährwerte entsprechen in etwa denen von Kristallzucker. Wer abnehmen will, hat daher keinen Vorteil, wenn er Speisen oder Getränke mit Honig verfeinert. Im Gegenteil: Da er meist als weniger süß empfunden wird, verwendet man ihn meist viel zu großzügig.

Bienen leisten ganze Arbeit

Ein weiter Grund, bewusst mit dem Honig umzugehen, wird ersichtlich, wenn Sie sich vor Augen führen, in welch einer extremen Fleiß- und Sammelarbeit er überhaupt aus dem Blütennektar oder Honigtau gewonnen wird. Farbe des Honigs kann von hellgelb bis grünschwarz sein und seine Konsistenz dünnflüssig Für einen Liter Honig benötigen Honigbienen 10.000 Stunden und fliegen dafür circa 10 Millionen Blüten an. Nicht ohne Grund gibt es daher die Bezeichnung „Fleißig wie eine Biene“.


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