Bronchitis

Eine Bronchitis ist die häufigste Erkrankung der Atemwege, die Jung sowie Alt gleichermaßen betrifft. Während einer Bronchitis ist die Schleimhaut, mit der die Bronchien ausgekleidet sind, entzündet.

Frau leidet unter BronchitisUnter Bronchitis versteht man eine Entzündung der Bronchien. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Die Bronchien sind hierbei die Fortsätze der Luftröhre, die sich an ihrem unteren Ende in zwei Hauptbronchien aufteilt, damit die eingeatmete Luft in die beiden Lungenflügel gleichermaßen verteilt werden kann. Schließlich verzweigen sich die Bronchien immer filigraner und schließlich enden sie in den feinen Lungenbläschen.

Unter dem Fachterminus Bronchitis versteht man eine Entzündung der Bronchien, die mit schleimigem Husten verbunden ist.

Eingeteilt werden kann hierbei in

  • eine akute Bronchitis
  • eine chronische Bronchitis
  • eine chronisch obstruktive Bronchitis.

Sogar Tiere können unter einer Bronchitis leiden.

Bei einem jungen und relativ gesunden Menschen ist die akute Bronchitis innerhalb von kurzer Zeit, meistens im Rahmen einer normalen Erkältung, die sich in besonders starkem Husten äußerst, überstanden. Bei älteren Personen oder Patienten mit Vorerkrankungen sowie einer chronischen Bronchitiserkrankung kann die Entzündung der Bronchien länger anhalten und Folgen haben, die sich gefährlich auf die gesamte Gesundheit auswirken können.

Da eine normale akute Bronchitis ungefähr bis zu zwei Wochen mit allen Symptomen anhalten kann, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, wenn die Bronchitis immer noch anhält oder nach acht Wochen immer noch besteht.

Wenn eine akute Bronchitis über drei Monate lang in zwei aufeinander folgenden Jahren aufgetreten ist, so wird die Bronchitis nicht länger als akut, sondern als chronisch betrachtet.

Ursachen für Bronchitis

Eine akute Bronchitis kann verschiedene Ursachen haben, jedoch in 90 % der Erkrankungen ist eine virale Infektion für den Ausbruch der Bronchitis verantwortlich.

Im Gegensatz zu Viren sind Bakterien eher selten der Grund für eine Bronchitis. Dennoch können sie meistens eine Bronchitis auslösen, wenn die Bronchien ohnehin schon durch eine vorangegangene oder gerade bestehende Erkrankung geschwächt sind, denn sie können sich außerordentlich gut vermehren, wenn das Gewebe durch die chronische Lungenerkrankung schon geschwächt ist.

In diesem Fall spricht man von einer bakteriellen Superinfektion, die die bestehende Bronchitis mit allen Symptomen verschlimmern und die Folgen drastischer ausfallen lassen kann.

Ferner kann eine akute Bronchitis durch die Umwelt begünstigt werden. Dies geschieht z. B. durch Reizgase, Tabak oder Staub. Ist die Immunabwehr zusätzlich durch nass-kalte Witterungsverhältnisse und Stress im Alltag geschwächt, ist es für die viralen und bakteriellen Erreger ein leichtes sich in der Lunge und den Bronchien auszubreiten.

Symptome von Bronchitis

Die Bronchitis ist durch ein Hauptsymptom gekennzeichnet: starker Husten, der oftmals mit heftigen Schmerzen im Brustkorb verbunden ist. Kennzeichnend ist für den Husten der Bronchialsekret, der vermehrt durch die Schleimhaut der Bronchien gebildet wird und als schleimiger Auswurf ausgestoßen wird.

Zusätzlich zu diesen Symptomen kann sich die Erkrankung noch in den „normalen“ Symptomen einer Erkältung äußern, nämlich in Mattheit, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Schnupfen und Fieber.

In jedem Fall sollte ein Arzt bei dieser Symptomatik aufgesucht werden, denn die Symptome können noch für weitere Erkrankungen gelten. Z. B. können sie auf eine Lungenentzündung hindeuten, die in jedem Fall mit Antibiotika behandelt werden muss, oder auf Asthma hindeuten, die ebenfalls ihre individuellen Behandlungsmethoden erfordert. Besteht die Symptomatik länger, so sollte der Arzt eine chronische Bronchitis in Betracht ziehen und sich gezielt darauf konzentrieren, deren Auswirkungen zu vermindern und die Ursachen zu bekämpfen.

Untersuchungen und Diagnose

Untersuchung BronchitisMeist wird bei einer Untersuchung mit Verdacht auf Bronchitis der Brustkorb abgehorcht. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Im Allgemeinen ist die Bronchitis eine Immunreaktion des Körpers auf die gefährlichen Erreger wie Viren oder Bakterien. Als abwehrende Maßnahme wird die Bronchie mehr als normal üblich durchblutet, sodass die Immunzellen und die körpereigenen Abwehrkräfte verbessert wirken können. Das Abhusten des Sekrets und Schleimes aus dem Körper beruht darauf, dass die Schleimhautzellen in den Bronchien vermehrt Sekret produzieren und dieser durch den Husten aus dem Körper abgeführt wird.

Die Untersuchung der Bronchitis sollte sich nach den individuellen Beschwerden des Patienten richten, damit die zutreffende Diagnose einer Bronchitis gestellt werden kann und die Symptome nicht etwa mit einer Lungenentzündung oder anderen Erkrankungen der Atemwege verwechselt werden.

Der Arzt beginnt die Untersuchung meistens mit einer allgemeinen Befragung nach dem Wohlbefinden des Patienten und möglichen Vorerkrankungen (Anamnese) sowie mit der Untersuchung des Körpers durch Abklopfen und Abhorchen des Brustkorbes, da bei einer akuten Bronchitis oftmals die charakteristischen Rasselgeräusche beim Atmen zu hören sind. Zusätzlich werden der Ohren-, Mund- und Rachenraum und die Lymphknoten des Patienten untersucht.

Eine darauffolgende Blutuntersuchung gibt dem behandelnden Arzt darüber Aufschluss, ob möglicherweise eine Behandlung der Erreger mit Medikamenten wie Antibiotika nötig sein wird. Um eine Lungenentzündung oder sogar noch schlimmer, einen Lungentumor, als Ursache für die Symptome auszuschließen, wird ein Röntgenbild des Brustkorbs angefertigt.

Auf deren Basis kann der Arzt zutreffend die Diagnose einer Bronchitis stellen. Die Erstellung einer Röntgenaufnahme ist insbesondere dann ratsam, wenn der Patient über besonders starke Beschwerden klagt oder wenn diese über den normalen Krankheitszeitraum hinaus andauern.

Mithilfe des Lungenfunktionstests kann der Arzt ferner feststellen, ob eine chronische obstruktive Bronchitis vorliegt, die bisher unerkannt geblieben ist.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Bei einer Bronchitis geht es in erster Linie darum, die Beschwerden zu lindern. Dies erreicht man damit, in dem man schleimlösende Medikamente und Hustenmittel einnimmt.

Ist jedoch eine bakterielle Ursache und kein viraler Effekt für die Entstehung der Bronchitis verantwortlich, muss zusätzlich zu der Behandlung der Beschwerden ein Antibiotikum eingesetzt werden, dass gezielt die erregenden Bakterien bekämpft.

Zusätzlich zu der Medikation ist es besonders wichtig, dass die Patienten dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuführen, um den Sekret in den Bronchien zu lösen. Die ideale Menge wären dabei 2,5 bis 3 l Flüssigkeit pro Tag.

Eine unterstützende Wirkung auf den Genesungsprozess der Patienten haben ebenfalls schleimlösende Kräutertees, die aber nicht in übermäßiger Menge eingenommen werden sollen. Wohltuend wirken ebenfalls Inhalationen und Dampfbäder (vor allem mit Kochsalzlösung), da auf diesem Wege der Sekret der Bronchien ebenfalls gelöst werden kann. Wichtig ist darauf zu achten, das Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren keine Lösungen inhalieren sollen, die Menthol vorweisen können.

Zusätzlich zu der gezielten Behandlung der Symptome der Bronchitis können die anderen Begleitsymptome wie Fieber durch die herkömmlichen und altbewährten Hausrezepte gelindert werden, so z. B. durch kalte Wadenwickel, feuchte Brustwickel und Schwitzkuren.

Wie schon oben erwähnt, können Komplikationen in der Form auftreten, dass die akute Bronchitis sich zu einer chronischen Bronchitis entwickelt. Diese Form der Bronchitis sollte durch einen fachkundigen Arzt behandelt werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Um der Erkrankung an einer Bronchitis vorzubeugen, kann jeder Mensch seine Immunabwehr stärken. Dies geschieht idealerweise durch ausreichend Bewegung an der frischen Luft, eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise und genügend Schlaf, um so dem Körper die Kraftreserven zu geben, gegen virale Erreger anzukämpfen und auch den Bakterien keinen Nährboden zu geben. Vor allem im Winter ist es besonders wichtig Füße und Hände warm zu halten und somit der Entstehung einer Bronchitis vorzubeugen.

Ein besonders Risiko an Atemwegserkrankungen und somit auch einer Bronchitis zu leiden besteht für Raucher. Da das Rauchen noch andere, schwerwiegende Gesundheitskomplikationen mit sich bringen kann, wird dringend dazu geraten von dieser schädlichen Handlung Abstand zu nehmen.

Ältere Menschen haben grundsätzlich ein geschwächtes Immunsystem, was sie anfälliger für Erkrankungen wie eine Bronchitis macht. Deshalb ist es ratsam, wenn sie sich einmal jährlich einer Impfung gegen Grippe unterziehen. Treten die Bronchitiserkrankungen trotzdem gehäuft auf, so sollte der Arzt eine zusätzliche Pneumokokken-Impfung in Betracht ziehen. Über ihre Wirksamkeit und den Sinn entscheidet der behandelnde Arzt.


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