Inhalieren: Wirkung, Anleitung, geeignete Zusatzstoffe und mögliche Nebenwirkungen

Unter Inhalieren oder einer Inhalation wird das Einatmen von unterschiedlichen Aerosolen oder gasförmigen Arzneistoffen verstanden. Die Inhalation erfolgt mit heißem Wasserdampf und kann mit unterschiedlichen Wirksubstanzen wie Kamille, Eukalyptusöl, Kochsalz oder reinem Wasser durchgeführt werden.

Inhalation mit KamilleKamille wirkt entzündungshemmend und ist ein beliebter Zusatz für Inhalationen. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Wirkung der Inhalation

Beim Inhalieren im Rahmen einer Erkältungskrankheit handelt es sich um das Einatmen von heißen Dämpfen. Durch das Einatmen werden die Schleimhäute der oberen Atemwege gereinigt und ihre Durchblutung verbessert. Auf diese Weise lässt sich Schnupfenschleim, der in der Nase festsitzt, besser ausschnäuzen.
 
Die Inhalation ist ein bekanntes Hausmittel, das sich schon seit langem gegen Schnupfen und Husten in der Erkältungszeit bewährt hat.
 
Zur Dampfinhalation gegen einen grippalen Infekt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Inhalieren über einem kochend heißen Topf

Zu den ältesten Hausmitteln zählt das Inhalieren über einem kochend heißen Topf, der mit einem erkältungslindernden oder schleimlösenden Mittel gefüllt wird. Gleiches ist auch mit einer Schüssel voll Wasser möglich.

Anleitung

Dabei legt sich der Erkältete ein Handtuch über den Kopf und hält diesen über die Schüssel. Dies hat den Effekt, dass es rasch zu einem verstärkten Schwitzen des Patienten kommt. Infolgedessen lassen sich die gereizten Schleimhäute befeuchten, eine verstopfte Nase wieder befreien und Husten lindern.

Nachteile

Allerdings birgt das Inhalieren mit dem Topf oder einer Schüssel auch Nachteile:
  • So kann es passieren, dass der Topf umkippt und der Erkrankte sich an der heißen Flüssigkeit verbrüht.
  • Darüber hinaus werden auch die Augen gereizt, weil sich der Wasserdampf nicht ausschließlich auf Nase und Mund beschränkt. Besonders bei der Anwendung von ätherischen Ölen besteht das Risiko von Augentränen.

Dampfinhalatoren

Als sichere Alternative gelten Dampfinhalatoren bzw. Inhaliergeräte, die in der Apotheke erhältlich sind. Sie verfügen über einen speziellen Mund-Nasen-Aufsatz, mit dem sich gezielt die Schleimhäute der oberen Atemwege befeuchten lassen.
 
Das Innere des Inhalators wird mit einer bestimmten Wassermenge aufgefüllt, die Zusätze wie Salzlösungen, ätherische Öle oder Pflanzenextrakte enthalten kann.

Bei pulverförmigen Inhalaten besteht die Option, diese mit einem Pulverinhalator darzureichen.
 
Damit die Therapie ihre positive Wirkung entfalten kann, ist es wichtig, die Dampfinhalatoren korrekt zu verwenden.

Der Dampfinhalator bietet den Vorteil, dass das Gesicht aufgrund einer speziellen Maske nicht vom Dampf beeinträchtigt wird. Allerdings können Ohren und Haut nicht von der feuchten Wärme profitieren.
 
Sinnvoll kann die Anwendung eines Dampfinhalators auch im Falle von Hautkrankheiten sein, bei denen bestimmte Hautbereiche trocken bleiben müssen. Auch bei der Verwendung von augenreizenden Zusätzen ist ein Dampfinhalator von Vorteil.

Ultraschallvernebler

Eine Variante stellen Ultraschallvernebler dar, von denen feiner Wassernebel erzeugt wird. Dabei erfolgt die Umwandlung von elektrischen in mechanische Schwingungen, die auf das Wasser übertragen werden. Diese Tröpfchenbildung ermöglicht einen kleinen Tröpfchendurchmesser, sodass die einzelnen Wassertropfen kleiner ausfallen als die Wasserdampftropfen, was als großer Vorteil gilt. So können die winzigen Tröpfchen tief in die Atemwege gelangen und sogar Bronchien und Lungenflügel erreichen.
 
Geeignet sind die Ultraschallvernebler besonders für Schnupfen und Rachenentzündungen. Weitere Indikationen sind eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Bronchitis oder Lungenentzündung.
 
Sogar zur Pflege der Haut eignen sich die Inhaliergeräte, wenn sie ohne Maske verwendet werden.

Düsenvernebler

Ebenfalls zu den Inhalationsverneblern zählen die Düsenvernebler. Sie leiten Druckluft durch eine Lösung, wobei feiner Nebel entsteht. Wasser und Wirkstoffe können dabei tief bis in die Atemwege vordringen.
 
Sie eignen sich zur Therapie von Erkältungen der oberen Atemwege. Weil keine Erwärmung des Wassers stattfindet, gelten die Düsenvernebler als sichere Alternative für Kinder.

Anwendungsgebiete

Zur Anwendung gelangen Inhalationen vorwiegend gegen Erkältungskrankheiten. Dazu gehören:
  • Schnupfen
  • Husten oder Bronchitis
  • eine akute oder chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • degenerative Erkrankungen der Atemwegsschleimhäute
  • Halsschmerzenl
  • Heiserkeit
  • Ohrenschmerzen
  • eine Kehlkopfentzündung
Weitere Indikationen sind:

Richtig inhalieren

Richtig inhalierenUm richtig und wirkungsvoll zu inhalieren, gilt es einige Punkte zu beachten. (Foto by: poznyakov / Depositphotos)

Um einen positiven Effekt beim Inhalieren entfalten zu können, ist es wichtig, auf einige Dinge zu achten.

1. Die richtige Wassertemperatur

Viele Patienten machen den Fehler, das Inhalat zu stark zu erhitzen, was sich jedoch kontraproduktiv auswirkt, weil die Schleimhaut dadurch gereizt wird. So gilt eine Wassertemperatur von 50 bis 60 Grad Celsius als ausreichend. Nach dem Aufkochen empfiehlt es sich, das Wasser mehrere Minuten abkühlen zu lassen.

2. Richtiges Atmen

Beim Inhalieren kann der Patient ganz normal atmen. Zur Bekämpfung der Keime ist es hilfreich hin und wieder zwischen Mundatmung und Nasenatmung zu wechseln. Kommt es beim Inhalieren zu Schwindel, liegt dies zumeist an einer zu tiefen Atmung.

3. Dauer der Inhalation

Im Falle eines grippalen Effekts kann pro Tag zwei bis fünf Mal inhaliert werden.
 
Um in der Erkältungssaison vorzubeugen, sollte der Anwender regelmäßig am Abend inhalieren.

Es wird empfohlen, nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen zu Inhalieren, da es mitunter zu starkem Abhusten kommen kann.

Inhalieren bei Bronchitis

Bei einer Bronchitis ist beim Inhalieren zu beachten, dass der Patient stets mit dem Mund einatmet und anschließend durch seine Nase wieder ausatmet. Auf diese Weise lassen sich das vollständige Zuschwellen der Nase und das Vordringen des Schleims in die Bronchien aufgrund des heißen Wasserdampfs vermeiden. Wird durch den Mund eingeatmet, kann der Dampf auf dem Weg zu Lunge und Nase wieder abkühlen. Außerdem erzielen verwendete ätherische Öle ihre Wirkung und es erfolgt der Abtransport des Schleims.

Im Falle einer Bronchitis sollte das Inhalieren am Morgen und am Abend vorgenommen werden, um störende Verkrustungen abzubauen.

Inhalieren bei Babys und Kindern

Auch Babys und Kleinkinder leiden häufig unter Erkältungen, die sich durch eine Inhalation lindern lassen. Dabei gilt es jedoch, auf das richtige Verfahren zu achten. So sehen die meisten Kinderärzte das Inhalieren aus Topf oder Schüssel mittlerweile als überholt an, denn dabei weichen die Kleinen oft instinktiv vor dem heißen Dampf zurück. Außerdem besteht erhöhte Verbrühungsgefahr sowie das Risiko von Augenreizungen.
 
Besser eignen sich dagegen Dampfinhalatoren, die über spezielle Mund- und Nasenstücke verfügen.
  • Im Prinzip kann das Kind in jedem Alter inhalieren. Ärzte halten es für sinnvoll, ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr zu beginnen. So wird die Inhalation als sanftes und ungefährliches Verfahren angesehen. Bei starken Erkältungen sollte allerdings zunächst ein Arzt um Rat gefragt werden.
  • Die empfohlene Dauer liegt bei drei Mal täglich 5 bis 10 Minuten. Damit das heiße Wasser nicht versehentlich verschüttet wird, ist es ratsam, das Kind beim Inhalieren stets zu beaufsichtigen.
  • Nach dem Inhalieren bleibt das Kind noch 30 Minuten in einem warmen Raum.
Leidet das Baby oder Kleinkind unter Asthma bronchiale so ist eine Inhalation grundsätzlich nicht sinnvoll.

Als bester Zusatz für Kinder gilt eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung. Diese sollte handwarm vernebelt werden.
 
Tabu für Babys sind dagegen ätherische Öle wie Eukalyptus oder Pfefferminze, weil diese mitunter Atemnot verursachen können.

Inhalieren in der Schwangerschaft und Stillzeit

Kommt es in der Schwangerschaft zu einer Erkältung, stellt sich die werdende Mutter oft die Frage, welche Behandlungen schädlich für ihr Kind sind und welche Methoden risikolos angewendet werden können.
 
So können manche Mittel frühzeitige Wehen auslösen. Dieses Risiko besteht zudem bei einigen medizinischen Inhalaten. Bei bestimmten Präparaten wie zum Beispiel Bronchoforton wurden bislang noch keine ausreichenden Untersuchungen durchgeführt, weswegen sie nicht verabreicht werden sollten.
Gleiches gilt für die Stillzeit.
 
Ein Mittel, dass sich zum Inhalieren eignet, ist Cineol, das sich prinzipiell in der Schwangerschaft verabreichen lässt. In der Frühschwangerschaft müssen jedoch Risiko und Nutzen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Während der Stillzeit darf die Mutter Cineol nicht auf der Brustregion auftragen. So ist es möglich, dass der Wirkstoff den Milchgeschmack derart verändert, dass dies beim Kind zu Trinkproblemen führt.

Geeignete Inhalationszusätze für die Schwangerschaft

Inhalieren in der Schwangerschaft sollte möglichst schonend stattfinden. Umso wichtiger ist die Verwendung von milden Zusätzen. Dabei handelt es sich um:
  • Kamille in Form von Blättern und Blüten
  • ätherisches Öl
  • Fencheltee
  • unbehandelte Salze wie Inhalationssalz, Steinsalz oder Meersalz

Liegt allerdings eine Allergie gegen einen dieser Stoffe vor, muss auf deren Anwendung verzichtet werden.

Möchte die werdende Mutter auf Nummer sicher gehen, verzichtet sie vollständig auf Zusätze und beschränkt sich auf das Inhalieren von warmem Wasserdampf, der gereizte Atemwege ebenfalls beruhigt.

Diese Inhalationsusätze sind in der Schwangerschaft nicht geeignet

Einige Wirkstoffe dürfen während der Schwangerschaft überhaupt nicht zur Anwendung gelangen, weil sie Komplikationen auslösen können. Dazu zählen:
Bei verschreibungspflichtigen Inhalaten für chronische Atemwegserkrankungen, Allergien oder Asthma sollte zuvor Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. So können diese Aerosole oder Pulver beträchtliche Nebeneffekte aufweisen, die sich in der Schwangerschaft negativ auf das ungeborene Kind auswirken können.

Welche Zusatzstoffe können beim Inhalieren verwendet werden?

Es gibt eine Vielzahl von Zusatzstoffen, die sich für eine Inhalation bei einer Erkältung eignen. Ihre Wirkung richtet sich nach dem jeweiligen Präparat oder Hausmittel.

Mit Salzwasser inhalieren

Inhalieren mit SalzAufgrund der einfachen, wirkungsvollen Anwendung von Salz wird dies gerne zum Inhalieren verwendet. (Foto by: duskbabe / Depositphotos)

Zu den beliebtesten Inhalationszusätzen zählt das Salzwasser. So gilt es als preiswert und nimmt nur wenige Vorbereitungen in Anspruch.
 
Darüber hinaus ist es auch hilfreich bei chronischen Erkrankungen. Bei der Auswahl muss allerdings auf das passende Salz geachtet werden. So eignet sich jodiertes Speisesalz im Gegensatz zu unjodiertem Salz nicht. Empfohlene Salze sind spezielles Inhalationssalz, Steinsalz und Meersalz. Als sinnvoll gilt die Darreichung von bereits abgepacktem speziellem Inhalationssalz. Es weist keinerlei Fremdstoffe auf und wurde hygienischer aufbereitet.
 
Beim Inhalieren wirkt das Salzwasser:
  • beruhigend
  • schleimlösend
  • befeuchtend
  • desinfizierend
  • sekretverflüssigend
  • durchblutungsfördernd
Aus diesem Grund eignet sich Salzwasser für sämtliche Atemwegserkrankungen. Als sinnvoll gilt die Anwendung mit einem Vernebler.

Mit Kamille inhalieren

Zu den altbewährten Inhalations-Hausmitteln zählt die Kamille. Sie eignet sich ausgezeichnet zum Lindern von Reizhusten. Die Kamille verfügt über entzündungshemmende Effekte, die die beeinträchtigten Schleimhäute beruhigen.
 
Zur Zubereitung gibt der Anwender einige Kamillenblüten in eine Schüssel, die mit erhitztem Wasser übergossen werden. Anschließend hält der Patient seinen Kopf über die Schüssel. Im Anschluss daran atmet er abwechselnd zehn Minuten lang tief mit Mund und Nase ein.

Mit Eukalyptus inhalieren

Eukalyptus enthält ätherische Öle, die sich zur Behandlung von Schnupfen und Husten eignen.
 
Bestandteil der Eukalyptusblätter ist Cineol. Es hat die Eigenschaft, festen Schleim zu lockern, wodurch dieser sich leichter abhusten lässt.
 
Schon zwei Tropfen Eukalyptusöl in eine Schüssel reichen aus, um eine positive Wirkung zu erzielen. Den Schüsselinhalt übergießt der Anwender mit einem Liter frisch abgekochtem Wasser. Die Dämpfe lassen sich drei Mal täglich einatmen.

Mit Anis inhalieren

Anis ist nicht nur als Zutat für Gebäck geeignet, sondern auch als hustenstillendes Mittel. Durch seine schleimlösenden Effekte sorgt es für ein leichteres Abhusten.
 
Darüber hinaus verfügt Anis über eine entkrampfende Wirkung. Sinnvoll kann das Anisöl auch bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sein. Zur Zubereitung werden fünf Tropfen Anisöl mit heißem Wasser vermischt. Die Dauer der Anwendung beträgt 10 Minuten.

Mit Fenchel inhalieren

Ebenfalls gegen Husten bewährt hat sich Fenchel. So wirkt sein ätherisches Öl keimabtötend und entzündungshemmend. Pro Tag lässt sich das Fenchelöl drei bis vier Mal rund 10 Minuten lang inhalieren. Dazu übergießt der Patient eine Handvoll Fenchelsamen mit heißem Wasser.

Weitere mögliche Zusatzstoffe

Nebenwirkungen

Zu Nebenwirkungen kommt es durch eine Inhalation nur selten.
 
Menschen, die unter Asthma leiden, dürfen jedoch keine ätherischen Öle anwenden, die Kampfer oder Menthol enthalten.
 
Bei Babys drohen durch ätherische Öle Atembeschwerden. Außerdem können sich kleine Kinder verbrühen, wenn das heiße Inhalationswasser aus einer Schüssel verschüttet wird.

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