Ohrenschmerzen: Ursachen, Symptome, Behandlung, Hausmittel und Prävention

Das menschliche Gehör teilt sich in das Außen-, Mittel- sowie Innenohr auf und reagiert aufgrund seiner zahlreichen Nervenenden im Inneren äußerst empfindlich auf ungewohnte Belastungen. Schmerzende Ohren können sehr unangenehm sein, jedoch stellen sie nicht immer ein eigenes Krankheitsbild dar. Hinter dem Leiden können sich zahlreiche Ursachen verbergen. In vielen Fällen bildet tatsächlich eine reguläre Entzündung die Ausgangsbasis für die Symptome. Doch neben anderen Auslösern variiert vor allem die Art, Lokalisation und Intensität des Schmerzes stark. Jeder Fall erfordert eine individuelle Behandlung.

OhrenschmerzenOhrenschmerzen treten oft akut und sehr stark auf. (Foto by: SIphotography / Depositphotos)

Mögliche Symptome bei Ohrenschmerzen

Entzündliche Prozesse finden meist im äußeren und mittleren Abschnitt statt. Erste Anzeichen einer Erkrankung machen sich in Form von messerscharfem Stechen, störendem Brummen oder heißem Brennen bemerkbar.

In schweren Fällen beschreiben Betroffene den Schmerz als ein impulsives Pochen, das über den ganzen Kopf hin ausstrahlen kann.

Ebenso tritt manchmal ein unangenehmes Druckgefühl im inneren Bereich auf, unter dem auch die Hörfähigkeit leidet.

Neben akuten Schmerzen begleiten vor allem starke Entzündungsherde und grippeähnliche Symptome das Krankheitsbild. Darunter fallen etwa bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) Schwindel, Fieber und Hörprobleme.

Ein verstärkter Sekretfluss und ein glühendes Ohr zeugen von einer ungewöhnlich starken Durchblutung.

Schwellungen können den Gehörgang komplett verschließen und somit einen Ausfall des Gehörs provozieren.

Meist plagt erkrankte Personen zugleich ein penetranter Juckreiz an der Ohrmuschel sowie tiefer in dem Gehörgang selbst.

Gelegentlich zeigt sich ein ausgeprägtes teils auch schmerzendes Fremdkörpergefühl neben oder in Kombination mit ungewöhnlichen Geräuschen wie etwa einem Knacken beim Schlucken oder Sprechen.

Unter welchen Umständen treten Ohrenschmerzen auf?

Zunächst können beide Ohren unter den beschriebenen Symptomen einzeln oder gleichzeitig leiden. Manche Menschen klagen nur bei ganz bestimmten Bewegungsmustern oder Aktivitäten über Schmerzen.

Manchmal strahlen Schmerzen von einem anderen Entzündungsherd über und äußern sich erstmals in dem ausgesprochen sensiblen Gehörgang.

Je nach Fall und Individuum kann die Pein morgens, abends oder in der Nacht dominieren.

Ohrenschmerzen beim Kauen

Einfaches, gründliches Kauen von relativ festem Essen kann so zum Beispiel ein Stechen im Ohr auslösen.

Ohrenschmerzen beim Sport

Auch bei körperlicher Anstrengung wie Jogging kommt es manchmal zu ähnlichen Symptomen, da Sport meist eine Nervenreizung durch stark erhöhten Blutdruck oder intensive Atmung provoziert.

Ohrenschmerzen beim Gähnen oder Kauen

Der Kiefer zeichnet sich beim Gähnen oder Kauen meist verantwortlich für das unerfreuliche Übel.

Hohe Empfindlichkeit

Hohe Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Wärmeeinwirkungen begünstigen zudem die Entstehung von Ohrenschmerzen.

Aktivitäten unter freiem Himmel oder der Aufenthalt in geschlossenen Räumen geben ebenfalls bei einigen Menschen den entscheidenden Ausschlag.

Ursachen für Ohrenschmerzen

Erkältung

Der wohl geläufigste Grund für ein schmerzendes Ohr ist eine Erkältung oder zumindest ein entzündlicher Vorgang direkt im Hörapparat.

Otitis externa

Hierbei entzündet sich der äußere Gehörgang und die Gehörgangshaut schwillt zu. Eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa) geht oftmals mit Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Juckreiz und trockenem Hautausschlag im Gehörgang einher.

Eine Entzündung des Außenohrs kann sich bei ungenügender Behandlung zu einer Mittelohrentzündung entwickeln.

Infektionen des äußeren Gehörganges entstehen durch zufällig ausgebildete Furunkel vor Ort, die Gürtelrose (Herpes Zoster) sowie Wundrose (Erysipel).

Mittelohrentzündung - Otitis media

Die akute Mittelohrentzündung befällt sehr häufig Kleinkinder und ist meist das Produkt einer vorausgehenden Grippe mit Schnupfen, Husten und Fieber.

Viren und Bakterien dringen durch feine Verbindungen im Nasen-Rachen-Raum, den Nebenhöhlen, bis zu den Gehörgängen vor und reizen die Schleimhaut. Typische Symptome sind Fieber, heftige Schmerzen, eine gerötete Ohrmuschel, Schwellungen, ein erhöhtes Druckgefühl im Ohr, Hörprobleme bis hin zu einem Hörsturz. Bei einem eitrigen Erguss und Durchbruch des Trommelfells kannÜbelkeit und Erbrechen auftreten.

Otitis interna

Von der Innenohrentzündung, auch Otitis interna oder Labyrinthitis genannt, nimmt man an, dass sie sich aus einer verschleppten Mittelohrentzündung entwickelt.

Bei einer Entzündung des Innenohrs ist meist der Gleichgewichtsnerv, Nervus vestibularis, und im extremsten Fall die Ohrschnecke, das eigentliche Hörorgan des Menschen, betroffen.

Eine Entzündung dieser Organe verursachen Gleichgewichts- und Hörstörungen, die bei versäumter antibiotischer Behandlung zu einer Innenohrschwerhörigkeit und anhaltendem Schwindel führen kann.

Mastoiditis

Neben der relativ häufig vertretenden Mittelohrentzündung kann auch eine Warzenfortsatzentzündung, die Mastoiditis, auftreten. Der betroffene Knochenfortsatz befindet sich unmittelbar hinter dem Gehörgang.

Unterkühlung

Jede Art von Unterkühlung des Ohres oder auch des restlichen Körpers begünstigt einen potenziell schmerzhaften Verlauf. Zu nennen wären:

  • lange Aufenthalte in frischer Umgebung
  • ständige Exposition durch eine kühle Klimaanlage
  • Feuchtigkeit durch Duschen oder Schwimmen
  • permanente Zugluft
  • windiges Wetter

Schläge auf das Gehör und Lärm

Schläge auf das Gehör oder enormer Schalldruck durch laute Kopfhörer, Flugzeuge oder auf Festivals können im Extremfall das Trommelfell physikalisch schädigen und sogar Tinnitus verursachen.

Infektionen und Pickel

Schwere Infektionen der Mandeln, des Rachens und der Lymphknoten, aber auch nahe liegende Pickel können Ohren direkt oder indirekt in Mitleidenschaft ziehen.

Oft geht eine sekundäre Ausbreitung der Erreger in den Nasennebenhöhlen mit einem gesteigerten Schmerzempfinden in den Gehörgängen einher.

Nervenentzündungen

Entzündende Nerven im Gesichtsbereich, aber auch im Nacken oder der Wirbelsäule können Schmerzen und sogar Störgeräusche im Ohr begünstigen.

Bekannt für derartige Symptome ist die Fazialisparese, eine Lähmungserscheinung der Gesichtsnerven.

Neuralgien

Theoretisch können auch Neuralgien durch Überreizung bestimmter Hirnareale auf das Ohr ausstrahlen. Erkrankungen des Zahnhalteapparates sind ebenfalls für diesen Effekt bekannt.

Schwellungen und Eiter

Unangenehme Empfindungen von Schwellungen und Eiteransammlungen übertragen sich insbesondere beim Kauen, Gähnen oder Sprechen direkt auf den Gehörgang.

Zähneknirschen

Sogenanntes Zähneknirschen tritt unbewusst während der Nacht auf und kann dann morgens oder im Verlauf des Tages zu Beschwerden führen.

Umwelteinflüsse und Rauchen

Umwelteinflüsse wie trockene Luft oder simples Rauchen reizen die Gehörgänge nachträglich und entziehen den Schleimhäuten ihre Feuchtigkeit.

Stress, Alkoholkonsum, psychische Probleme

Zusätzlich steuern Stressfaktoren für den Körper – darunter auch starker Konsum von Alkohol – und psychische Probleme ihren Anteil zur Problematik bei.

Bluthochdruck

Häufig kann generalisierter oder kurzfristiger Bluthochdruck durch Anspannung oder körperliche Auslastung sich bei lokalen Verengungen durch Schmerzen bemerkbar machen.

Depression

Depressionen sind bekannt für ihre vielfältige Auswirkung auf das körperliche Wohlbefinden und können somit auch das Gehör betreffen.

Übertriebene Hygiene

Übermäßiges Entfernen des natürlichen Schutzfilmes, dem Ohrenschmalz, macht das Innenleben des Ohres anfällig für unerwünschte Eindringlinge. Einzelne Fasern von Wattestäbchen oder direkter Kontakt mit dem Trommelfell können Reizungen und Verletzungen zur Folge haben. Diese offenbaren wiederum Schwachstellen für Bakterien.

Luftdruckwechsel

Passagiere eines Flugzeugs haben oft mit einem unangenehmen Ziehen aufgrund des raschen Luftdruckwechsels während eines Landeanfluges (Barotrauma) zu kämpfen. Dehnung und Stauchung des Trommelfells zeigen sich nicht bei jeder Person gleichermaßen auffällig.

Einfaches Schlucken, Kauen oder Gähnen führt meist zu einem heilsamen Druckausgleich. Leichte Erkältungen können jedoch bereits diesen Prozess beeinträchtigen. Festes Pressen von Atemluft gegen die geschlossene Nase (Valsalva-Manöver) kuriert meist dieses lästige Urlaubssyndrom von Reisenden.

Genügt dies nicht, muss sofort ein HNO-Arzt möglicherweise operativ eingreifen, um dauerhafte Folgeschäden wie eine Trommelfellperforation zu vermeiden.

Ähnliche Umstände können auch Taucher in einem Schwimmbad betreffen.

Bakterielle Infektion

Meist liegt eine bakterielle Infektion des Mittelohrs durch Streptokokken, Pneumokokken oder Staphylokokken vor, die entweder durch eine Kontakt-oder Schmierinfektion des äußeren Ohres vor allem in Berührung mit Wasser, also z.B. beim Schwimmen oder Baden, ausgelöst wird oder als Infektion der oberen Luftwege bzw. der Nasennebenhöhlen beginnt und sich dann über die Ohrtrompete bis zum Mittelohr hin ausbreitet.

Durch die Verstopfung der Ohrtrompete ist es nicht mehr möglich, das Mittelohr adäquat zu belüften und einen Druckausgleich in den Ohren zu schaffen.

Pilzinfektion, virale Infektion, Verletzung und Tumore

Die Ohrenschmerzen können durch eine Pilzinfektion des äußeren Gehörgangs, eine Verletzung des Ohres, in seltenen Fällen durch einen viralen Infekt oder durch Tumore ausgelöst werden.

Zahnschmerzen

Ohrenschmerzen können auch auftreten, wenn andere Schmerzen, wie zum Beispiel Zahnschmerzen oder Schmerzen aufgrund von einer Entzündung des Kieferngelenks ins Ohr ausstrahlen.

Ohrenschmerzen bei Säuglingen

Im Säuglings- und Kindesalter sind Probleme mit den Ohren aufgrund anatomischer Unterschiede zum Erwachsenen recht häufig vertreten, da die kindliche Ohrtrompete, welche für die Belüftung und den Druckausgleich am Trommelfell sorgt, kürzer ist und somit leichter verstopfen kann.

Säuglinge machen mit reibenden Bewegungen am Ohr und lautem Weinen auf eventuelle Vorgänge im Gehörgang aufmerksam.

Ohrenschmerzen bei Kindern

Ohrenschmerz betrifft vor allem Kleinkinder in Verbund mit Infektionen.

Das Virus der Kinderkrankheit Mumps kann Schwellungen bis hin zum Verschluss des Gehörganges bei Befall der Ohrspeicheldrüse auslösen.

Ebenso gelten Masern, eine Rachenentzündung oder Mandelentzündung als potenzieller Verursacher derartiger Symptome.

Dank vorgeschriebener Impfkampagnen wurden einige Krankheitsbilder jedoch stark zurückgedrängt.

Ohrenschmerzen bei Erwachsenen und älteren Personen

Bei älteren Personen kommen potenzielle Krebserkrankungen in den engeren Auswahlkreis. Ebenso spielt normaler oder krankhafter Verschleiß des Kieferknochens sowie erworbene oder angeborene Kieferfehlstellungen mit Muskelverspannungen eine Rolle.

In seltenen Fällen zeichnet sich eine Schilddrüsenentzündung für eine Kombination aus Hals- und Ohrenschmerzen verantwortlich.

Ohrenschmerzen in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben aufgrund ihres zusätzlichen Gewichtes häufig mit Verspannungen und Problemen im Rücken und Nacken zu kämpfen, die auch auf die Ohren ausstrahlen können.

Untersuchungen und Diagnose

Untersuchung OhrenschmerzenMithilfe einer Ohrspiegelung kann der Arzt den äußeren Gehörgang sowie das Trommelfell untersuchen. (Foto by: photographee.eu / Depositphotos)

Um  eine Diagnose stellen zu lassen und eine effektive Behandlung einzuleiten gehören anhaltende und intensive Ohrenschmerzen immer in die Hände eines kompetenten Facharztes (Hals-Nasen-Ohrenarzt).

Otoskopie

Mithilfe einer Ohrspiegelung, auch Otoskopie, ist es dem Arzt möglich, den äußeren Gehörgang und das Trommelfell zu untersuchen.

Ohrendruckmessung

Außerdem misst der HNO-Arzt meist den Ohrendruck, um Abweichungen vom Normalwert festzustellen. Meist entsteht bei Ohrenentzündungen ein Unterdruck in den Ohren.

Hörtest

Ein Hörtest kann durchgeführt werden, um eine Hörminderung festzustellen.

Tubenfunktionsprüfung

Tubenfunktionsprüfungen und Spiegelungen des Nasenrachens werden bei Verdacht auf Polypen, die den Ausgang der Ohrtrompete blockieren und die Belüftung des Ohres beeinträchtigen, durchgeführt.

Abstrich

Bei Ablagerungen auf dem Trommelfell oder Bildung von Entzündungsflüssigkeit wird ein Abstrich genommen, um die Erreger zu identifizieren und seine Resistenzen zu prüfen.

Behandlung und Therapie bei Ohrenschmerzen

Aufgrund der vielfältigen Ursachen lässt sich schwer eine einheitliche Aussage zur Therapie treffen.

Die Behandlung hängt von der Ursache und Intensität der Ohrenschmerzen ab.

Medikamente

Eine rein symptomatische Therapie sieht häufig den Einsatz von Schmerzmitteln vor, da Ohrenleiden teilweise mit qualvollen Schmerzepisoden einhergehen.

Medikamente wie Ibuprofen wirken zusätzlich auch abschwellend, entzündungshemmend und fördern dadurch den Gesundungsprozess.

Als schmerz- und fieberstillende Alternative bietet sich die Gabe von Paracetamol an.

Außerdem versucht der Arzt, Infektionsherde auszumachen und gezielt einzudämmen. Medikamente gegen Erkältungen wie desinfizierende Arzneien, Lutschtabletten und Lösungen zum Gurgeln fallen darunter.

Inhalieren

Inhalieren von heißem Salzwasser oder dafür vorgesehenen Salben befreien die Atemwege und führen drückende Sekretansammlungen in den Nebenhöhlen wieder ab.

Antibiotikum

In manchen Fällen ist eine gezielte Analyse des Krankheitserregers vonnöten, um mit einem geeigneten Antibiotikum für eine schnelle Besserung des Allgemeinzustandes zu sorgen.

Chirurgischer Eingriff

Bei aggressiven Schwellungen und kompletten Verschluss des Gehörganges kommt mitunter ein chirurgischer Eingriff in Betracht. Dieser dient dazu, Flüssigkeiten und Eiter per Einschnitt auszuleiten.

Des Weiteren sind operative Maßnahmen bei Verletzungen des Trommelfells notwendig.

Untersuchung und Behandlung beim Zahnarzt

Zeigen sich keine direkten Ursachen am Ohr selbst für die plagenden Symptome, bietet eine zahnärztliche Überprüfung möglicherweise einen Ausweg. Liegen Kieferprobleme und Zahnentzündungen vor, müssen diese zunächst eingedämmt werden.

Als orthopädische Maßnahme kann das Ziehen von Weisheitszähnen oder eine Zahnspange zur Korrektur der Gebissfehlstellungen dienen.

Verspannungen beseitigen

Verspannungen und Haltungsprobleme des Nackens oder der gesamten Wirbelsäule können mit Krankengymnastik, Schmerztherapie, Wärme- und Kälte entgegengewirkt werden.

Infektionen behandeln

Unterstützende Maßnahmen gegen Infektionen belaufen sich auf die Anwendung von medizinischen Ohrentropfen wie Otalgan mit den Wirkstoffen Procain und Phenazon, abschwellenden Nasensprays, schleimlösende Mittel wie ACE-Hemmer und den Einsatz von Coriston.

Homöopathie

Passende Mittel aus dem Bereich der Homöopathie gegen die Linderung von Erkältungssymptomen, Grippe und Zahn- oder Ohrenschmerzen sind:

  • Allium cepa
  • Capsicum
  • Chamomilla
  • Kalium sulfuricum
  • die unverdünnt äußerst giftige Belladonna

Otovowen gibt es direkt in Form von Tropfen speziell zur Behandlung von Mittelohrentzündungen.

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Hausittel gegen OhrenschmerzenEinige wirkungsvolle Hausmittel können zur Behandlung von Ohrenschmerzen angewendet werden. (Foto by: magone / Depositphotos)

Vorweg: Vor dem Einsatz von Hausmitteln bleibt eine genaue Abklärung der Krankheit durch den Facharzt angeraten.

Verschiedene Wickel

Zwiebel in kleine Stücke schneiden, in ein Taschentuch legen und die Zwiebel langsam zerdrücken, bis dich das Taschentuch mit Saft vollgesogen hat. Das Taschentuch auf das Ohr legen.

  • Zwiebelwickel oder Ohrentropfen mit Zwiebelextrakt dienen als bewährtes Hausmittel zur Bekämpfung von Entzündungen. Das darin enthaltene Senföl besitzt desinfizierende Wirkung. Für einen Zwiebelwickel den geschälten und zerkleinerten Zwiebel in ein Taschentuch wickeln, zerdrücken bis der Saft der Zwiebel austritt und anschließend das Tuch auf das Ohr legen.
  • Wickel aus leicht erhitztem Speiseöl führen bei Unterkühlung des Ohres heilsame Wärme hinzu.
  • Als Alternative bietet sich auch Senf an, der in breiiger Konsistenz mit warmen Wasser und Mehl ebenfalls Keime effizient zurückdrängt.
  • In ein Taschentuch gewickelte zerdrückte und gekochte Kartoffeln eignen sich sehr gut als Wärmespender auf dem schmerzenden Ohr.
  • Topfenwickel regen ebenfalls die Durchblutung an, wirken entzündungshemmend und hitzeableitend, wodurch Topfenwickel auch als Hausmittel bei Fieber angewandt werden kann.

Infrarotlicht

Infrarotlicht von Wärmelampen fördert die Durchblutung der bestrahlten Körperpartien und unterstützt so das Immunsystem beim Abtransport von Sekreten und der Bekämpfung von Infektionen. Dabei sollte das Ohr in einem Abstand von mindestens 50 Zentimeter für 10 Minuten bestrahlt werden. Bei einer Entzündung des Gehörgangs darf das Ohr nicht bestrahlt werden.

Watte und Öl

Watte in speziellen Tinkturen getränkt gibt die Flüssigkeit langsam in den Gehörgang ab und schützt zugleich das Ohr vor kühlender Zugluft.

Johanniskrautöl ist zum Beispiel für seine antivirale und schmerzlindernde Eigenschaften bekannt. Auch der Einsatz von Olivenöl, Teebaumöl (niemals direkt, unverdünnt in das Ohr einträufeln) oder japanisches Heilpflanzenöl erzielt eine ähnliche Wirkung.

Als Ausweichmöglichkeit für den Hausgebrauch bieten sich auch geschälte Knoblauchzehen mit antibakteriellen Eigenschaften an. Diese finden direkt in das Ohr eingeführt oder ausgepresst in Kombination mit Watte Verwendung.

Komplikationen

Eine verschleppte und unzureichend behandelte Infektion kann auf benachbarte Strukturen übergreifen. Beispielsweise können sich eine Innenohrentzündung oder eine Entzündung des Warzenfortsatzes zu einer Gehirnhautentzündung entwickeln.

Bleiben Ohrenschmerzen unbehandelt oder falsch, gehen diese oft in ein chronisches Stadium über. Zudem kann es zu einem Gehörverlust oder zu einer Gesichtslähmung kommen.

Ohrenschmerzen vorbeugen: Generelle Schutz- und Hygieneregeln beachten

Ohren richtig reinigen

Wattestäbchen gelten nicht als adäquates Mittel zur Reinigung von Gehörgängen. In vielen Fällen schieben sie Ohrenschmalz im hinteren Abschnitt des Gehörganges zusammen und verschlechtern so die Hörfähigkeit.

Gleichzeitig entstehen durch Unachtsamkeit und Reibung feine oder größere Verletzungen mit unangenehmen Folgen. Eine ausreichende Belüftung der nun verstopften Wege ist nicht garantiert.

Stattdessen genügt eine gelegentliche, nur grobe Spülung der äußeren Muschel und des Einganges mit lauwarmen Wasser unter der Dusche. In der Regel sorgt Körper jedoch von alleine für eine angemessene Reinigung.

Ohren schützen

Wasser selbst gilt zwar als unbedenklich, allerdings kann zu viel Feuchtigkeit Bakterien das Eindringen erleichtern.

Ungewollter Kontakt mit Nässe lässt sich mit einem Ohrenschutz verhindern. In den meist gechlorten Schwimmbädern stellt dies ein nützliches Accessoire dar, um Schleimhäute vor Reizungen zu bewahren.

Empfindliche Menschen greifen direkt zu einer Badekappe.

Lärm vermeiden

Ohrstöpsel können bei intensivem Lärm das Gehör vor Schäden beschützen, jedoch dürfen diese nicht zu tief in den Gehörgang ragen und sollten regelmäßig gewechselt werden. Besonders an Arbeitsplätzen mit hoher Lärmbelästigung erweist sich ein Gehörschutz als sehr nützlich.

Im Alltag sind angemessene Lautstärken beim Musikhören über Lautsprecher und insbesondere per Headset zum Wohl der Ohrgesundheit zu beachten. Viele Smartphones und Mobilgeräte verfügen bereits über eine eingebaute Warnung, die Nutzer ab einem bestimmten Schallpegel auf eine zu hohe Belastung aufmerksam macht.

Fremdkörper niemals selbst entfernen

Störende Fremdkörper im Ohr sollten niemals in Eigenregie entfernt werden. Zu groß ist dabei die Gefahr von Verletzungen durch unachtsames Vorgehen mit ungeeignetem Werkzeug und fehlender Sichtmöglichkeit.

Kaugummi kauen

Das Kauen von mit Xylit gesüßten, zuckerfreien Zahnpflegekaugummis sorgt nicht nur für einen regelmäßigen Druckausgleich im Gehörgang, sondern entspannt auch die Muskulatur und anliegenden Sehnen des Kiefergelenkes.


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