Rotlauf (Wundrose, Erysipel)

Bei einer Wundrose bzw. Rotlauf handelt es sich um eine Entzündung der Haut durch Bakterien, die vor allem bei Erwachsenen auftritt. Die Bakterien, zumeist A-Streptokokken, gelangen durch kleine Verletzungen in die Lymphgefäße der Haut und breiten sich dort aus. Es entstehen schmerzende Rötungen, oft von hohem Fieber begleitet.

WundroseSehr häufig bildet sich eine Wundrose (Rotlauf, Erysipel) an den Beinen oder im Gesicht. (Foto by: evgenyataman / Depositphotos)

Rotlauf (Wundrose, Erysipel) ist eine bakterielle Entzündung der Haut, welche in der Hauptsache durch A-Streptokokken verursacht wird. Diese breiten sich in den Lymphgefäßen der Haut aus und verursachen schmerzhafte, scharf abgegrenzte Rötungen. Gefährliche Komplikationen wie eine Blutvergiftung oder eine akute Nierenentzündung sind möglich, vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können davon betroffen sein. Es beginnt meist mit Rötungen und hohem Fieber.

Die Ursachen für Rotlauf (Wundrose, Erysipel)

Eine Wundrose kann sich nach einer kleinen, eigentlich harmlosen Verletzung entwickeln. Es gelangen Bakterien in die Lymphgefäße der Haut, die sich dort ausbreiten. Weiters kann sich eine Wundrose durch Gelsenstiche oder Pilzerkrankungen (Bsp. Fußpilz) entwickeln.

Zumeist wird die Infektion durch A-Streptokokken ausgelöst, die Giftstoffe produzieren und so eine Entzündung verursachen. Seltener sind andere Bakterien wie Staphylokokken für eine Wundrose verantwortlich.

Ist ein Mensch gesund und sein Immunsystem intakt, kann er nur in Ausnahmefällen an einer Wundrose erkranken. Anders bei Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Grunderkrankungen wie Alkoholismus oder Durchblutungsstörung. Diese Menschen zählen zu den gefährdeten Personen.

Symptome von Rotlauf (Wundrose, Erysipel)

Sehr häufig bildet sich eine Wundrose an den Beinen oder im Gesicht. Im Bereich der betroffenen Hautstelle bilden sich scharf begrenzte, flammenförmige Rötungen, die sich innerhalb von nur wenigen Stunden oder auch erst Tage nach der Verletzung zeigen.

Wenn die Infektion auch tiefere Bereiche des Gewebes betrifft, zeigen sich Ausläufer der Rötungen, die aber eher unscharf sind.

Bei einem schweren Verlauf von Rotlauf bilden sich stecknadelkopfgroße Einblutungen unter der Haut und es können sich Blasen entwickeln. Außerdem kann es zum Absterben von betroffenen Gewebeteilen kommen, der sogenannten Nekrose.

Die Lymphknoten sind oft geschwollen und schmerzen, wenn man darauf drückt. Weitere Symptome bei einem erstmaligen Rotlauf, oder wenn größere Hautbereiche betroffen sind:

  • hohes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Schüttelfrost
  • Übelkeit
  • Herzrasen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • allgemeine Schwäche – häufig, bevor die Rötungen auftreten

Behandlung von Rotlauf (Wundrose, Erysipel)

Behandlung WundroseMeist erfolgt die Behandlung einer Wundrose (Rotlauf) mit Antibiotika. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

  • In erster Linie wird die Behandlung durch die Gabe von Antibiotika wie Penicillin V oder G eingeleitet. In den meisten Fällen müssen Wundrosen im Krankenhaus behandelt werden, denn anfangs muss das Antibiotikum intravenös verabreicht werden.
  • Der betroffene Körperteil muss stillgelegt werden, Bettruhe ist unbedingt erforderlich, das Kühlen und Hochlagern des Körperteils unterstützt den Heilprozess. Bei einer bestehenden Grunderkrankung muss diese ursächlich behandelt werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen heilt ein Rotlauf bei entsprechender Behandlung folgenlos ab. Bleibt die Wundrose unbehandelt, kann das zu schweren Komplikationen wie einer Venenentzündung, eitrigen Entzündungen, Elephantiasis (aufgrund eines Lymphstaus), einer Blutvergiftung (Sepsis), einer akuten Nierenentzündung, Hirnvenenthrombosen, Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einer bakteriellen Herzentzündung (Endokarditis) führen.

Kann man Rotlauf vorbeugen?

Im Allgemeinen sind keine speziellen Vorbeugungsmaßnahmen bekannt, allerdings sollte die Haut nach kleinen Verletzungen untersucht und entsprechend behandelt und desinfiziert werden. Fuß- und Nagelpilzerkrankungen sollten so schnell wie möglich behandelt werden. Vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten ihre Haut besonders pflegen, um kleine Risse oder Hautrisse vorbeugen zu können. Auch regelmäßige Mainküren und Pediküren sollten durchgeführt werden. Langes und heißes Duschen oder Baden sollte vermieden werden, da dies zusätzlich die Haut austrocknet.

In der Schulmedizin wird eine Wundrose am effektivsten mit Antibiotika behandelt. Alternativen bietet die Homöopathie. Aber es ist immer erforderlich, den Arzt zu konsultieren.


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