Krätze (Skabies, gewöhnliche Krätze)

Krätze, auch Skabies genannt, ist eine durch die Krätzemilbe verursachte parasitäre Hautkrankheit, die Menschen befallen kann. Sie ist äußert unangenehm aber mit der heutigen Medizin leicht und schnell zu behandeln.

Der Juckreiz kann besonders nachts äußerst belastet für betroffene Personen sein. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was ist Krätze
    Die Krätze wird durch die Krätzmilbe verursacht. Diese nistet sich auf der menschlichen Haut ein um sich dort zu vermehren. Früher wurde die Krankheit auch aus Räude bezeichnet.
  • Ursachen
    Die Krätze wird durch direkten Hautkontakt zwischen Menschen übertragen. Dabei bedarf es meist einen längeren Kontakt, wie zum Beispiel lange Umarmungen oder Geschlechtsverkehr.
  • Symptome
    Das Hauptmerkmal ist sehr intensiver Juckreiz. Es kann auch zu sichtbaren Erscheinungen wie einem Ausschlag, kleinen Bissspuren und Erhebungen kommen.
  • Behandlungen
    Die Behandlung erfolgt meist in Form von Cremen, Salben, Sprays oder Tabletten. Neueste Medikamente zeigen schnelle Wirkung und sind zuversichtlich.
  • Mögliche Komplikationen
    In manchen Fällen kommt es zu Infektionen durch häufiges Kratzen. Diese sollten dann schnellstmöglich behandelt werden.
  • Prävention
    Neben einer guten Hygiene und einem gestärkten Immunsystem, ist vor allem die Vorsicht bei Leuten mit bekanntem Befall wichtig. Wäsche von erkrankten Leuten ist besonders heiß zu waschen.

Was ist Krätze?

Die Krätze (auch Skabies genannt) wird durch die sogenannte Grab- oder Krätzmilbe verursacht. Dabei kommt es zu einer Hauterkrankung mit starkem Juckreiz.

Krätzmilben zählen zu den Spinnentieren, sind jedoch zu klein um sie mit dem freien Auge genau zu erkennen. Sie leben auf der Hautoberfläche und graben für ihre Eier tunnelförmige Gänge um dort ihre Eier abzulegen. Sie leben zwar nur bis zu sechs Wochen, vermehren sich jedoch recht flott. Daher ist es wichtig sie schnellst möglich zu behandeln.

Ursachen und Übertragung von Krätze

Krätze wird durch Haut-an-Haut-Kontakt zwischen Menschen übertragen. Es bedarf dabei also keines Zwischenwirts. Vor allem bei Geschlechtsverkehr kommt es durch den intensiven Körperkontakt schnell zu einer Übertragung der Krankheit. Durch kurzen Kontakt wie Händeschütteln oder eine begrüßende Umarmung, kommen die recht langsamen Krätzmilben jedoch nicht von einem Wirt zum anderen.

Die Krätzmilben können ohne einen Wirt jedoch bis zu zwei Tage auf Textiloberflächen wie Bettwäsche, Kleidung und Sitzmöbel überleben. Jedoch nimmt ihre Infektiösität rasch ab und eine Übertragung ist nur sehr gering.

Das Risiko einer Ansteckung steigt bei:

  • einer hohen Anzahl von Milben
  • langer Körperkontakt
  • häufigem Aufenthalt in öffentlichen Einrichtungen (Kindergarten, Schule, Öffis, etc.)
  • mangelnder Hygiene
  • einem geschwächten Immunsystem

Symptome von Krätze

Nach einem Befall kann es zwischen zwei und sechs Wochen dauern, bis sich die ersten Symptome zeigen. Die Hauptmerkmal von Krätze ist ein sehr intensiver Juckreiz, welcher sich nachts häufig verschlimmert.

Die häufigsten Stellen für einen Befall betreffen:

Bei Babys und älteren Leuten sind oftmals auch der Kopf, der Nacken und die Fußsohlen betroffen.

Der Ausschlag selbst besteht dabei aus kleinen Bissen, Ausschlägen und Erhöhungen unter der Haut (ähnelt einem Pickel). Typisch sind auch leichte, dunkle und unregelmäßige Linien auf der Haut, welche man mit bloßem Auge erkennen kann.

Untersuchungen und Diagnose

Besteht ein Verdacht auf Krätze, wird empfohlen einen Arzt/ eine Ärztin aufzusuchen. Dort kann der Verdacht genauer untersucht werden.

Möglichkeiten zu Feststellung wären:

  • Mikroskopischer Nachweis
    Mithilfe eines scharfen Löffels (oder einem Skalpell) wird Haut abgeschabt, um diese anschließend unter einem Mikroskop auf Krätzemilben, Milbeneiern und Milbenkot zu untersuchen.
  • Tesafilmabriss
    Dabei wird ein Klebestreifen auf die betroffene Hautstelle befestigt, ruckartig wie ein Pflaster abgezogen und anschließend unter dem Mikroskop auf einen Befall untersucht.
  • Dermatoskopie
    Ist der Milbengang gut erkennbar, kann die Haut direkt untersucht werden.

Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten

Bei Behandlungen gegen Krätze kommen meist Medikamenten mit Sabizid zum Einsatz. Möglich ist die Anwendung in Form von Cremen, Salben, Sprays oder Tabletten.

Neben einer Beseitigung der Symptome, wie dem Juckreiz, ist vorrangig das Abtöten der Krätzemilben, ihrer Larven und Eier das Ziel.

Nach dem Erhalt der Medikamente, ist es wichtig die Anweisungen möglichst genau einzuhalten um einen weiteren Befall zu vermeiden. Oft ist es auch der Fall, dass die Behandlung nach einer Woche wiederholt werden muss um auch neu geschlüpfte Larven zu entfernen.

Häufigster Wirkstoff in der Behandlung gegen Krätzemilben ist Permethrin. Meist wird dieser als Creme auf die betroffenen Stellen über Nacht aufgetragen, Permethrin ist in geringer Dosis auch für Kinder gut verträglich und hat nur selten Nebenwirkungen. Meist reicht eine einmalige Anwendung des Wirkstoffes aus.

Mögliche Komplikationen

In manchen Fällen kann es durch den starken Juckreiz zu Infektionen der aufgekratzten Stellen kommen. In diesem Fall muss eine solche Infektion zusätzlich zu den Milben behandelt werden.

Nebenwirkungen der Medikamente gegen Skabies treten nur selten auf. Möglich sind ein Hautausschlag, Durchfall oder Kopfschmerzen als Reaktion auf einzelne Inhaltsstoffe.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die beste Methode um Krätze zu vermeiden, ist den direkten Hautkontakt zu einer befallenen Person zu vermeiden. Ebenso sollte man dabei auch Kleidung und Bettzeug dieser Person meiden.

  • Wäsche waschen
    Krätzemilben können oft bis zu zwei Tage auf Textiloberflächen überleben. Ist eine Person im eigenen Haushalt also davon betroffen, sollte die Wäsche besonders gründlich gewaschen werden. Empfohlen werden so um die 60°. Auch im Trockner sollten die Temperaturen möglichst hoch gestellt werden.
  • Handschuhe
    Sollte ein Kind, oder eine ältere Person, im Haushalt befallen sein und Hilfe benötigen, wird empfohlen dabei Handschuhe zu tragen um einen möglichen Befall zu verhindern.
  • Möbel und Böden
    Mit einem Staubsauger lassen sich Möbel, Teppiche und Böden absaugen. Danach ist es wichtig den Filter sofort draußen zu entsorgen.

 


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ICD-10: B86 mehr Infos


Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 25.05.2020
Überarbeitet am: 07.08.2020

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