Juckende Haut

Das unangenehme Gefühl juckender Haut stellt ein häufiges Alltagsproblem vieler Menschen dar. Während es in der Regel meist nur eine harmlose Störempfindung ist, kann jedoch auch eine ernstzunehmende Ursache hinter dem Juckreiz stecken, welche möglichst schnell diagnostiziert werden sollte.

Juckreiz HautIn vielen Fällen tritt ein Juckreiz aufgrund von trockener Haut auf. (Foto by: Tharakorn / Depositphotos)

Der Juckreiz der Haut, welcher in der Fachsprache auch unter dem Begriff Pruritus bekannt ist, beschreibt eine störende Sinneswahrnehmung, die den Patienten meist zum Kratzen an den betroffenen Hautregionen verleitet. Während dieser Juckreiz oft schon bei kleinen Insektenstichen, allergischen Reaktionen oder Hauterkrankungen zutage tritt, kann er in anderen Fällen aber auch das Symptom einer schweren organischen Erkrankung darstellen.

Erste Linderung erhoffen sich die Patienten meist durch starkes Kratzen an den betroffenen Hautregionen, welches den Juckreiz zunächst durch die Entstehung von Schmerzreizen reduziert, jedoch gleichzeitig weitere Botenstoffe freisetzt, die den Juckreiz erneut fördern.

In einigen Fällen kann die Haut nach dem Kratzen auch stark bluten und verkrusten. Des Weiteren wird eine juckende Haut häufig von psychischen Störfaktoren wie Schlafmangel, Müdigkeit oder auch Depressionen begleitet, welche den Betroffenen stark belasten können.

Ursachen juckender Haut

Juckender Haut kann eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen zugrunde liegen. Während oft schon das Tragen von zu enger Kleidung oder belastender Stress die Haut zum Jucken bringt, kann in anderen Fällen wiederum eine ernsthafte Erkrankung den Pruritus auslösen.

Hauterkrankungen als Ursache

Besonders häufig sind es dabei Neurodermitis oder eine Schuppenflechte, aber auch Ekzeme oder Hautpilze eine juckende Haut herbeiführen, die dabei häufig starke Rötungen und Verkrustungen mit sich bringt.

Innere Erkrankungen

Neben weiteren Hautleiden kann jedoch ebenfalls eine innere Erkrankung beim Patienten den Pruritus auslösen. Hierzu zählen neben Dialyse unter starkem Juckreiz leiden, auch Lebererkrankungen, bei denen der Gallenfarbstoff Bilirubin unter der Begleitung von Juckreiz ansteigt.

Weitere Ursachen

Ebenfalls können Erkrankungen des Blutes oder Lymphsystems einen Juckreiz der Haut auslösen. Auch Stoffwechselstörungen oder hormonelle Erkrankungen, wie beispielsweise Schilddrüsenüberfunktionen, Hormonschwankungen oder auch eine Diabetes mellitus werden oft von juckender Haut begleitet.

Letztendlich kann jedoch auch eine große Anzahl von Medikamenten einen Juckreiz herbeiführen, zu denen unter anderem Antibiotika, Entzündungshemmer oder Mittel gegen Bluthochdruck gezählt werden.

Untersuchungen und Diagnose

Da sich hinter einer juckenden Haut auch immer eine ernsthafte Erkrankung verbergen kann, sollte bei langandauerndem Pruritus umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Vor allem beim Auftreten auffälliger Begleitsymptome wie Fieber oder Müdigkeit sollte schnellstens eine Diagnose beim Dermatologen erfolgen.

Während des Arztbesuches werden dabei im Rahmen einer Anamnese zunächst die weiteren Umstände der juckenden Haut hinterfragt, zu welchen beispielsweise die Intensität des Juckreizes, dessen Auftretungsorte oder mögliche Allergien des Patienten zählen.

Anschließend werden innerhalb einer körperlichen Untersuchung die empfindlichen Hautstellen intensiv vom Dermatologen betrachtet. Zudem werden Milz, Leber, Nieren und Lymphknoten abgetastet, um mögliche organische Krankheiten frühzeitig zu diagnostizieren.

Anschließend an die Anamnese und die körperliche Untersuchung kann zudem eine Analyse des Blutes erfolgen. Ebenfalls können im Labor Abstriche der Schleimhäute oder Gewebeproben auf Bakterien und andere Krankheitserreger untersucht werden. Oft muss jedoch erst eine Vielzahl an Untersuchungen beim Betroffenen erfolgen, um eine endgültige Ursache des Juckreizes festzustellen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Nach Aufstellung einer Diagnose wird umgehend mit der entsprechenden Behandlung des Juckreizes begonnen, welche abhängig von der jeweiligen Ursache sehr unterschiedlich ausfallen kann. Verbirgt sich beispielsweise eine ernsthafte Erkrankung hinter dem Juckreiz, werden dem Patienten vom Dermatologen bestimmte Medikamente verschrieben, welche die jeweilige Grunderkrankung behandeln.

Zuvor muss jedoch eine endgültige und eindeutige Diagnose gestellt werden. Auch eine Lichttherapie mit UVB-Strahlen wird in einigen Fällen ergänzend zur medikamentösen Therapie eingesetzt.

Bei einigen Patienten können jedoch auch schon kleine Maßnahmen eine erste Linderung des Juckreizes herbeiführen:

  • Kühle und feuchte Umschläge, für welche Joghurt, Essig oder auch Schwarztee verwendet werden können. Bei der Benutzung ist es jedoch wichtig, dass die Haut nach der Anwendung der Feuchtwickel ausreichend eingecremt wird.
  • Yoga, autogenes Training, eine progressive Muskelentspannung helfen, den Juckreiz zu reduzieren. Diese Entspannungsmethoden unterstützen den Patienten beim Abbau von Stress und lenken gleichzeitig von dem Bedürfnis nach kratzen ab.

Prävention und was ich selbst tun kann

HautpflegeUnser größtes Organ, die Haut, sollte ausreichend gepflegt werden, um trockener Haut vorzubeugen. (Foto by: valuavitaly / Depositphotos)

Schon die Berücksichtigung einiger Faktoren im Alltag kann eine Linderung des Juckreizes der Haut herbeiführen. So sollte man in erster Linie stets versuchen, die Entstehung trockener Haut zu vermeiden. Hierfür sollte beispielsweise ein trockenes Raumklima sowie übermäßiges Duschen oder Baden vermieden werden. Ebenfalls spielt die Pflege der Haut eine wichtige Rolle innerhalb der Prävention von Juckreiz.

So sollten an die Stelle alkoholreichhaltiger Pflegeprodukte rückfettende und feuchtigkeitsspendende Cremes treten. Besonders nach dem Baden oder Duschen sollte die Haut mit Lotionen dieser Art versorgt werden.

Desweiteren sollten Faktoren wie extrem scharfes Essen oder Alkohol möglichst umgangen und Ärger oder Stress ebenfalls reduziert werden. Ein guter Tipp für alle, die gerne baden sind Badeöle. Die trocknen die Haut nicht so aus.

Auch bei der Kleiderwahl sollte auf zu eng anliegende Kleidung, welche auf dem Körper scheuert und dadurch die Haut reizt, weitgehend verzichtet werden. Um dem Juckreiz auch in der Nacht entgegenzutreten, sind desweiteren Baumwollhandschuhe empfehlenswert, welche die Haut vor Kratzattacken im Schlaf abschirmen.

Ein Tipp noch:

Viel trinken unterstützt die Elastizität der Haut und kann vor dem Austrocknen und damit dem nervigen Jucken schützen! Wasser ist dafür bestens geeignet.


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