Gürtelrose (Herpes Zoster)

Eine Gürtelrose wird durch das gleiche Virus hervorgerufen wie die Windpocken (Schafblattern, Feuchtblattern). Menschen, die bereits an Windpocken erkrankt waren, reagieren auf eine erneute Virusaktivierung in der Regel mit einer Gürtelrose. Die Viruserkrankung ist vergleichsweise schwach ansteckend und verläuft häufig komplikationsfrei. Eine mögliche Ansteckung erfolgt über die virale Flüssigkeit krankheitstypischer Hautbläschen.

Herpes ZosterTypisch für Gürtelrose ist das Auftreten eines Hautausschlages. (Foto by: angelsimon / Depositphotos)

Die Gürtelrose, die in der Medizin auch als Herpes Zoster bezeichnet wird, ist eine virale Erkrankung. Der für die Krankheit verantwortliche Erreger, das sogenannte Varicella-Zoster-Virus, ist auch Auslöser der Windpocken (Schafblattern, Feuchtblattern). Die für die Gürtelrose verantwortlichen Varicella-Zoster-Viren zählen zu den sogenannten Herpes-Viren und werden von Medizinern auch als humane Herpes-Viren Typ 3 bezeichnet.

Eine Gürtelrose tritt nur bei Menschen auf, die in der Vergangenheit bereits mit dem entsprechenden Virus infiziert wurden und sich daraufhin Windpocken entwickelten. Eine solche Windpockenerkrankung kann dabei auch unbemerkt verlaufen sein.

Der Name der Gürtelrose leitet sich von einer krankheitstypischen Symptomatik ab, bei der es häufig zu Hautveränderungen in Bereichen des Körpers kommt, in deren Höhe in der Regel Gürtel getragen werden.

Zur Personengruppe, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Gürtelrose aufweist, zählen beispielsweise Menschen in einem Lebensalter von über 45 Jahren und/oder mit beeinträchtigtem Immunsystem.

Ursache der Gürtelrose

Varicella-Zoster-Viren

Verursacht wird die Gürtelrose durch eine Reaktivierung von Varicella-Zoster-Viren, die bereits im Körper eines Betroffenen schlummern. Sind die Viren im Rahmen einer früheren Infektion in den Organismus einer Person gelangt, so wandern sie nach überwundener Erkrankung unbemerkt in verschiedene Nervenknoten, die sich im Bereich von Wirbelsäule oder Gehirn befinden. Hier siedeln sich die Krankheitserreger an. Während die so angesiedelten Viren in vielen Fällen inaktiv bleiben, lösen sie in einigen Fällen eine Gürtelrose aus.

Medikamente, die das Immunsystem schwächen

Die genauen Ursachen einer Reaktivierung von Varicella-Zoster-Viren im individuellen Fall sind noch weitgehend ungeklärt; möglicherweise erhöhen allerdings Erkrankungen oder Medikamente mit immunsuppressiver (das Immunsystem schwächender) Wirkung das Risiko einer Gürtelrose.

Erblich bedingte Ursachen

Darüber hinaus wird ein erblicher Einfluss auf die Anfälligkeit gegenüber dem Auftreten einer Gürtelrose angenommen, denn bei einigen Erkrankten zeigen sich familiäre Häufungen der Viruserkrankung. Diskutiert wird in der Medizin schließlich auch ein begünstigender Einfluss von Faktoren wie starkem seelischem und/oder körperlichem Stress auf den Krankheitsausbruch.

Im Gegensatz zu den Windpocken weist die Gürtelrose eine vergleichsweise niedrige Ansteckungsgefahr auf. Eine mögliche Übertragung des Virus erfolgt durch Kontakt mit der Flüssigkeit, die sich in den für die Erkrankung typischen Hautbläschen eines Betroffenen befindet. Nach Verkrustung entsprechender Bläschen ist eine Virusübertragung in der Regel nicht mehr möglich. Personen, die das Varicella-Zoster-Virus noch nicht in sich tragen, entwickeln bei Infektion durch einen an Herpes Zoster erkrankten Patienten keine Gürtelrose, sondern Windpocken.

Symptome der Gürtelrose

Eine Gürtelrose äußert sich in der Regel sowohl in spezifischen als auch in unspezifischen Symptomen.

Allgemeines Krankheitsgefühl

Meist beginnt die Erkrankung mit vergleichsweise allgemeinen Beschwerden, die vom Betroffenen häufig nicht mit dem Herpes Zoster in Verbindung gebracht werden.

Zu den ersten Anzeichen der Virusinfektion zählt beispielsweise ein umfassendes Krankheitsgefühl. Dieses drückt sich etwa durch verstärkte Müdigkeit und erhöhte Körpertemperatur aus.

Lokale Schmerzen

Ca. 2 bis 3 Tage nach dem Auftreten erster Krankheitssymptome stellen sich dann meist starke lokale Schmerzen ein - diese Schmerzen betreffen die Körperpartie, die durch den vom Virus befallenen Nerv versorgt wird.

Hautausschlag

Wenig später tritt schließlich die Hauptsymptomatik der Gürtelrose auf: Im durch den befallenen Nerv versorgten Körperbereich entwickelt sich ein Hautausschlag, der sich durch eine geschwollene und gerötete Haut sowie gruppenweise angeordnete Bläschen auszeichnet. Die entsprechenden Hautbläschen können teilweise erbsengroße Ausmaße annehmen und enthalten häufig eine wässrige Flüssigkeit.

Typischerweise beschränkt sich der lokale Hautausschlag bei Gürtelrose auf lediglich eine Körperseite (in Abhängigkeit vom individuell infizierten Nerv). Während in den meisten Fällen die Haut an Bauch oder Brust von den viralen Bläschen betroffen ist, kann sich der krankheitstypische Ausschlag bei einigen Patienten im Gesichtsbereich zeigen.

Vergleichsweise selten verläuft eine Gürtelrose ohne das Auftreten krankheitstypischer Hautbläschen. Ein solcher Krankheitsverlauf wird durch Mediziner als Zoster sine herpete bezeichnet.

Untersuchungen und Diagnose

Anamnese

Zur Diagnose eines Herpes Zoster dient in der Regel zunächst ein ausführliches Patientengespräch, in dem ein Betroffener den Arzt über Faktoren wie die individuelle Krankheitsgeschichte und bisher aufgetretene Symptome informiert. Sind bereits krankheitstypische Symptome (wie etwa ein lokal begrenzter und schmerzender Hautausschlag) aufgetreten, so lässt diese Symptomatik häufig bereits eine vergleichsweise zuverlässige Verdachtsdiagnose zu.

Untersuchung im Labor

Gelegentlich kann darüber hinaus aber ein labortechnischer Nachweis einer vorliegenden Infektion durch das Varicella-Zoster-Virus notwendig sein. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine individuell aufgetretene Symptomatik noch keine ausreichenden Hinweise liefert oder wenn die Symptomatik Folge einer anderen vorliegenden Erkrankung sein kann. Neben dem Virus selbst können auch gegen den Erreger gebildete Antikörper im Organismus eines Betroffenen eine vorliegende Infektion bestätigen; ein solcher Antikörpernachweis ist mithilfe einer Blutuntersuchung möglich.

Sehr seltene Symptome einer Gürtelrose wie etwa Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen können schließlich eine Prüfung der Hirnflüssigkeit (auch als Liquor bezeichnet) erfordern - auf der Grundlage einer Liquoruntersuchung ist beispielsweise festzustellen, ob Gehirn oder Rückenmark vom Varicella-Zoster-Virus befallen sind.

Da Herpes Zoster in vielen Fällen den Verdacht auf ein beeinträchtigtes Immunsystem nahelegt, kann es darüber hinaus medizinisch sinnvoll sein, einen betroffenen Patienten auf weitere vorliegende Erkrankungen zu untersuchen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung GürtelroseIn den meisten Fällen wird der Herpes Zoster auf medikamentösem Weg bekämpft. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Therapieschritte in der Behandlung einer Gürtelrose dienen meist der Symptombekämpfung. Zwar heilt die virale Erkrankung in der Regel innerhalb einiger Wochen auch selbstständig wieder ab, je nach Symptomschwere können entsprechende Gegenmittel den Leidensdruck aber häufig lindern und verkürzen. Dabei gilt meist, dass eine entsprechende Symptombekämpfung umso effektiver wirken kann, je frühzeitiger sie beginnt.

Daher raten Mediziner im Allgemeinen dazu, bereits bei ersten Anzeichen einer möglichen Gürtelrose den behandelnden Arzt aufzusuchen. Findet ein Therapiebeginn bereits in frühem Erkrankungsstadium statt, so ist eine Linderung von Schmerzen und/oder beginnenden Hautrötungen häufig bereits nach einigen Stunden zu beobachten.

In den meisten Fällen wird der Herpes Zoster auf medikamentösem Weg bekämpft. Zu den häufig verschriebenen Arzneimitteln zählen beispielsweise sogenannte Nukleosidanaloga - verschiedene Präparate dieser Medikamentengruppe stoppen ein weiteres Ausbreiten von Viren im betroffenen Organismus, sodass eine Heilung beschleunigt werden kann.

Gegen sehr starke Beschwerden (wie etwa brennende Schmerzen) bei vorliegender Gürtelrose können darüber hinaus schmerzlindernde Arzneimittel zum Einsatz kommen.

Aufgrund eines meist positiven Krankheitsverlaufes ist die Gürtelrose selten mit Komplikationen verbunden. Mögliche Gefahren birgt das Varicella-Zoster-Virus allerdings für Kinder im Mutterleib. Starke Bläschenbildungen können des Weiteren lokale Hautveränderungen nach sich ziehen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Impfung

Patienten, die sich vor einer Gürtelrose schützen möchten, steht die Möglichkeit einer Impfung offen. Der Impfstoff ähnelt in seiner Zusammensetzung den Präparaten, die zum Schutz gegen Windpocken eingesetzt werden, weist aber eine deutlich höhere Konzentration auf. In den meisten Fällen verläuft eine entsprechende Impfung ohne auftretende Komplikationen. Kann die Viruserkrankung im Einzelfall trotz erfolgter Impfung nicht verhindert werden, gestaltet sich der Krankheitsverlauf bei geimpften Patienten in der Regel milder.

Körperkontakt zu Betroffenen meiden

Für Personen, die aufgrund verschiedener Faktoren ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen, kann es zu präventiven Zwecken sinnvoll sein, sehr engen Körperkontakt mit akut an Gürtelrose leidenden Patienten zu meiden. Diese Vorsichtsmaßnahme entfällt meist, sobald die Bläschen eines Erkrankten verkrustet sind.

Ist schließlich trotz präventiver Maßnahmen eine Gürtelrose aufgetreten, kann ein frühzeitiger Behandlungsbeginn möglichen Komplikationen vorbeugen. Darüber hinaus kann sich beispielsweise körperliche Schonung positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.


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