Furunkel

Furunkel sind Entzündungen der Haarfollikel, die meist durch Bakterien hervorgerufen werden und äußerst schmerzhaft sein können. Bei einem Furunkel entsteht ein eitriger Pfropf, der die Haut durchbrechen, sich dann öffnen und entleeren kann. Je nachdem, wie weit ein Furunkel fortgeschritten ist, wird er mit Hilfe von Medikamenten oder durch Öffnung mit einem Skalpell entfernt.

FurunkelKörperstellen an denen sich Furunkel bilden, sind das Gesicht, die Achselhöhlen, Arme und Beine. (Foto by: svanhorn / Depositphotos)

Entzündet sich das Gewebe rund um einen Haarfollikel und bildet sich dort Eiter, so spricht man von einem Furunkel. Liegen mehrere dieser Furunkel dicht nebeneinander, können sie verschmelzen und zu einem Karbunkel – einer Eiterbeule, die sehr tief in das Gewebe reicht – werden.

Furunkel entstehen nur an behaarten Stellen wie beispielsweise im Nacken, in den Achselhöhlen oder im Genitalbereich. Sie werden durch eine Infektion mit Bakterien, meist mit dem Staphylococcus aureus-Bakterium, hervorgerufen, können aber auch durch verschiedene andere Faktoren wie einer Diabetes-Erkrankung oder an der Haut scheuernde Kleidung begünstigt werden.

Bevor sich der Furunkel bildet, entsteht am Haarfollikel eine rote Pustel, die mit Eiter gefüllt ist – aus dieser wächst dann der Furunkel in Form eines schmerzhaften Knotens, der bis zu 2 cm groß werden kann. Wächst der Furunkel weiter, so stirbt in dessen Mitte das Gewebe ab und schmilzt eitrig ein.

Der Furunkel kann nun die Haut durchstoßen und sich entleeren. Meist verlaufen Furunkel ohne Komplikationen, sie können aber auch wiederholt und in Schüben auftreten – dann spricht man von einer Furunkulose.

Ursachen von Furunkeln

Staphylococcus aureus-Bakterien

Die häufig spontan auftretenden Furunkel werden meist durch Staphylococcus aureus-Bakterien hervorgerufen. Diese infizieren den Haarfollikel, indem sie durch winzig kleine Hautverletzungen in die Haut gelangen.

Die Bakterien stammen oft aus dem Nasen- oder Rachenraum, wo sie natürlicherweise vorkommen und keinen Schaden anrichten. Die Erreger bilden in der Haut Enzyme, die das Gewebe lockern und so die Ausbreitung der Bakterien und die Entzündung fördern.

Diabetes mellitus, Nierenerkrankung oder Hautkrankheiten

Weitere Ursachen für die Entstehung von Furunkeln können eine falsch therapierte oder noch unentdeckte Diabetes mellitus-Erkrankung oder Nierenerkrankungen sein. Hautkrankheiten wie die Impetigo-Erkrankung oder die Septikämie – also eine durch Bakterien hervorgerufene Gesamtinfektion des Körpers, die oft eine Folge von Metastasenbildung ist – können ebenfalls eine Furunkelbildung fördern.

Zu enge Kleidung

Auch das Tragen von zu eng anliegender und scheuernder Kleidung kann die Furunkelbildung begünstigen.

Symptome von Furunkeln

Die Symptome eines Furunkels sind auf der Haut an der Stelle des entzündeten Haarfollikels sichtbar. Jede behaarte Stelle des Körpers kann betroffen sein, meist entstehen Furunkel aber unter den Achseln, im Gesicht oder Nacken, im Genital- oder Afterbereich oder an den Oberschenkeln.

Erster Hinweis auf ein Furunkel ist eine kleine Pustel, die dort entsteht, wo der Haarfollikel sich entzündet hat; oftmals kann man in der Entzündung ein kleines Haar entdecken, das in der Mitte der Schwellung sitzt.

Schließlich breitet sich die Entzündung nach und nach aus und erfasst das umliegende Gewebe. Die Pustel wird größer und es entsteht ein knotenförmiger Furunkel, der einen halben bis zwei Zentimeter groß ist.

Durch die Entzündung und das gespannte Gewebe ist der Furunkel gerade bei Druck sehr schmerzhaft. Der Furunkel reift weiter und in seiner Mitte stirbt das Gewebe ab – es kommt zu einer Einschmelzung, die einen mit Eiter gefüllten Pfropf hervorbringt.

Wenn der Furunkel die Haut durchstößt, entleert sich der Eiter und zurück bleibt eine eingezogene Narbe. Furunkel, die an unproblematischen Stellen liegen und sich nicht zu einem Karbunkel entwickeln, haben meist keine weiteren Begleiterscheinungen.

Untersuchungen & Diagnose

Um ein Furunkel zu diagnostizieren reicht es in der Regel aus, wenn der Arzt den betroffenen Hautbereich untersucht. Um sicher zu sein, dass das Baterium Staphylococcus aureus die Infektion verursacht hat, wird häufig auch ein Abstrich genommen und der Eiter labormedizinisch untersucht.

Treten Furunkel öfter und schubweise auf, liegt also eine Furunkulose vor, dann sind weitere Untersuchungen notwendig um festzustellen, ob möglicherweise eine Diabetes mellitus-Erkrankung Hintergrund für die Erkrankung ist.

Bei Patienten, die nicht auf eine Therapie ansprechen, wird außerdem ein Antibiogramm in Form einer Kultur angelegt, um das Empfindlichkeitsspektrum des Krankheitskeims zu diagnostizieren. Dies ist besonders bei Patienten ratsam, bei denen bereits eine Immunschwäche oder eine andere schwere Erkrankung vorliegt.

Behandlung, Therapie & Komplikationen

Behandlung FurunkelMeist werden bei Furunkel Antibiotika oder medizinische Salben angewendet. (Foto by: g_studio / Depositphotos)

Das sollte vermieden werden

  • Die Behandlung eines Furunkels hängt von seiner Lage ab und davon, wie weit er bereits ausgeprägt ist. Auf gar keinen Fall sollte ein Furunkel selbst ausgedrückt werden, da sich die Keime in das umliegende Gewebe ausbreiten und sogar in die Blutbahn gelangen können.
  • Auch das Auftragen von Zugsalbe ist nicht geeignet, da hierdurch im ungünstigsten Fall ein Abszess entstehen kann.

Hautstelle desinifzieren

Bei kleinen Furunkeln reicht bereits eine örtliche Behandlung aus, bei der die betroffene Hautstelle desinfiziert wird und warme Umschläge auf den Furunkel gelegt werden.

Die Wärme beschleunigt den Reifeprozess und führt dazu, dass der Furunkel sich entleert und abheilt.

Eiter entfernen

Ist der Furunkel schon fortgeschritten und schmerzt, so wird er meist mit einem Skalpell geöffnet und der Eiter entfernt.

Salben und Antibiotika

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist das Auftragen von medizinischen Salben, die die Heilung unterstützen; außerdem kann eine Antibiotika-Gabe erforderlich sein.

Bei Furunkeln, die in Nacken oder Gesicht auftreten, sollten die entsprechenden Körperstellen ruhiggestellt werden, bis sich der Furunkel öffnet. Bei kleinen Furunkeln treten normalerweise keine Komplikationen auf. Furunkel, die sich zu einem Karbunkel entwickeln, können schwere Beschwerden wie zum Beispiel Entzündungen der Lymphbahnen verursachen. Dringen die Erreger in die Blutbahn oder in die Venen ein, kann es zu einer Blutvergiftung oder Hirnerkrankungen wie Meningitis oder Hirnvenenthrombosen kommen. Furunkel oder Karbunkel, die sich im Gesicht befinden, können außerdem zu einer Erkrankung der Augenhöhle führen.

Prävention & was kann ich selbst tun

Die Neigung, Furunkel zu bekommen, hängt nicht nur von der Lebensführung, sondern auch von genetischen Ursachen ab, deshalb kann man sich nur bedingt vor Furunkeln schützen.

  • Allgemein sollte man versuchen, Hautinfektionen zu verhindern. Dies geschieht unter anderem durch das regelmäßige Desinfizieren und Waschen der Hände und Hautpartien und durch das häufige Wechseln von Handtüchern und Bettwäsche.
  • Diabetiker sollten medikamentös gut eingestellt werden, damit eine Entstehung von Furunkeln nicht begünstigt wird.
  • Grundsätzlich sollten keine enganliegenden oder scheuernden Kleidungsstücke getragen werden, da diese Furunkel ebenfalls fördern können.

Ist bereits ein Furunkel oder Karbunkel vorhanden, muss besonders auf die Hygiene geachtet werden. Der Furunkel darf auf gar keinen Fall ausgedrückt werden, um eine Verbreitung der Bakterien im Körper zu verhindern. Bei einem kleinen Furunkeln kann man versuchen, mit Kamillenkompressen oder Arnikapräparaten die Reifung zu beschleunigen, so dass er sich öffnet.

Ist der Furunkel größer, sitzt er an einer ungünstigen Stelle oder schmerzt stark, dann muss auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Wenn sich der Furunkel entleert, müssen sowohl die betroffene Hautpartie als auch alle Materialien, die mit dem Furunkel ihn Berührung kamen – so wie Kleidungsstücke oder Handtücher –, gut desinfiziert werden, da der Eiter hochansteckend ist und sich die Bakterien auf andere Menschen und Körperstellen übertragen können.


Bewertung: Ø 2,8 (6 Stimmen)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Hautpilz (Dermatomykosen)

Hautpilz (Dermatomykosen)

Der Begriff Hautpilz verbirgt nicht nur ein Krankheitsbild, sondern ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Krankheitsbildern der unterschiedlichsten Art.

weiterlesen
Seborrhoisches Ekzem

Seborrhoisches Ekzem

Das seborrhoische Ekzem ist ein Hautausschlag, der insbesondere in talgreichen Hautregionen auftritt.

weiterlesen
Sonnenstich

Sonnenstich

Sonnenstich ist ein Hitzeschaden, der durch eine länger anhaltende, sehr intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf, Nacken oder Hals ausgelöst wird. Es erfolgt eine Reizung der Hirnhäute.

weiterlesen
Hühneraugen

Hühneraugen

Hühneraugen - Es handelt sich um kegelförmige Verdickungen der Haut im Zehenbereich und an der Fußsohle, dem Fußrücken sowie der Ferse. Sie entstehen durch schlecht passende oder zu enge Schuhe.

weiterlesen

User Kommentare