Abszess: Ursachen, Symptome und Behandlung

Bei einem Abszess, auch umgangssprachlich als Eiterbeule oder Eitergeschwür bezeichnet, handelt es sich um eine abgekapselte Ansammlung von Eiter. In der Regel sind Abszesse harmlos, wenn sie aber größer werden oder Eiter austritt, können innere Organe geschädigt werden. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung (Sepsis).

Untersuchung AbszessMeist treten Abszesse an der äußeren Haut auf und sind dort meist gut behandelbar. (Foto by: Goodluz / Depositphotos)

Abszesse können unterschiedlich groß sein. So können diese klein und kaum sichtbar sein und andererseits kann ein Abszess so groß wie eine Handfläche sein. Während kleinere Abszesse oft von selbst heilen, müssen große immer behandelt werden.

Ein Abszess kann am gesamten Körper auftreten, am häufigsten tritt dieser an der äußeren Haut auf, etwa im Gesicht, am Hals, auf dem Rücken, an den Händen oder Füßen.

Dieser kann sich aber auch am After, in der Mundhöhle, in der Nase, am Zahnfleisch oder im Intimbereich bilden.

Abszesse an inneren Organen wie beispielsweise Leber, Darm, Gehirn, After, Knochen, Brust oder Lunge sind besonders gefährlich, da sie häufig zu spät entdeckt werden. Sie vergrößern das Risiko einer Sepsis (Blutvergiftung) erheblich.

Ursachen für einen Abszess

Bakterien als Auslöser

Der Eiter entsteht infolge einer bakteriellen Entzündung. Die auslösenden Bakterien (meist Staphylokokken, Streptokokken) gelangen durch eine kleine oder schlecht versorgte Wunde oder kleine Verletzung (zum Beispiel bei der Rasur) in den Blutkreislauf.

Kann der Eiter zum Beispiel durch verstopfte Poren nicht abfließen, bildet sich eine Eiterblase, die immer größer wird. Diese liegt innerhalb eines Hohlraums, der Abszesshöhle genannt wird.

Zum Schutz des Organismus bildet sich um den Eiter eine Kapsel, die in der Abszesshöhle liegt. Sie soll verhindern, dass sich die Bakterien mitsamt Eiter weiter im Körper ausbreiten. Die Eiterflüssigkeit besteht aus abgestorbenen Zellen, Bakterien und weißen Blutkörperchen. Diese sind für die Immunreaktion des Körpers verantwortlich.

Chronische Entzündungen als Ursache

Es gibt jedoch auch Abszesse, die sich ohne ersichtlichen Grund bilden. Deren Ursache liegt manchmal in einer chronischen Entzündung, die dem Erkrankten nicht immer bewusst ist.

Faktoren, die einen Abszess begünstigen

Neben dem Abszess muss stets die Ursache behandelt werden.

Abszess, Pickel und Furunkel: Was ist der Unterschied?

Medizinisch betrachtet ist bereits ein Mitesser ein Abszess in Miniaturformat. Auch hier sammelt sich Eiter an, durch die richtige Pflege verschwindet dieser aber schnell wieder.

Bildet sich ein Abszess an einer Haarwurzel, dann wird dieser als Furunkel bezeichnet.

Ein Abszess unterscheidet sich von Pickeln und Furunkeln durch die deutliche Rötung der betroffenen Stelle.

Symptome

Symptome bei einem oberflächlichen Abszess ("kutaner Abszess")

Die betroffene Stelle ist gerötet, geschwollen, überwärmt, weißt eine weiß-gelbliche Farbe auf und reagiert sehr schmerzhaft auf Druck. Möglicherweise wölbt sich eine mit Eiter gefüllte Beule nach außen.

Ein Abszess am Po macht sich durch Schmerzen beim Sitzen oder beim Stuhlgang bemerkbar. Die Entzündung im Bereich des Afters ist gut erkennbar.

Bleibt ein Abszess unbehandelt, breitet sich die Entzündung weiter im Körper aus und die Schmerzen nehmen zu.

Symptome bei einem Abszess an den inneren Organen ("subkutaner Abszess")

In vielen Fällen machen sich tiefere Abszesse zuerst durch keine Symptome bemerkbar. Erst wenn sie sich eröffnen und sich die Erreger ausbreiten, können folgende Beschwerden auftreten:

Spätestens bei diesen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose

Ein Abszess an der äußeren Haut ist problemlos zu identifizieren.

An den inneren Organen lässt er sich jedoch nicht so einfach diagnostizieren. Dafür stehen jedoch modernste technische Untersuchungen wie Ultraschall, Magnetresonanztomografie - MRT, Computertomographie (CT) und die CRP-Bestimmung zur Verfügung.

Blutuntersuchung

Auch wenn der Erkrankte kein Fieber hat, kann der CRP-Wert bereits aufschlussreich sein. Das Protein aus über 200 Aminosäuren ist Teil des körpereigenen Abwehrsystems und als Entzündungsparameter wichtig. Bei Entzündungen ist es vermehrt im Blut vorhanden. Ein erhöhter CRP-Wert kann auch auf eine rheumatische Erkrankung hinweisen. Deshalb sind mehrere Untersuchungen sinnvoll.

Abstrich

In einigen Fällen macht der Arzt einen Abstrich, damit der dafür verantwortliche Erreger gefunden und bekämpft werden kann.

Behandlung und Therapie bei einem Abszess

Abszess am FingerEin Abszess kann sehr unangenehm und schmerzhaft sein. (Foto by: wellcom22 / Depositphotos)

Zur Behandlung eines Abszesses gibt es mehrere Möglichkeiten. Jedoch gilt eines vorweg: Egal ob es sich um einen kleinen oder großen Abszess handelt, dieser sollte nie selbst behandelt werden, denn durch das Herumdrücken verschlimmert sich die Situation meist noch. Bei Verdacht auf einen Abszess sollte immer der Arzt aufgesucht werden.

Bei kleinen Abszessen verschreibt der Arzt zur Behandlung meist eine Zugsalbe. Diese wird auf die betroffene Hautstelle aufgetragen und diese zieht die Entzündung sowie das Eiter heraus.

Wie ein Abszess behandelt wird, richtet sich nach seiner Größe. Kleine Abszesse werden in der Regel mit einer Zugsalbe behandelt. Die Salbe wird auf den Abszess aufgetragen und sie zieht quasi die Entzündung und den Eiter aus der Abszesshöhle heraus. Quelle: http://gesundpedia.de/Abszess
Wie ein Abszess behandelt wird, richtet sich nach seiner Größe. Kleine Abszesse werden in der Regel mit einer Zugsalbe behandelt. Die Salbe wird auf den Abszess aufgetragen und sie zieht quasi die Entzündung und den Eiter aus der Abszesshöhle heraus. Quelle: http://gesundpedia.de/Abszess
Egal, ob ein Abszess groß oder klein ist – der Patient sollte unbedingt vermeiden, den Abzess selbst zu behandeln. Permanentes Herumdrücken kann schnell dazu führen, dass die Umkapselung der Abszesshöhle reißt und sich der Eiter ins Innere des Körpers ergießt. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch schwer zu behandeln und kann, wenn der hoch infektiöse Eiter in die Blutbahn gelangt, eine Blutvergiftung auslösen. Quelle: http://gesundpedia.de/Abszess

Abszesse im Gesicht sind besonders kritisch. Es besteht das Risiko, dass beim Drücken an einem Abszess Bakterien zum Gehirn wandern und dort eine bakterielle Hirnhautentzündung auslösen. Die Entzündung kann sich auch großflächig im Bindegewebe ausbreiten. Das ist weit schwieriger zu behandeln als ein einziger, kleiner Abszess.

Größere Abszesse müssen meist chirurgisch behandelt werden (Abszessspaltung). Der Abszess wird unter Narkose geöffnet und das Wundsekret abgesaugt (Abszessdrainage). Stellt sich Fieber ein, ist eine Antibiotikatherapie notwendig. So können sich die Bakterien nicht weiter vermehren.

Nachbehandlung

Es ist wichtig, dass Luft an die Wunde kommt. Deshalb wird sie in den ersten Tagen nur mit Mull abgedeckt. Gegebenenfalls sind Schmerzmittel sinnvoll. Außerdem ist es wichtig die Wunde regelmäßig zu säubern und den Verband zu wechseln. Häufig erfolgt die Nachbehandlung mit entzündungshemmenden Salben, bei hartnäckigen Fällen auch mit Cortisonsalben.

Heilungsdauer

Normalerweise heilen Abszesse sehr gut, sofern sie richtig behandelt werden. Trotzdem kann die Wundheilung mehrere Wochen in Anspruch nehmen. 

Natürliche Mittel und Hausmittel zur Behandlung von einem Abszess

Abszess mit Topfen behandelnTopfen ist ein beliebtes Hausmittel, das auch bei einem Abszess angewendet werden kann. (Foto by: timolina / Depositphotos)

Im Anfangsstadium und bei oberflächlichen Abszessen kann auch unterstützend mit Hausmitteln behandelt werden.

Ätherische Öle

Teebaumöl, Johanniskrautöl, Lavendelöl, Kamillenöl, Eukalyptus, Thymianöl und Neemöl wirken antibakteriell und antiseptisch. Das jeweilige Öl mit einem Wattestäbchen mehrmals täglich vorsichtig auf die entzündliche Haut tupfen. Es darf nicht in offene Wunden kommen.

Umschläge

Warme Umschläge ziehen den Eiter aus Abszessen. Doch nicht immer ist diese Methode erfolgreich.

Selbstgemachte Paste

Auf einen kleinen Abszess können Sie alternativ eine Paste aus gemahlenem Schwarzkümmel und Wasser auftragen. Die gleiche Wirkung hat ein Tropfen Schwarzkümmelöl.

Topfenwickel

Eine andere sanfte Heilmethode sind Topfenwickel. Das Hausmittel ist seit Jahrhunderten bekannt. Der Topfen (Quark) ist gut verträglich und hemmt Entzündungen. Er leitet Hitze aus und kann Fieber senken. Dafür benötigt man lediglich einen kleinen Becher Topfen und ein sauberes Baumwolltuch. Den Topfen auf das Tuch streichen und dieses um die betroffene Stelle wickeln.

Sobald die Milchsäure mit der Haut in Berührung kommt, beginnt ein Milchsäureprozess. Der öffnet die Poren und fördert die Durchblutung. Nun werden Entzündungsstoffe in den Topfen abgeleitet und dort gebunden. Feuchtigkeit und Kühle des Wickels senken die Temperatur, lassen die Haut abschwellen und lindern Schmerzen.

Zwiebel

Eine Zwiebel in Scheiben schneiden, in der Mikrowelle erwärmen und auf die betroffene Hautstelle legen.

Heilerde und Salzwasser

Umschläge mit Salzwasser oder Heilerde können den Heilungsprozess unterstützen.

Sitzbad bei einem Analabszess

Bei einem kleinen und oberflächlichen Abszess (außer im Gesicht) kann ein Sitzbad mit warmem Wasser und Kamillensud unterstützend angewendet werden.

Schüßler Salze

  • Salz Nr. 11 Silicea unterstützt den Abfluss des Eiters
  • Salz Nr. 12 hilft bei der Wundheilung
  • Schüßler Salben, die die Wirkung verstärken: Nr. 1 Calcium fluoratum, Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 11 Silicea und Nr. 12 Calcium sulfuricum

Homöopathie

Die Globuli Myristica sebifera können dabei helfen den Abszess einzuschmelzen oder ihn zu öffnen.

Abszesse vorbeugen und vermeiden

Eine gute Hygiene, gesunde Ernährungsweise, eine gesunde Verdauung, viel Flüssigkeitszufuhr und viel Bewegung können das Risiko für Abszesse minimieren. Weicher Stuhlgang und gute Hygiene beugen Analabszessen und Fisteln vor. Dagegen kann übertriebene Körperhygiene die Anfälligkeit wieder erhöhen.

Auch ein starkes Immunsystem ist wichtig. Locker sitzende Wäsche verhindert Scheuern, denn aus irritierten Hautstellen kann sich ebenfalls ein Abszesses bilden.


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