CRP - C-reaktives Protein

Das C-reaktive Protein, abgekürzt CRP, ist ein Eiweiß im menschlichen Blut und Bestandteil des Immunsystems. Ein erhöhter CRP-Wert weist darauf hin, dass im Körper ein entzündlicher Prozess stattfindet und gibt Auskunft über dessen Schweregrad. Rückschlüsse auf den Ort der Entzündung und die Art der Erkrankung lassen sich daraus nicht ziehen, dafür sind weitere diagnostische Verfahren nötig.

CRP ist ein Eiweiß, das zur Gruppe der „Akute-Phase-Proteine“ zählt und in der Leber gebildet wird. Während einer Entzündung sondern die weißen Blutkörperchen Botenstoffe ab, die in der Leber eine Reaktion auslösen, welche dazu führt, dass CRP ausgeschüttet wird.

Die Aufgabe des C-reaktiven Proteins ist die Markierung der Entzündungsstelle. Hierfür kennzeichnet es fremde Zellen und zerstörtes Gewebe, indem es sich an sie bindet, so dass, z. B. Bakterien von den Fresszellen des Immunsystems erkannt und beseitigt werden können.

Warum wird der CRP-Wert bestimmt?

Mit Hilfe des CRP-Wertes lassen sich Entzündungen im Körper bereits in einem sehr frühen Stadium feststellen. Schon sechs bis zehn Stunden nach einer Infektion und Tage bevor sich die ersten Symptome wie, zum Beispiel Fieber bemerkbar machen, kann der Wert um das 10 – 1000-fache steigen. Ist die Entzündung überstanden, fällt der Wert sehr schnell wieder in den Normbereich zurück.

In den meisten Fällen wird ein CRP-Wert dann bestimmt, wenn Symptome wie Fieber oder Schmerzen bereits aufgetreten sind, um eine Entzündung als Ursache festzustellen. Mit der Bestimmung des CRP-Spiegels können Fragen nach dem Schweregrad der Entzündung und inwiefern diese von Viren oder Bakterien verursacht wurde, abgeklärt werden.

Ebenfalls Auskunft gibt die Menge des C-reaktiven Proteins darüber, ob es sich um eine akute oder chronische Entzündung handelt, denn bei einer akuten Infektion sind die Werte wesentlich höher als bei einer chronischen Erkrankung.

Ist die Ursache der Entzündung bereits erkannt und mit der Behandlung begonnen worden, wird mit Hilfe der CRP-Bestimmung kontrolliert, ob verabreichte Medikamente Erfolg haben. Eine Überprüfung des Wertes nach Operationen hat vor allem den Grund, mögliche Komplikationen wie Infektionen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Welche CRP-Werte sind normal?

Als normal eingestuft werden Werte, die unter 10 mg/l Blutserum liegen, bei älteren Menschen auch ein wenig darüber. Diese Normalwerte können allerdings unterschiedlich angegeben sein, je nachdem welche Messmethode das jeweilige Labor anwendet. Deshalb gilt in Zweifelsfällen immer der vom Labor angegebene Referenzbereich.

Bei Werten bis zu 50 mg/l wird über eine leichte Erhöhung gesprochen, zwischen 50 und 100 mg/l liegen die Werte, wenn es sich um eine akute Entzündung wie einen Harnwegsinfekt handelt, erst ab über 100 mg/l muss von einer schweren Grunderkrankung ausgegangen werden.

Bedeutung und Ursachen erhöhter CRP-Werte

Generell weist eine mittlere Erhöhung des CRP-Wertes auf eine rheumatische Erkrankung oder einen bakteriellen Infekt hin. Ein geringer Anstieg der CRP-Konzentration im Blut lässt dagegen auf eine Virusinfektion schließen. Dies begründet sich dadurch, dass Viren über keinen eigenen Organismus verfügen und sich im Körper über Wirtszellen ernähren. Das C-reaktive Protein ist aber ein Marker für fremde Körperzellen und macht diese für die Fresszellen des Immunsystems kenntlich. Bakterien sind eigenständige Lebewesen und somit fremde Zellen, demzufolge ist der CRP-Spiegel während einer bakteriellen Entzündung höher.

Gründe für einen CRP-Wert über 100mg/l

Liegt der Wert über 100mg/l können schwere Entzündungen oder Erkrankungen zu Grunde liegen, dazu zählen:

Eine Ausnahme bilden Kinder, bei ihnen kann der CRP-Spiegel bereits bei simplen Infekten erheblich ansteigen.

Der CRP-Wert ist leicht erhöht

Minimale Erhöhungen können sich auch bei folgenden Faktoren zeigen:

  • bei Rauchern
  • bei hohem Alkoholkonsum
  • bei körperlicher Anstrengung
  • bei Stress
  • bei Übergewicht
  • bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie Hormonpräparaten oder Blutfettsenkern

Wenn der CRP-Wert ständig über dem Normalbereich liegt

Liegt der CRP-Wert ständig über dem Normbereich, könnte das ein Indiz für Arteriosklerose sein, welche das Risiko für Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigert. Besonders besorgniserregend ist eine Zunahme des CRP-Spiegels nach Organtransplantationen, da dies ein Indikator für den Beginn einer Abstoßreaktion ist.

Da extreme CRP-Werte lediglich anzeigen, dass der Körper mit einer Infektion oder Erkrankung kämpft, jedoch nicht welches Organ oder Körperteil davon betroffen ist, müssen in der Regel weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Senkung des CRP-Spiegels

Wie bei vielen anderen Abläufen im Körper wird auch der CRP-Spiegel positiv durch eine gesunde Lebensweise beeinflusst. Dazu gehören:

  • vor allem viel Bewegung
  • der Verzehr von ausreichend Obst und Gemüse
  • der Verzicht auf Zigaretten

Gesenkt werden kann der Wert auch über die Zufuhr von reichlich Walnüssen oder Walnussöl, da die in ihnen enthaltene Alpha-Linolensäure Entzündungsprozesse hemmt.


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