Asthma bronchiale

Alle Lebewesen zeichnen sich durch ihren Stoffwechsel aus. Es hat gravierende Auswirkungen, wenn dieser gestört wäre. Auch beim Asthma bronchiale ist der (Sauer-)Stoffwechsel gestört.

Asthma bronchiale ErkrankungAls Asthma bronchiale, wird eine chronische Entzündungserkrankung der Atemwege bezeichnet. (Foto by: gwolters / Depositphotos)

Als Asthma, genauer genommen als Asthma bronchiale, wird eine chronische Entzündungserkrankung der Atemwege bezeichnet. Wie der Name Asthma bronchiale es schon andeutet, liegt der Schwerpunkt der Erkrankung auf den Bronchien. Gemeint ist der Teil der Lungen mit den röhrenförmigen Verästelungen, deren Aufgabe der Transport der eingeatmeten Luft zu den Lungenbläschen ist, wo das Gasaustausch (Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid) stattfindet. Genau diese sind beim Asthma bronchiale primär entzündet.

Die Folge der Entzündungen, deren Auslöser der Kontakt mit harmlosen Stoffen ist, ist, dass sich die Atemwege verengen und die typische Atemnot bei Betroffenen eintritt. Asthma bronchiale zählt zu den relativ weitverbreiteten Erkrankungen in Mitteleuropa. Laut statistischen Angaben, die auf internationale Vergleiche beruhen, sollen etwa 10 Prozent aller Kinder in Industrieländern an Asthma bronchiale leiden. Die Symptome bilden sich im Laufe der Pubertät zwar oftmals zurück, nichtsdestotrotz sind im Erwachsenenalter immer noch bis zu fünf Prozent der Bevölkerung betroffen.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Jungen deutlich häufiger betroffen sind als Mädchen. Namentlichen liegt deren Anzahl rund doppelt so hoch wie die der Mädchen. Bei den Erwachsenen ist die Prävalenz umgekehrt: Hier sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Der Grund für dieses Phänomen konnte bis dato nicht geklärt werden.

Ursachen von Asthma bronchiale

Die Auslöser, die zu einem Asthma bronchiale führen können, werden von Medizinern in zwei Gruppen unterschieden:

  • in die Gruppe der allergischen Auslöser und
  • die Gruppe der nicht-allergischen Auslöser.

Bei der ersten Gruppe, die der allergischen, ist im Grunde genommen das körpereigene Immunsystem schuld am Ausbruch eines Asthmas bronchiale. Denn es reagiert auf Stoffe, auf die es nicht reagieren sollte; es liegt insofern eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems vor. Diese Stoffe, die das Immunsystem fälschlich angreift, werden unter dem Oberbegriff der "Allergene" zusammengefasst. Prinzipiell kann der menschliche Körper auf alle Stoffe allergisch reagieren mit Ausnahme von zwei Stoffen: Salz und Wasser. Zu verbreitetsten Allergenen zählen Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen und verschiedene Grasarten.

Auf der anderen Seite existieren Auslöser, die nicht auf Allergene zurückzuführen sind. Zwar kommen in diesem Zusammenhang mehrere Faktoren in Betracht, die beiden am häufigsten vorkommenden sind aber Infektionen mit diversen Viren sowie Nebenwirkungen von eingenommenen Medikamenten. Die wichtigsten Viren, deren Infektionen zum Ausbruch eines Asthmas bronchiale führen können, sind dabei Respiratory-Syncytial-Viren, Rhinoviren, Parainfluenza-Viren sowie Influenza-Viren. Gerade weil diese Viren hauptsächlich über Tröpfcheninfektion sich verbreiten, durchlaufen sie beim Eindringen in den menschlichen Körper auch dessen Atemwege.

Dort eingenistet besteht die Gefahr eines Asthmaausbruches. Aber nicht nur ungewollte Krankheitserreger können im Rahmen nicht-allergischer als Auslöser einer Asthma bronchiale infrage kommen, sondern auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen von Medikamenten, die zu einer Verengung der Atemwege führen können.

Symptome von Asthma bronchiale

Hauptsymptom des Asthmas bronchiale ist die Atemnot. Ausgangspunkt ist zunächst, dass sich die Bronchien entzünden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Entzündung auf eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems auf ein harmloses Allergen oder aber auf eine Virusinfektion zurückzuführen ist.

Entscheidend ist, dass sich die Bronchien entzünden. In der Folge dieser Entzündung beginnt die Schleimhaut der Bronchien, zu schwellen und darüber hinaus - als Reaktion auf die Entzündungen - Schleim zu produzieren. Dies führt zu einer wesentlichen Verengung der Atemwege.

Weil dadurch weniger Luft in die Lungen zum Gasaustausch einströmen kann, stellt sich die für Asthma bronchiale typische Atemnot ein. Je nachdem, wie weit die Entzündung sich verbreitet hat, kann ferner noch Husten als Symptom hinzutreten.

Untersuchungen und Diagnose

Ein erstes Indiz für das Vorliegen eines Asthmas bronchiale ist das „laute“ Atmen des Patienten. Charakteristisch ist ein leises Pfeifen und Brummen beim Ein- und Ausatmen. Ebenso kann die Anamnese Anlass dazugeben, um von einem Asthma bronchiale auszugehen.

Um zu prüfen, ob sich der erste Verdacht auch bestätigt, sind weitere Maßnahmen vonnöten. Zuerst wird versucht, differenzialdiagnostisch andere Erkrankungen, die ein ähnliches Krankheitsbild haben, auszuschließen. In Betracht kommt in diesem Zusammenhang das Verschlucken von kleinen Fremdkörpern, die sich in den Atemwegen verfangen haben und so zur Atemnot führten, sowie eine akute Bronchitis.

Sollten diese und andere differenzialdiagnostisch denkbaren Erkrankungen ausscheiden, wird die Lunge näher untersucht. Dies kann unter anderem mit Ganzkörper-Plethysmographie geschehen, mit der der Atemwegswiderstand getestet wird. Bestehen Gründe zur Annahme, dass es sich um ein allergisches Asthma bronchiale handeln könnte, besteht die Möglichkeit eines Allergietests.

Einerseits kann mittels eines Bluttests untersucht werden, ob die für Allergene typischen Antigene vermehrt im Blut auftauchen. Andererseits kann ein gewöhnlicher Allergietest, wie zum Beispiel der Pricktest, angewendet werden, um den Allergie und damit auch den Asthma auslösenden Stoff zu ermitteln.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Asthma bronchialeDie Behandlung eines Asthmas bronchiale folgt einem Fünf-Stufen-Plan. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

In der ersten Phase wird versucht, die auslösenden Stoffe zu vermeiden. Behandelnd kann ein sympathomimetikumhaltiges Mittel inhaliert werden, das die Atemwege erweitert und so die Atemnot bekämpft.

Sollte dies nicht ausreichen, wird auf der zweiten Stufe die regelmäßige Inhalation von Medikamenten verschrieben, die entzündungshemmend wirken.

Die dritte Stufe setzt sich aus einer kombinierten Behandlung aus den beiden ersten Stufen zusammen, das heißt permanente (nicht mehr nur bei Bedarf) Inhalation von sympathomimetikumhaltigen und entzündungshemmenden Mitteln.

In der vorletzten, der vierten Phase kommen neben der permanenten Inhalation der Wirkstoffe aus den vorherigen Stufen Medikamente hinzu, die aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur bei Bedarf und nur in Einzelfällen eingenommen werden dürfen. Namentlich sind dies die Wirkstoffe Theophyllin und Montelukast, deren häufigsten Nebenwirkungen bei Überdosierung eine Vergiftung sowie Verdauungsstörungen sein können.

Auf der letzten Stufe treten schließlich Kortikosteroide hinzu, die der Patient nicht inhalieren, sondern oral einnehmen muss, damit diese systemisch im gesamten Körper wirken können. Bezweckt wird damit, die Entzündung der Bronchienschleimhaut zu hemmen und so das Immunsystem vor erneuten, letztlich Atemnot verursachenden Reaktionen auf diese Schleimhaut abzuhalten. In Fällen besonders starker Atemnot können Bronchien erweiternde Medikamente in Erwägung gezogen werden.

Prävention und was ich selbst tun kann

Asthma bronchiale lässt sich, vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dass es sich oftmals schon in der Kindheit bildet, nicht effektiv vorbeugen. Allerdings gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie Betroffene den Verlauf ihrer Erkrankung positiv beeinflussen können. Hierzu zählen alle Maßnahmen, die die Lungen entlasten, das heißt, zusätzliche Verengungen der Luftwege entgegenwirken.

Beispielsweise sollte auf das Rauchen verzichten werden, da deren Rückstände sich in den Bronchien zurückbleiben und den (ohnehin gestörten) Gasaustausch erschweren. Durch regelmäßige sportliche Betätigung erweitern sich die Luftwege, was die Verengung infolge der Entzündungen des Asthmas bronchiale teilweise kompensiert. Schließlich sollten akute Entzündungen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung oder Bronchitis möglichst schnell behandelt werden, um so der Entstehung eines Asthmas bronchiale schon im vorherein entgegenzuwirken.


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