Vasalgel: wird Verhütung auch bald "Männersache"?

Die einzige Verhütungsmethode die den Mann direkt betrifft ist das Kondom. Alle Präparate mit Hormonen und weiterem sind nur für Frauen angefertigt und sind oftmals sehr belastend für die weiblichen Körper. Daher wird stets an neuen Verhütungsmethoden gearbeitet.

Verhütung für den Mann Ein hormonfreies Polymergel soll in ferner Zukunft eine Verhütungsmethode für Männer darstellen. (Foto by: MarinaSvetlova / Depositphotos)

Doch das soll nun anders werden: Ein hormonfreies Polymergel soll in naher Zukunft eine Verhütungsmethode für Männer darstellen.

Das Kunststoffgel, welches in Kalifornien entwickelt werden soll, wurde immer wieder für Tierversuche angemeldet. Jedoch wurde es seitdem still um diese Forschung. Die Testungen erzählten von guten Resultaten, jedoch wartet man immer noch auf weitere Erkenntnisse.

Vasalgel, die neue Verhütung für den Mann?

Es steht sozusagen noch in den Sternen, ob das hormonfreie Verhütungsmittel in Zukunft die ablöst und die Familienplanung zur "Männersache" machen kann.

Bei dieser neuen Spermien versperrt, sie kommen quasi an dem Gel nicht mehr vorbei. Somit ist eine Befruchtung nicht möglich.

Die Forscher gehen davon aus, dass einige Tage nach der Injektion die Verhütung als sicher gilt und längerfristig eingesetzt werden kann. Ganze zehn Jahre soll diese Methode wirksam sein. Voraussetzung der Mann macht mit.

Das Gel wurde kürzlich an Affen getestet und hat sich als wirksam erwiesen.

Was tun bei Kinderwunsch?

Entscheidet sich der Mann einige Jahre nach der Verabreichung des Kunststoffgels für ein Kind, besteht, laut Forscher, die Möglichkeit, den Weg für die Spermien wieder freizumachen. Ein Lösungsmittel, das dem Mann injiziert wird, soll das zuvor verabreichte Gel auflösen und somit würde dann einer Zeugung nichts mehr im Wege stehen. Ob sich das Gel jedoch so einfach wieder auflösen lässt, muss nun getestet werden.

Laut Forscher eignet sich das Vasalgel einerseits für Männer, die mit der Familienplanung abgeschlossen haben. Andererseits aber auch für jüngere Männer, welche zu einem späteren Zeitpunkt noch Kinder wollen.

Die Verhütung mittels Kunststoffgel ist prinzipiell mit einer Sterilisation vergleichbar – mit dem Unterschied, dass diese Verhütungsmethode wieder rückgängig gemacht werden kann.

Das Kunststoffgel findet seine Wurzeln in Indien

Forscher beschäftigen sich nicht erst seit heute mit neuen Verhütungsmethoden für den Mann. Bereits in den 90er Jahren wurden Wissenschaftler in Indien aktiv: Dort wurde ein Kunststoffgel für den Mann entwickelt, das über eine Zweifachwirkung verfügt. Einerseits verengt es die Samenleiter und andererseits beinhaltet es bestimmte Chemikalien, welche die Spermien abtöten. Diese hormonfreie Verhütungsmethode heißt "Risug" und stellt die Basis für die kalifornischen Entwicklungen von Vasalgel dar.

Vasalgel kommt, im Gegensatz zu Risug, ohne Chemie aus, da mit dieser Methode die Samenleiter nicht nur verengt, sondern komplett verschlossen werden.

Verhütung Mann Die Verhütung mittels Kunststoffgel ist prinzipiell mit einer Sterilisation vergleichbar. (Foto by: olly18 / Depositphotos)

Der große Durchbruch in puncto Verhütung?

Da sich die Verhütungsmethoden für das "starke Geschlecht" sehr bescheiden zeigen, wäre das Vasalgel ein genialer Durchbruch, sozusagen eine Revolution in Sachen Verhütung. Frauen müssten sich nicht mehr alleine um die Verhütung kümmern, könnten nach jahrelanger Pilleneinahme endlich einmal die Verantwortung abgeben. Der Mann könnte sich aktiv an der Familienplanung beteiligen.

Fazit - Es bleibt spannend

Nachdem erste Tierversuche die Wirksamkeit von Vasalgel bestätigen, sind nun weitere Tests mit menschlichen Probanden geplant. Ob diese ebenso mit Erfolg gekrönt sind, bleibt nun abzuwarten. Wann das alles geschehen soll, ist jedoch nicht einschätzbar.


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Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 02.12.2014
Überarbeitet am: 26.08.2020

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