Die Vasektomie (Sterilisation)

Eine Sterilisation ist, ob bei Mann oder Frau, ein operativer Eingriff in die Fortpflanzungsorgane. Beim Mann kann die Vasektomie ambulant erfolgen, bei der Frau nur unter Vollnarkose. In beiden Fällen ist dies eine endgültige Entscheidung, denn nur selten kann eine Sterilisation erfolgreich rückgängig gemacht werden und eine Schwangerschaft erfolgen.

Information über eine SterilisationEine Sterilisation ist ein operativer Eingriff in die Fortpflanzungsorgane. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Da es sich bei einer Sterilisation, egal ob beim Mann oder der Frau, um einen operativen Eingriff in die Fortpflanzungsorgane mit hoher Wahrscheinlichkeit einer nicht möglichen Umkehr handelt, sollten sich nur Personen dafür entscheiden, die in einem entsprechenden Alter sind und die Familienplanung abgeschlossen haben. Die Verhütungsmethode Sterilisation ist sehr sicher.

Beim Mann ist der Ansprechpartner für die Sterilisation der Urologe, bei der Frau der Gynäkologe/die Gynäkologin. Eine Liste aller österreichischen Ärzte befindet sich auf unserer Website. In jedem Fall sollte vor der Entscheidung einer Sterilisation ein sehr ausführliches Beratungsgespräch stattfinden, denn diese Form der Empfängnisverhütung ist in den meisten Fällen von lebenslanger Dauer.

Die Sterilisation bei der Frau

Eine Sterilisation, die sogenannte Tubensterilisation, wird bei einer Frau nur durchgeführt, wenn absolut kein Kinderwunsch mehr besteht. Darum werden vorher auch eingehende Beratungsgespräche mit dem behandelnden Arzt geführt. Die Eileiter werden bei dem Eingriff unterbrochen (verschließen oder verschweißen) oder ganz durchtrennt. Die Samenzellen können nicht mehr zu den Eizellen gelangen, eine Befruchtung ist unmöglich. Sterilisierte Frauen haben weiterhin ihre Periode, der Hormonhaushalt wird nicht beeinflusst.

Die OP

Heutzutage wird in der Regel eine laparoskopische Sterilisation vorgenommen, das bedeutet einen kleinen Schnitt in der Nabelgegend, durch die die Instrumente eingeführt werden. In den meisten Fällen wird der Eingriff unter Vollnarkose vorgenommen, ein ein- bis zweitägiger Krankenhausaufenthalt ist vorgesehen.

Umkehr, Sicherheit und Nebenwirkungen

Nur unter langwierigen mikrochirurgischen Eingriffen kann eine Sterilisation der Frau rückgängig gemacht werden, und auch dann gelingt diese nur selten. Darum ist auch das Beratungsgespräch vor einer OP sehr wichtig. Sterilisieren sollten sich nur Frauen lassen, die in einem entsprechenden Alter sind und die Familienplanung abgeschlossen haben. Die Methode ist als sehr sicher einzustufen, der Pearl Index liegt bei 0,2 bis 0,3. Wird die OP nicht sachgemäß vorgenommen, kann es zu einer Verletzung des Ligantenum latum (Bauchfellfalte zu beiden Seiten der Gebärmutter) kommen, was zu verminderter Blutversorgung der Eierstöcke und damit zu einem möglichen vorzeitigen Eintritt in den Wechsel führen kann. Die Kosten, zwischen 600 und 700 Euro, für eine Sterilisation wie auch die wesentlich teuerere Umkehr hat die Frau in den meisten Fällen selbst zu tragen.

Die Sterilisation beim Mann

VasektomieEine Vasektomie ist in den meisten Fällen von lebenslanger Dauer. (Foto by: nejron / Depositphotos)

Die Sterilisation beim Mann, Vasektomie genannt, wird ambulant vorgenommen. Sie beeinflusst den Mann nicht in seiner Sexualität, denn beim Orgasmus findet auch ein Samenerguss (in der Prostata gebildete Flüssigkeit) statt.

Die OP

Bei der Vasektomie werden dem Mann unter Lokalanästhesie die Samenleiter durchtrennt und abgebunden. Es handelt sich um einen kleinen Eingriff.

Umkehr, Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Umkehroperation ist bei einem Mann zwar einfacher, allerdings nicht immer mit Erfolg möglich. Erstens bilden viele Männer nach der Sterilisation Antikörper gegen den eigenen Samen, wodurch auch bei erfolgreicher Umkehr OP nur maximal 50% der Männer ein Kind zeugen können. Und: Je länger die Vasektomie zurückliegt, umso unwahrscheinlicher ist die Wiederfruchtbarmachung. Ein Mann ist nach erfolgter Vasektomie nicht sofort steril, denn im Samenleiter befinden sich noch aktive Samen. Erst nach ein bis zwei Monaten, nach erfolgter Untersuchung des Ejakulats, kann der Mann auf empfängnisverhütende Methoden verzichten. Da der Eingriff als relativ klein eingestuft werden kann, sind auch die Nebenwirkungen gering, in seltenen Fällen kommt es zu Nachblutungen oder Infektionen. Die Sicherheit dieser Verhütungsmethode ist als sehr hoch einzustufen, der Pearl Index liegt bei 0,1 bis 0,3. Die Kosten für eine Sterilisation liegen bei etwa 300 bis 600 Euro und sind in den meisten Fällen vom Mann selbst zu tragen. Die Umkehr ist wesentlich teurer und mit rund 2.000 bis 4.000 Euro zu beziffern.


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