Magnesiummangel: Symptome, Ursachen und Prävention

Magnesium ist neben Natrium, Kalium, Kalzium und Phosphat eines der lebenswichtigen Elektrolyte, die den Elektrolythaushalt im menschlichen Körper ausbalancieren, und ist als Mineralstoff ein wichtiges Glied in der Kette des Zellstoffwechsels.

MagnesiummangelEin Magnesiummangel macht sich unter anderem durch Muskelkrämpfe und Müdigkeit bemerkbar. (Foto by: pikselstock / Depositphotos)

Folgeschäden durch Magnesiummangel

Da der menschliche Körper Magnesium nicht selbst herstellen kann, muss es über die normale Nahrung oder als spezielles Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Geschieht dies nicht in ausreichendem Maße, kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgeschäden kommen, insbesondere Herz- und Nierenfunktionen sowie der gesamte Verdauungsapparat sind von einem Magnesiummangel betroffen.

Dauerhaft wird zudem der körpereigene Stoffwechsel geschädigt und Gefäßerkrankungen begünstigt. Die enorm weitreichenden gesundheitlichen Konsequenzen, die sich in Folge eines Mangels einstellen, liegen in der breitgefächerten Funktion dieses Nährstoffs begründet.

Magnesium ist für den Körper wichtig

Magnesium ist nicht nur ein entscheidender Faktor für den reibungslosen Energiestoffwechsel im menschlichen Körper, der die Zellatmung fördert und damit die Bereitstellung von Energie beschleunigt, sondern nimmt auch entscheidenden Einfluss auf das menschliche Nervensystem sowie die auf Muskulatur.

Für die Muskeln ist Magnesium von besonderer Bedeutung

Der Mikronährstoff ist für das Aktionspotential vom Nerv zur Muskelzelle verantwortlich und regelt damit unter anderem die Weiterleitung von Impulsen. Unter den Elektrolyten ist das Magnesium das Pendant zum Kalzium, welches eine Kontraktion der Muskeln herbeiführt. Magnesium dagegen wirkt erregungsdämpfend und sorgt nach dem Anspannen für ein Erschlaffen der Muskulatur.

Dabei entfaltet der Mineralstoff seine Wirkung sowohl in der Skelettmuskulatur, der Gefäßmuskulatur als auch in der Herz- und Gebärmuttermuskulatur. Insbesondere für den Herzmuskel ist Magnesium daher von funktioneller Bedeutung: Der Mineralstoff steuert gemeinsam mit dem gegensätzlich wirkenden Kalzium die regelmäßige Erregungsleitung; ein Ungleichgewicht der Elektrolyte kann somit zu schweren Herzrhythmusstörungen führen.

Magnesium gilt Anti-Stress-Mineral

MineralstoffeMagnesium ist wie viele weitere Mineralstoffe für unseren Körper lebensnotwendig. (Foto by: scanrail / Depositphotos)

Der Mineralstoff übt zudem beträchtlichen Einfluss auf die Ausschüttung von Adrenalin, dem körpereigenen Stresshormon, aus und ist zusätzlich für die hormonelle Balance der Nebennieren und der Schilddrüse sowie für die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständig. Innerhalb der Zellmembranen dient Magnesium als Stabilisator, regelt die Durchlässigkeit der Zellhaut und erleichtert damit die Diffusion von Natrium und Kalium.

Magnesium beugt Osteoporose vor

Ähnlich wirkt der Mikronährstoff in Skelett und Zähnen: Ein Großteil des im Körper vorhandenen Magnesiums wird in den Knochen gespeichert. Tritt ein Mangel auf und es kommt zum Abbau dieser Depots, schädigt dies nicht nur auf Dauer Struktur und Festigkeit der Knochen, sondern kann zudem Erkrankungen wie Osteoporose begünstigen.

Ursachen eines Magnesiummangels

Die Ursachen für einen akuten oder einen chronischen Magnesiummangel können mannigfaltig sein und durch diverse Erkrankungen sowie eine gesundheitsschädigende Lebensweise hervorgerufen werden.

Magen-Darm-Erkrankungen

Oftmals treten vorübergehende Mangelerscheinungen im Zusammenhang mit einer einseitigen bzw. unausgewogenen Ernährung auf. Eine langfristige Ursache können vor allem Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts darstellen: Da die Aufnahme des Magnesiums, die sogenannte Resorption, im Dünndarm stattfindet, können Beeinträchtigungen des Darms in seiner Funktionalität zur verringerten Aufnahme und damit zu einer Unterversorgung führen.

Medikamente

Eine ähnliche Wirkung kann die längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente hervorrufen, dazu gehören etwa Abführmittel, Kortison und Entwässerungstabletten.

Starker Alkoholkonsum

Eine ebenfalls stark schädigende Wirkungsweise auf die ausreichende Resorption von Magnesium kann übermäßiger Alkoholkonsum haben.

Erhöhter Magnesiumbedarf

Ein Mangel kann zudem leicht auftreten, wenn der natürliche Magnesiumbedarf erhöht ist. Dies ist bei bestimmten Personengruppen und Altersklassen der Fall; insbesondere sich im Wachstum befindliche Kinder und Jugendliche sowie Schwangere benötigen einen höheren täglichen Magnesiumgehalt.

Auch Leistungssportler sowie Menschen, die unter großen physischen oder psychischen Belastungen leiden, haben einen erhöhten Bedarf an Magnesium.

Symptome eines Magnesiummangels

Tritt ein Magnesiummangel im menschlichen Körper auf, leiden zuerst die Muskulatur sowie das zentrale Nervensystem.

Die erregungshemmende Wirkung des Mineralstoffes bleibt aus und Muskeln und Nerven befinden sich in einem Zustand übermäßiger Erregbarkeit, der sich meist mit symptomatischem Muskelzittern und Muskelzuckungen äußert; eine sogenannte Tetanie tritt auf.

Im Bereich der Herzmuskulatur kann dies besonders schwerwiegende Folgen haben: Neben Symptomen einer Herzinsuffizienz können ein beschleunigter Herzschlag, eine sogenannte Tachycardie, sowie Herzrhythmusstörungen auftreten.

Im Magen-Darm-Bereich bewirkt ein Mangel des lebenswichtigen Elektrolyts meist Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Allgemein treten bei einer betroffenen Person, je nach Schweregrad und Dauer der Unterversorgung folgende Symptome auf:

Im fortgeschrittenen Stadium können zudem Teilnahmslosigkeit und Depressionen bis hin zu Bewusstseinsstörungen und Psychosen auftreten.

Ein Magnesiummangel kann zudem zu akuten Verengungen der Gefäße führen, welche ihrerseits Durchblutungsstörungen auslösen können. Die Folge davon sind meist eine deutlich geschwächte Herzfunktion, kalte Hände sowie eine erschwerte Peristaltik des Darms. Im weiteren Verlauf können die Gefäßverengungen wiederum zu Herzrhythmusstörungen und Verstopfungen im Darmbereich führen. Je nach spezifischer Ursache für den Magnesiummangel treten die Symptome meist in Kombination mit anderweitigen Beschwerden auf.

Erste Anzeichen

In der Regel lässt sich eine Magnesiumunterversorgung meist schon anhand frühester Anzeichen diagnostizieren und kann daher bereits zu Beginn abgewendet werden. Meist kündigt sich ein Magnesiummangel mit kalten Händen und Füßen, einem Taubheitsgefühl in den Extremitäten, einem verstärkten Verlangen nach Schlaf, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen an.

Insbesondere Muskelkrämpfe, vorzugsweise in den Waden, gelten als klassisches Anzeichen für einen Mangel.

Dennoch können die Symptome nicht als einheitlich bezeichnet und generalisiert werden, sondern werden von entscheidenden Faktoren wie dem Lebensalter und dem gesundheitlichen Zustand einer betroffenen Person bestimmt. So bilden Kinder, die unter einem Magnesiummangel leiden, meist Wachstums- und Zahnbeschwerden aus, während junge Mädchen mit einer verspätet einsetzenden Menstruation und Regelbeschwerden reagieren. Bei Schwangeren zeigt sich ein Magnesiummangel dagegen meist anhand von Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck und Harneiweiß. Zudem besteht in diesem Fall für werdende Mütter ein erhöhtes Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt.

Prävention und Behandlungsmöglichkeiten

magnesiumreiche ErnährungBesonders Vollkornprodukte enthalten reichlich Magnesium. (Foto by: fermate / Depositphotos)

Regulär kann der Mensch seinen täglichen Magnesiumbedarf mit einer entsprechend ausgewogenen Ernährung decken und damit einem Mangel effektiv vorbeugen. Zu den besonders magnesiumhaltigen Lebensmitteln zählen vor allem:

  • Vollkornprodukte
  • Sonnenblumenkerne
  • Sesamsamen
  • Weizenkeime
  • Geflügel
  • Fisch
  • ungeschälter Reis
  • Haferflocken
  • Beeren
  • Hülsenfrüchte
  • Kartoffeln
  • Bananen
  • Milchprodukte

Bei einem bereits aufgetretenen Magnesiummangel wird in der Regel ursächlich therapiert. Oftmals sind chronische Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, welche eine ausreichende Resorption verhindern, eine der Hauptursachen für eine Magnesiumunterversorgung. Ist eine Behandlung der ursächlichen Erkrankung nicht möglich, kann eine ausreichende Magnesiumversorgung mittels entsprechender Präparate oder einer intravenösen Verabreichung erwirkt werden.


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