Vitamin D Mangel

Vitamin D ist ein besonderer Nährstoff, denn er ist der einzige, der nicht direkt von der Nahrung abhängig ist. Da der Körper zur Herstellung von Vitamin D nicht auf die Kraft der Sonne verzichten kann und es wie ein Hormon die Vorgänge des Stoffwechsels steuert, wird es oft als „Sonnenhormon“ bezeichnet. Seine Wirkung entfaltet dieses Besondere Vitamin in nahezu allen Zellen des Organismus, sodass es sogar direkten Einfluss auf das DNA hat. Daher ist es besorgniserregend, dass die meisten Menschen in den gemäßigten Breiten einen Vitamin D Mangel haben. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Intensität der Sonne in den Monaten Oktober bis März nicht ausreicht, um das wichtige Vitamin durchgehend zu produzieren.

Vitamin D MangelIn Österreich ist der Anteil der Menschen, die einen Mangel an Vitamin D haben, sehr hoch. (Foto by: file404 / Depositphotos)

Vitamin D (in der medizinischen Fachsprache auch als Calciferol oder Cholecalciferol bekannt) wird benötigt, um den Stoffwechsel von Kalzium und Phosphat aufrecht zu erhalten. Daher ist der menschliche Körper auf das Vitamin D angewiesen, um gerade den Auf- und Abbau der Knochen zu regeln.

Die empfohlene Tagesmenge beträgt laut der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung durchschnittlich 800 internationale Einheiten (kurz: IE) pro Tag, was der Menge von 20 µg entspricht. Dieser Wert wird allerdings von vielen Wissenschaftlern angezweifelt und als weitaus gering eingestuft. Deren Empfehlung beläuft sich zur Prävention eines Mangels in den Wintermonaten auf mindestens 1500-2000 IE (37-50 µg) täglich, wobei 3000 IE als optimal eingestuft werden. So benötigt ein gesunder, normalgewichtiger Mann täglich zwischen 2000 und 5000 IE (75-125 µg).

Aufnahme von Vitamin D

Der tägliche Bedarf an Vitamin D kann in der Regel allein durch die Eigenproduktion gedeckt werden. Dabei greift der Körper in den Wintermonaten zur Not auf Depots zurück. In der sonnenreichen Jahreshälfte ist der menschliche Körper nämlich in der Lage, das Sonnenhormon zu speichern und später bei Bedarf einzusetzen.

Die Produktion des wichtigen Nährstoffs erfolgt durch die Aufnahme von Nahrung, die Vorstufen des Vitamin D enthält. Diese Vorstufen werden in der Haut gespeichert und erst durch die ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen) der Sonne in verwertbares Vitamin D umgewandelt. Zu den Lebensmitteln, die Vorstufen von Vitamin D beinhalten, werden Eier, Butter, Leber und Fisch gezählt.

Ursachen für einen Vitamin D Mangel

Ein Vitamin D Mangel kann je nach Alter verschiedene Ursachen haben, auch wenn die Hauptursache an der mangelnden Sonnenintensität liegt. Dennoch verursachen auch folgende Faktoren einen Nährstoffmangel bzw. Vitamin D Mangel:

  • Gestillte Säuglinge erleiden einen Vitamin D Mangel, wenn die Mutter sich unzureichend mit Nahrungsmitteln ernährt, die Vorstufen des Vitamins enthalten.
  • Wenn die Milchnahrung für Säuglinge selbst hergestellt wird, ohne dass sie mit Vitamin D angereichert wird.
  • Bei Menschen aller Altersgruppen, deren Haut zu wenig oder gar kein Sonnenlicht abbekommt, weil sie z.B. selten aus dem Haus gehen oder weil die Luft so sehr verschmutzt ist, dass keine Sonnenstrahlen durchscheinen können.
  • Wenn bestimmte Erkrankungen der Nieren oder der Leber vorliegen, welche die Umwandlung der Vorstufen in richtiges Vitamin D behindern.
  • Bei einer übermäßigen Verwendung von Sonnenschutzmitteln, welche die Haut vor den wichtigen UV-Strahlen abschotten, die maßgeblich an der Bildung von Vitamin D verantwortlich sind.

Häufigkeit Vitamin D Mangel

Besonders im Winter sind sehr viele Menschen von einem Vitamin D Mangel betroffen. Bemerkbar macht sich dieser durch den typischen Winter-Blues (winterliche depressive Verstimmungen) und einem sehr schwachen Immunsystem.

Bei uns in den gemäßigten Breiten ist der Anteil der Menschen, die an einem Vitamin D Mangel leiden erschreckend hoch, denn er liegt bei knapp 90%. Erklären lässt sich diese Masse dadurch, dass die Sonne nur zwischen April und Oktober stark genug ist, um die Produktion von Vitamin D anregen zu können. Daher lautet die dringende Empfehlung von Ärzten, gerade in dieser Zeit so viel Sonne wie möglich zu tanken und keine Angst vor ihr zu haben, um einem Vitamin D Mangel vorzubeugen.

Symptome Vitamin D Mangel

Ist der Vitamin D Mangel noch nicht ausgeprägt, fallen auch die Symptome nicht auf und sind sehr unspezifisch. Viele der betroffenen Menschen leiden – außer an den bereits erwähnten depressiven Verstimmungen und dem geschwächten Immunsystem – auch an Müdigkeit, Kreislaufproblemen, Schweißausbrüche, Schmerzempfindlichkeit, Zahnfleischbluten, Schwindelanfällen und Konzentrationsproblemen.

Auch die Knochen werden bei einem Vitamin D Mangel stark in Mitleidenschaft gezogen, denn Vitamin D ist wichtig für deren Stoffwechselaktivität. Zudem wird Kalzium, das nicht über das mangelnde Vitamin gewonnen werden kann, wortwörtlich aus den Knochen gezogen, sodass diese einen Mineralverlust erleiden. Dies kann im Kindesalter zu Fehlstellungen oder gar Missbildungen führen. Erwachsene erkranken in Folge eines Vitamin D Mangels häufig an Osteoporose (brüchige Knochen) oder Osteomalazie (schmerzhafte Knochenerweichung).

Spätfolgen eines Vitamin D Mangels

Zu den Spätfolgen eines Vitamin D Mangels gehören weitere schwerwiegende Erkrankungen, die das Nervensystem und sogar das Erbgut betreffen. Daher wird der Zusammenhang mit der Entstehung von Krebserkrankungen immer deutlicher. Aber auch weit verbreitete Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Asthma, Demenz oder grippale Infekte können Folgen eines Vitamin D Mangels sein.

Diagnose Vitamin D Mangel

BluttestEine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über einen Vitamin D Mangel. (Foto by: ivanriver / Depositphotos)

Um einen Vitamin D Mangel nachweisen zu können, wird ein Bluttest durchgeführt. Hier ist jener Vitamin-D-Spiegel von Bedeutung, der als 25-OH-Vitamin-D oder allgemein als Calcidiol bezeichnet wird.

Der Bluttest kann sowohl als Selbsttest mit Hilfe einer Lanzette als auch beim Arzt über eine Blutentnahme an der Armvene durchgeführt werden. Je nach Labor oder Selbsttest werden die Werte entweder in ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) oder in nmol/ml (Nanomol pro Milliliter) angegeben:

  • ein Vitamin D Mangel besteht bei <20 ng/ml bzw. <50 nmol/ml
  • eine Unterversorgung besteht bei 20-30 ng/ml bzw. 50-75 nmol/ml eine
  • der Normalwert liegt bei 30-60 ng/ml bzw. 75-150 nmol/ml
  • erhöhte Werte bestehen bei 60-90 ng/ml bzw. 150-225 nmol/ml
  • eine Überdosierung besteht bei >150 ng/ml bzw. >375 nmol/ml

Behandlung Vitamin D Mangel

Zur Behandlung eines Vitamin D Mangels steht eine Therapie zur Verfügung, die sich in zwei Phasen gliedern lässt:

1. Anfangstherapie

Bei der Anfangstherapie wird der Vitamin-D-Speicher so weit aufgefüllt, bis der gewünschte Wert erreicht wird. Sie kommt zum Einsatz, wenn aus dem Bluttest ein ausgeprägter Mangel hervorgeht. Bis die körpereigenen Vitamin-D-Speicher wieder gefüllt sind, würden bei einer regulären Dosierung von täglich 2000-4000 IE bis zu vier Monate vergehen. Daher wird von einigen Experten empfohlen, anfangs 10.000 IE zu verabreichen. Dabei sollte die Dauer der Therapie auf maximal sechs Wochen begrenzt werden.

2. Erhaltungstherapie

Nach der Anfangstherapie wird die Erhaltungstherapie begonnen, damit der Wert nicht erneut sinkt. Sie kommt besonders im Winter zum Einsatz, wenn die Sonne zu schwach ist, um die Haut zur Produktion von Vitamin D anzuregen. Manchmal wird sie auch im Sommer benötigt.

Dies ist der Fall, wenn die Haut aufgrund von Krankheit, Arbeit in geschlossenen Räumen oder Verschleierung unzureichend mit der Sonne in Berührung kommt. Da in den Sommermonaten durchschnittlich 20 Minuten in der Sonne ausreichen, um den täglichen Vitamin-D-Bedarf zu decken, wird in dieser Zeit präventiv eine tägliche Dosis von 400-10.000 IE empfohlen.

Prävention Vitamin D Mangel

Vitamin D SonneSonne ist die wichtigste Quelle für Vitamin D. (Foto by: AntonioGuillemF / Depositphotos)

Einem Vitamin D Mangel vorzubeugen ist denkbar leicht. Bereits ein täglicher Spaziergang unter der strahlenden Sonne genügt, um den Bedarf zu decken. Die Dauer sollte dabei ca. 5-20 Minuten betragen. Leider scheint die Sonne nicht das ganze Jahr über gleichermaßen stark, um die Haut zu einer ausreichenden Produktion und Speicherung von Vitamin D anzuregen.

Außerdem ist nicht nur die Intensität der Sonnenstrahlen ein wichtiger Faktor, sondern auch der jeweilige Hauttyp (1 = blasse, rothaarige Menschen bis 6 = dunkel- bis schwarzhäutige Menschen) und die Größe der Hautfläche, die der Sonne direkt ausgesetzt ist. Allen Hauttypen ist gleich, dass sie in der Zeit zwischen Oktober und März nicht ausreichend Sonne abbekommen, um den Vitamin-D-Bedarf abzudecken.

Hier noch eine Reportage über das wichtige Vitamin D:


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