Vaskulitis

Unter Vaskulitis versteht man verschiedene Autoimmunerkrankungen, denen das gemeinsame Merkmal – entzündete Blutgefäße – zugrunde liegen. Die häufigste Form ist die sogenannte Arterius temporalis (Entzündung der Schläfenarterie). Diese Erkrankung tritt meist im hohen Lebensalter auf und ist aufgrund der möglichen Komplikationen wie einem Schlaganfall oder Erblindung gefürchtet.

VaskulitisEine Vaskulitis kann mild bis lebensgefährlich verlaufen. (Foto by: Kzenon / Depositphotos)

Was ist eine Vaskulitis?

Bei einer Vaskulitis handelt es sich um verschiedene Erkrankungen der Blutgefäße, die entzündlich und sehr unterschiedlich, von mild bis lebensgefährlich, verlaufen.

Unterscheiden werden die:

  • Primären Vaskulitiden, eigenständige entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  • Sekundären Vaskulitiden, durch Medikamente, als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen oder durch Infektionen ausgelöste Vaskulitiden

Weitere spezielle Formen der Vaskulitis sind:

Arteriitis temporalis, Takayasu-Arteriitis, Panateriitis nodosa, Morbus Wegener, Churg-Strauss-Vaskulitis und Morbus Behcet.

Die Ursachen für eine Vaskulitis

Wie bei den meisten anderen entzündlichen Rheumaerkrankungen, die Autoimmunerkrankungen sind, sind auch die Ursachen für die Vaskulitis weitestgehend unbekannt. Bekannt sind bei einigen Formen der Vaskulitiden Autoantikörper oder Immunkomplexe als Ursache.

Die Antikörper haben die Eigenschaft, bestimmte Proteinstrukturen im Immunsystem zu aktivieren, wodurch es zur Entzündung der betroffenen Gefäße kommt.

Die Reaktionen sind unterschiedlich, je nach Form der Vaskulitis und der Größe der Gefäße:

  • Es kommt zum Verschluss der Gefäße.
  • Aneurysmen können sich an den Gefäßen bilden, die möglicherweise aufplatzen.
  • Bei größeren Entzündungsmassen entwickeln sich knotige Veränderungen.
  • Wenn es sich um kleinste Gefäße handelt, kann das Organ beschädigt werden, wie bei der Vaskulitis der Haut – es bilden sich große Geschwüre.

Die Symptome einer Vaskulitis

Anfangs treten in der Regel Allgemeinsymptome auf, oft treten diese auch anderen Erkrankungen zuordenbare Symptome auf, bevor sich die Vaskulitis an den betroffenen Organen bemerkbar macht.

Allgemeinsymptome können sein:

  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Abnahme von Körpergewicht
  • Gelenkschmerzen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Leistungsschwund

Danach treten die unterschiedlichsten Organsymptome auf, die verschieden ausgeprägt und oft charakteristisch für eine spezielle Vaskulitis-Form sind. Von der Haut mit Hautgeschwüren bis zum Herz mit Brustschmerzen oder Herzversagen reicht das Spektrum der angegriffenen Organe und den Symptomen.

Die Behandlung einer Vaskulitis

Behandlung Vaskulitis In erster Linie werden zur Behandlung von Vaskulitis sogenannte Immunsupressiva eingesetzt. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der beteiligten Organe und der Aktivität der Erkrankung. In erster Linie werden sogenannte Immunsupressiva eingesetzt, die das Immunsystem unterdrücken.

Die wichtigsten Medikamente sind:

  • Cycclophosphamid, sehr stark wirkendes Immunsupressivum (Gruppe der Alkylantien)
  • Kortikoide, sind in der Begleittherapie unverzichtbar

Bei manchen speziellen Vaskulitis-Formen sind normale Medikamentendosierungen nicht ausreichend, um den Patienten vor einem lebensgefährlichen Verlauf ausreichend zu therapieren.

Dafür eignen sich neue Therapieformen, die teilweise noch in Erprobung sind - beispielsweise bei schweren Verläufen des Morbus Behcet mit Lungengefäßbefall stellten sich in Einzelfällen gute Heilerfolge ein. Eine solche Therapieform ist eine hoch dosierte Chemotherapie mit Stammzelltransplantation.

Kann man einer Vaskulitis vorbeugen?

Einer Vaskulitis kann man aufgrund der fehlenden Ursachen für eine Erkrankung nicht vorbeugen.

Weitere Informationen zur Vaskulitis

Da es sich bei einer Vaskulitis um eine spezielle Form von entzündlicher Rheumaerkrankung handelt, bekommen Betroffene viele Informationen beispielsweise in Rheumazentren oder Rheuma-Beratungsstellen.


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