Akupunktur

Bei der Akupunktur handelt es sich um ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin, welche auf die Lebensenergien des Körpers ausgerichtet ist. Seit Jahrhunderten sind die Einstichstellen, an denen man die Energieströme regulieren bzw. beeinflussen kann, gleich. Akupunktur wird mit Nadeln oder Laser durchgeführt.

AkupunkturUnter anderem kann Akupunktur erfolgreich bei Kopfschmerzen und Migräne angewendet werden. (Foto by: SimpleFoto / Depositphotos)

Wörtlich übersetzt bedeutet Akupunktur „Nadelstechen“. Und genau das wird während der Behandlung ausgeführt. Gold-, Silber- oder Stahlnadeln werden in die dafür vorgesehenen Akupunkturpunkte eingebracht, vor dem Einstich wird die Stelle sanft massiert. Der Patient befindet sich während der Akupunktur in entspannter Liege- oder Sitzhaltung. Die Tiefe der Stiche variiert, die Menge der Nadeln liegt bei maximal 16, in manchen Fällen kann diese aber erhöht werden. Eine Akupunktursitzung dauert in der Regel zwischen 20 Minuten und einer halben Stunde.

In der chinesischen Medizin fließt im Körper die Energie, das Qi, auf welcher alle Lebensfunktionen basieren. Es gibt 12 Energieleitbahnen, die sogenannten Meridiane, wobei jeder Meridian einem bestimmten Organsystem zugeordnet wird.

Mit der Akupunktur wird nun versucht, die blockierten Energieströme zu lösen, zu regulieren und zu beeinflussen. Die Stellen der Akupunkturpunkte (über 700) sind seit Tausenden von Jahren gleich.

Formen der Akupunktur

Neben der herkömmlichen Akupunktur gibt es die Ohrakupunktur und gegenwärtig die Akupunktur mittels Laser. Die Laserakupunktur ist besonders bei Menschen mit Angst vor Nadelstichen oder auch Kindern gut anwendbar. Zudem gibt es die Mundakupunktur und die Schädelakupunktur.

Eine Akupunktur darf nur von ausgebildeten Ärzten oder Naturheilpraktikern durchgeführt werden. Beide Berufsgruppen unterliegen strengen Ausbildungsvorschriften durch bestehende Akupunkturgesellschaften.

Vor einer Akupunkturbehandlung erfolgt eine ausführliche Anamnese und die Erstellung der Diagnose. Die Anamnese kann aufgrund eines Fragebogens oder intensiver Befragung durch den Therapeuten erfolgen (Details siehe unten). Das Ergebnis der Anamnese wird im Sinne der traditionellen chinesischen Medizin als chinesische Diagnose bezeichnet.

Untersuchung, Diagnose, Anamnese

Nach den eingehenden Fragen, einer eventuellen Zungenuntersuchung und einer Untersuchung des Pulsschlags kann der Therapeut feststellen, ob sich das Qi des Patienten sozusagen in einer Schräglage befindet.

Die Grundlage für die Befindlichkeitsstörungen ist das Yin-Yang-System oder das System der Funktionskreise. Durch die Antworten und die körperlichen Untersuchungen kann der Therapeut auf die Erkrankung schließen und die Therapie beginnen.

Der Patient wird erst gefragt, weshalb er eine Behandlung wünscht, also welche Beschwerden er verspürt. Anschließend kommen Fragen zur Lebensführung, beispielsweise, ob der Patient unter Stress steht.

Weitere Fragen sind unter vielen anderen:

  • Welche Vorlieben hat ein Patient bei der Ernährung
  • Welche Medikamente nimmt ein Patient ein
  • Allgemeine Anzeichen wie Appetit oder Durst sowie Hitzeempfindlichkeit u.v.m.
  • Allgemeines zum Bauch, Mund, der Atmung, bestehenden Infekten, der Haut, dem Urin, dem Rücken und den Gelenken, dem Ohr, den Augen, bei Frauen der Menstruation, der Sexualität, dem Gefühlsleben und dem Schlaf

Die persönlichen Fragen kann entweder der Therapeut stellen oder den Patienten einen Fragebogen ausfüllen lassen. Ergänzt wird die Anamnese dann durch die Untersuchung des Therapeuten.

Anwendungsgebiete

Behandlung AkupunkturAkupunktur bringt den Energiestrom, das Qi, im Körper wieder zum Fließen. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

In der Hauptsache werden Akupunkturbehandlungen bei chronischen Schmerzen (Migräne, Nasennebenhöhlenentzündungen, Rückenschmerzen, etc.), bei Heuschnupfen oder in der Gynäkologie (Geburtsvorbereitung, Regelbeschwerden, Schwangerschaftserbrechen) angewendet.

Ebenso kommt Akupunktur bei der Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion zum Einsatz. Gut belegt ist die Wirksamkeit der Akupunktur beispielsweise auch bei Übelkeit nach Chemotherapien oder nach OPs und bei Zahnschmerzen sowie Magenbeschwerden, Augenerkrankungen oder Erkrankungen im Mundbereich.

Nicht angewendet sollte die Akupunktur werden:

  • Bei Menschen mit spezifischen Erkrankungen der Nerven und Störungen der Sensibilität der Haut
  • Bei Menschen, die an Hautkrankheiten wie Dermatitis oder Nesselsucht leiden
  • Bei Epileptikern
  • Bei Menschen, die an psychischen Störungen wie Wahn, Manie oder Schizophrenie leiden
  • Bei Menschen mit bestimmten Tumoren
  • Bei Babys und kleinen Kindern
  • Bei Menschen, deren Allgemeinzustand schlecht ist
  • Bei Menschen, die an akuten Entzündungen, einem Knochenbruch oder frischen Verletzungen leiden, ist dieser Bereich nicht zu akupunktieren

Nicht eingesetzt sollte die Akupunktur weiters bei sehr schweren Erkrankungen wie Krebs, Multipler Sklerose oder nach einem Schlaganfall werden. Hier sind Kritiker sowie Befürworter einer Meinung, die Akupunktur könnte schlimmstenfalls die Erkrankung verschlimmern. Zwar gilt die Akupunktur nach wie vor und trotz vieler bereits verfasster Studien als umstritten, doch bei einigen Erkrankungen werden die Kosten von den Krankenkassen bereits übernommen (am besten bei der zuständigen Krankenkasse nachfragen).

Stellen, die akupunktiert werden, sollten frei von Salben, Cremes oder Make-up sein, damit diese Substanzen nicht durch den Stich unter die Haut geraten und so unerwünschte Reaktionen auslösen können.

Fazit

Die Akupunktur ist eine sehr alte Form der medizinischen Behandlung in der traditionellen chinesischen Medizin. Der Mensch wird als Ganzes gesehen, der Energiestrom, das Qi, muss ungehindert fließen können, bei Störungen entstehen Schmerzen und Krankheiten - die Akupunktur kann diesen wichtigen Energiefluss des Körpers beeinflussen und regulieren, so die Befürworter.

Doch wenn auch schon vielfach eingesetzt und von den Krankenkassen anerkannt – die Akupunktur ist nach wie vor ein Streitpunkt vieler Wissenschaftler.


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