Karies

Karies ist eines der meist verbreitetsten Gesundheitsprobleme der Welt. Bestimmte Zucker setzen sich an den Zähnen fest und dienen als Nahrungsquelle von Bakterien. Hierbei werden schädliche Säuren umgesetzt, die erst den Zahnschmelz angreifen und dann weiter ins Innere des Zahnes dringen. Karies kann bis zum vollständigen Verlust eines gesunden Zahns führen.

Zahnschmerzen KariesDie Symptome von Karies sind unter anderem Zahnschmerzen und Löcher im Zahnschmelz. (Foto by: dashek / Depositphotos)

Karies sind dauerhafte Schädigungen in der festen Substanz der Zähne, die sich zu kleinen Öffnungen und dann zu größeren Löcher entwickeln. Karies wird durch eine Kombination von Faktoren ausgelöst, dazu zählen:

  • bestimmte Bakterien im Mundinnenraum
  • eine schlechte Mundhygiene
  • zu häufiges Essen oder Trinken zuckerhaltiger Lebensmittel oder Getränke

Karies zählt zu einem der verbreitetesten Gesundheitsproblemen der Welt. Er tritt besonders häufig bei Kindern, Jugendlichen und älteren Erwachsenen ein. Doch jeder Mensch mit Zähnen kann von Karies befallen werden. Wenn der Karies nicht behandelt wird, gerät er tiefer und tiefer in die Substanz des Zahnes. Er kann zu schweren Schmerzen, Infektion und Zahnverlust führen. Regelmäßige Zahnarztbesuche, gründliches Putzen und die Verwendung von Zahnseide ist die beste Prävention von Karies.

Ursache von Karies

Karies beginnt mit einem allgemeinen Verfall der Zähne. Bakterien greifen die Schutzschicht des Zahnes an und gelangen ins Innere des Zahnes. Dieser Prozess kann ohne Schmerzen oder Anzeichen geschehen. Je weiter die Bakterien gelangen, desto größer wird der Verfall.

Wie auch andere Bereiche des Körpers, beinhaltet der Mund verschiedene Arten von Bakterien. Diese Bakterien ernähren sich von einer bestimmten Art von Zucker, für sie verwertbare Kohlenhydrate. Wenn dieser Zucker nicht von den Zähnen entfernt wird, haften sich die Bakterien an die Zähne und produzieren bei der Umsetzung des Zuckers Säuren. Dieser Film von Säuren, Zucker und Bakterien nennt man auch Plaque oder Zahnbelag. Mit der Zunge ist Plaque spürbar, bereits wenige Stunden nach dem letzten Reinigen. Leichter setzt er sich an den hinteren Zähnen ab und direkt über dem Zahnfleisch. Die Säuren im Plaque zersetzen Mineralien im äußeren Mantel der Zähne. Diese Erosion verursacht die ersten kleinen Öffnungen und damit die erste Stufe des Karies.

Ist der Zahnschmelz erst verletzt und wird von den Bakterien überwunden, dringen sie in die nächste Schicht: Dentin oder auch Zahnbein. Diese Schicht ist sehr viel weicher und kann den Säuren nicht viel entgegensetzen. Die Säuren und Bakterien wandern weiter durch den Zahn, bis sie sein Zentrum, den Zahnnerv, erreichen, in dem sich Blutgefäße und Nerven befinden. Der Zahnnerv schwillt an und wird infiziert durch die Bakterien, auch der Knochen kann betroffen sein. Wenn der Zahnverfall fortschreitet, setzen evtl. starke Schmerzen ein, oder auch Sensibilität bei Berührung und Kauen. Der Körper reagiert evtl. mit der Bildung von weißen Blutzellen, es kann sich ein Abszess bilden.

Symptome von Karies

Die Symptome und Anzeichen von Karies sind abhängig vom Ort des Auftretens und der Intensität des Befalls. Wenn der Befall erst beginnt, wird der Betroffene womöglich keinerlei Symptome bemerken. Der Zahnarzt jedoch wird die Anzeichen bereits erkennen können und erste Maßnahmen ergreifen, um den weiteren Verfall zu verhindern. Wenn der Karies weiter voranschreitet wird der Betroffene womöglich folgende Symptome bemerken:

  • Zahnschmerzen
  • Sensibilität
  • milde bis scharfe Schmerzen beim Essen von Süßem, Heißem oder Kaltem
  • erkennbare Löcher im Zahnschmelz
  • Schmerzen beim Zusammenbeißen der Zähne
  • Austritt von Eiterflüssigkeit aus dem Zahnfleisch.

Da der Betroffene die Ausbildung des Karies vermutlich nicht bemerken wird, ist es ratsam regelmäßig den Zahnarzt aufzusuchen, um die Zähne zu kontrollieren. Falls irgendeine Art von Zahn- oder Mundschmerz eintritt, sollte der Arzt umgehend aufgesucht werden. Wenn der Karies behandelt wird, bevor Symptome auftreten, ist eine weitere Behandlung nicht nötig. Daher ist es wichtig, regelmäßig den Zahnarzt zu besuchen. Wenn bereits Symptome bemerkt werden, ist der Verfall schon weit vorangeschritten.

Untersuchungen und Diagnose

Der Zahnarzt kann Karies in der Regel sehr leicht feststellen. Sie oder er wird nach Schmerzen und Sensibilität fragen. Anschließend werden die Zähne nach möglichen Schäden untersucht und evtl. mit einem Instrument nach weichen, angegriffenen Stellen kontrolliert. Auch eine Röntgenuntersuchung ist möglich, um die Tiefe der Schäden festzustellen. Der Arzt wird dann auch sagen können, welche Art von Karies besteht:

  • Glattflächenkaries
  • Fissurenkaries
  • oder Wurzelkaries

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Die Behandlung von Karies ist abhängig von der Schwere des Verfalls und der individuellen Situation. Mögliche Behandlungen sind:

Fluorid-Behandlung

Diese Form der Behandlung soll dem Zahn in einem frühen Status des Karies dabei helfen, sich selbst zu heilen. Wenn dieser erst eingesetzt hat, kann der Zahnschmelz sich durch die Behandlung vlt. von selbst regenerieren. Diese spezielle Fluorid-Paste enthält mehr Fluoride als die normale Zahnpasta, die im Supermarkt erworben werden kann. So wird es als Paste, Gel, Schaum oder Lack verschrieben, die evtl. auch in Aufsätze eingerieben werden, die dem Patient anschließend auf die Zähne gesetzt werden. Die Behandlung dauert einige Minuten und muss ggf. wiederholt werden.

Zahnarzt behandelt KariesDie Behandlung von Karies ist abhängig von der Schwere des Verfalls und der individuellen Situation. (Foto by: maxiporik / Depositphotos)

Füllungen

Füllungen werden zur Behandlung von dauerhaften Schädigungen verwendet und ersetzen verloren gegangene Zahnsubstanz. Sie sind die Standart-Behandlung, wenn der Karies bereits über den Zahnschmelz hinausgegangen ist. Hierbei wird der Zahnarzt den Zahn vom Karies befreien und die zurückbleibende Lücke mit künstlichen Material auffüllen. Die Füllungen können aus verschiedenen Materialien bestehen. Der Einsatz ist meist eine Frage der Größe des Lochs und der Finanzierung. So existieren zahnfarbene Kunststoffe, Porzellan oder Kombinationen verschiedener Materialien. Amalgam enthält kleinere Mengen Quecksilber. Aus diesem Grund möchten es einige Menschen nicht mehr verwenden, da sie eine negative körperliche Reaktion auf das Quecksilber befürchten. Zwar haben medizinische Studien die Sicherheit des Materials bestätigt, dennoch bleibt Amalgam ein umstritten.

Kronen

Falls der Schaden in den Zähnen bereits weit fortgeschritten ist und eine Füllung nicht mehr ausreicht, kommen Kronen zum Einsatz. Eine Krone ist ein künstlich gestalteter Ersatz für die Zahnspitze. Diese wird individuell hergestellt und angepasst. Der Arzt wird den unteren Zahn von Karies befreien, sodass die Krone auf den restlichen Zahn geklebt werden kann. Auch variiert das Material und kann aus Gold, Porzellan oder Kombinationen von Porzellan und Metall bestehen.

Wurzelkanalbehandlung

Falls der Karies bis ins Zentrum des Zahnes fortgeschritten ist, wird evtl. eine Behandlung der Wurzel notwendig. Hierbei wird die Zahnwurzel entfernt und durch eine Füllung ersetzt.

Zahnersatz

In den ernsten Fällen hat der Karies den Zahn soweit zerstört, dass er vollständig entfernt werden muss. Es bleibt eine Lücke zurück, die so nicht bestehen bleiben sollte, da sich sonst das gesamte restliche Gebiss verzieht. Möglichkeiten sind eine Brücke, bei der ein Zahnersatz durch die benachbarten Zähne gehalten wird, oder ein Implantat, bei welchem ein künstliches Fundament in den Knochen gesetzt wird, um Halt für einen künstlichen Zahn zu geben.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die beste Prävention gegen Karies ist eine umfangreiche und regelmäßige Zahnhygiene, sowie der regelmäßige Besuch des Zahnarztes. Die Zähne sollten mindestens zwei Mal am Tag geputzt werden, besser noch nach jedem Essen oder Snack.

Die Zahnzwischenräume sollten mit Zahnseide gereinigt werden. Pro Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Auf den hinteren Backenzähnen sollten Versiegelungen in Erwägung gezogen werden, um Festsetzungen in den tiefen Oberflächenstrukturen der Zähne zu verhindern.

Stark zuckerhaltige Nahrungsmittel wie Kekse, Süßigkeiten, Limonaden enthalten Kohlenhydrate, die sich lange an den Zähnen halten und Plaque bilden. Auch Chips und andere Mehlprodukte zählen hierzu. Der Verzehr sollte reduziert, bzw. sich anschließend gründlich die Zähne geputzt werden. Menschen, die zur Karies neigen, haben evtl. ein bakterielles Ungleichgewicht im Mund, dass durch spezielle Behandlungen bekämpft werden kann.


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