Tetanus (Wundstarrkrampf)

Bei Tetanus handelt es sich um eine Infektionskrankheit, meist bedingt durch den Eintritt von Bakterien über eine (verschmutzte) Wunde, die sich durch Lähmungen und Krämpfe kennzeichnet. Die meisten Menschen sind gegenwärtig gegen Tetanus geimpft.

TetanusTetanus ist eine Infektionskrankheit, die sich durch Lähmungen und Krämpfe kennzeichnet. (Foto by: Zerbor / Depositphotos)

Tetanus, welcher auch als Wundstarrkrampf bezeichnet wird, stellt eine des öfteren tödlich ablaufende Infektionskrankheit, die Nervenzellen, welche für die Muskelsteuerung verantwortlich sind, befällt und aufgrund des Bakteriums Clostridium tetani verursacht wird.

Tatsächlich kommen die resistenten Sporen des Erreger beinahe überall vor, sowohl im heimischen Garten als auch im Straßenstaub als auch in sonstigen Gebieten. Die Infektion wird aufgrund des Eindringens der Tetanus-Sporen in Wunden ausgelöst.

Das Bakterium kann sich unter anaeroben Bedingungen (sauerstoff-arme Begebenheiten) bestens vermehren und scheidet seine toxische Sporen aus. Durch die proteolytischen Toxine des Tetanospasmin werden muskelsteuernde Nervenzellen geschädigt werden und somit treten die typischen Muskelkrämpfe ein. Das im Tetanus enthaltene Toxin Tetanolysin ist als herzschädigend bekannt.

Ursachen von Tetanus

Tetanus wird durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht. Tetanus wird oft mit Rost, insbesondere aber mit rostigen Nägeln und anderen Objekte, die Rost beinhalten, in Verbindung gebracht. Doch der Rost selbst löst nicht zwangsläufig Tetanus aus und enthält ebenso nicht unbedingt die erwähnten Bakterien. Die raue Oberfläche des rostigen Metalls stellt lediglich ein Paradebeispiel für den Lebensraum des Tetanus-Bakteriums dar. So kann beispielsweise ein Nagel weiterhin ein Mittel bieten, um die Haut zu durchstoßen und Sporen abzustoßen.

Weil das Tetanus-Bakterium ein anaerobes Bakterium ist, gedeihen diese Bakterien in Umgebungen, in denen Sauerstoff fehlt.

Tetanus ist ein internationales gesundheitliches Problem, da die Sporen des Tetanus-Bakteriums allgegenwärtig sind. Die Krankheit tritt fast ausschließlich bei ungeimpften oder unzureichend immunisierten Personen auf.

Das Tetanus-Bakterium ist häufiger in heißem, feuchtem Klima mit Boden, der reich an organischen Stoffen ist, vorhanden. Dies gilt vor allem bei mit Gülle behandelten Böden, da die Sporen weit in den Darm und den Kot vieler Tieren wie Pferde, Schafe, Rinder, Hunde, Katzen, Ratten, Meerschweinchen und Hühner vorgedrungen sind und sich festgesetzt haben. Vor allem in landwirtschaftlich geprägten Gebieten besteht die Möglichkeit, dass eine erhebliche Anzahl von erwachsenen Menschen den Organismus in ihrem Körper beherbergen.

Symptome des Tetanus

Die Inkubationszeit des Bakteriums beträgt in der Regel zwischen 3 und 21 Tagen, in den seltenen Fällen bricht die Krankheit erst nach mehreren Monaten aus.

Als erstes erfolgen grippeähnliche Symptome wie Schwindel, Kopfschmerz, Unruhe, Gliederzittern, Ermüdungserscheinungen, Mattigkeit,Schweißausbrüche und Muskelschmerzen auf.

Im Anschluss daran erfolgt des öfteren eine Kieferklemme, sodass der Mund von nun an nicht mehr vollständig geöffnet werden kann. Daraus entsteht ein grinsender Gesichtsausdruck, das sogenannte Teufelsgrinsen, welches durch eine Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur ausgelöst wird.

Später folgt eine tonische Muskelanspannung, welche die lange Rückenmuskulatur betrifft. Diese verläuft oft vom Nacken absteigend und führt zu einer schmerzhaften Überstreckung. Unbehandelt kann es sogar zu dem Bruch einzelner Wirbel führen. Weiterhin folgen zuckende Muskelkrämpfe in Beinen, Armen, Zwerchfell und Kehlkopf. Die Krämpfe können 1 bis 2 Minuten andauern und werden durch kleinste äußere Reize induziert. Wenn dieser Krankheitsverlauf nicht behandelt wird, erfolgt der Tod durch Erstickung.

Jedoch werden die Gefühle und das Bewusstsein des Menschen durch die Krankheit nicht beeinträchtigt. Daher ist diese Erkrankung bei nicht Behandlung enorm leidvoll. Die Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Untersuchungen und Diagnose

Es liegen noch keine Bluttests vor, die zur Diagnose des Tetanus verwendet werden könnten. Die Diagnose wird aufgrund der Darstellung der typischen Tetanus-Symptome gestellt. Eine Erkrankung wird des Weiteren als unwahrscheinlich im Falle einer vorherigen Immunisierung erklärt. Eine tatsächliche Identifizierung des Tetanus-Bakteriums kann nur durch Tierversuche mit Mäusen erfolgen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Es gibt kein Mittel gegen das Tetanustoxin, darum beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome.

Maßnahmen sind:

  • Die intensive Wundbehandlung
  • Antibiotika, hoch dosiert
  • Die Bildung eigener Antikörper aktiv forcieren
  • Tetanus-Immunglobin wird verabreicht, um den Giftstoff, der noch nicht im Gehirn angekommen ist, zu neutralisieren
  • Überwachung des Patienten auf der Intensivstation
  • Gabe von Muskelrelaxation (muskelentspannende Mittel)
  • Der Patient wird in einem schallgeschützten, dunkeln Raum untergebracht

Während bei vielen leichten bis mittelschweren Krankheiten einige Hausmittel verfügbar sind, bei denen einzelne Erfolge nachgewiesen werden können, gibt es bei Tetanus keine dieser Hausmittel. Anfangs versucht man oft, die Grippesymptome mit diversen Hausmitteln einzudämmen, doch ist im fortgeschrittenen Verlauf der Krankheit kein Hausmittel bekannt. Diese These betont die Schwere der Krankheit.

Kann man Tetanus (Wundstarrkrampf) vorbeugen?

Impfung TetanusDie einzige, wirksame Vorbeugungsmaßnahme gegen Tetanus ist die Schutzimpfung. (Foto by: aycatcher / Depositphotos)

Im Gegensatz zu vielen Infektionskrankheiten führt die Erholung einer bereits ausgestandenen "natürlich erworbenen" Tetanus-Erkrankung in der Regel nicht zu Immunität gegen gegen die Krankheit.

Die einzige, wirksame Vorbeugungsmaßnahme gegen Tetanus ist die Schutzimpfung. Es ist auf eine regelmäßige Auffrischung (alle 10 Jahre) zu achten.

Bei Kindern unter dem Alter von sieben Jahren wird der Tetanus- Impfstoff oft als Kombinationsimpfstoff gegeben, bei dem auch Impfstoffe gegen Diphtherie, Masern und Mumps enthalten sind.

Weiterhin ist selbstverständlich eine Reinigung einer Wunde ebenso, falls es sich um Schürfwunden handelt, nötig. Abgestorbenes Gewebe, insbesondere solches, wo der Sauerstoff verbraucht ist, sollte entfernt werden.


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