Prostatitis (Entzündung der Prostata)

Bei Prostatitis kommt es zu einer Entzündung der männlichen Vorsteherdrüse (Prostata). Diese kann in vielen Fällen schmerzhaft ausfallen und sollten sobald wie möglich behandelt werden. Behandelt werden diese Fälle von Urologen.

Prostatitis Eine Entzündung der Prostata ist oftmal schmerzhaft, kann jedoch heutzutage gut behandelt werden- (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Schnell-Überblick

  • Was ist Prostatitis?
    Dabei handelt es sich um eine Entzündung der männlichen Prostata (Vorsteherdrüse). Dabei werden vier Arten von Entzündungen unterschieden.
  • Ursachen
    Genaue Ursachen von Prostatitis sind nicht eindeutig auszumachen. In manchen Fällen kann es zu einer bakteriellen Entzündung kommen, manches Mal sind auch anliegend Organe betroffen.
  • Symptome
    Oftmals ist eine Entzündung der Prostata mit einem Schmerz beim Urinieren oder der Ejakulation verbunden. Auch Unterleibsschmerzen und Fieber sind möglich. Symptome hängen von der Art der Infektion ab.
  • Behandlung
    Eine Behandlung richtet sich nach der vorhanden Art der Infektion. Gegen eine bakterielle Entzündung wird meist eine Antibiotikatherapie eingeleitet
  • Mögliche Komplikationen
    Nach einer Heilung kann es nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer zweiten oder gar dritten und vierten Infektion zu einem späteren Zeitpunkt kommt.
  • Prävention
    Es ist nicht ganz klar, wie sich eine Prostatitis verhindern lässt. Jedoch kann ein  gesundes Immunsystem und reichlich Wasseraufnahme das Risiko mindern.

Was ist eine Entzündung der Prostata?

Die Prostata ist ungefähr so groß wie eine Walnuss und befindet sich unterhalb der Harnblase. Ein Teil der Harnröhre verläuft dabei direkt durch die Vorsteherdrüse (Prostata), weshalb es häufig zu Schmerzen beim Wasserlassen kommt, sollte eine Entzündung vorliegen. Außerdem ist die Prostata wichtig für die Flüssigkeit der Ejakulation und der Beweglichkeit der Spermien.

Es gibt vier Arten von Prostatitis:

  • Akute Prostatitis
    Diese Art ist die seltenste und dauert nur eine kurze Zeit an. Dennoch kann auch eine akute Entzündung der Prostata lebensgefährlich sein, lässt man sie zu lange unbehandelt.
  • Chronisch Bakterielle Prostatitis
    Die Symptome dieser Art sind meist weniger intensiv und entwickeln sich über mehrere Jahre. Meist sind junge und Männer mittleren Alters davon betroffen.
  • Chronische Prostatitis
    Betroffene leiden meist unter starken Schmerzen und Unbehagen im Unterleib. Diese Entzündung betrifft Männer in jedem Alter.
  • Asymptomatische Prostatitis
    Hierbei entzündet sich die Prostata zwar, verursacht jedoch keine Symptome. Meist entdeckt man diese Entzündung nur im Zusammenhang mit einem anderen Problem.

Ursachen

Die Ursache für Prostatitis hängt von der vorliegenden Art ab. So entsteht eine bakterielle Prostatitis  durch den Befall von Bakterien. Diese Bakterien gelangen entweder durch dorthin, oder durch anliegende Organe wie der Harnblase. Häufige Auslöser ist hierbei das E. Coli Bakterium, welches vor allem im Darm vorkommt. Möglich ist aber auch die Entzündung durch sexuell-übertragbare Erkrankungen wie Chlamydien oder Tripper.

In seltenen Fällen kann auch eine Verengung der ableitenden Harnwege vorliegen, bei der sich der Harn zurück staut und so in die Prostata eindringt und Entzündungen verursacht.

Eine Hand voll Faktoren steigern das Risiko für eine solche Entzündung und treten bei manchen Männern häufiger auf als bei anderen. Dazu zählen:

  • ein gestörtes Immunsystem
  • Diabetes mellitus
  • ein Blasenkatheter
  • sexuell übertragbare Krankheiten

Symptome

Die Symptome einer Prostatitis variieren je nach der vorliegenden Art der Entzündung.

Akute bakterielle Prostatitis

Die Symptome dieser sind meist ernsthaft und treten unerwartet plötzlich auf. Sie verlangen meist eine sofortige und schnelle Behandlung.

Chronische bakterielle Prostatitis

Leidet man an einer chronischen bakteriellen Prostatitis, können die Symptome oftmals  für kurze Zeit aufscheinen und dann wieder eine Weile verschwinden. Sie entwickeln sich auch nur sehr langsam und fallen meist recht mild aus, können jedoch über 3 Monate lang anhalten.

  • Brennen beim Wasserlassen
  • ständiger Harndrang
  • Schmerzen im Unterleib
  • Blasenschmerzen
  • Schmerzen am Penis oder den Hoden
  • schwacher Urinstrahl
  • Schmerzen bei der Ejakulation

Chronische Prostatitis

Hier ähneln die Symptome jenen der chronischen Entzündung und dauern ebenfalls bis zu 3 Monate oder länger an. Ein Arztbesuch wird vor allem empfohlen bei Schmerzen im Schritt, dem Unterleib, dem Penis, oder während einer Ejakulation.

Diagnose und Untersuchung

Prostatitis Ob es sich um eine bakterielle Entzündung handelt, lässt sich in durch Urinproben feststellen. (Foto by: belchonock/ Depositphotos)

Bei Verdacht kann man zuerst auch einen Hausarzt aufsuchen. Durch eine Beschreibung der Symptome und der Krankengeschichte, wird bei Verdacht eine Überweisung an einen Urologen überschrieben.

Ein/e Urologin kann anschließend körperliche Untersuchungen durchführen. Bei Verdacht auf eine  Prostatitis wird häufig vor allem eine digital-rektale Untersuchung durchgeführt um genauere Hinweise zu bekommen. Diese Untersuchung erfolgt ambulant und ohne Betäubung und ist meist schmerzlos.

Um eine bakterielle Postatits zu erkennen wird jedoch eine Laboruntersuchung von Urin oder Ejakulat vorgenommen.

Behandlung und Komplikationen

Behandlung der Bakteriellen Prostatitis

Die Wahrscheinlichkeit liegt hoch, dass während einer Behandlung empfohlen wird täglich mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen um Bakterien bestmöglichst aus dem Körper raus zu schwemmen. Damit ist jedoch vor allem Wasser gemeint. Alkohol, Kaffee und scharfe Speisen sollten gemieden werden.

Bakterien werden meist am Besten mit einer Antibiotikatherapie bekämpft, bei der man die vorgeschriebenen Tabletten vollständig täglich einnehmen muss. Bei einer schwerwiegenden Infektion kann auch ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein, bei welcher die Antibiotika meist intravenös verabreicht werden.

Bei einer chronischen bakteriellen Infektion kann sogar eine Antibiotikatherapie über eine Dauer von sechs Monaten notwendig sein um eine neue Infektion zu vermeiden.

Komplikationen

Sehr häufig kommt es zu Rückfällen nach einer Prostatitis. Mehrere Krankheitsfälle sind dabei keine Seltenheit. Daher ist es wichtig eine vom Arzt verschriebene Therapie gewissenhaft wie empfohlen durchzuführen und währendessen darauf zu achten sich nicht zu unterkühlen (z.B. durch nasse Kleidung. 

Auch Schwarztee und Kaffee sollten gemieden werden. Eine Blasenentzündung sollte dringend gemieden werden. Zwar gibt es dadurch keine Garantie, jedoch verringert man das Risiko.

Eine chronische Prostatitis bedeutet oft eine langwierige Phase, die viel Geduld bedarf. Dadurch kommt es oftmals auch zu einer psychischen Belastung, bei der sich Patienten Hilfe durch eine Psychotherapie suchen können.


Bewertung: Ø 5,0 (1 Stimme)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 17.08.2020
Überarbeitet am: 26.11.2020

Quellen:

Gesundheitsportal https://www.healthline.com/health/prostate-infection#takeaway (Aufruf: 17.08.2020)

Informationsportal https://www.maennergesundheit.info/maennergesundheit/prostata/prostatitis.html (Aufruf: 17.08.2020)

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