Brennen im Hals

Zumeist wird das Brennen im Hals beim Schlucken verstärkt. Als Ursache ist eine Rachenentzündung zu nennen, die Infektion wird in der Regel durch Viren ausgelöst – aber auch Bakterien können Verursacher sein.

Brennen im HalsDer Grund für anhaltendes Brennen im Hals sollte ärztlich abgeklärt werden. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Brennen im Hals ist ein Symptom, das jeder Mensch kennt. Manchmal ist es ein Brennen, manchmal eher ein Kratzen, manch Einem tut es auch richtig weh. In den meisten Fällen ist es einfach nur lästig und Anzeichen, dass sich eine kleine Erkältung anbahnt. Husten, Heiserkeit und Schluckbeschwerden kommen dann dazu.

Wenn das Gefühl im Hals jedoch nicht weggeht, können auch einmal andere, ernst zu nehmende Erkrankungen dahinterstecken. Immer noch kein Grund zur Panik, aber doch Anlass zur Abklärung beim Hausarzt...

Ursachen von Brennen im Hals

Ursachen von Brennen im Hals können vielfältig sein.

Erkältung

Tritt das Ganze akut auf und ist von Husten, Schnupfen und Heiserkeit begleitet, so ist es wohl nur eine banale Erkältung, die durch Viren übertragen wird und innerhalb von etwa zehn Tagen wieder verschwunden sein sollte. Solche Erkältungskrankheiten kennt jeder, etwa eine bis drei davon hat man im Durchschnitt pro Jahr mit einer epidemieartigen Häufung in den Wintermonaten.

Sodbrennen

Ein anderes recht häufiges Problem, welches mit Halsbrennen einhergehen kann, ist das Sodbrennen: Bei der sogenannten Refluxoesophagitis ist der Mageneingang undicht und Speisebrei inklusive Magensäure kann in die Speiseröhre zurückfließen. Die Schleimhaut der Speiseröhre wird dadurch angegriffen und entzündet sich, das typische Sodbrennen entsteht.

Läuft der Speisebrei noch höher zurück, so kann eben auch der Rachen- und Kehlkopfbereich entzündet sein, was dann zu Halsbrennen, chronischem Husten und Heiserkeit führt. Typisch ist, dass die Beschwerden vor allem nach großen Mahlzeiten auftreten und besonders im flachen Liegen auffällig werden (zum Beispiel auch morgens nach dem Schlafen).

Nasennebenhöhlenentzündung

Ein Rückfluss aus der anderen Richtung kann ebenfalls zu Halsschmerzen führen: Bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen, also einer chronischen Sinusitis mit Schnupfen und behinderter Nasenatmung, kann auch Schleim über kleine "Eiterstraßen" die Rachenhinterwand hinabfließen und sich im unteren Kehlkopfbereich sammeln und dort die Schleimhäute reizen. Auch dies kann zu Halsbrennen und chronischem Hustenreiz führen.

Umweltstoffe als Ursache

Ebenfalls eine Reizung der Schleimhaut bewirken Umweltstoffe wie Stäube, Zigarettenrauch, trockene Heizungsluft oder Chemikalien. Bei Belastung daheim oder am Arbeitsplatz kann so über längere Zeit Brennen im Hals auftreten. Auch starke Beanspruchung der Stimme kann zu einer Stimmbandentzündung führen.

Krebserkrankung

Zu guter Letzt erwähnt werden soll noch, dass bei länger bestehender Halssymptomatik ohne fassbare akute Ursache auch an Tumorerkrankungen gedacht werden muss. Insbesondere starke Raucher sind gefährdet für solche Krebserkrankungen des Mund- und Halsbereiches - doch auch Nichtraucher können sie kriegen. Eine frühe Entdeckung ist hier wichtig, daher sollte bei lang anhaltender Symptomatik auch einmal ein HNO-Arzt konsultiert werden.

Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnostik beginnt wie immer mit der Anamnese: Erfragt werden seitens des Arztes

  • Schweregrad und Dauer der Beschwerden
  • besondere Zeitpunkte ihres Auftretens
  • Vorerkrankungen und andere Symptome, die vielleicht bislang noch gar nicht mit dem Halsbrennen im Zusammenhang gesehen wurden.

Eine Inspektion des Rachens, soweit einsehbar, schließt sich an, des Weiteren sollten Nasennebenhöhlen abgeklopft und Halslymphknoten getastet werden, da diese sowohl bei Infektionen als auch bei bösartigen Erkrankungen vergrößert sind.

Je nach Schwere und Dauer der Beschwerden können sich verschiedene apparative Untersuchungsmethoden anschließen: Blutentnahme in Bezug auf Entzündungswerte und Eisenmangel, ein Röntgenbild der Lunge bei Verdacht auf Lungeninfektionen (z.B. bei der echten Grippe - Influenza oder bei einer Staublunge), eine Magenspiegelung bei Verdacht auf Reflux oder ein MRT des Halses bei Verdacht auf Raumforderungen.

Ärztin untersucht Hals und RachenRachenraum, Halslymphknoten und Nasennebenhöhlen sollten bei Brennen im Hals untersucht werden. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung einer Erkältung

Die Behandlung einer simplen Erkältung kann jeder selbst durchführen. Die gängigen Hausmittel sind:

  • Warm genug einpacken
  • Tee trinken
  • Inhalieren
  • Milch und Honig
  • Nasenspülung
  • Bettruhe
  • körperliche Schonung

Schwerere Infekte, die nicht von selbst verschwinden oder mit anderen Symptomen wie etwa Fieber oder Atemnot einhergehen, sollten unbedingt von einem Arzt beurteilt werden! Möglicherweise erfolgt dann eine antibiotische Therapie.

Behandlung von Sodbrennen

Eine Refluxerkrankung kann heutzutage gut mit den sogenannten Protonenpumpeninhibitoren behandelt werden, welche die Magensäure hemmen und damit die Beschwerden in Brust und Hals lindern können. Auch eine Operation ist möglich.

An Eigenmaßnahmen empfiehlt sich die Einnahme vieler kleiner Mahlzeiten anstelle von weniger großer, zudem sollte mit erhöhtem Kopfteil geschlafen und nicht innerhalb der ersten zwei Stunden nach dem Essen Schlafen gegangen werden, um den Rückfluss der Schwerkraft folgend gar nicht erst zu ermöglichen.

Umweltbelastungen vermeiden

Umweltbelastungen durch Rauch oder Staub sollten unbedingt gemieden werden, die Beschwerden bessern sich dann innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Zur Prävention von Halsschmerzen bietet sich zunächst einmal das Vermeiden von schädigenden Auswirkungen am Organismus an: Geraucht werden sollte nicht und auch der Zigarettenrauch anderer sollte vermieden werden. Berufliche Staubbelastung gilt es ebenfalls zu meiden oder Schutzmasken zu tragen.

Zur Infektionsprophylaxe empfielt sich

  • das Meiden des Kontakts zu Erkrankten
  • regelmäßiges Händewaschen oder gar Desinfizieren
  • eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt.

Viel trinken ist ebenfalls wichtig, um die Schleimhäute feucht zu halten - dann sind sie resistenter gegen Reizung und Infektion.


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