Schlafapnoe (SAS)

Wenn nachts die Atmung immer wieder aussetzt, handelt es sich um das Schlafapnoe-Syndrom, kurz die Schlafapnoe. Die Ursachen reichen von einer Einengung der oberen Atemwege bis zu Erkrankungen wie einer Herzinsuffizienz.

Schnarchen als Anzeichen einer Schlafapnoe Erste Anzeichen einer Schlafapnoe sind lautes und unregelmäßiges Schnarchen. (Foto by: vadimphoto1@gmail.com / Depositphotos)

Schnell-Überblick

  • Was ist Schlafapnoe: Dabei handelt es sich um eine Störung in der Atemregulation, bei der man im Schlaf pro Stunde mehr als 10 irreguläre Atempausen macht.
  • Symptome: Häufige Symptome sind Depression, Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen, erhöhte Müdigkeit am Morgen und Potenzstörunge und Schnarchen.
  • Ursachen: Es kommt hier während des Schlafens zu einer Erschlaffung der Schlundmuskulatur und einer Verlegung der Atemwege. Oft wird dieser Zustand auch durch erhebliches Übergewicht, Nasenpolypen, oder vergrößerten Rachenmandeln hervorgerufen.
  • Behandlung: Mögliche Abhilfen sind eine Reduktion von Übergewicht, der Verzicht auf Alkohol, Seitenlage beim Schlafen, aber auch ein Atemtherapiegerät, Aufbisschienen, oder chirurgische Eingriffe.
  • Mögliche Komplikationen: Ohne Behandlung kann es zu einer Vergrößerung mancher Organe, sowie zu einer Wasseransammlung in den Beinen kommen. Ebenfalls, kann jede zweite Schlafapnoe ohne Behandlung nach 10 Jahren auch zum Tod führen.
  • Vorbeugung: Ein gesunder Lebenesstil und Achtsamkeit auf das Gewicht, können vorbeugend wirken.

Was ist eine Schlafapnoe (SAS)?

Die Bezeichnung Schlafapnoe stammt aus griechischen „A-Pnoe“ und bedeutet: Schlaf ohne Luft. Es handelt sich hierbei um eine Atemregulationsstörung. Nicht dazu zählen die Atempausen während der Einschlafphase und im REM-Schlaf. Diese sind normal und treten häufig auf. Weiters sind bis zu fünf Atempausen pro Schlafstunde nicht ungewöhnlich. Männer sind von einer Schlafapnoe häufiger betroffen als Frauen. Weiters kann eine Schlafapnoe bei chronischen Lungenkrankheiten auftreten.

Es gibt zwei Kriterien:

  • Atempausen im Schlaf, die mindestens 10 Sekunden andauern
  • Pro Schlafstunde mehr als 10 Atempausen

Ursachen für eine Schlafapnoe

In den meisten Fällen (rund 90%) entsteht eine Schlafapnoe durch eine Erschlaffung der Schlundmuskulatur während des Schlafs, wodurch es zu einer Verlegung der Atemwege kommt. Die Atemwege verschließen sich, es kommt zu einem Sauerstoffmangel und anstieg von Kohlendioxid mit gleichzeitiger Verminderung der Pulsfrequenz. Dabei kommt es im Gehirn zu einem vermehrten Atemantrieb und zur Hyperventilation wie einer gesteigerten Herzfrequenz und der Öffnung der Atemwege.

Diese sogenannte obstruktive Schlafapnoe wird durch erhebliches Übergewicht, vergrößerte Rachenmandeln, Nasenpolypen, einem nach hinten fallenden Unterkiefer und einer Schlaflage am Rücken begünstigt.

Bei den restlichen Fällen (rund 10%) handelt es sich um eine sogenannte zentrale Schlafapnoe, wobei die Atemmuskulatur zeitweise funktionsunfähig ist.

Symptome einer Schlafapnoe

  • Depressionen
  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen am Morgen
  • Müdigkeit am Tag bis zum Sekundenschlaf
  • Potenzstörungen

Typisch bei einer Schlafapnoe sind Schnarchen, Hyperventilation und Atempausen ohne dass die Betroffenen davon aufwachen. Durch die Hyperventilation ist der Schlafrhythmus gestört, es folgen Tagesmüdigkeit und ein chronisches Schlafdefizit.

Klinisch zeigt sich die Schlafapnoe in einer Vermehrung der roten Blutkörperchen und einem Anstieg des CO2 Gehaltes sowie verminderten Sauerstoffgehalt im Blut, bedingt durch den nächtlichen Sauerstoffmangel.

Behandlung einer Schlafapnoe

Atemtherapiegerät Bei einer Schlafapnoe kommen Atemtherapiegeräte zur Behandlung zum Einsatz. (Foto by: BVDC01 / Depositphotos)

Grundsätzlich helfen einfache Maßnahmen wie der Verzicht auf Alkohol am Abend, das Einhalten von regelmäßigen Schlafzeiten, das Schlafen in Seitenlage sowie eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht des Betroffenen.

Hilfsmittel wie ein Atemtherapiegerät, Aufbissschienen oder chirurgische Eingriffe (Entfernung der Nasenpolypen oder Rachenmandeln, etc.) kommen zum Einsatz, wenn oben genannte Maßnahmen nicht greifen.

Mögliche Komplikationen

Komplikationen bei Schlafapnoe können Gefäßverengungen in der Lunge mit anschließender Erhöhung des sogenannten pulmonalen Widerstands, was letztendlich zu einer Vergrößerung und Schwächung der rechten Herzseite. Weiters kommt es zu einer vergrößerten Leber und Wasseransammlungen in den Beinen.

Eine Schlafapnoe muss unbedingt behandelt werden - auf zehn Jahre gesehen (Zehn-Jahres-Mortalitätsrate) kann in etwa bei jedem Zweiten die unbehandelte Schlafapnoe zum Tod führen.

Kann man einer Schlafapnoe vorbeugen?

  • Über 80% der an Schlafapnoe Leidenden sind übergewichtig. So ist das Abnehmen die beste Vorbeugung.
  • Alkohol und Nikotin sind zu meiden, ebenso das Essen von schweren Mahlzeiten vor dem Zubettgehen.
  • Sinnvoll sind regelmäßige und ausreichende Schlafzeiten, außerdem ist die Seitenlage beim Schlaf vorzuziehen.

Weitere Informationen zur Schlafapnoe

Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und HNO-Ärzte bieten reichlich Hilfestellungen und zahlreiche Tipps zum Thema Schlafapnoe. Doch sollte jeder Betroffene unbedingt den Arzt aufsuchen, da die gesundheitlichen Auswirkungen einer Schlafapnoe auf Dauer doch gravierend sein können.


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ICD-10: G47.3, G47.30, G47.31, G47.38, G47.39 mehr Infos


Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 11.12.2009
Überarbeitet am: 05.01.2021

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