Nasenpolypen

Viele Menschen haben Probleme beim Atmen durch die Nase. Das kann verschiedene Ursachen haben. Natürlich kann eine Erkältung die Atmung vorübergehend beeinflussen. Aber längerfristige Beschwerden sollte ein HNO-Arzt schon untersuchen. Dabei kann er feststellen, welcher Umstand das Problem verursacht. Neben krummen Nasenscheidewänden können hier oft die lästigen Nasenpolypen schuld sein.

NasenpolypenBei Nasenpolypen handelt es sich um gutartige, geschwulstähnliche Wucherungen der Nasenschleimhaut. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Nasenpolypen sind entzündliche Wucherungen oder ödematöse Schwellungen der Schleimhäute in den Nasenhöhlen. Dabei treten die Nasenpolypen meistens beidseitig auf. Wie andere Polypenarten sind sie sichtbare, meist gestielte Ausstülpungen der Schleimhäute oder auch Mukosa.

Sie entstehen beispielsweise, wenn der Flüssigkeitsfluss in den Nasenschleimhäuten behindert ist oder sich einfach Zellen in den Nasennebenhöhlen wie der Kiefernhöhle krankhaft vermehren und verdicken.

Nasenpolypen zählen zu den gutartigen Tumoren, da sehr selten bösartige dahinterstecken, eine Abklärung durch eine Untersuchung sollte aber durchgeführt werden.

Ein erfahrener HNO-Arzt wird das stets veranlassen, wenn Verdachtsmomente vorliegen sollten. Die Größe der Nasenpolypen schwankt dabei in großem Rahmen. Manche sind sehr klein, nur wenige Millimeter groß, andere können den Nasenraum total ausfüllen. Nasenpolypen treten häufiger bei Männern als bei Frauen auf und das öfter ab einem Alter über 30 Jahren. Insgesamt vermutet man bei bis zu 10 Prozent der Bevölkerung Nasenpolypen. Jedoch kommen bei Kindern Nasenpolypen relativ selten vor.

Ursachen von Nasenpolypen

Im Grunde sind die Ursachen, warum manche Menschen an Nasenpolypen erkranken nicht hinreichend bekannt.

Nasenschleimhautentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung

Die Hauptursachen von Nasenpolypen werden in Nasenschleimhautentzündungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen vermutet, oft auch in Verbindung mit einer chronischen Erkrankung. Sie entstehen entweder durch Bakterien, Viren oder auch Pilzen.

Chronischer Schnupfen

Wer also oft Schnupfen hat oder gar chronisch darunter leidet, ist für Nasenpolypen besonders anfällig.

Umwelteinflüsse

Auch viele Umwelteinflüsse spielen eine Rolle bei der Entstehung, da heutzutage viele chemische Stoffe existieren, die die Nasenschleimhäute reizen können. Wer beruflich mit diesen Stoffen zu tun hat, sollte immer einen Atemschutz tragen, dass diese Stoffe möglichst nicht regelmäßig in die Atemwege gelangen können.

Allergien, Bronchitis, Asthma

Viele Menschen mit Allergien und solche, die unter Bronchitis und Asthma bronchiale leiden, erkranken sehr häufig an Nasenpolypen.

Untersuchungen haben ergeben, dass etwa ein Drittel aller Asthmatiker unter Nasenpolypen leiden.

Schmerzmittelunverträglichkeit

Auch wer unter Schmerzmittelunverträglichkeit leidet, ist besonders anfällig gegenüber Nasenpolypen. Das wurde durch Untersuchungen bei HNO-Ärzten festgestellt.

Stoffwechselkrankheit

Kinder erkranken relativ selten an Nasenpolypen, aber wenn doch, dann haben diese Kinder sehr häufig eine erbliche Stoffwechselkrankheit.

Symptome bei Nasenpolypen

Bei Erkrankungen mit Nasenpolypen besteht anfänglich kaum ein Symptom, da die geringe Größe kaum störend wirkt. Nasenpolypen wachsen langsam und werden im Laufe der Zeit immer größer. Deshalb kommt es bei den Betroffenen oft erst zu einer näselnden Stimme. Weiter sind oft Kopfschmerzen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen zu beobachten und auch ein vermehrtes Schnarchen beim Schlafen wird festgestellt.

Nasenpolypen können auch vermehrt zu Mittelohrentzündung führen. Oft ist die Erkrankung auch mit einer Abnahme des Riechsinnes verbunden. Düfte und Aromen werden sehr schlecht bis überhaupt nicht mehr wahrgenommen.

Auch vermehrte Sekretbildung in der Nase und den Nebenhöhlen wurde festgestellt. Die Patienten meinen einen chronischen Schnupfen zu haben, weil ständig die Nase läuft.

Früher, als den Nasenpolypen medizinisch weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde, kam es im Extremfall zu Verdickungen der Nase und auch Vergrößerungen der Augenabstände wurden beschrieben. Heutzutage sind das sehr seltene Fälle, vorausgesetzt die betroffenen Menschen lassen sich bei einem Arzt helfen.

Untersuchungen und Diagnose

Nasenpolypen lassen sich relativ leicht von einem HNO-Arzt feststellen, wenn sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Der Arzt verwendet dabei eine bestimmte Nasenzange. Dabei wird die Nase von vorn durch die Öffnungen begutachtet oder auch durch den Mund in den Rachenraum. Große Polypen kann der Arzt durch ihre glasig-glänzende Erscheinung erkennen. Kleinere Nasenpolypen kann man durch Röntgenbilder erkennen oder mit einer Computertomographie (CT) feststellen, also eine Diagnose abgeben, dass hier Nasenpolypen vorliegen.

Manchmal verwendet der Arzt auch ein Endoskop, wo er kleine Nasenpolypen ausmachen kann. Durch Abstriche auf den betroffenen Schleimhäuten wird dann festgestellt, welche Ursachen schuld an der Entstehung sein könnten. Daraus kann dann eine Therapie dagegen eingeleitet werden. Neben Antibiotika kann der Arzt auch cortisonhaltige Mittel verschreiben, um das Wachstum der Nasenpolypen zu stoppen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung NasenpolypenBei kleinen Nasenpolypen wird meist ein Nasenspray mit Cortison angewendet. (Foto by: CITAlliance / Depositphotos)

Nasenspray oder Cortisontabletten

Werden kleine Nasenpolypen festgestellt, die kaum Beschwerden hervorrufen, kann der Arzt ein Nasenspray mit Cortison oder Cortisontabletten zum Einnehmen verschreiben. Das heilt dann die Entzündungen in der Nase ab und beendet das Wachstum der kleinen Polypen. Dabei müssen die cortisonhaltigen Mittel über einen längeren Zeitraum genommen werden. Eine ständige Begleitung durch einen Arzt ist dringend ratsam, da Cortison auch Nebenwirkungen hat.

Operation

Sollte das Wachstum der Nasenpolypen weiter zunehmen, ist eine operative Entfernung angesagt. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten.

  1. Die klassische Form ist die operative Entfernung durch die Nasenhöhle bei Narkose mit minimal-invasiver Chirurgie, d. h., es muss keine Körperöffnung geschnitten werden, lediglich der Polyp wird mit einem Messer aus der Nasenschleimhaut herausgeschnitten. Komplikationen sind relativ selten, es kann zu Nachblutungen der Wunde in der Nasenhöhle kommen und außerdem das relativ geringe Risiko einer Narkose wie bei jeder anderen Operation.
  2. Das neuste Operationsverfahren wird mittels Laser durchgeführt.

In beiden Fällen ist ein mehrtägiger Aufenthalt und Nachsorge in einem Spital erforderlich. Die behandelten Stellen sollten anschließend durch eine regelmäßige Pflege geschützt bleiben. Mikrowellenbehandlung oder Nasendampfbäder haben sich hier bestens bewährt.

Prävention und was kann ich tun

Nun, den Nasenpolypen kann man kaum vorbeugen. Wer erblich belastet ist, sollte versuchen möglichst wenige Reizungen der Nasenschleimhäute zuzulassen. Das heißt in erster Linie möglichst sein Immunsystem zu stärken um weniger anfällig gegenüber Erkältungen und Grippe zu sein.

Da gibt es einige Möglichkeiten, die bei einer Besprechung mit einem Arzt erklärt werden können. Ein einfaches Hausmittel wäre sportliche Betätigungen und auch mal bei schlechtem, regnerischen Wetter raus ins Freie gehen und sich abhärten.

Trockene Heizungsluft in den Wohnungen belastet die Atemwege besonders im Winter. Hier kann die Raumluft befeuchtet werden, was den Schleimhäuten von Mund und Nase enorm zugute kommt.

Wer an Allergien leidet und schon Asthma hat, sollte diese Krankheiten intensiv mit einem Arzt bekämpfen. Positiv unterstützend wären Nasenduschen mit beruhigenden Lösungen oder Meerwasser. Auch Nasendampfbäder für zu Hause sind eine sinnvolle Anschaffung.

Aber man muss die vom Arzt vorgeschlagenen Maßnahmen zur Vorbeugung auch regelmäßig durchführen.

Wer doch Nasenpolypen bekommen hat, sollte eine Therapie mit einem Arzt rechtzeitig besprechen. Lange Zeit verstreichen lassen, ohne die Polypen zu bekämpfen, ist der falsche Weg. Frühzeitig dagegen angehen, hilft die Nasenpolypen klein zu halten oder zu beseitigen und Folgeerkrankungen wie chronische Entzündungen zu vermeiden. Auch dem Restrisiko von bösartigen Polypen in der Nase, die zwar selten vorkommen, aber dennoch bekannt sind, wird so vorgebeugt.


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