Tuberkulose (TBC, Schwindsucht)

Tuberkulose ist eine gefürchtete Infektionskrankheit, die vor allem häufig die Lungen befällt. Auslöser sind in der Regel die sogenannten Tuberkel-Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Tuberkulose AuslöserDer Auslöser für die Tuberkulose sind in der Regel die sogenannten Tuberkel-Bakterien. (Foto by: katerynakon / Depositphotos)

Die Tuberkulose ist in den Entwicklungsländern eine der am häufigsten auftretenden Infektionskrankheiten, die auch in den Industrieländern immer häufiger auftritt.

Etwa 80 Prozent der Betroffenen leben in Afrika und Südostasien. Schätzungen zufolge erkranken mindestens ein Drittel aller Erdenbürger mindestens einmal in ihrem Leben an Tuberkulose.

Ein anderer Name für die Tuberkulose ist Schwindsucht. In Österreich müssen sowohl Erkrankungen als auch Todesfälle unverzüglich gemeldet werden.

Vor allem zur Zeit der Industriellen Revolution starben unzählige Menschen an der Tuberkulose. Grund war die hohe Bevölkerungsdichte in den Städten - so konnte sich die Infektionskrankheit ungehindert ausbreiten. Heute ist die Zahl der an Tuberkulose erkrankenden Patienten in Österreich eher rückläufig.

Auffällig ist, dass Männer deutlich häufiger betroffen sind als Frauen. Auch Babys sowie Kleinkinder unter vier Jahren sind besonders gefährdet an Tuberkulose zu erkranken, da ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist.

Ursachen von Tuberkulose (TBC)

Heute weiß man, dass sich Tuberkulose weitaus häufiger bei sozial schwächeren Menschen ausbreiten kann - nicht umsonst ist Tuberkulose eine Erkrankung, die hauptsächlich in Entwicklungsländern auftritt.

Tuberkel-Bakterien als Auslöser

Der Auslöser für die Tuberkulose sind in der Regel die sogenannten Tuberkel-Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.  Als Entdecker dieser Bakterien gilt Robert Koch; bereits im Jahr 1882 entdeckte er diese und beendete damit das Rätselraten um die Auslöser der Erkrankung Tuberkulose.

Mycobacterium bovis

Nur bei einem sehr geringen Prozentsatz ist das Mycobacterium bovis der Auslöser für die Erkrankung Tuberkulose. Dieses Bakterium wird meist von infizierten Rindern über die Milch auf die Menschen übertragen.

Aids als Auslöser

Zu guter Letzt sollte auch Aids als Auslöser für die Tuberkulose nicht unerwähnt bleiben. Immerhin schwächt diese Krankheit das ganze Immunsystem und kann somit auch das Risiko erhöhen, an Tuberkulose zu erkranken.

Symptome bei Tuberkulose (TBC)

Primärtuberkulose

Bei vielen der Patienten entsteht bereits kurze Zeit nach der Ansteckung eine sogenannte Primärtuberkulose. Hierbei handelt es sich um einen einzelnen Entzündungsherd, der sich zumeist in der Lunge befindet. Die kleine knötchenartige Entzündung, die etwa sechs Wochen nach der Ansteckung entsteht, verursacht meist gar keine Beschwerden.

Postprimärtuberkulose

Im Anschluss daran folgt die sogenannte Postprimärtuberkulose. Dabei treten nur sehr unspezifische Symptome auf. Hierzu zählen:

  • eine leichte Erhöhung der Temperatur
  • Gewichtsverlust
  • Husten
  • Appetitlosigkeit
  • Nachtschweiß 

Darüber hinaus kann es bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem zu weiteren Symptomen kommen. Hierzu zählen beispielsweise eine Rippenfellentzündung oder auch die sogenannte Miliartuberkulose. Diese entsteht, wenn sich die Bakterien über das Blut ausbreiten und auch andere Organe befallen. Neben der Lunge sind hier vor allem Leber und Milz betroffen.

In etwa 85 Prozent der Fälle aber ist die Lunge betroffen und die Patienten klagen über einen unerklärlichen Husten ohne Auswurf sowie Beschwerden beim Atmen.

Symptome einer Tuberkulose im fortgeschrittenen Stadium

In einem fortgeschrittenen Stadium kann es sogar zu einem Auswurf von Blut kommen. Gefährlich ist zudem die sogenannte Meningitis tuberculosa: Bei dieser gelangen die Erreger bis in die Hirnhaut und können hier schlimmstenfalls eine Hirnhautentzündung hervorrufen.

Die Tuberkulose ist eine chronisch verlaufende Erkrankung, wobei nicht nach jedem Kontakt mit dem Erreger Symptome auftreten müssen. Nur bei etwa fünf bis zehn Prozent der Erkrankten kommt es auch zu den typischen Symptomen der Tuberkulose.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit - also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der ersten Symptome - kann bei einer Tuberkulose zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten liegen. Während die Primärtuberkulose etwa nach sechs bis acht Wochen auftritt, kann es dagegen mehrere Jahre dauern, bis sich Symptome der postprimären Tuberkulose zeigen.

Wie schnell sich die Krankheit ausbreitet beziehungsweise welche Symptome sie verursacht, hängt nicht zuletzt vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Bei einer geschwächten Immunabwehr kann sich die Tuberkulose meist ungehindert ausbreiten. Dieses schwache Immunsystem wiederum wird bedingt durch Faktoren wie Alkoholismus, Stress, einer Mangelernährung oder aber dem Konsum von Drogen. Auch bestimmte Medikamente können die Immunabwehr deutlich schwächen.

Untersuchungen und Diagnose

Untersuchung TuberkuloseErste Erkenntnisse auf eine Tuberkulose kann eine Röntgenaufnahme geben. (Foto by: Remains / Depositphotos)

Die Diagnose einer Tuberkulose ist aus dem Grund so schwierig, weil die Symptome entweder sehr unspezifisch sind oder aber erst gar keine Symptome auftreten.

Erste Erkenntnisse können hier Röntgenaufnahmen geben, jedoch bringen meist erst weitere spezielle Untersuchungen eine nähere Erkenntnis, wie zum Beispiel eine Computertomographie (CT).

In der Regel wird im weiteren Verlauf in einer klinisch-chemischen Untersuchung der Erreger nachgewiesen. Sowohl der Urin als auch der Magensaft oder ein eventueller Hustenauswurf können zu diesem Zweck untersucht werden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Grundsätzlich erfordert jede Tuberkulose eine Therapie - bei einer offenen Tuberkulose erfolgt diese in der Regel in einem Krankenhaus. Die Unterbringung in einem Krankenhaus ist auch deshalb so wichtig, um die Mitmenschen zu schützen. Patienten werden meist in eigens geschaffenen Räumen gelagert, so dass sich andere Patienten nicht anstecken können. Die Behandlung von Tuberkulose erfolgt medikamentös und besteht aus der Gabe unterschiedlicher Antibiotika.

Diese antibiotische Behandlung, auch als Chemotherapie bezeichnet, dauert meist mindestens sechs Monate lang und gliedert sich in eine Initial- und eine Stabilisierungsphase. Nicht verwechseln sollte man diese Chemotherapie mit jener Therapie, die bei Krebserkrankungen eingesetzt wird - hierbei handelt es sich um zwei völlig verschiedene Behandlungsmethoden.

Auf den Genuss von Alkohol und Zigaretten sollte man während der Tuberkulose-Behandlung, wenn möglich, verzichten.

Auch wenn man die Tuberkulose überstanden hat, bleibt man noch für mindestens zwei Jahre unter ärztlicher Obhut.

Komplikationen

Wie der Verlauf einer Tuberkulose-Erkrankung aussieht, hängt davon ab, wie schnell diese erkannt und schließlich behandelt wird. In den meisten Fällen jedoch wird die Erkrankung gut behandelt und Folgeschäden bleiben in der Regel aus.

Nur wenn die Krankheit zu spät erkannt wird, kann die Lunge sehr schwer geschädigt werden. Dies kann sogar zum Tode führen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Vorbeugen kann man einer Tuberkulose am besten dadurch, dass erkrankte Personen möglichst schnell behandelt werden, so dass sich gesunde Menschen erst gar nicht anstecken können.

Auch gibt es eine Schutzimpfung gegen die Tuberkulose, die BCG-Impfung. In Österreich allerdings wird diese schon seit einigen Jahren nicht mehr angewandt, da sie zu viele Nebenwirkungen und Komplikationen mit sich bringt.

Eine Tuberkulose kann vorgebeugt werden, indem das Immunsystem gestärkt wird, denn: Je geschwächter das Immunsystem eines Menschen ist, desto leichter haben es krankheitserregende Bakterien, den Körper anzugreifen.


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