Richtige Ernährung bei Sodbrennen

Sodbrennen ist eine Magen-Darm-Erkrankung, die bei chronischem Auftreten zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Wirksame Hilfe gegen die unangenehmen Beschwerden ist mit einer gründlichen Umstellung der Ernährungsgewohnheiten möglich. Vor allem sollte spätes Essen kurz vor dem Schlafengehen vermieden werden.

SodbrennenMithilfe der richtigen Ernährung können Beschwerden bei Sodbrennen gelindert bzw. beseitigt werden. (Foto by: nikodash / Fotolia)

Was ist Sodbrennen und welche Ursachen stecken dahinter?

Hervorgerufen wird Sodbrennen durch den Rückfluss (Reflux) des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre. Daher wird es auch Refluxkrankheit genannt. Schätzungen zufolge tritt bei etwa sieben Prozent der österreichischen Bevölkerung tägliches Sodbrennen auf.

Erschlaffter Schließmuskel als Hauptursache

Hauptursache des Rückflusses ist der erschlaffte untere Schließmuskel der Speiseröhre. Dieser Muskel verhindert im Normalfall das Zurückfließen des Mageninhalts. Bei einem Reflux reizt der Speisebrei (speziell die Magensäure) jedoch die Schleimhäute der Speiseröhre, was zu den typischen Beschwerden im Oberkörper führt. Dazu gehören:

  • ein Brennen in der Brust- und Rachengegend
  • Erbrechen
  • Übelkeit

Ungesunde Ernährungsgewohnheiten fördern Sodbrennen

Die Muskelschwäche der Speiseröhre ist auf ihre reduzierte Spannung (Muskeltonus) zurückzuführen. Diese Muskelspannung wiederum wird wesentlich von der Zusammensetzung unserer Nahrung beeinflusst.

Nach einer fettreichen Mahlzeit kann die Spannung des Schließmuskels um etwa ein Drittel absinken. Eiweißreiche Kost erhöht sie dagegen unter Umständen sogar um die Hälfte. Allgemein haben Kohlenhydrate keine nennenswerten Auswirkungen auf den Muskeltonus.

Kalte Speisen und Getränke sowie stark zuckerhaltige Nahrungsmittel verstärken in der Regel wiederum den Reflux. Im Gegensatz dazu zeigen saure Speisen und Getränke keine solchen Wirkungen.

Übergewicht und Alkohol begünstigen die Rufluxkrankheit

Hervorgerufen wird die Refluxkrankheit ebenso durch Übergewicht. Wegen des damit verbundenen größeren Leibesumfangs steigt der Druck im Bauchraum und nimmt die Druckdifferenz zwischen Speiseröhre und Magen ab. Somit wird der Rückfluss von Speisebrei erleichtert, vor allem in liegender Position. Mehr als drei Viertel aller Refluxkranken sind übergewichtig.

Begünstigt wird die Krankheit außerdem durch den Genuss von Alkohol, weil er den Muskeltonus verringert und die normalen Bewegungen der Speiseröhre negativ beeinflusst.

Kaffeegenuss, Stress und Schwangerschaft

Rauchen, Schokolade und bestimmte Inhaltsstoffe von Kaffee verstärken in größeren Mengen ebenso die Neigung zum Reflux.

Auch jegliche Stressfaktoren lösen ihn sehr leicht aus.

In der Schwangerschaft kommt das Brennen häufig vor, weil auch hier der Druck im Bauchraum wächst. Dabei spielt zudem die hormonelle Umstellung des Körpers eine Rolle.

Typische Symptome, die bei Sodbrennen auftreten

Die Refluxkrankheit kann neben dem Brennen auch ähnliche Beschwerden herbeiführen. Zu diesen gehören:

  • Aufstoßen
  • verschiedene Schmerzen im Oberbauch
  • allgemeines Völlegefühl

Diese Folgen werden ebenso in der Horizontallage noch verstärkt. Die Gefahren bei dieser Krankheit liegen speziell in der Empfindlichkeit der Speiseröhren-Schleimhaut. Sie wird von dem wiederholten Kontakt mit Mageninhalt sehr angegriffen und verliert an Widerstandskraft.

In der Folge können chronische Blutungen entstehen. Das Risiko von Speiseröhrenkrebs steigt stark an. Untersuchungen haben ergeben, dass etwa ein Drittel aller Speiseröhrenkarzinome aus einer einfachen Refluxerkrankung entstanden ist.

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung die Beschwerden lindern

Ernährung bei SodbrennenFrische und gesunde Lebensmittel sollten bevorzugt werden, um Sodbrennen zu bekämpfen. (Foto by: shefkate / Fotolia)

Bevor es aber so weit kommt, kann eine gesunde und bewusste Ernährung die Beschwerden von Sodbrennen wirksam lindern oder beseitigen.

1. Keine üppigen Mahlzeiten am Abend

Vor allem am Abend sollten umfangreiche und fettintensive Mahlzeiten vermieden werden Zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen sollte die letzte Kost des Tages stattgefunden haben.

2. Kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen

Außerdem ist es besser, vier bis sechs Mal am Tag kleinere Mahlzeiten einzunehmen als nur zwei oder drei große. So lässt sich auch bestehendes Übergewicht am einfachsten verringern.

3. Verzicht auf Alkohol und Rauchen

Weniger Kaffee und Alkohol ist für das Wohlbefinden sowieso immer gut, genauso der Verzicht auf das Rauchen.

4. Sehr heiße sowie kalte Speisen vermeiden

Speziell gegen das Brennen wird empfohlen, sehr heiße beziehungsweise kalte Speisen und Getränke wegzulassen.

5. Natürliche und unverarbeitete Lebensmittel bevorzugen

Schlecht für die Ernährung sind gleichfalls alle frittierten Speisen, weil sie oft ungesunde Transfettsäuren enthalten. Industriell hergestelltes und stark gewürztes Fleisch, pasteurisierte Milcherzeugnisse, verpacktes Brot, Kuchen in Assiette und massenhaft produzierte Süßwaren aller Art werden auch besser verschmäht.

Oft verursachen zu viel Salz und Zucker in den Lebensmitteln sowie Zusätze wie Glutamat oder Aspartam die Krankheit.

Auch Zwiebel, Tomaten sowie Zitrusfrüchte können zu Beschwerden führen.

Viele davon Betroffene reagieren auch auf geröstete Produkte sehr empfindlich.

Dagegen helfen frisch gepresste Obstsäfte sowie Malven-, Kamillen- und Ringelblumentee vorbeugend gegen die Refluxkrankheit.

6. Sich Zeit für die Mahlzeit nehmen

Die Nahrung sollte immer richtig durchgekaut werden, um die Verdauung zu erleichtern. Eine gute Mahlzeit braucht ihre Zeit; langsames Essen ist viel angenehmer und gesünder als schneller Verzehr im Stehen zwischen Tür und Angel. Wichtig ist auch seinen persönlichen Säure-Basen-Haushalt zu überprüfen. Ist der in einem guten Ausgleich, gibt es wieder einen Grund weniger für den Reflux.

Ernährung bei Sodbrennen aus Sicht der TCM

Aus Sicht der TCM - Traditionell Chinesischen Medizin ist die Energie des Magens nach unten ausgerichtet, um den Speisebrei den Verdauungstrakt "hinunterzuleiten". Daher spricht man bei Reflux, Sodbrennen von rebellierendem Magen-Qi, sprich der eigentlichen Richtung gegenläufig. 

Zu Grunde liegt aus Sicht der TCM häufig eine Nahrungsstagnation (der Speisebrei wird nicht entsprechend weitergeleitet) oder ein Magen Feuer (der Magen ist zu heiß).  

Eine genaue TCM Diagnostik hilft um mit der Ernährung gezielt dagegen vorgehen zu können. Die generellen Empfehlungen zur Ernährung bei rebellierendem Magen Qi aus der Sicht der TCM decken sich mit den oben genannten Tipps, inhaltlich lautet das Motto: eine Zeit lang schlicht und einfach essen!

Pascale Neuens von neuensausderkueche.com ist Ernährungsberaterin nach TCM und gibt auf Ihrem Blog wissenswerte Tipps, wie Sodbrennen aus Sicht der TCM wirkungsvoll behandelt werden kann. Mehr Informationen über Frau Neuens finden Sie hier: Kontaktdaten Pascale Neuens

Rezeptempfehlung von Frau Neuens bei Sodbrennen: Selleriesalat mit Dille und Granatapfel

Ernährung bei Sodbrennen: Selleriesalat mit Dille und GranatapfelAuf Ihrem Blog stellt Pascale Neuens zahlreiche köstliche und gesunde Gerichte vor. (Foto by: Pascale Neuens / neuensausderkueche)

Zutaten:

  • 1/2 Knolle Sellerie, gerieben oder geraspelt
  • 4 Stangen Staudensellerie,  am besten aus dem Herzen
  • 1/2 Granatapfel
  • 1 handvoll rote Trauben
  • 1/2 Bund Dille
  • Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer für die Marinade

Zubereitung:

  1. Den Knollensellerie schälen und reiben oder raspeln und in eine große Salatschüssel geben.
  2. Den Staudensellerie waschen und in ganz feine Scheiben aufschneiden und hinzufügen. Sollten keine zarten Stangen aus dem Herz vorhanden sein, die Fasern entfernen!
  3. Die Kerne des Granatapfels auslösen und 3/4 mit 1 Handvoll abgelösten roten Trauben (ich habe die köstlichen Chasselas verwendet) zum Sellerie geben.
  4. Die Dille waschen, fein hacken und ebenfalls untermischen. Alle Zutaten für die Marinade vermischen und über den Salat geben. Eine längere Marinadezeit lässt die Aromen zur Geltung kommen.

Nach dem Anrichten auf den Tellern mit den restlichen Granatapfelkernen dekorieren. Dazu passt etwas Feta oder Ricotta! Der Salat kann, für eine vollständige Mahlzeit, mit vorgekochter Hirse, Gerste, Emmer oder Coucous gemischt werden und ist in dieser Kombination auch als Frühstück empfehlenswert.

Verfrorene Naturen ohne Magenprobleme sollten etwas Sternanis in die Marinade geben und den Salat um diese Jahreszeit nicht als Hauptmahlzeit genießen und oder noch besser den Sellerie vorm Marinieren dünsten!


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